Category Archives: Aug. 1977 Nr.2

Pellwormer KUHGILDE

Pellwormer KUHGILDE

Gegründet am 14.April 1855

Am 14.4.1855 wurde auf Pellworm eine Kuhgilde gegründet. Leider fehlen jegliche Unterlagen und Statuten aus der Gründerzeit. Die jetzigen Statuten stammen vom 1. Februar 1962. Sie wurden von dem damaligen Vorstand ausgearbeitet. Es waren Heinrich Mextorf sen., Fritz Jensen, Andreas Jensen, Johannes Edlefsen und Johannes Thomsen. Was ist nun eine Kuhgilde und welche Aufgaben hat sie? Es ist eine Versicherung auf Gegenseitigkeit. Die Kuhgilde war seinerzeit mehr für die kleinen Kuhhalter gedacht. In früheren Jahren besaß fast jeder Arbeiter und Gewerbetreibende ein oder zwei Kühe, um seinen Lebensstandard zu heben. Für die Kühe wurden zum größten Teil die Gemeindeländereien gepachtet. Es war aber auch möglich daß die Arbeiter bei ihrem Dienstherrn eine Kuh in Gräsung hatten. Am Kaydeich grasten im Sommer oft 20 oder 30 Kühe, die den sogenannten „Kleinen Leuten“ gehörten. Zum Teil wurde da auch Heu für das Winterfutter geerntet. Oft begegneten sich dort zwei oder drei Male am Tage die Frauen beim Melken und tauschten die neuesten Nachrichten aus. Manchmal gab es auch Ärger und Streit. Die Kuhgilde war für die kleinen Kuhhalter wichtig, weil mancher nicht in der Lage war, eine neue Kuh zu kaufen, wenn die alte verendet war. Nach dem Kriege wurde die Kuhgilde erweitert. Alle landwirtschaftlichen Betriebe können der Kuhgilde beitreten. Kleine Kuhhalter gibt es nicht mehr. Jedes Mitglied muß alle Kühe bei der Gildeanmelden. Quien (=Färsen) können erst aufgenommen werden, wenn sie sichtbar trächtig sind, spätestens aber vier Wochen vor dem Kalben. Jede Kuh wird von einem Taxator eingeschätzt. Die Einschätzung wird jedes Jahr im Januar wiederholt, wofür der Besitzer vierzig Pfennig pro Kuh entrichten muß. Falls eine Kuh verendet, wird drei Viertel des Wertes von der Gilde bezahlt. Tierarztrechnungen zahlt ebenfalls die Gilde. Die ersten DM 6,? müssen vom Besitzer getragen werden. Das Kapital der Gilde wird durch Mitgliedsbeiträge, die sich nach der An? zahl der versicherten Kühe richten, erbracht.
F.P.

Wildwachsende Heilkräuter auf Pellworm

Wildwachsende Heilkräuter auf Pellworm

Die Kamille – Matricaria Chamomilla L
war früher in Süd- und Osteuropa und in Vorderasien beheimatet und hat sich inzwischen in ganz Europa eingebürgert. Das einjährige etwa 30 cm hohe Kraut wächst auch in Pellworm an Straßenrändern und an Feldrainen. Oft ist Saatgut mit Kamillensamen vermengt. Die Folge ist, daß ganze Felder mit Kamille durchsetzt sind. Von solchen Feldern, die es auch auf Pellworm gibt, steigen Wolken des charakteristischen aromatischen Geruchs auf. Der Aufenthalt in einer solchen Duftwolke kommt dem Aufenthalt in einem Inhalatorium gleich.
Die nordischen Völker haben die Kamille dem Sonnengott Baldur zugeordnet. Die mit weißen Randblüten bestickte, gelbe Blütenscheibe galt als Sonnsymbol. Die Sonne heilt und die Kamille heilt. „Heilen“ ist auch das Wort, das die meisten Menschen mit dem Namen Kamille verbinden. Und in der Tat haben die Pharmakologen herausgefunden, daß diese Meinung zu recht besteht. Die Kamille ist also eine der bedeutendsten Heilpflanzen, deren Inhaltsstoffe in vielen präfabrizierten Medikamenten enthalten sind.
Die Kamille gehört zu der großen Familie der Korbblüter (=Kompositen). Sie hat einen aufrechten, krautartigen, meist ästigen Stengel, der mit 2?3fach fiederteiligen Blättern besetzt ist und einzelne, halbkugelige Blüten mit hohlem Blütenboden und eigentümlichem, aromatischem Geruch. Der hohle Blütenboden unterscheidet sie von der Hundskamille.
Als Bestandteile der Kamille gelten organische Säuren, darunter verschiedene Ölsäuren, Lävulose, Apigenin, Umbelliferon, Dioxykumarin, Phytosteron, Harze, ein Alkaloid und Glykoside. Der wichtigste, arzneilich wirksame Inhaltsstoff ist aber das aetherische Kamillenöl, das der Pflanze den Duft verleiht, und dessen blau gefärbte Fraktion, das Azulen.
Die Kamille hat eine schweißtreibende, beruhigende, eampfstillende, erweichende und desinfizierende Wirkung. Außerdem regt sie Wundränder zu schnellerer Abheilung an. Aufgrund dieser Wirkungen wendet man die Kamille in Aufgüssen zu Spülungen der Augen, der Ohren, der Nase, des Rachens und des Darmes an. Azulene sind in vielen Magenmitteln enthalten. Darum eignet sich der Aufguß von Kamille auch zu Rollkuren bei Magenschleimhautentzündungen und bei Magengeschwüren. Der Aufguß wird hergestellt, indem man die Menge getrockneter Kamillenblüten, die man mit drei Fingern greifen kann, mit siedendem Wasser übergießt und fünf Minuten ziehen läßt. Anschließend wird durchgeseiht. Für eine Rollkur braucht man zwei Tassen Kamillenaufguß. Man wartet, bis der Aufguß lauwarm geworden ist, legt sich auf ein Bett und trinkt den „Kamillentee“ im Liegen. Dann legt man sich fünf Minuten auf den Bauch, fünf Minuten auf die linke Seite, fünf Minuten auf den Rücken und fünf Minuten auf die rechte Seite. Auf diese Weise benetzt der Kamillenblütenaufguß alle Magenwände. Nicht nur Magenkranke, sondern auch Gesunde mit nervösem Magen sollten diese Rollkur durchführen.
Zum Sammeln von Kamille braucht man einen luftdurchlässigen Beutel (keine Plastiktüte) und eine kräftige Schere. Man geht von Pflanze zu Pflanze und schneidet nur die Blütenköpfe ab. Man trocknet sie an luftigem Orte, auf sauberem Papier ausgebreitet. Jeden Tag sollten die Blütenköpfe gewendet werden. Das Sammeln von Kamillenblüten ist mühsam, aber es lohnt sich.
R. L.

Hier haben Sie das Wort

Hier haben Sie das Wort

Leserbrief von Ulla und Ingo Buchwald , Dortmund
Im Vorspann des Veranstaltungsprogrammes für den 12.?18. Juli richtet der Bürgermeister an die Gäste die Bitte, die Halteverbotsschilder in Tammensiel zu beachten. In Nr. 1 der Inselzeitung ist eine Leserecke angekündigt, und wir möchten diese Gelegenheit nutzen, an die Pellwormer eine Bitte zu richten: Wir haben uns, wie viele Gäste, für die Zeit unseres Urlaubs auf Pellworm Fahrräder geliehen. Doch die Freude am Fahren ist nicht ungetrübt. Durch PK’W’s, die mit z.T. weit überhöhter Geschwindigkeit die meist nicht sehr breiten Straßen befahren, wurden wir verunsichert, manchmal auf den seitlichen Rasenrand gedrängt und einige Male sogar zum Absteigen gezwungen. Und dies auf Straßen, auf denen eindeutig 50 Stundenkilometer vorgeschrieben sind. Uns ist dabei aufgefallen, da3 es sich ausnahmslos um Fahrzeuge mit NF?Nummern handelte. bei Gegenwind ist ein von hinten herannahendes Fahrzeug erst sehr spät zu hören; eine Reihe von Gästen fährt auf Pellworm sicher seit vielen Jahren wieder das erste Mal Rad und ist daher aus ‚der Übung. Wir würden uns über etwas mehr Rücksicht und Disziplin der motorisierten Inselbevölkerung freuen.

Antwort von Herrn Dethleisen, Bürgermeister
1. Die Bitte an die Gäste zur Beachtung u.a. der Halteverbotsschilder wurde ausgesprochen, weil ausschließlich diese von der Zahlung des polizeilichen Bußgeldes betroffen waren. Diese Bitte ist also zugunsten der autofahrenden Gäste gedacht.
2. NF? Fahrer sind pauschal und ausschließlich motorisierte Inselbewohner, denen Rücksichtnahme und Disziplin beizubringen ist. Geschäftsreisende, die es sicher eiliger haben als Inselbewohner, Werktätige vom Festland und die große Zahl der Besucher aus dem nordfriesischen Raum, die einen beträchtlichen Teil des NF?Inselverkehrsaufkommens ausmachen, sind in dem Leserbrief von vornherein ausgenommen!
3. Unsichere Radfahrer sollten das Radfahren nicht auf öffentlichen Straßen erlernen oder wieder lernen. Die Inselbewohner tun dies auch nicht, sie lernen das Radfahren größtenteils gefahrlos am Außendeich
4. Schmale Straßen von z.T. nur 2,50m Breite sind für den Gegenverkehr vor allem für unsichere Radfahrer nicht geeignet. Es ist Kraftfahrern und Radfahrern dringend anzuraten, wie bisher vorsichtig zu fahren, und, falls es nötig ist, anzuhalten bzw. vom Fahrrad abzusteigen.
5. In ihrem offensichtlichen Ärger haben die Schreiber es unterdrückt, den.Dank des Bürgermeisters für das rücksichtsvolle Fahrverhalten der kraftwagen? und radfahrenden Gäste weiterzugeben. Man sollte doch auch im Interesse einer vollen Erholung bedeutend ruhiger reagieren.

Sturmfluten über Pellworm

Sturmfluten über Pellworm

Im ersten christlichen Jahrtausend war Nordfriesland ein großes Moorgebiet, das von einigen Geestinseln durchsetzt war. Die Inseln waren von Germanenstämmen bewohnt, von denen die Ambronen ein besonders kriegerischer Haufe war. Wir kennen die Rudimente dieser Inseln unter den Namen Amrum, Föhr und Sylt. In die dazwischen gelegenen Moore drangen um die Jahrtausendwende die Friesen ein. Das Meer überschwemmte immer wieder diese Moorgebiete und zwang die Bewohner zu ständigem Kampf mit der Nordsee. Die Kämpfe verliefen oft tragisch, weil die Mittel zu jener Zeit nicht ausreichten, sich und das bewohnte Land vor dem Meere zu schützen.

Eine der großen Katastrophen war die Flut von 1362, die als Manndränke in die Geschichte dieses Landes eingegangen ist. Der Name sagt alles. Mehrere tausend Menschen sind in den Fluten ertrunken. Die zweite große Manndränke brach 1634, mitten im dreißigjährigen Kriege über Nordfriesland herein. An die 9000 Menschenleben waren zu beklagen. Die große Flut trennte die Insel Strand in zwei Teile. Das heutige Nordstrand ist ein Bruchstück, Pellworm das andere. Die eigenständige Geschichte von Pellworm beginnt also im Unglücksiahr 1634. Sie ist die Geschichte der Sturmfluten und die Geschichte der Wunden, die sie der Insel geschlagen haben. Und es ist die Geschichte der Menschen, die immer wieder mit Zähigkeit und Ausdauer ihre Deiche gegen das Meer errichteten, ausbesserten und verstärkten, bis in die heutige Zeit.
Während nach 1634 Nordstrand durch holländische Hilfe wieder aus den Fluten erstand, haben die Pellwormer selbst das Verdienst, ihre Insel gerettet zu haben.
Wir möchten nachstehend eine chronologische Obersicht über die Sturmfluten geben. Sie wird das Ausmaß des Widerstandes erkennen lassen, den die Pellwormer Bevölkerung der See entgegensetzte, um ihre Insel zu bewahren.
1634 Eine schwere Sturmflut trennt Nordstrand von der „Pellwormer Harde“, dem Kernstück des heutigen Pellworm. Die nach dem Chronisten HEIMREICH im Kirchspiel Pellworm „eingerissenen 5 Wahlen (behielten) bis fast um Fastnach des folgenden 1635sten Jahres ihren Lauf.“ In dreijähriger Arbeit gelang es den Pellwormern den Großen Koog, den nördlichen Teil des Alten Kooges, den Mittelsten Koog, den Kleinen Koog und den Wester neuen Koog notdürftig einzudeichen und sie der Insel wieder hinzuzufügen.
1635 Obwohl der Pellwormer Deich denselbigen Sommer gutermaßen repariert und also aufgeführet wurde“, brachen „die im Frühling geschlossenen Wahlen durch die im Oktober gegangene Flut wieder durch“ (HEIMREICH). Es gibt keine Aufzeichnungen über Sturmfluten um die Jahrhundertwende. Lediglich HEIMREICH berichtete:
A (anno) 1697 auf Basilii Tag ist ein sehr heftiger Sturm entstanden und eine hohe Wasserflut erfolget, dadurch die Deiche in den Marschländern übel zugerichtet sind, und waren sonderlich die Pellwormer, weil ihre Deiche den dritten Teil niedriger als jetzt sich befinden …“
1698 oder 1699 HEI’MREICH hebt auch hier die Insel Pellworm besonders hervor, die bei „einer hohen Wasserflut abermals in nicht geringer Gefahr eines Durchbruchs gewesen ist.“
1701 nach HEIMREICH hat diese Flut keine schweren Deichschäden auf Pellworm verursacht.
1703 HEIMREICH berichtet, daß „bey einem gräulichen Ungewitter und sehr heftigem Nordwestwinde eine hohe Wasserfluth, und zwar von den erwähnten die höchste ergangen ist. Auf Pellworm sind große Löcher in den Deich gespülert und durch Wegreißung vieler Erde die Deiche ganz schmal und dünn geworden, daß selbige an etlichen Stellen mit einem Stock haben durchstochen werden können.“
1717 Ober die Weihnachtsflut berichtet HEIMREICH, daß „die Köge überschwemmt wurden, weil aber die Deiche in gutem Stande sich befunden und die Einbrüche bei fallendem Wasser oder zur Ebbzeit erstlich geschehen, hat es in etlichen Kögen nicht 3 bis 4 Fuß gestanden.“
1718 Zwei Monate nach der Weihnachtsflut brach eine neue Flut über die Insel herein. Unser Chronist berichtet: „Nach dem Einsetzen von Tauwetter entstand den 23. 11. 1718 ein entsetzliches Ungewitter, indem der Wind mit regnitem Wetter den ganzen Tag von südsüdwesten gewehet, sich des Abends nach dem Westen und Nordwesten gewandt und mit ganz starkem Wehen anhielt.“ Das Wasser stieg ..bei offenem Lande und eingerissenen Wehlen viel höher“ (als bei der Weihnachtsflut). Bei dieser Flut wurden die „Verbesserungen der Deiche, welche über 10O Rtr. (Reichstaler) gekostet, wieder ruinieret und viel ärger.“ An der Westküste war „alles Land mit großen Eisschollen übersetzt, daß nichts als Eis und Wasser zu sehen gewesen ist und das Eis an Örtern über 2 Menschen hoch auf dem Lande gelegen.“
1719 trat neuer Flutschaden auf. Das Wasser war „etwa 8 Tage nach Martini (Mitte November) fast bis auf den Kamm des Deiches gestiegen, der wegen Mangel an Langstroh und Deckung übel zugerichtet“ wurde. Bereits vor dieser Flut müssen einige Fluten aufgetreten sein, denn aus einer Kostenaufstellung geht hervor, daß 140.660 Cour (=56.700 Taler) zur Wiederherstellung der Deiche aufgewendet werden mußten.
1720 Über eine Sturmflut im Herbst sagt eine Verfügung des Amtshauses, daß „in dem letztern harten Sturm die Deiche um dem Lande Pellworm sehr beschädigt und an verschiedenen Stellen in Landesgefahr sich befinden.“ Über die Sylvesterflut am 31.XII.1720 sagen die „Besonderen Nachrichten von Nordstrand“, daß ganz Pellworm überschwemmt wurde.
1729 wurde Pellworm von einer Sturrnflut heimgesucht, die den mittelsten Teil der Insel fast gänzlich überschwemmt. Darüber berichtet der Husumer Amtmann in Verwaltungsdeutsch, daß die Landschaft Pellworm die Rückstände der „vorigen Jahres?Land?Gelder und regulierten Restanten Termine des desolaten Zustandes wegen“ noch nicht abtragen könne.
1743 im April berichtet der „Immissionseinnehmer“ JUEL an den König, daß die Pellwormer Deiche durch mehrere Sturmfluten des Jahres 1743 stark gelitten haben. An 10 Stellen waren die Deiche „von oben bis auf die Sohle und der Breite nach in der halben Wagenspur ab? und weggeschlagen.“
1744 trat wiederum eine Sturmflut auf und verschlimmerte die Lage der Insel. In einer Resolution vom März 1745 wird den Pellwormern „in Ansehung des erlittenen Deichschadens und dessen Wiederherstellung“ ein Aufschub für die aus dem Vorjahre noch schuldigen Dematgelder gewährt, „ohne daß jedoch der Solidums Verbindlichkeit damit präjudiziert wurde.“
1751 Am 11. September brach eine schwere Sturmflut über Pellworm herein. Der Pellwormer Landschreiber WRAGE berichtet an das Amtshaus: „Nicht nur der Utermarken ? mit dem Großen Norder Koege ganz und ein Teil vom Kleinen Koege überschwemmet, sondern auch der Teich (Deich) umb gantz Pellworm überhaupt Kammgestürzet und bis zu Brust an vielen Ohrten Land gefährlich eingehauen worden. Wenn durch den Fleiß der „TeichVerständigen und anderer Leute in den gefehrlichsten Teich?Brüchen dem bereits einrauschenden Wasser durch gefüllte Säcke, vorgedeckte Segel und Bepfählungen nicht Einhalt geschehen wäre?, hätten alle übrigen Kööge dieses Landes … eine allgemeine Überschwemmung des ungestümen Meeres verleiden müssen.“
1752 Aus einem Schreiben des Amtshauses in Husum ist erkenntlich, daß die Pellwormer Deiche, aufgrund der Sturmflut vom 5. November, gefährlich mitgenommen wurden. Die schweren Deicharbeiten des vorausgegangenen Jahres wurden größtenteils vernichtet. Das Land könnte leicht verloren gehen, wenn den niedergeschlagenen Bewohnern nicht geholfen würde.

R.L. wird fortgesetzt in der Septemberausgabe.

PLAATDÜTSCH

PLAATDÜTSCH

Plaatdütsch Theaterspielen ? dat het dat op Pellworm all lang geben. Uns Fide Sattler het dor’n Steg op. He much gern mal wedder ni starten. Harst Du nich all lang Lust mitttospeelen? Overleg di dat. All jem lötge un grote Talente schöllt man riskeeren und mellen sick an bi Fite Sattler

Preisrätsel

Auch unsere Zeitung hat ein Preisrätsel

Nein, Sie sollen nicht raten, wer das auf dem Foto ist. Das weiß natürlich jeder! Nicht nur Pellwormer kennen ihn, unseren Herrn Doose (hier mit Frau und Freunden). Er ist es, der Sie nach jeder Nachtwanderung und bei manch anderen Veranstaltungen mit Grillwürstchen stärkt. Aber: Können Sie auch erraten, wie viele Würstchen Herr Doose im Laufe eines Jahres an den Mann, bzw. an die Frau bringt? Dem, der am nächsten an die Zahl herankommt, winkt das Glück
1. und einziger Preis: Eine kostenlose Grillwurst nach jeder im nächsten Sommer stattfindenden Nachtwanderung!!! Schreiben Sie uns! Letzter Einsendetermin: August 1977

Lokales KURZ BELICHTET

Lokales KURZ BELICHTET

Wußten Sie Schon

… daß der erste Abonnent der Inselzeitung eine Französin war?
… daß von 1973?1976 91 Pellwormer starben und nur 29 das Licht der Welt erblickten?
… daß das Hochziehen der Bayern?, Nordfriesland? oder Deutschlandfahne die jeweilige Stimmung des Mühlenwirtes anzeigt?
… daß noch nie so viele Leute mit Vogelscheuchen nach Hause gegangen sind wie am 13. Juli 1977?
… daß man bei einer Deichwanderung höchstens eine halbe Stunde laufen kann – weil man dann an einer Kneipe nicht vorbeikommt?
… daß 1917 das Süderkoogstief ein U?Boothafen werden sollte? … daß auf Pellworm die Pharisäer keine Pharisäer trinken? … daß es auf Pellworm mehr Schafe als Menschen gibt?
… daß 1914 der ganze Süddeich mit
… daß 1914 der ganze Süddeich mit Kanonen bestückt war?
… daß es in Recklinghausen eine Pellwormstraße gibt? ? auch in Heide und in Solingen? (wo noch? ? bitte schreiben!)

Ut oole Tieden

Ut oole Tieden

Fröher wahnt op Südfall de Gräfin Diana Criminil von Reventlow. Se hett dor mennige Storm verbröcht. Ommer wehr se um ehr Perde un Kööe besorgt und is f liddig mol dorbie bit boben hen nat worn. Hier op Pellworm wer ein Schipper de keem ümmer mol op de Hallig un mokt er en beeten Holt to brennen entwei. He har ein nies Schipp köft un keem mit sien Geld nich ut. Dor frog he mol de Gräfin, ob he nich een poor Dusend lehnen kunn. Denn scholl dat Schipp ock op de Nam „D 1 a n a“ döfft warn. Dat wer de Gräfin ower nich so recht mit. See säh to Julius:“Wets watt, ick mok die een Vörschlag, ick heff valeeden Week een niee Hahn kreegen von Nordstrand, dee dööp ick Julius, denn sind wie wedder quitt! Wat mehnst dorfon?“
i.w.

Wir stellen vor Meta Paulsen

Wir stellen vor Meta Paulsen

Tante Meta Paulen ward 97. Johr olt.
De 28. Juli ward Tante Meta P. op Schütting 97. Johr old. Se entstammt een ole Seefohrerfamilie. Ehr Vadder weer de Kaptein Detlef Selmer un de Grotvadder Peter Jacob Selmer, de 1865 de planmäßige Schippverkehr na Pellworm mit de Raddamper „Husum“ op eegen Räken anfung.
To School gehn se in de Sielsschool, wor in de niege Kark konfermeert, 1913 heiratet se de Dischlermeister Peter Paulsen un trock mit ein nat Schütting in dat Hus, wo se vondag noch wahnt. Ehr Mann weer een ganze düchdige Dischler un weer vör een akurate Stück Arbeit bekannt, keen Wunner, dat he denn ock dor fragt wor, wenn tom Biespill de wertvolle Kanzel in de Ole Kark restaureert warn schull. Geborn worn se dree Deerns, Sophie, Paula un Anita. Ehr Mann storv 1970 un as denn in ditt Johr ehr 18jährige Enkel verunglückt, so weern dat swore Stünnen för Tante Meta. Gesundheitlich geiht de Jubilarin dat richdi gut. Se hett väl Arbeit makt in ehr Läwen un dat makt ehr vör een poor Johr noch gorniks ut, de 7 Kilometer vont Schütting nat Siel un torück to Foot to loopen. Un bit vondag is dat eegen Fohrwark noch rech gut, wenn se sick ock nich mehr wiede Wege totrut. Se makt noch jeder Dag ehr Frieöbungen, de ehr mennigeen, de jünger is, nich namakt. To düsse körperliche Utgliek kümmt de gude Pläg dor ehr Dochder Paula, mäßig äten, een gude Tass Tee un nich toletzt een grote Gottvertruen sind dat Geheemnis, dat unse Geburtsdagskind noch jümmers so krall is. Uter väle Pellwormers groteleern ehr dree Kinner, dree Enkel un 5 Urenkel un ock de Pellwormer Inselzeitung to de hooge Geburtsdag.
A.D.

In eigener Sache

In eigener Sache

Erste Redaktionssitzung nach Erscheinen unserer InseIzeitung: etwas Jubeln etwas Stolz ? und eine intensive kritische Betrachtung. Man lernt bei jeder Zeitung hinzu, das ist das Schöne bei dieser Arbeit. Zum Beispiel: Die Schrift war teilweise zu klein. Wir merkten es sofort, als das erste gedruckte Blatt auf dem Tisch lag. Eine Kostenkalkulation ergab, dass wir uns das Tippen und Tippen?lassen (bei uns ist nämlich keiner tipp?perfekt) in Zukunft sparen, da das Setzen der Artikel nur unwesentlich teurer wird. Apropos Kosten: Erste in die Redaktionssitzung hineingetragene Reaktion von außen: manchen war der Preis zu hoch. Dazu eine kurze Erläuterung unsererseits: Die Herstellung einer Zeitung in 500. Auflage ist so teuer, dass wir DM 1,50 nehmen müssen, um über die Runden zu kommen. Bei einer höheren Auflage verringert sich der Preis rapide. (Ein Beispiel: Wenn Sie 250 Postkarten drucken lassen, zahlen Sie DM 33,?. Lassen Sie 500 drucken, kostet der ganze Spaß DM 38,?1) Vielleicht kommen wir ja eines Tages dahin, die doppelte Auflage zu verkaufen, dann wird’s wesentlich billiger. So optimistisch sind wir allerdings im Moment noch nicht: Unser Problem ist, die 500 auch nach der Saison loszuwerden und darum müssen wir eifrigst um Abonnenten werben. Im Moment jubeln wir noch bei jeder freudigen Botschaft: Kaufmann X hat alle 40 verkauft! Wir werden sehen, wir lange das anhält. Allerdings haben wir an die Möglichkeit eines Überschusses gedacht und einstimmig folgendes beschlossen: Sollte am Ende des Jahres tatsächlich ein Plus erarbeitet sein, so wird das Geld für einen gemeinnützigen Zweck verwandt. (Kindergarten, Altenhilfe, Einzelhilfe u.a. auf Pellworm). Ober den genauen Adressat wird jeweils am Ende des Jahres abgestimmt. Obrigens, die 2. Ausgabe ist um 4 Seiten „dicker“ geworden. Wir haben festgestellt, dass unsere erste Zeitung zu wenig Lokalnotizen brachte und daher manchem zu unpersönlich erscheinen mochte. Wir haben vor, diesen Bereich in Zukunft etwas mehr Platz zu widmen. Die Leserseite ist auch neu. Wir sind froh, dass wir schon die ersten Leserbriefe bekamen. Wir möchten diese Seite gern zur ständigen Einrichtung werden lassen. Darum schreiben Sie uns! Auch wenn Sie Vorschläge für die weitere Gestaltung unserer Zeitung haben, wir lernen gern hinzu!
Ihr Arbeitskreis Inselzeitung