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Arbeitsplätze oder nicht?

Arbeitsplätze oder nicht?

Wie es meistens überall vor einer bevorstehenden Wahl geschieht, hat auch Kiel ein großzügiges Programm für die Ar-beitsplatzbeschaffung in Schleswig-Holstein und in der Hauptsache für uns hier an der Westküste aufgestellt. Es wäre ja sehr schön, wenn alle dafür Verantwortlichen in Stadt und Landes unter dem Motto “Gleiches Recht für alle” durchführen würden. Dies schein mi raber gar nicht der Fall zu sein, denn der Herr Kreisverwaltungsdirektor Werner Hühne versucht gerade In diesen Wochen, zum Teil schon bestehende, zum Teil noch zu besetzende Arbeitsplätze aus der Welt zu schaffen. Wie schon in meinem Leserbrief von Anfang Januar berichtet, hat sich Heinz von Holdt eine Personen- und Frachtfähre für die Verbindung Pellworm-Nordstrand gekauft. Weil die Verkäufe-rin, Frau Both, die jetzige “Pidder Lüng” noch als Nutzungs-schiff verkaufen konnte, war sie In der Lage, sich auf einer deutschen Werft eine neue Fähre mit Staatszuschüssen bauen zu lassen und dadurch Arbeit zu schaffen. Genauso mußte nun Heinz von Holdt, weil die neuen Bestimmungen der See-Berufsgenossenschaft und des Germanischen Lloyds es ver-langten, Hunderte von Arbeitsstunden bei der Werft in Wischhafen bezahlen.
Kam dieser Tribut, den Frau Both und Heinz von Holdt der deutschen Wirtschaft leisteten, von der verkehrten Seite, Herr Hühne? Oder paßt es nicht in Ihr Konzept, daß das frühere Argument, die Versorgung der Insel sei nicht sichergestellt und deshalb der Ruf nach dem Staat gerechtfertigt, nicht mehr stichhaltig ist? Sollte dem aber nicht so sein, müßten Sie doch die “Pidder Lüng” als rettenden Engel an Ihre christliche Brust genommen und in den Himmel gehoben haben, anstatt die “Pidder Lüng” zu dem, von uns al Kinder so sehr gefürchteten, Teufel schicken zu wollen. Wir haben den Streit nicht angefangen und wollen ihn auch dar nicht.’ Wenn wir aber zum Kampf um unser Recht herausgefor-dert werden, treten wir ihn an, und zwar mit allen Mitteln, die uns das Recht erlaubt. Wir stehen hier tatsächlich vor der Frage: Für wie einschüchterungsbereit, für wie ängstlich und für wie dumm halten Herr Hühne und seine Freunde von der CDU, soweit sie sich mit ihm solidarisch erklären, uns eigentlich?Jedenfalls werden wir nicht zulassen, daß ein Landsmann von uns mit seinem, von vielen Pellwormern und Freunden herbei- gewünschten, Unternehmen über die Klinge springen muß, weil eine von unseren Groschen mit finanzierte Privatgesell-schaft das Monopol wieder an sich reißen will, Ich verweise in diesem Zusammenhang auf den sehr interes-santen und aufschlußreichen Leserbrief von Herrn Mody, Hollingstedt, wo es sich um einen ähnlich gelagerten Fall handelte (Muschelentsandungsanlage). Wir wollen keine Millionen Steuergelder als Staatszuschuß für die neue Fähre der NPDG, die dann, wie Herr Hühne v. Holdts Rechtsbeistand gegenüber andeutete, in die roten Zahlen fahren könnte. Wenn wir aber als Kreisbürger schon mal, ohne unser Wissen, nun Mitinhaber einer Fährgesellschaft geworden sind, möchten wir auch restlos über deren Finanzlage unterrichtet werden. Wir werden deshalb nicht Ruhe geben, bis wir nicht nur die angeblich roten Zahlen, sondern die Zahlen in allen Schattierungen von schwarz-weiß-rot, über grün und gelb vor uns in der Sonne glitzern sehen.Die Pellwormer wissen, daß nach Einbeziehung der “Pidder Lüng” in den Tideverkehr die Versorgung der Insel ausrei-chend gesichert ist, zumal jede Fähre nach Vertiefung von Hafen und Priel mindestens eine Tour mehr fahren kann. Bisher wurden der “Pidder Lüng” und den Personen, die sich für sie einsetzten, nur Steine In den Weg gelegt. Ja, unser Herr Delfs von der Amtsverwaltung wollte von Holdt noch weis-machen, daß auch ein Rechtsanwalt an den jetzigen Praktiken im Pellwormer Hafen nichts ändern kann. Meine persönliche Meinung hierzu: Herr Delfs sollte sich zuerst bei uns ein wenig umsehen und nicht nach so kurzer Zeit schon so tun als ob, er weiß ja noch gar nicht, ob er überhaupt auf das richtige Pferd gesetzt hat.Auch wenn Herr Delfs zehn, statt wie er angibt drei, Semester Jura studiert hätte, würde er das Grundgesetz, das jedem Bürger freie Berufsentfaltung garantiert, nicht ändern können. Freuen Sie sich jedoch, Herr Delfs, über Ihre drei Semester, Sie wissen gar nicht, wie schwer wir Insulaner es im Augenblick haben, ohne Jurastudium auskommen zu müssen. Dieses kleine Territorium, Pellworm und Husum, wo unser Recht schon wieder, oder noch immer, wie es scheint, jenseits der Grenzen liegt, haben wir auf unserer Suche nach diesem bis nach den Landtagswahlen ausgeklammert. Wir haben auch dahinter noch ein schönes Stück Bundesrepublik. Freilich werden wir auch in Kiel das hohe “C” überspringen müssen, weil unsere Melodie von Recht und Freiheit auch dort Ohrensausen hervorruft. Letztlich werden wir aber sicher in Bonn in Erfahrung bringen können, ob die Fähranleger vor den Inseln Pellworm und Nordstrand wirklich ein Geschenk des Bundes an die NPDG sind, wie einige zu glauben scheinen.
Anton Knudsen Tammensiel 2251 Pellworm

Treten Sie zurück, Herr Bürgermeister!

Leserbrief von Klaus Lausch am 29.1.79 in den HN
Treten Sie zurück, Herr Bürgermeister!

Ich war einer von den etwa 400 “Eingeschlossenen” während der Schneekatastrophe auf Pellworm. In dieser Zeit des “Zwangsurlaubes” befaßte ich mich mit den Leserbriefen, die zu dem Thema Fähren, Bürgermeister, Amtsvorsteher und NPDG-Geschäftsführer geschrieben wurden.
Hatte Herr Knud Knudsen in seinem Leserbrief schon Beden-ken, daß die Demokratie auf Pellworm durch die Festsetzung des Amtsvorstehers, Herrn Alfred Dethlefsen, der ja auch in Personalunion Geschäftsführer der NPDG ist, demontiert werde, so zeigte der Leserbrief von Herrn Anton Knudsen die Praktiken des NPDG-Geschäftsführers auf – Behinderung des anderen Reeders auf Pellworm -, die man aus der Sicht des Geschäftsmannes Alfred Dethlefsen noch verstehen könnte. Diese Haltung vereinbart sich aber nicht mit dem Amt des Bürgermeisters und des Amtsvorstehers.
Jetzt habe ich aber von einem Tatbestand erfahren, der die Angelegenheit zu einem Skandal werden läßt. Auf der letzten Gemeindevertretersitzung hat der Bürgermei-ster von den Gemeindevertretern verlangt, daß sie ihm ein Schreiben unterzeichnen sollten, das beinhaltet, daß Herr Schilke, der Polizist auf Pellworm ist, die Insel verlassen sollte. Zur Erinnerung! Herr Schilke war es, der als FDP-Chef der Insel auf rechtliche Bedenken der Festsetzung des Amtsvorstehers hinwies. Die Gemeindevertreter erteilten dem Bürgermeister, obwohl dieser mit seinem Rücktritt gedroht hatte, eine Absage. Von dem Rücktritt wurde der Bürgermeister durch seinen Neffen, Herrn Stefan Frener, abgehalten. Der dann aber einen Leserbrief schrieb und Herrn Schilke vorwarf, er würde ständig die Unwahrheit sagen. Ich meine, wer so handelt wie es Herr Alfred Dethlefsen tut, der sollte nicht nur vom Rücktritt reden, er sollte zurücktreten.
Klaus Lausch Hohe Bleichen 10 2000 Hamburg 36

Pro & Contra “Pidder Lüng”

Pro & Contra “Pidder Lüng”

Mit dieser Ausgabe schließen wir die Berichterstattung über die “Pidder Lüng” und Alfred Dethlefsen vorerst ab. Eine endgültige Auflösung aller Fragen fand und ‘findet nicht statt. Die im Gemeinderat vertretenen Pellwormer Parteien, das Amt Pellworm und nicht zuletzt Alfred Dethlefsen halten es nicht für nötig, die Pellwormer und Gäste umfassend zu informieren. Unter der Rubrik “Hier haben Sie das Wort” werden wir allerdings noch weitere Ansichten und Meinungen zu diesem ganzen Komplex weitergeben. Aber auch hiermit ist mit der Aprilausgabe vorerst Schluß.
H.S.

Gesichte des Ostersiels

Gesichte des Ostersiels
von Willhelm Petersen, Pellworm

Durch familiäre Überlieferungen, vornehmlich von Hans Peter-sen (1875-1965), versuche ich die Geschichte vom kleinsten Koog auf Pellworm (Ostersielkoogs) zurückzuverfolgen. Das alte Ostersiel hatte die Aufgabe, den Wester-Hunnen- und Süderkoog zu entwässern. Der Sielzug verlief in Verlängerung des jetzigen Sielzuges, vor den Wohnhäusern Maaß und Lucht “durch den Ostersielmitteldeich vor dem Wohnhaus 107 (heute Beneke), in den damaligen Hafenpriel. Der heutige Seedeich wurde 1798 vom Deichkommissar-Sievers gebaut. Der neue Koog wurde nach ihm gleverskoog genannt. Dies ist auch die katasteramtliche Bezeichnung. Erst in jüngerer Zeit sprechen wir vom, Ostersielkoog. Die Raumpazelle, die an der Westseite des Kooges an den Gärten entlang f ührt, diente vor der Bedeichung als Hafenbek-ken. Wenn man früher auf den Königsdeich (Seedeich vom Hafen bis Ostersielmitteldeich) stand, konnte man den dama-ligen Hafenpriel in Verlängerung der jetzigen Raumparzelle als Graben in der Ostersielhallig bis zum heutigen Hafenpriel verfolgen. Seit der Aufspülung vom Baggergut im Jahre 1946 ist die Spurverdeckt. Anton Momme Petersen (1840Z1915) hat als junger Bauer die alten Sturmpfähle, an denen die Schiffe angebunden wurden, aus der damaligen Rethparzelle ausgra-ben lassen. Die Häuser am westlichen Mitteldeich lagen vor der Eindei-chung am Außendeich. Auf dem südlichen Schenkel des drei-eckförmigen Kooges, dem Ostersielmitteldeich, lag der Oster-sielshof. Dieser Mitteldeich führte weit in das damalige Vorland hinaus. Dieses Vorland war ein Rest der großen zerschlagenen Insel Strand (1634). Es wurde im Laufe der Zeit von den Fluten abgebaut. Noch während meines Großvaters Kindheit war das Watt in der Ecke Seedeich- Junkershallig so tief, daß mein Urgroßvater dort mit seinen Kindern gebadet und die Schiffe von H. Kölln und D. Sellmer ganz in der Nähe des Steindeiches vor Anker liegen konnten. Man sah dort bei Ebbe das Kulturland, wie bei Rungholt oder Buphever. Die einzelnen Äcker und Wasserfurchen wären deutlich zu erkennen. In der damaligen Badeecke befand sich ein Brunnen von 1-1,5m Durchmesser, der aus Grassoden auf-gesetzt war. Bei der Sturmflut im Februar 1825 ist der Königs-deich übeschwemmt worden. 2 Häusergollen zusammenge-stürzt und das Ingut in der Südwestecke zusammengetrieben sein. Die flache Warft hebt sich noch heute von der ebenen Oberfläche der Fennen in der Nähe der alten Deichrampe ab. Am Ostersiel hat sich mit der Zeit vieles verändert. Hans Petesen konnte sich noch gut an seine Kindheit erinnern und wußte, wie es in den 80erJahren am Ostersiel ausgesehen hat. Am ganzen Ostersielmitteldeich gab es keine Gärten. Auf der südlichen Böschung standen kleine Hütten, die z. T. aus Seetank (“Teek”) gebaut waren. In den jetzigen Obstgärten standen Strohdiemen. Vor dem Wohnhaus (alter Ostersielhof) standen sehr hohe Weidenbäume. Der Obstgarten wurde in den 80er Jahren angelegt, nachdem die Weiden beseitigt worden waren. An deren Stelle wurden Ulmen gepflanzt. Die Nachbarn rechts und links folgten diesem Beispiel. Sie pflanzten ebenfalls Ulmen vor ihren Häusern und legten Gärten an. So entstand allmählich die schöne Allee. Chrischen Eck (Petersen) säd ümmer: Winn twee junge’Lüd vun ene Enne no de anner Enne op unse Stroot spazeern, kammt se as verleefte Poor weller rut. Seit diesem Schnack heißt der Ostersielmitteldeich faßt nur noch “Liebesallee”. Literaturnachweis: Müller Fischer: Das Wasserwesen an der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste.

Die wüsten Warften auf Pellworm

Die wüsten Warften auf Pellworm
von Rosemarie Krämer, Wangerland

Die Siedlungsgeschichte Pellworms ist in erster Linie eine Geschichte ihrer Warften. Im Gegensatz zu denen in festländischen Marschgebieten, behielten die Warften auf Pellworm ihre außerordentliche Bedeutung bis ins 19. Jahrhundert bei. Ursache hier für war der Zustand der durch Sturmfluten immer wieder zerstörten Deiche, der sich bis zu diesem Zeitpunkt trotz strengster Bemühungen der Inselbewohner immer wie-der als mangelhaft erwies. So entstanden vermutlich noch im 18. und 19. Jahrhundert Warften auf Pellworm, wenn gleich diese sehr niedrig waren und an Größe nicht mit den ursprüng-lichen Warften zu vergleichen sind. Mit 32 % ist der Anteil der wüsten, d. h. der nicht mehr bewohn-ten Warften an der Gesamtzahl auffallend hoch. Wo sind die Ursachen dafür zu suchen, daß so viele Warften verlassen wur-den? Zu welchem Zeitpunkt wurden sie verlassen? Es war mein Ziel, diesen Fragen nachzugehen, indem ich – gleichzeitig als Beitrag für das 1975 bis 1977 auf Pellworm laufende Projekt Norderhever (Warftgrabungen) – archivarisches Quellenma-terial mit siedlungsgeographischem Aussagewert sichtete und bestehende Kartenunterlagen auf Warften- und Gebäude-eintragungen hin untersuchte. Von Bedeutung waren nicht zuletzt auch mündliche Informationen durch Pellwormer Bewohner. Der Schwerpunkt der Untersuchungen wurde, u. a. wegen unzureichend vorhandenem Quellenmaterial, auf den Zeitraum der letzten 200 Jahre gelegt. Es ist verständlich, daß für Pellworm als bedeichte Marschinsel der Zustand der Deiche von dem letztlich auch die Sicherheit der Bewohner abhing immer bedeutsamer gewesen ist als das Schicksal einzelner Wohnplätze. Dies spiegelt sich etwa in den zahlreichen Berich-ten der Pellwormer über Deiche und Sturmflutschäden an sel-bigen wider. An Schadensberichten über Häuser und Warften mangelt es dagegen. Auskünfte über Besitzverhältnisse und Warften bebauungen geben – neben verschiedenen Karten -das Pellwormer Landbuch von 1741/70, Pellwormer Erdbü-cher (insbesondere ab 1801, im Zusammenhang mit der eben-falls 1801 erschienenen Golowin-Karte), Schuld- und Pfand-protokolle, Teilungsprotokolle, das Brandregister von 1765 u.a.rn 45 wüste Warften, von denen die meisten im Gelände noch zu erkennen sind, wurden von mir in einer Warftenkartei erfaßt; sie enthält alleermittelten Daten, Informationen und wichtigen Abbildungen. Die Mehrzahl (23) liegt in dem am niedrigsten gelegenen Großen Koog. In den nördlichen Kögen befinden sich keine wüsten Warften, was sicherlich durch deren relativ späte Wiederbedeichung nach der Großen Flut von 1634 mitbedingt ist, Die Größe und Höhe variiertvon WarftzuWarft. Die größte wüste Warft ist die Kömwarft (Durchmesser von etwa 100 m); die Durchschnittsgröße der wüsten Warften liegt bei 70 bis 80 m Durchmesser. Was den Zeitpunkt des Verlassens der Warften betrifft, so konnten folgende Ergebnisse ermittelt werden: a) Für 23 Warften konnte an Hand der Akten noch keine Be-siedlung nachgwiesen werden (z. B. die Kömwarft); sie wurden höchstwarscheinlich vor 1770, ein Großteil bereits vor 1741, verlassen. Gesondert erwähnt sei die zur Neuen Kirche gehörige Prie-sterwarft. Mehrere Pellwormer vertreten die Ansicht, daß sich auf ihr der Vorgänger der heutigen Neuen Kirche befand. Einige Aktennotizen bekräftigen diese Ansicht. Nach ihnen hat sich auf der Priesterwarft vermutlich die “Kleine Kirche” befunden, die 1622 wegen Baufälligkeit aufgegeben wurde. b) 5 1770 noch besiedelte Warften (z. B.die Kösterwarft bei der Alten Kirche und die Haubergswarft im Südwesten des Großen Kooges). c) 4 1801 noch besiedelte Warften (z. B. die Thiessen-Warft und die”Neuhof”-Warft in Waldhusen). d) 4 1852 noch besiedelte Warften (z. B. die Bank Matthiesen Warft und die Samuelsen’sche Warft am Waldhusentief, an welchen 1975 und 1976Grabungen durchgeführt wurden). 5 1875 noch besiedelteWarften (z. B. dieCornils-Warft, die Gerichtswarft unddie im Besitzvon Joh. Meyerbefindliche Warft in Waldhusen). – f) 3 1960 noch besiedelte Warften (z. B. die Düwelswarft). e) Für nahezu die Hälfte der 45 untersuchten wüsten Warften kann also ein Verlassen nach 1770 angenommen werden. Die wüsten Pellv von Rosemarie Ki Es sei darauf hingewiesen, di beit, der diese Kurzfassur Gemeindeamt Pellworm einz steheichgernezurVerfügung dankbar. “Düwelswarft” Betrachtet man die Ergebnisse hinsichtlich der Lagevertei-lung, erfolgten die meisten Siedlungsnachweise 1. im Bereich um die Alte Kirche und 2. im Bereich Neue Kirche -Seegaarden. , Die Fragen nach Zeitpunkt und Ursachen für das Verlassen von Warften müssen im größeren Zusammenhang der Geschichte Pellworms betrachtet werden, wobei naturgebundene Fakto-ren (Sturmfluten, Lage der Warften in ausgedeichten Gebieten etc.) wie sozio-ökonomische Faktoren (wirtschaftliche Situa-tion der Insel, soziale Stellung der Warftbewohner etc) glei-chermaßen zu berücksichtigen sind. ‘ Konkrete Hinweise auf die Ursachen einer Warftaufgabe lie-gen nur in wenigen Fällen vor. Zweifelsohne werden die zahl-reichen Sturmfluten vielfach zum Verlassen von Warften ge-führt haben. So wird vermutet, daß bei einem Großteil der wüsten Warften, für die keine Besiedlung nachgewiesen wer-den konnte und die bereits vor 1770 verlassen wurden, die Ursache in Sturmfiuten zu sehen ist (insbesondere in den Fluten von 1362, 1634, 1717/52). Auch für das Verlassen der Warften nach 1770 sind Sturmfluten mitverantwortlich gewe-sen. Zu denken ist hier in erster Linie an die Sturmflutreihe 1792-1794 (z. B. Aufgabe der “Hilligenwarft” bei der Alten Kirche) und an die Flut des Jahres 1825 (vermutlich Auslöser fur das Verlassen der Thiessen-Warft u.a.m.) In engem Zusammenhang mit den Auswirkungen von Sturm- fluten ist die sozio-ökonomische Lage der Inselbewohner zu sehen. Der Grundsatz des Spadelandrechtes, der jeden Land- besitzer betraf, blieb bis zum 19. Jarhrhundert erhalten: werden Forderungen bei der Instandsetzung der Deiche nicht nach- kommen konnte, verlor seinen Besitz mußte Konkurs melden. Lagen im 18.Jahrhundert-,e bereits zahlreiche Konkurs- meldungen vor, so erreichten sie jedoch zahlenmäßig ihren Höhepunkt im 19. Jahrhundert, bedingt durch die Sturmfluten von 1792-1794 und 1825. 1830 befanden sich fast 1/3 der gesamten Grundstücke der Insel in königlichem Besitz. Viele Bauern mußten ihre Höfe verlassen. Manche siedelten sich auf dem Festland an, andere wanderten sogar nach Übersee aus. Als Folge davon war gerade im 18. und 19. Jahrhundert ein Bevölkerungsrückgang auf der Insel zu verzeichnen. Andere vom Konkurs betroffene Bewohner blieben zwar auf der Insel, verließen aber ihre bisherigen Wohnplätze, insbesondere wenn die finanziellen Mittel für erforderliche Reparaturen an bereits baufälligen Gebäuden nicht vorhanden waren. Sie wurden meist Deich- oder Landarbeiter. Als Beispiel mag wiederum die Thiessen-Warft gelten, deren letzter Bewohner Konkurs melden mußte. was höchstwahrscheinlich Ursache für die Warftaufgabe war. Erst das nach 1830 durch Kapitän Petersen eingeführte “Prinzip der geschlossenen Stellen” bewirkte letztlich eine Besserung der wirtschaftichen Verhält- nisse. Als weiteres Kriterium für das Verlassen von Warften war bis in heutige Zeiten die Lageungunst bedeutsam, welche durch Fehlen von Zuwegungen und befestigten Straßen die Erreich-barkeit von Warften insbesondere zu Herbst- undWinterzeiten erschwerte. Noch beschwerlicher wurde es, wenn die Warft zusätzlich in einem Vernässungsgebiet lag (z. B. die Düwels-warft). Trat zur Lageungunst noch Baufälligkeit des Hauses auf, so ist verständlich, daß es für einige Warftbewohner ren-tabler war, ihren Wohnplatz an einen Hauptweg oder Mittel-deich zu verlegen. Versucht man, einen zeitlich- ursächlichen Zusammenhang der Warftaufgabe herzustellen, so. lassen sich 2 Wüstungsperioden erkennen ” Der Übergangszeitraum der beiden Perioden liegt in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die 1. Periode ist gekennzeichnet, durch die Auswirkungen der zahlreichen Sturmfluten (bei zusätzlich durchweg unzulänglichen Deich-verhältnissen) sowie die relativ hohe Sterblichkeit des 15.- 18. Jahrhunderts (bedingt durch Pest und Seuchen). In der 2. Periode ist die wirtschaftliche Kraft der Insel stark geschwächt. Die daraus resultierende hohe Konkursziffer spiegelt die finan-zielle Notlage der Inselbewohner wider. In der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts dürft6 die materielle Unfähigkeit, eine Warft wieder in einen sicheren bewohnbaren Zustand zu bringen, für eine Warftaufgabe ausschlaggebend gewesen sein. Dagegen sah sich der Warftbewohner in der 2. Hälfte des 19. Jahrhun-derts – infolge des generellen wirtschaftlichen Aufschwungs der Insel – in der Lage, seine Warft (angesichts eventueller Lageungunst und Gebäudebauf älligkeit) zugunsten einer Ver-besserung der Wirtschafts- und Wohnbedingungen aufzuge-ben. Man traute dem Seedeich zu, daß er künftig alle Sturm-fluten abwehren könne.

Artikel in den Husumer Nachrichten am 15.3.1979

Artikel in den Husumer Nachrichten am 15.3.1979 Pellwormer FDP fordert Rücktritt von Bürgermeister Dethlefsen (CDU)

Kontroversen um zweite Fähranbindung schlagen Immer noch Wellen
hn. P e l l w o r m. Der Pellwormer FDP-Vorsitzende Wolf-gang Schilke hat in der letzten Jahreshauptversammlung des örtlichen FDP-Verbands den Rücktritt des Insel-Bürgermeisters Alfred Dethlefgen (CDU) gefordert, der im Zusammenhang mit der auf Pellworm von privater Seite In Dienst gestellten zweiten, Fährverbindung zum Festland unter Beschuß geraten war. Wie mehrfach berichtet, war DethIefsen öffentlich vorgeworfen worden, seine Bürgermeister-Funktion und seinen Amtsvorsteher- Posten, für das Amt Pellworm dazu mißbraucht zu haben, seine Interessen als Geschäftsführer der Neuen Pellwormer Dampf- Wolfgang,Schilke erklärte im Verlauf der Versammlung, daß aus der Bericht-erstattung der HN” bekannt sei, daß Dethlefsen am 8. Dezember 78 während einer Gemeindevertretersitzung erklärt habe, seit dieser Zeit von der Gemeinde Pellworm von der Sachbearbeitung in ,Hafenangelegenheiten , entbunden zu, sein. Fest. stehe aber, daß Dethlefsen in seiner Eigenschaft als Amtsvorsteher eine Ordnungsverfügung gegen. den Inhaber, der zweiten Fähre, Heinz,von Holdt noch am 8. 12. 1978, *also zwei Tage darauf, er-lassen habe. Mit dieser Verfügung sei von Holdt die Inbetriebnahme seines, Fähr-schiffe untersagt worden. Dethlefsen ha-be die sofortige Vollziehung, der Verfügung angedroht und das öffentliche Inter-esse damit begründet, er müsse einen Wettbewerbsnachteil für die NPDG verhindern. Im Auftrage des Amtsvorstehers sei der leitende Verwaltungsbeamte Delfs, tätig geworden. Schilke berichtete weiter, daß Anton Knudsen, der mehrfach Leserbriefe in den HN veröffentlichte, mitgeteilt habe, daß Dethlefsen, eine einstweilige Verfügung gegen Teile eines Leserbriefes vom 8. Ja-nuar 1979 beantragt habe. Das Amtsge-richt Husum habe das Ansinnen Deth-lefsens kostenpflichtig , zurückgewiesen. Das Landgericht Flensburg jedoch habe in der Berufung am 23. 2.179 untersagt, folgende Behauptungen zu wiederholen: Der Pellwormer Bürgermeister Al-fred Dethlefsen räumt die Benutzung des Fähranlegers nur den Fähren der von ihm vertretenen Gesellschaft ein, der Bürgermeister Dethlefsen unter-nahm am 7. 12. alles mögliche, um die Inbetriebnahme der Fährlinie zu verhindern, der Bürgermeister Dethlefsen behin-dert böswillig einen Pellwormer Bürger beim – Aufbau einer Existenz. Das Gericht legte ‘Schilke zufolge fest, daß Dethlefsen binnen einer Frist von 4 Wochen bei, dem zuständigen Gericht Klage in der Hauptsache zu erheben hat. Wichtig, so Schilke, seien hier die Gründe. Das, LG Flensburg habe gesagt “Der Antragsgegner hat In einem Leserbrief in ,den Husumer Nachrichten vom 8. Januar 1979 unter anderem die aus dem Tenor er-sichtlichen Behauptungen aufgestellt. Dem gegen über hat der Antragssteller ,dargelegt, daß er mit den im Leserbrief behandelten Vorfällen hinsichtlich des Fährbetriebes des Herrn von-Holdt in der Zeit von Ende, November. bis Dezember 1978 weder in der Eigenschaft als `Bürger-meister noch als Amtsvorsteher befaßt gewesen sei. Der Antragsteller hat seine Behauptung durch eine eidesstattliche Versicherung des Amtmannes Delfs glaub-haft gemacht.” Anton Knudsen selber sei froh – so Schilke weiter – über diesen Verlauf, denn in einem ordentlichen Verfahren könnten, Zeugen vernommen , werden, die bislang nicht gehört werden konnten. Schilke erklärte dann’, Heinz von HoIdt habe eine einstweilige Verfügung erwirkt, die ihm gestatte, den beweglichen Fähr-anleger auf Pellworm zu benutzen. Den Pellwormern sei das bekannt. Bekannt sei auch, daß der Nordstrander Bürgermeister Willi Hansen das Fehlverhalten” ‘ w’ie er es ausdrückte, der NPDG-Fähren im, Konkurrenzkampf gegen die “Pidder Lüng” im Hafen Strucklahnungshörn hart kritisiert habe. Kritisch habe sich auch der Nord- strander Amtsvorsteher Toll geäußert. Schilke erklärte abschließend, in dieser politischen Angelegenheit müßten alle Fakten auf den Tisch gelegt werden. In diesem Zusammenhang erinnerte er an einen eigenen Leserbrief in den HN”, in dem er auf die Schwachstellen der seiner- zeitigen Festsetzung des Amtsvorstehers Dethlefsen hingewiesen hatte. Er gab dann noch eine, Stellungnahme eines Rechtsanwaltes bekannt: “Nur durch ein Versehen faßte der Amtsvorsteher die Festsetzung fehlerhaft, so daß das Anlege und Verladeverbot an dem Anleger ku-rioserweise. auch die von ihm selbst ver-tretene NPDG betraf, was- er aber sicher-lich nicht beabsichtigt hatte, denn die NPDG benutzte . ihre bisherigen Liege- und Anlegestellen trotz der, Verordnung “ch nach dem 20. 11. 1978 unbeanstandet weiterhin. Diese – unbeabsichtigte -verunglückte Festsetzung machte die Pell-wormer und sonstige Öffentlichkeit auf die massiven Eingriffe des Amtsvorste-hers in die Freiheit der Häfen aufmerk-sam. Schilke sprach schließlich noch, einen Hubschraubertransport am’ 6, 1..1979 von Pellworm nach Nordstrand an. Viele Pell-wormer, so Wolfgang Schilke, seien em-pört gewesen, als sie hörten und sahen, daß für den. Flug, der im Rahmen des Ka-tastrophenalarms durchgeführt wurde, Fährfahrkarten von der NPDG und von Heinz von Holdt entwertet worden seien. Schilke dazu: Die Reederei von Holdt gab auf Anfrage bekannt, daß sie keine An-ordnung zur Entwertung der Karten ge-geben hatte,. Die Pellwormer FDP fragte dazu: Wer hat die Maßnahme angeordnet?
——————————————————————————–Artikel in den Husumer Nachrichten am.23.3.1979 Eine Lanze für Alfred Dethlefsen.
hn. Pellworm. Die Vorsitzenden. der in dem Pellwormer Gemeindeparlament vertretenen Parteien, Friedrich N. Edlefsen (CDU), Andreas Jensen (SPD) und Heinz Clausen (WGP), gaben folgende Pressemitteilung, heraus: “Alle Pellwormer Gemeindevertreter (ohne Bürgermeister Dethlefsen) haben sich auf einer interfraktioriellen Sitzung getroffen – und die angeblichen Angriffe der Pellwormer FDP’ besprochen. Alle Gemeindevertreter sind der Auffassung, daß Bürgermeister Alfred Dethletsen an-läßlich seiner Amtsführung kein Vorwurf gemacht werden kann. Einstimmig wurden die von Schilke aus-gesprochenen Verunglimpfungen zurück-gewiesen. Insbesondere4 wenn sie von einer Gruppe kommen, die sich vor einem Jahr vergeblich um Einzug in die Ge-meindevertretung Pellworm bemühte. Die FDP-Pellworm’ erhielt nicht das ‘ Ver-trauen der Bürger. Die legitimierten Volksvertreter sehen keinerlei Anlaß, Forderungen in bezug auf Rücktritt des Bürgermeisters näherzutreten. Wolfgang Schilke als FDP-Vorsitzender’ wäre bes-ser beraten, statt alten polemischen Kaf-fees immer wieder versuchen aufzuwär-men, sachlich für Pellworm zu arbeiten und sich nicht weiter ins politische Abseits zu stellen. Das dem Bürgermeister einstimmig ausgesprochenene Vertrauen auf der Gemeindevertretersitzung der Gemeinde Pellworm vom 6. 12. 1978 bleibt uneinge-schränkt aufrechterhalten.”

Hier haben Sie das Wort

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Die von uns veröffentlichten Leserbriefe brauchen nicht die Ansicht der Redaktion wiederzugeben. Anonyme Zuschriften können grundsätzlich nicht berücksichtigt werden. Kürzun-gen behält sich die Redaktion vor.

Leserbrief von Rolf Lohmeyer, Pellworm
Leserbrief als Stellungnahme zu einem Leserbrief von Herrn Letter in der PIZ 12/78. Ich hoffe im Interesse des freien Wortes, daß dieses nicht der erste Leserbrief ist, der von einem Redaktionsmitglied geschrieben wird. Betroffen gemacht hat mich die Härte und Unsachlichkeit der Dis-kussion, die sich um eine Formulierung der Pellwormer Kurdirek-tors Herrn Wachsmuth aufgebaut hat. Er hatte über einen Kurgast gesagt: “Wenn er ans Denken gekommen wäre.. .44 So sehr ich verstehen kann, wenn einem Kurdirektor, nachdem er eine Saison lang mit Vorwürfen und Meckereien eingedeckt wurde, einmal der Kragen platzt, so können im Hinblick auf eine sinnhaft geführte Diskussion – und das ist meine These – Argumente nur Argumente zur Sache sein. Der Leserbrief von Herrn Letter in der Dezemberausgabe der PIZ, der in dem Rat gipfelt, Herrn Wachsmuth als Kurgeschäftsführer zu entlassen, ist aber eine Argumentation zur Person, besser gesagt eine Aggression gegen die Person von Herrn Wachsmuth (und eine Familie). Für mich ist es ein Widerspruch in sich, wenn wir Aggres-sion eskalierend mit Aggression bekämpfen wollen. Immerhin geht kulturelles Bemühen seit ein paar tausend Jahren dahin, Aggression in Richtung Altruismus zurückzunehmen.

Leserbrief von Herrn Schmidt
Das Gespräch der beiden Schwimmenden im Stehen
(Ein erdachtes Gespräch auf der Fahrt der Fähre zwischen PELLWORM und NORDSTRAND)
PELLWORMER: “Na, geht’s wieder heim?”
BESUCHER: ja, glücklicherweise! Das Wetter war ja grauenhaft dies Jahr!”
P.:”Nun, damit muß man rechnen hier bei uns! Aber dennoch , Sie haben sich hoffentlich erholt bei uns auf der Insel! Die Luft ist hier das, was einmalig ist, da mag es schneien, regnen oder die Sonne scheinen!”
B.: “Na, wissen Sie, das klingt ja wenig menschenfreundlich. Ich habe ja nichts gegen ein paar Regentage, vorausgesetzt, ich kann lange genug auf der Insel bleiben. Aber was die einmalige Luft’ angeht… Grundgütiger Meeresgott! Mit dieser These kann man doch kaum noch einen Narren mit ins Freie locken!-
P.:Aber, aber! Wir haben keine Industrie, keine sonstwiegear-teten Abgase aus welchen Quellen auch immer. Die Schiffe und die Kutter, stören die Sie?”
B.: ja, wenn’s nur d i e wären! … Nein, die stören weiß Gott nicht! Ärgerlich sind die Kraftfahrzeuge aller Arten, die ihre Besitzer wie wertvolle Juwelen überall hinschleppen müssen! Ihr permanenter Gestank ärgert mich nur, weil man ja gerade im Urlaub diesem spezi-fischen Gestank, der dazu noch hochgiftig ist, entrinnen wollte.”
P.:”Na, das ist doch heute überall so: Denken Sie an WESTER-LAND, WYK auf FÖHR plus andere Nordseeinseln. Schließ-lich: NORDSTRAND mit seinem Damm zum Festland und Brücke zu uns,..”
B.: “Nun reden wir aber von PELLWORM! Ich bin an einem Tag vom Hafen zurück in mein Quarteier gelaufen, das in der Nähe der ,Neuen Kirche’ lag. Es überholten mich oder begegneten mir rund 40 (!) Kraftfahrzeuge – ich ging also praktisch auf einer viel befah-renen Großstadtstraße – ich hätte also durchaus daheim bleiben können!”
P.:”Oh, je! Wie wollen Sie das denn ändern? Die Motorisierung ist ein Kind unserer Zeit, Millionen leben davon und dafür – wir können doch den Zeiger der Weltenuhr nicht zurückdrehen!”
B.: “Es g e h t ja auch nicht darum, sich an die Zeiger der Weltenuhr zu hängen. Es geht darum, wie einstens das Feuer zu b ä n d i g e n, nicht sich versklaven zu lassen! So könnte man auf dieser Insel sehr gut Gebote ‘aussprechen: Keine Kraftfahrzeuge auf der Insel bis auf wenige Ausnahmen!”
P. “Um des lieben Himmels willen! Das wäre der Ruin des Fremdenverkehrs auf der Insel, dersich gerade erst entwickelt. Die Bevölkerung geht ohnehin zurück! Wie sollen wir die Men-schen hier halten, wenn wir ihnen die Erzeugnisse des Fort-schritts nehmen? Wie sollen wir dann vor allem j u n g e Men-schen hier halten?”
B.:”Nun, es g i b t bereits Beispiele einer weitgehenden Beschränkung von Diesel- und Bezinmotoren auf den friesischen Inseln. Ich denke dabei an BORKUM und NORDERNEY,’ auf denen schon in meiner Kinderzeit – in den dreißiger Jahren -j e d e r Kfz- Betriebverboten oder zumindest sehr stark eingeschränkt war. Selbstverständlich sollten lebenswichtige Dienste wie Ärzte, Polizei, Feuerwehr und andere lebenswichtige und gemeinschaftswichtige Dienste ausge-nommen sein! Die fahren ja auch nicht zum Vergnügen herum! Aber warum r e i t e t eigentlich kein Polizist mehr auf solcher Insel herum. Auch mit dem Rad könnte er fahren! In meiner Heimatstadt patroul-lieren Reiterstaffeln in den Forstgebieten, sind mit Funk ausgerüs-tet und nur die Diskussion darüber, sie abzuschaffen, entfachte einen Sturm der Entrüstung.”
P.: “Ich merke schon, Sie haben etwas gegen Autos!”
B.: Aber nein, ich hab’ nur was dagegen, das die Menschheit einen so törichten Gebrauch davon macht! Denn alles andere, außer den lebenswichtigen Diensten, könnte sich, wenn nicht per Fahrrad oder Pferd, mit E 1 e k t r o f a h r z e u g e n, dann eben ein bissel langsamer, fortbewegen: Die autolosen Touristen vom Hafen in die Quartiere. die Gepäck-, Lebensmittel- und Warenbeförderung, kurz, man wüßte gleich auf diesen a b g a s 1 o s e n, fast 1 a u t 1 o s e n Gefährten: Nun bis du in PELLWOR M, einer Oase des Friedens, der Ruhe, der Sammlung…”
P.: “Wer soll denn das bezahlen?”
B.: “Das ist offenbar immer Eure erste Frage! Wo bleibt denn eigent-lich Eure – meiner Meinung zu t e u e r e – K u r t a x e? Das kann doch nicht alles zur Deckung des Badehaus-Defizits draufgehen! Und so gesehen, würde wohl mancher (so-rist) Murrende sein Schärf-lein geben, wenn die Finanzierung gemeinde-eigner Elektrofahr-zeuge auf der Insel der,reinen Umwelt’diente.”
P.: “Das hört sich ja alles sehr wunderbar an! Aber ich fürchte, daß unser Gespräch im Stehen allenfalls, zumal wenn wir großes Glück haben, mal irgendwie in der ,Saurengurkenzeit’ in der PIZ erscheint und vielleicht, wenn wir Glück haben ein zweites Mal, ‘nen bißchen Staub aufwirbelt – aber dann for-miert sich die Front der Blechärnen, denn es geht ja an ihr, lieb-stes Kind.
B.: ja, eben:das liebste Kind! Aber es ist ja ,wenn man offenen Auges über die Insel wandert, schon kein liebstes Kind’ mehr! Es ist ein Götze, der stinkt! Warum z. B., läßt man ganze Schwärme von übel-riechenden Blechkolonnen quer über die Insel rollen, um zum (fast einzigen) Versorgungsladen zu kommen? Warum wurde der VIVO-Laden am Hafen, der die kleineren Lebensmittelgeschäfte absterben läßt, ausgerechnet dort plaziert? So z w i n gt man doch dieTouristen zu aufwendigen Versorgungsfahrten, denn es gibt am anderen Ende der Insel keine ähnlichen Versorgungsquellen. Schon hier könnte man den interinsularen Verkehr entzerren: Durch die Anlage von drei oder mehreren Filialien, die man außerhalb der Saison, die ja weiß Gott nicht lang ist, schließen könnte. Was hat man sich dabei eigentlich gedacht? Vermutlich nichts: Man hat’s dem Spiel der Kräfte überlassen und nennt das Ganze:,Freie Marktwirtschaft’! Das hat jenes negative Ergebnis, das wir alle heute sehen können! Da rasen denn ganze Familien in ihren Blechkisten über Land, verpesten die Umwelt und suchen – meist verbiestert – (wie daheim) nach einem Parkplatz, um schließlich mit laufendem Motor (Vater im Auto, Mutter mit Kindern und leeren Einkaufstaschen in den Laden stür-zend) v o r dem Supermarkt stehen zu bleiben. Das wird um so ärger, da die Abfertigung an der Kasse extrem langsam ist. Bei dem Gebrauch von Elektrokarren ergäbe sich eine fühlbare Ent-lastung dieser Lage. Endlich stellte sich eine Rückentwicklung der menschlichen Solidarität ein: Nachbarn, Landsleute und gemein-same Bewohner von Feriendomizilen könnten gemeinsam oder für-einander einkaufen.
P.:”Puh, das war ja arg! Das ist ja eine programmatische Erklä-rung zum Tourismus der Zukunft! Ob da die NORDSTRAN-DER oder HUSUMER mitmachen? Sie müßten ja die parken-den Pkw aufnehmen! Aber noch ein Wort zur Kurtaxe! Sie ist im allgemeinen nicht so hoch und erbringt nicht soviel, wie immer angenommen. Zudem hat die Gemieinde- ohne ihre Elektrowagen, Pferde und Fahrräder – genug Ausgaben!”
B: “Das kann ich mir vorstellen! Wenn in alleine an das Debakel mit dem Schwimmbad denke! Doch das habe ich schon angeschnitten. Wurde denn überhaupt, ob Inseltouristik oder Schwimmbad, jemals, eine Markwirtschaftliche Analyse erstellt? Offenbar nicht! Daher die Pleite, solcher Einrichtungen, die Parallelen zu Vorgängen in meiner Heimatstadt hat: Bauen auf blauen Dunst hin, gehts in die Hose, – dann zahlt es die Gemeinde, – also der Steuerzahler!
P: zu Ihrem Plan der abgasfreien Luft habe ich noch etwas hinzuzufügen! Es gibt ja noch Leute die nicht die Luft verschmutzen. Der größte der Teil der Landbefölkerung fährt ja noch mit dem Fahrrad.
B: Und die Jugendlichen, die knattern bereits per Hilfsmotor…..
P: “Sollen die Menschen denn nun alle per pedes latschen? Das ist doch nun wirklich realitätsfremd.”
B: “Nein, ich habe den Gesichtspunkt bereits angedeutet: Reitpferde stünden der Insel nicht schlecht zu Gesicht und Zugpferde vor leichte Karren, denn schließlich ist Pellworm eine Marschenbauern-Insel. Ganz abgesehen von der Atraktion “PELLWORM DIE PFERDEINSEL” dies ist auch unter den Gesichtspunkt des Baus des Tidefreien Hafens zu sehen”.
P: “Na da kommen doch noch mehr Touristen, sollen wir die gleich durch ein Fahrverbot vergraulen?”
B. “Das ist eben eine >FRage der Gewöhnung, wie bei anderen Inseln auch, die haben auch keine finazielen Verluste. Im Gegenteil: Dies wäre ein MArkenzeichen der besonderen Art.”
P: “Na sie lassen ja wenigstens einen guten Faden an uns.” Aber….
B: “Solcher Fäden gibt es viele! Sehen Sie, ich könnte ja nun heimfahren und sagen: Ich fahre nicht mehr auf diese Kuhinsel! Sie bietet nichts und stinkt zudem noch wie bei uns an der Straßenkreutzung! Stattdessen rede ich mit Ihnen, einen mir Wildfremden, über Inselprobleme. Denn es tut mir wirklich leid, wenn Sie so ins tourischtische Dunkel tappen.
P: “Ich suche immerzu, während wir hier sprechen, den Grund, sich so über die Insel zu erregen! Ist es Abneigung, Liebe, oder was…”
B: “Wahrscheinlich mein Lieber, die Sehnsucht nach einem Paradies.”
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Hans Heiden Bergedorf
Pellwormer hinter den Deichen, auch dort darf die Demokratie nicht weichen! Weichen muß der Amtsvorsteher! Rücktritt für Alfred Dethlefsen
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Eva Hummel Geesthacht
Eine ausgezeichnete Zeitung: Sie haben bei Ihrem Bericht über die “Pidder Lüng” nur eins vergessen, den Geschäftsführer, Bürgermeister und Amtsvorsteher aufzufordern zurückzutreten!
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Martha Schmode Hamburg
Die beste PIZ die es je gab! Herrn Knudsen und Schilke eine eins, Herrn Dethlefsen eine sechs, Rücktritt!
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v. Hummel Bramfeld
Aufgrund Ihrer Zeitung an uns Leser, zu Ihrer Aufmachung der PIZ Stellung zu nehmen, ich möchte folgendes sagen:Machen Sie weiter so, bleiben Sie weiter so. Das sogenannte heiße Eisenwird sich, so hoffe ich und auch viele andere Gäste und Erholungssuchende, wieder abkühlen. Es ist wohl Zufall, daß Sie das wunderbare Gedicht “Pidder Lüng” gebrachrt haben. Warum liest Herr Dethlefsen die PIZ nicht? Ist er schon zu alt? Ja dann würde ich Ihm den Rat geben, in Rente zu gehen. Die Amtsgeschäfte sollten rujig in junge Hände gelegt werden. Denn es war immer schon so, daß alles sich erneuern muss. Auch die Insel braucht junge Menschen. Neue Ideen. Wir, die Ihre Insel als heile Welt sehen wollen, möchten aber nicht die Zeit von 1935 zurück haben! Darum möchten wir der Pidder Lüng und ihren Streitern immer gute Fahrt wünschen.
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Adam Kraft Bamberg
Ihre Zeitung hat eine gute Mischung von Aktualitäten und geschichtlichen Dingen gefunden. Wenn ich ein Lob verteilen darf (eine Zeitung freut sich doch immer über ein Lob), es ist glänzend gelungen. Mich bedrückt beim lesen der Zeitung eine Frage, wie kann eine Amtsperson wie Herr Dethlefsen so handeln? Gleichzeitig war ich glücklich, als ich las, daß sie auch Männer wie Herrn Knudsen und Herrn Schilke auf der Insel haben. Über den Leserbrief der SPD, deren Wähler ich bin, kann ich nur betreten schweigen. Ein Bravo der Pellwormer FDP, die sich für die Belange eines einzelnen Bürgers eingesetzt hat. Wenn ich den Pellwormern einen Rat geben darf, danken sie es dieser Partei bei den Landtagswahlen im April, ich würde wenn ich es könnte tun. Erschüttert war ich über die Antwort des Herrn Dethlefsen auf den Leserbrief des Herrn knudsen. Meine Reaktion: kopfschütteln, kopfschütteln. Mir drängt sich die Frage auf, wie stark ist die Klebe an dem Stuhl des Herrn dethlefsen?

WIR

WIR

möchten die Schüler unserer Schule über ihre Rechte in der Schule aufklären, deshalb haben wir uns das Schulgesetz durchgelesen und die Pharagraphen herausgeschrieben, die für Euch (natürlich auch für uns) wichtig sind oder die wichtig sein könnten. Wir werden bei fast jedem Paragraphen, den wir herausziehen, unsere Meinung darunter setzen.

§ 31 Beurlaubung (1) Ein Schüler kann während des Schuljahres auf Antrag bis zur Dauer von sechs Wochen durch die Schule beurlaubt werden, ohne daß das Schulverhältnis unterbrochen wird.

§ 48 Warenverkauf, Werbung, Sammlungen (1) Waren aller Art dürfen in öffentlichen Schulen während der Unterrichtszeit weder angeboten noch verkauft werden. (2) Absatz 1 gilt entsprechend für den Abschluß sonstiger Geschäfte mit Ausnahme des Schulsparens. Ebenso unzulässig sind die Weiter-gabe von U nterlagen über Schüler oder Eltern zu Werbezwecken und zu statistischen Erhebungen, Werbeinaßnahmen aller Art (mit Aus-nahme der Anzeigen in periodischen Druckschriften) und die Tätig-keit politischer Parteien. (3) Sammlungen für außerschulische Zwecke dürfen in öffentlichen Schulen nicht durchgeführt werden. Ebenso dürfen Schüler nicht für die Durchführung von Sammlungen geworben werden. (4) Veranstaltungen durch nicht zur Schule gehörende Personen in oder außerhalb der Schule darf der Schulleiter als Schulveranstal-tungen nur genehmigen, wenn sie von Bedeutung für Unterricht und Erziehung in der Schule sind. (5) Die obere Schulaufsichtsbehörde kann allgemeine Ausnahmen von den Absätzen 1 und 3 zulassen. Aufgrund ein schwarzes Brett abgelehnt. Zur Erinnerung-. Sönke Geertz, der zu Weih-nachten – 1978 – seine Trix-Eisenbahn verkaufen wollte, hatte die Schulleitung gebeten, diese Information ans schwarze Brett bringen zu dürfen.Sein Antrag wurde mit Hinweis auf §48 abgelehnt. Auch die SV hat ihre Probleme mit dem § 48, da es zur Zeit nicht möglich zu sein scheint, einen Schallplatten- und Briefmarkenclub zu gründen.

§ 97 Wesen und Aufgaben (1) Die Schülervertretung ist die gewählte Vertretung der Schülerin der Klasse und in der Schule. Sie ist Teil der Schule und gibt den Schülern die Möglichkeit gemeinsamer Mitwirkung an den die Schule betreffenden Angelegenheiten. Die Arbeit der Schülervertre-tungen dient auch der Erziehung zum mündigen Staatsbürger. (2) Die Schülervertretung hat folgende Aufgaben: 1 . die Wahrnehmung gemeinsamer Anliegen der Schüler gegenüber dem Schulleiter, den Lehrern, Elternvertretern und Schulauf-sichtsbehörden, 2. die Wahrnehmung selbstgestellter kultureller, fachlicher, sozialer und sportlicher Aufgaben innerhalb des Schulbereichs und 3. die Mitwirkung an der Gestaltung des Schullebens. Die Schülervertretung hat kein allgemeines politisches Mandat. (3) Schülervertreter können im Einzelfall einen Schüler ihrer Schule auf dessen Wunsch bei der Wahrnehmung seiner Rechte gegenüber Schulleiter und Lehrern, insbesondere bei Ordnungsmaßnahmen und Beschwerdefällen unterstützen. Die SV sollte die 1 nteressen der Sch üler vertreten. Die SV kann gemäß § 97 AG’s bilden. Weiter kann die SV das Schulfest entscheidend gestalten. Absatz 3 sollte normalerweise selbstverständlich sein.

§98 Tätigkeit der Schülervertreter (1) Die Schülervertreter sind ehrenamtlich tätig und als Mitgliederin der Klassensprecherversammlung, der Schulkonferenz und einer Schulpflegschaft an Aufträge und Weisungen nicht gebunden. Schülervertreter dürfen wegen ihres Amtes von dem Schulleiteroder den Lehrkräften weder bevorzugt noch benachteiligt wetden. (2) Die Schülervertretung arbeitet mit den Schulleitern, Lehrkräften, Elternvertretern und Schulaufsichtsbehörden zusammen. (3) Die Schulleiter, die Lehrerund die Schulaufsichtsbehörden unter-stützen die Schülervertretung bei der rechtmäßigen Erfüllung ihrer Aufgaben. Sie haben die Schülervertretung über alle grundsätzli-chen, die Schüler gemeinsam interessierenden Fragen zu unter-richten. (4) Die Schülervertretungen können für die Dauer eines Schuljahres Verbindungslehrer wählen, die sie bei ihrer Tätigkeit beraten und unterstützen; wählbar sind nur Lehrer (§ 73 Abs. 2). Der Verbin-dungslehrer soll zu,den Sitzungen der Schülervertretung eingeladen werden und nimmt an ihnen mit beratender Stimme leil. (5) Die Kosten für den Bürobedarf der Schülervertretungen und deren Arbeitsgmeinschaften tragen im Rahmen der in den Haushal-ten zur Verfügung gestellten Mittel. Im Absatz 1 steht, daß Schülervertreter weder bevor- noch benachteiligt werden dürfen. Wir sind der Meinung, daß man als Klassensprecher oder Schulsprecher mehr Nach- als Vor-teile einhandeln kann. Ein Klassen- oder Schulsprecher ist so stark, wie er von den Schülern unterstützt wird. Zu Absatz 2: Daß man zusammenarbeitet, bleibt nur zu hoffen. Zu Absatz 4: Dem jetzigen Pellwormer VerbIndungslehrer Ist ein Kompliment zu machen. Er gab und gibt Anregungen und Anstöße f ür die Schüler. Jetzt müssen die tollen Ideen nur noch in die Tat umgesetzt werden.

§ 99 Schülervertretung in der Schule (1) Die Schülervertretung in der Schule besteht aus dem Klassen-sprecher, der , Klassensprecherversammlung, und dem Schüler-sprecher. (3) Die Schüler einer Klasse wählen den Klassensprecher aus ihrer Mitte. Ihm ist Gelegenheit zu geben, Fragen der Schülervertretung mit der Klasse zu erörtern. (6) Der Schülersprecher wird von den Schülern gewählt; im Statut (§ 102 Abs. 11) kann die Wahl durch die Klassensprecherversamm-lung vorgesehen werden.

Zu unserer Grafik auf der Rückseite

Zu unserer Grafik auf der Rückseite

Gisela und Hubert Lehner auf Pellworm Das Studio Pellworm stellte (bis Ende Oktober) Gemälde und Zeichnungen des malendenden Ehepaares Lehner aus. Hubert Lehner, 1907 im Forsthaus Griesel (Brandenburg) geboren, studierte Kunst in Wien, Breslau, Düsseldorf und Berlin, ehe er als Kunsterzieher in Pommern und von 1951 bis 1974 in Uetersen tätig war. Seit 1974 widmet der Studiendirek-tor i. R. sich intensiv der freien Malerei. Der Expressionist Lehner konnte sich nie mit der abstrakten Malerei anfreunden. Er, der in seiner Heimat auch als Landwirt arbeitete, besticht in seinen Werken durch auf das Wesentliche reduzierte Formen, seine Bilder wirken vor allem durch die Vitalität der kräftigen Pinselführung und die ausdruckstarke Farbigkeit. Gisela Lehner, 1919 auf Gut Betkenhammer (Pommern) geboren, studierte an der Kunstschlule Kiel. Ihre Tuschezeichnungen, Temperabilder und Monotypien sind zart. Wesentlich sind vor allem bei den Landschaften stark übersteigerteStruk-turen. Im norddeutschen Raum haben sich beide Künstler schnell einen Namen gemacht. Beide gehören der Künstler-gilde Pinneberg an.

Der TSV braucht einen neuen Vorsitzenden

Der TSV braucht einen neuen Vorsitzenden

Der TSV ohne Hein Jordt? – Für viele ist das sicher gar nicht mehr vorstellbar. Nun, er bleibt dem Verein weiterhin als Riegenleiter treu, der Motor des Ganzen jedoch wird er nicht mehr sein. Er will es nicht mehr sein – und jeder, derweiß, wie Hein die Arbeiten eines Vorsitzenden und Leiters verschiede-ner Riegen auffaßte, kann seinen Entschluß verstehen. Er war buchstäblich Tag für Tag für, den Verein im Einsatz. Von den 7 Abenden, die eine Woche hat, war er allein 3 Abende in der Turnhalle oder auf dem Sportplatz. Und im Sommer stand er auch noch jeden Sonntagmorgen Punkt halb neun auf der Matte, bzw. auf dem Fußballplatz. ,Nebenbei’ organisierte er so ziemlich im Alleingang sämtliche Sommerveranstaltungen des TSV – und derer gibt es viele. Man denke nur an die Fußball-spiele Aktion Sorgenkind’, die Sportfeste, die Langläufe. Und Hein Jordt istj jemand, der jede Sache, die er anpackt, gründlich macht, mit dem Anspruch vollsten Engagements.
Das hat natürlich Konsequenzen, zunächst einmal rein persönlicher Art. Es gibt schließlich noch mehr Dinge als den TSV, die, gepflegt’ werden wollen, – und das ist bei Hein neben seiner Tätigkeit als, Geschäftsmann der Anspruch auf künstle-risch/ kunsthandwerklichem Sektor voranzukommen. Hein hat im letzten Jahr begonnen, Ausstellungen auf dem Festland zu machen, und er möchte sich endlich diesem Bereich verstärkt widmen können. Das aber ist nicht möglich, wenn er weiterhin mit solcher Ausschließlichkeit für den TSV im Einsatz ist wie bisher. Man mag ein solches Engagement für einen Verein Idealismus nennen, doch hat eben dieser Idealis-mus seine Schattenseiten, wie man sieht. Und -selbst der Dank des Vaterlandes ist nicht gewiß – zumindest nicht immer. Denn wer viel allein macht (oder machen muß), ist vor Kritik nicht gefeit.
Allen aus dem Herzen gesprochen waren jedoch die Dankes-worte, die Lucie Carstens im Namen des Vereins auf der letzten Vorstandssitzung am 22. Januar 79 an Hein Jordt richtete. Jeder weiß, daß dieser Dank für den engagierten Einsatz nicht nur forrnelhafte ,leere’ Worte sind, sondern dahinter die Erfahrung steht, daß hier wirklich jemand “unermüdlich” für den Verein gewirkt hat. Als äußere Forrn des Dankes wurde ein Präsent überreicht.
Die Frage, wie es nun weitergeht, stand natürlich im Mittel-punkt dieser Vorstandssitzung. Lucie, Carstens – übrigens nun bald seit 20 Jahren aktives Vorstandsmitglied – erklärte sich im letzten Herbst bereit, den Vorsitz bis zu den Neuwahlen zu übernehmen. Diese finden auf der Jahreshauptversamm-lung am19. Märzstatt. (UmsehrregeTeilnahmewirdgebeten!) Bei einer Diskussion der Aufgabenbereiche des 1. Vorsitzen-den wurde allen Sitzungsteilnehmern deutlich, daß es auch machbar sein müßte, ohne den immensen Arbeitsanfall, wie Hein ihn bewältigte, auszukommen – durch Mitarbeit vieler. Die rationelle Verteilung der Aufgabenbereiche sollte eine der wichtigsten Aufgaben des 1. Vorsitzenden’ sein. Verantwort-lich für die Durchführung bestimmter Veranstaltungen muß nicht der 1. Vorsitzende sein, dies kann genauso gut delegiert Werden. Der Vorteil einer solchen Vereinsorganisation liegt auf der Hand: die Mitglieder werden aktiviert, für ihren’ Verein mehr zu tun, wenn sie Verantwortung übernehmen können; gleichzeitig wird der 1. Vorsitzende entlastet. Auch diese Auf-gabenverteilung soll auf der Jahreshauptversammlung vorge-nommen werden.
PS. Zwei wichtige Termine für TSV-Mitglieder und Freunde: Montag, den 19. März Jahreshauptversammlung in der ,Hooger Fähre’ Samstag, den 24. März (nachmittags) Schauturnen in der Turnhalle (die einzelnen Sparten zeigen Ausschnitte ihrer Arbeit im Verein).

PS: Leider erschien die PIZ wieder viel zu spät! Inzwischen ist die Jahreshauptversammlung über die Bühne gegangen. Wir werden in der nächsten PIZ näher darauf eingehen. Nur eines vorweg: der 1. Vorsitzende des TSV heißt Karl-Heinz Sibbert.