Category Archives: Aug. 1978 Nr.14

HIER HABEN SE DAS WORT

HIER HABEN SE DAS WORT

Leserbrief von Norbert B. Spangenberg D-4400 Münster

„Pellworm ? ohne Kurverwaltung?“ Wäre Pellworm das geblieben, was es einmal war, so brauchte dieser Brief nicht geschrieben werden. Nun aber haben sich Gemeindeverwaltung und Bürger des Rates aufgemacht, am Fremdenverkehr im Stil benachbarter Inseln teilzunehmen ? und damit muß die Leistung der Pellwormer Kurverwaltung mit der der anderen in deutschen Landen gemessen werden! Und da wirds dann traurig!: Am Hafen kein Informationsbüro, kein Hinweisschild, wo es zur Kurverwaltung hingehen könnte, der Lageplan ohne Standortangabe (oder glaubt die Pellwormer Kurverwaltung, jeder deutsche Tourist könne einen Stadtplan lesen!!?), keine überdachte Wartehalle, die Schutz bietet, wenn der Urlauber bei Regen ankommt/abfährt (oder im „Pellwormer Magazin“ vergebens die Adresse der Kurverwaltung sucht), kein offizieller Fahrplan in günstiger Sichtweite, keine Hotelübersicht mit freien/besetzten Betten, im Hafen (soll der Urlauber eventuell an der Bratwurst?Bude Information einholen? Die Verkäuferin dort gibt wahrscheinlich mehr Information dem Neuankömmling als die Vertreter der Kurverwaltung!) ständiger Wechsel der Kurverwaltung (in 13 Jahren habe ich 4 verschiedene Standorte erlebt!!) ? und dann, wenn der Feriengast ? endlich ? die Kurverwaltung erreicht hat (nur durch FRAGEN möglich) muß er erkennen, daß ihm das Information einholen beschwerlich wird, da er 17 Stufen steigen muß, auf schmalster Treppe, um dann das Kurverwaltungsstübl zu sehen! Und hier wird es dann tatsächlich sehr, sehr traurig, denn Pellworm rührnt sich, ein Ort der Ruhe und Stille zu sein: ? also kommen ältere Feriengäste (wie zu sehen ist)! Und da frage ich: Sind 17 Treppen senioren ? und behindertenfreundlich? Was denken sich die Verantwortlichen für die Standortwahl der Kurverwaltung eigentlich bei einer so unmenschlichen Wahl des Toposdabei!(mansolltedochobderRuheundWeitedesLandesans Denken kommen!)!? Pellworrn als Naturschauspiel: JA ? als organisierter Fremdenverkehrsort: NELN!! PYC hat in seinem Schaukasten privat eine Fahrplan ausgehängt!

Eins wurde davon inzwischen erledigt – Hinweisschilder stehen! Red.
——————————————————————————–

Leserbrief von Emmy Jensen, Pellworm,

Süderkoog Bedauerlich Nachdem ich den Artikel von Frau Helga Brandes gelesen habe, muß ich sagen, daß ich den auch sehr bedauerlich finde. ‚ Wer gehört denn auf unserer Insel zur Inselprominenz? Ich bin der Meinung, daß man uns Insel und Halligfriesen ein wenig mit dem Halligkraut (Bondesstabe) vergleichen könnte, etwas struppig und rustikal in ihrer Art, aber jede Blüte genauso groß wie die Andere. Da will keine als Orchidee zwischen dem Halligkraut hervortreten und größer als die Andere sein. So ist es auch mit uns Insulanem, jeder steht für den Anderen ein ,jeder erfüllt an seinerm Platz seine Pflicht so gut er kann. Niemand möchte hier prominieren oder die Prominenz herauskehren. Unser Bürgermeister mit seinen Gemeinderatsmitgliedern am allerwenigsten, falls Frau Brandes diese mit „Inselprominenz“ gemeint haben sollte. Unser Landrat, Bürgermeister und Gemeinderat sind ganz gewiß nicht solche Leute die zu irgendwelchen Veranstaltungen gehen um gesehen zu werden und sich feiern zu lassen wie Frau Brandes sich auszudrücken beliebte in ihrem Artikel. Die Verantwortlichen unserer Insel pflegen ihre Arbeit für Pellworm in aller Stille und ohne viel Aufhebens zu machen. Wenn sie aus irgendwelchen terminlichen Gründen auf der Mackausstellung nicht erschienen sind, so wird Pellworm davon nicht sterben. Die Sorge sollte Frau Brandes doch den maßgebenden Leuten überlassen. Und wenn Frau Brandes in Unkenntnis der Dinge sich soweit hinreißen läßt die Verantwortlichen unserer Insel zu verdächtigen, daß ihre Sorge um Pellworm nur ein Lippenbekenntnis sei. So ist das schon nicht mehr bedauerlich sondern wirkt beleidigend. Wo hat Frau Brandes ihre Informationen her? Wenn man bedenkt wie viele Leser diese Inselzeitung hat, die die Situation dieser Sache nicht kennen, so vermittelt dieser Artikel von Frau B. vielen ein falsches Bild. Mit meinem Leserbrief möchte ich dieses korrigieren.

Einige Informationen zur Sache hat Frau Brandes von mir bekommen. Henry Smorra Studio Pellworm
——————————————————————————–

Es war mir ein Vergnügen – dankeschön…. … nämlich beim Lesen der Korrekturfahnen für die August Ausgabe der PIZ den Leserbrief von Frau Jensen Wort für, Wort vergleichen zu müssen. Wie angenehm für mich bestätigt zu bekommen, daß es auch auf Pellworm „Prominenz“ bzw. ~>lnselprominenz<~ gibt. Wenn von maßgeblichen Leuten wie z.B. dem Bürgermeister die Rede ist, bestätigt mir die Verteidigerin von Persönlichkeiten, die sich erforderlichenfalls bestimmt selbst verteidigen könnten, daß es diese Leute gibt auch wenn es im Anfang des Briefes mit dem „krautigen“ Vergleich der Bondesstabe verneint wird. Schlimm, wenn man am Ende eines Brief es nicht weiß, was man am Anfang geschrieben hat! Ich finde es wohl mit der Briefeschreiberin begrüßenswert, daß die von uns gewählten Politiker ihre Arbeit „in aller Stille und ohne viel Aufhebens“ machen. Nur bin ich der Ansicht, daß Pellworm eine sterbende Insel sein wird, wenn ihre Bewohner es nicht lernen, über den Deichrand zu schauen und Anregungen, die von außen kommen, anzunehmen. Erfreulicherweise gibt es Ausnahmen, wie die Reaktion einiger Pellwormer bei der Eröffnung der Mack?Ausstellung zeigte. Das Recht, Kritik zu äußern, habe ich für mich in Anspruch, genommen. Von denjenigen, die ich in meinem Artikel kritisiert habe, erwarte ich keine Rechtfertigung ihres Verhaltens. Die Gründe dafür müssen sie selbst verantworten. Umso erstaunter und belustig zugleich bin ich über die heftige Reaktion einer einzelnen Persron, beweist es mir doch einmal mehr, daß es auch heute noch Individuen gibt, die stolz darauf sind, Kalfakterdienste zu leisten.

Helga Brandes

Holzschnitzarbeiten von Hein Toll

Holzschnitzarbeiten von Hein Toll

Über 30 handgeschnitzte Arbeiten von Hein Toll sind zur Zeit im „Haus der Reise“ in der Heider Friedrichstraße ausgestellt. Hein Toll, aufgewachsen in Heide, hat sich auf der Insel Pellworm, an der Westküste und über die Grenzen Schleswig?Holsteins hinaus als Holzschnitzer bereits einen guten Namen gemacht. In den früheren Jahren seiner künstlerischen Tätigkeit hat er sich vorwiegend mit Malerei, Graphik, der Silberschmiedekunst und der Gestaltung von Bernsteinschmuck beschäftigt. Seit vier Jahren jedoch hat er sich verstärkt der Schnitzerei von Holzarbeiten zugewandt. Die Motive entlehnt der Künstler aus seiner unmittelbaren Umgebung Pellworm und Dithmarschen sowie der gesamten Westküste. Da sind zum Beispiel Schiffe, Seemannsmotive, Charakterköpfe, Szenen aus dem täglichen Leben der Landbevölkerung, aber auch ? und vor allem ? Pferde. Die Plastiken von Hein Toll ob in menschlicher oder tierischer Gestalt sind ebenso wie seine Wandmotive aus einem Stück Holz herausgearbeitet. Die Ausstellung in Heide wird während des ganzen Sommers zu besuchen sein.

Uwe Mextorf, Kpt. auf der Pel. 2

Wir stellen vor

Uwe Mextorf, Kpt. auf der Pel. 2

Am 2. Februar 1933 kam Uwe Mextorf hier auf Pellworm zur Weit. Seine Schulzeit begann und endete in der „Norderschule“, die heute nicht mehrexistiert. Während der Schulzeit entwickelte sich bei ihm schon ein gewisser Hang zur Seefahrt, und er machte seinen Traum wahr. Genau am 30.3.48 musterte Uwe Mextorf auf dem Fischkutter „Maria“ bei Kpt. Johann Eck Hellmann an und blieb dort fast drei Jahre, bis zum 29.12.50. Dann fuhrt er auf der ~~Meteor~ bei Kpt. August Matthiesen. Es wurde dort zwar nicht gefischt, aber das Produkt, das befördert wurde, kam auch aus der See: Die ~~Meteor“ fuhr mit Muschelschalen nach Elmshorn und Otterndorf. Am 12. Oktober 1951 musterte Uwe Mextorf wieder ab. Als 18?jährigen nun zog es ihn in die „Große Weite Welt“. Gesagt?getan; am 12. November 51 bestieg er einen 8000 Tonnen „DAMPFER“, das MS?TAURI, dessen Heimathafen Stockholm war. Die Fahrtroute ging über Südamerika, Mittelamerika?Kanada. Nach anderthalb Jahren wechselte er zur „Sturmmöwe“Lübeck über und durchschipperte damit dann wieder die Nord? und Ostsee. Die „Sturmrnöwe“ hatte eine Traglast von 1800 Tonnen.
Am 8.9.54 trug Uwe Mextorf sich in die Musterrolle der „Antje Adelheit“ ein. Mit diesem Schiff wurden Waren zu den Kaufleuten nach Amrum gebracht.

Trotz der häufigen Abwesenheit von Pellworm fand er Zeit, im Jahre 1955 seine Frau Helma zu heiraten. Seine Frau ist ebenso wie er von Pellworm. Am Ostersiel kauften sie sich später ein Häuschen, das sie abrissen und neu aufbauten, und dort im Haus „Heimkehr“ wohnen sie und ihre drei Kinder. Der älteste Sohn Uwe ist Stabsunteroffizier auf Zeit bei den Sanitätern “ Jan ist Tischlergeselle und 20 Jahre alt, die 14?jährige Tochter geht noch zur Schule.Frisch verheiratet ging der Seemann nochmal wieder auf große Fahrt, auf der IVIS“Brigitta“, einem 890Tonnen Schiff, blieb er dann fast anderthalb Jahre. Im gleichen Jahre erwarb Uwe Mextorf nach der Lehrgangszeit in Hamburg sein A2 Patent. 1962 bekam er dann das Kapitänspatent A 4, das Maschinenpatent Cl, sowie sein Sprechfunkzeugnis ausgehändigt. Die ganzen Schulen finanzierte ersich selbst, denn damals steuerte das Arbeitsamt noch nichts dazu. Mit diesen Patenten fuhr er 44 Monate und 17 Tage als Kapitän, Steuermann ober 1. Offizier bei der Reederei H. von Bargen, bis November 1971. Dann kehrte er nach Pellworm zurück und bekam am 2. Januar 1972 seine feste Anstellung auf der Pel 11, die zu der Zeit noch im Bau war. Als die Werftaufsicht beendet war, „schipperte~ Uwe Mextorf das neue Schiff von Husum nach Pellworm und trat in den Fährdienst ein.

K. M.

Die Pellwormer Wasserversorgung

Die Pellwormer Wasserversorgung

Der Bau der Wasserleitung durch das Wattenmeer

a) Die Leitung Festland ? Pellworm Nach Abschluß aller Planungsarbeiten und nach Sicherstellung der Finanzierung konnte im Sommer 1964 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die Ausbaustrecke vom Sönke?Nissen?Koog bis zum Pellwormer Seedeich teilt sich in zwei Bauabschnitte auf. Auf der 5,1 km langen ersten Teilstrecke vom Sönke?Nissen?Koog bis zum Amaturenschacht auf der Hamburger Hallig besteht die Leitung aus Asbestzementrohren. Im Amaturenschacht befinden sich Absperrvorrichtungen und Entlüfter. Außerdem hat man für jeden Strang der von dort weiterführenden Doppelrohrleitung aus PE?hart?Rohren Wasserzähler und Druckschreiber Z,. u r Betriebskontrolle eingebaut. Der zweite Bauabschnitt liegt zwischen der Hamburger Hallig und dem Pellwormer Seedeich und hat eine Länge von 9,9km. Vom Pellwormer Seedeich führt die Leitung zu den Reinwasserbehältern der Pumpstation. Die Druckverhältnisse im Festlandnetz reichen aus, um den maximalen Tagesbedarf ohne Druckerhöhung in 24?stündigem Betrieb einspeisen zu können. In der Doppelrohrleitung haben wir Fließgeschwindigkeiten, die zwischen 0,5 und 0,7m/sec. liegen. Auf der Strecke durch das Wattenmeer mußten Hoch? und Tiefpunkte vermieden werden, weil hier keine Entlüftungsventile eingebaut werden können. Nur zwischen dem Rummelloch?Ost< und dem ~,Strand“ hat die Leitung einen Hochpunkt, weil beide Wattströme mit einer Oberdeckung von 5?6 m unterfahren werden mußten.
Solche Tiefen waren zur Einschränkung des Freispülrisikos nötig. Diese Tatsache bringt jedoch keine Nachteile, weil die Gefällstrecke beim „Strand“ zum Schacht auf der Hamburger Hallig entlüftet werden kann. Die Gefällstrecke vor dem „Rummelloch?Ost~< hat eine Neigung von 0,2%. Sollten sich hier in der Leitung Luftblasen bilden. so werde diese vom Wasser mittransportiert und können aus dem Entlüftungsventil im Schacht auf Pellworm wieder austreten. Der Bauabschnitt 1 zwischen dem Festland und der Hamburger Hallig wurde zuerst fertiggestellt. Die ‚Verlegearbeiten verzögerten sich einige Male, weil bei anhaltenden Westwinden das Vorland und die Baugruben überfluteten. Sonst gab es beim Bauabschnitt 1 keine besonderen Schwierigkeiten. Größere Probleme brachte die Ausbaustrecke 2 zwischen der Hamburger Hallig und Pellworm.
b) Das Einspülverfahren und die Geräte: Die Leitung durch das Wattenmeer wurde von der Hamburger Firma Harmstorf mit Hilfe des von ihr entwickelten Spezialverfahrens eingespült. Bei diesem Verfahren verwendet man ein Einspülschwert, das aus einem Spülstutzen mit mehren Kanälen besteht, die Druckwasser zu den vorne und unten am Schwert angebrachten Spüldüsen leiten. Hinter dem Spülstutzen befindet sich im Schwert ein Führungskanal, in dem die flexiblen Hart?Polyäthylenrohre aus der senkrechten in die waagerechte Lage umgelenkt werden. Das Einspülschwert wird bei ausreichender Wassertiefe in der Regel von einem quer zur Spülrichtung liegenden Trägerschiff an Stahlseilen gehalten. Auf dem Trägerschiff befinden sich die Pumpen für das notwendige Druckwasser und schwere Winden, mit denen Einspülschwert und Schiff überein voraus verankertes Zugseil vorwärts bewegt werden. Während der Einspülung bringt da aus den Spüldüsen austretende Druckwässer den Untergrund in Bewegung und verflüssigt ihn soweit, daß das Schwert durch einen schmalen Schlitz im Boden gezogen werden kann Die Rohre gleiten durch den Führungskanal und verlassen a seiner Rückseite das Schwert. Unmittelbar hinter diesem verfestigt sich der Boden wieder über den Rohren, so daß sie nicht aufschwimmen können. Die Firma Harmstorf war gezwungen, bei der Verlegung der Leitung nach Pellworm drei verschiedene Gerätegruppen als Träger für das Einspülschwert sowie zur Unterbringung der nötigen Arbeitsmaschinen, Winden und Pumpen einzusetzen. in den tiefen Wattströmen wie z.B. im „Strand“ und im >~Rummelloch?Ost“ mußte wegen des Seegangs und der Tidenströmungen ein großes Verlegeschiff eingesetzt werden. Zur Querung der von kleinen Prielen durchzogenen Wattflächen musste wegen der geringen Wassertiefen ein flachgehendes Ponfongerät das Einspülschwert übernehmen. Die Verlegung auf den hohen Sandplatten war nur möglich mit Hilfe eines von der Firma neu entwickelten Trägergerätes, das auf Rollen vorwärtsbewegt wird und daher unabhängig von der Wassertiefe eingesetzt werden kann. Beim Einsatz dieses Gerätes müssen die Maschinen und Pumpen auf einem besonderen Ponton untergebracht werden. Die Zugwinde befindet sich dabei auf einem zweiten, voraus verankerten Ponton. Trotz des Einsatzes dieser Spezialgeräte bereitet insbesondere die Verlegung auf den hohen Sandplatten Schwierigkeiten, weil auch hier verhältnismäßig große Einspültiefen erforderlich waren.

c) Die Bauarbeiten: Am 13. Mai 1964 begannen die Arbeiten im Wattenmeer. Zunächst führte man umfangreiche Probespülungen durch, um die Bodenverhältnisse für die Verlegung zu erforschen und danach Größe und Anstellwinkel der Druckwasserdüsen am Spülrohr einzurichten. Am 18. Juni 1964 erfolgte die Verlegung der ersten Rohre. Die verwendeten HartPolyäthylenrohre wurden auf Trommel in Längen von 600 m je Stück auf Schuten angeliefert. An den Verlegestellen wurden sie ausgeschwommen und verankert. Bei starkem Wind traten dabei Schwierigkeiten auf. Die Rohre verwickelten sich ineinander und knickten ab. In Solchen Fällen mußte mann die Rohrlängen auf 300 m verkürzen. Die einzelnen Rohrenden verband man durch elektrische Muffenschweißung in seewasserbeständiger Ausführuqg.2Auf der Strecke Hamburger Hallig?Pellworm befinden sich 58 solcher Verbindungen. Im großen und ganzen gesehen ging die Verlegung zügig voran. Die Arbeiten wurden lediglich von einigen Schlechtwettertagen und von einer Ostwindperiode mit außergewöhnlich niedrigen Wasserständen unterbrochen. In der gesamten Bauzeit waren 25 Stilliegetage zu verzeichnen. Die auftretenden Sturmtage wurden, von den seetüchtigen eingesetzten Mannschaften, Schiffen und Geräten der Firma Harmstorf gut überstanden. Nur während der Sturmflut am 17.November 1964 schlug ein Ponton leck und ging unter. Dieser konnte jedoch sofort wieder gehoben und repariert werden.Am 30. November 1964 verlegte man vor dem Pellwormer Seedeich die letzten Meter der Doppelrohrleitung. Anfang Dezember wurden dann die Durchfluß und Druckproben abgenommen, so daß nach dem Spülen und Entkeimen der Leitung die Wasserversorgung der Insel Pellworm aufgenommen werden konnte. Die ca. 10 km lange Doppelrohrleitung zwischen der Hamburger Hallig und Pellworm beanspruchte eine Zeit von 166 Tagen. Die Kosten fürdie Bauabschnitte l+2 befiefen sich auf rund2,185Mill. DM. Davon kostete die 10 km lange Doppelrohrleitung 1,750 Mill. DM. Hiervon entfielen 1,275 Mill. DM auf die Verlegekosten. Die Finanzierung der Maßnahme erfolgte im Rahmen des Programms Nord zu den allgemein gültigen Bedingungen für die Finanzierung von ländlichen Wasserversorgungen.Die Planung und die Bauleitung für die Trinkwasserleitung durch das Wattenmeer führte das Marschenbauamt Husum aus.

d) Das „Richtfest“ Bevor die Mannschaft der Firma Harmstorf ihren Arbeitsplatz im nordfriesischen Wattenmeer verließ, wurde sie noch einmal zu einer Abschiedsfeier nach Pellworm eingeladen. Am 3. Dezember 1964 wurde die kleine, aber gewichtige Flotte der Firma Harmstorf feierlich eingeholt. Nachdem die „MS Langeneß“ alle Offiziellen am Unternehmen Wasserleitung nach Pellworm“ von ?Strucklahnungshörn abgeholt hatte, steuerte das Schiff auf die Flotte Harmstorf zu. Es gab eine Begrüßung mit Heulen und Schiffssirenen. Die ganze Flotte war bis über die Toppen geflaggt. Die Flotte der Firma Harmstorf wurde dann bei der schwierigen Einfahrt in den Pellwormer Hafen von der „Langeneß“ gezogen. In Blohms Gasthof war bereits alles für das „Richtfest“ vorbereitet worden. Es war zugleich die Abschiedsstunde für die Firma Harmstorf. Sie verließ ihren Arbeitsplatz, nachdem sie die Doppelrohrleitung fertiggestellt hatte und das Wasser auf Pellworm aus der Leitung plätscherte. Dem damaligem Vorsitzenden des Wasserbeschaffungsverbandes >Nord“ Ingwersen und dem damaligen Bürgermeister Wulff wurde das erste Wasser in einem Weinkelch serviert. Hierzu freute sich Kulff besonders. Dieser Tag war immerhin die Krönung eines Werkes, das er in jahrelangem Ringen mit den Behörden fast schon zu seiner eigenen Sache gemacht hatte. Auf dieser Abschiedsfeier stattete Wulff namens der Gemeinde PellwormderBesatzungseinen6esonderenDankab.~>Gerade wir auf der lnsel wissen, was es bedeutet, monatelang draußen auf der See und dann auch noch Tag und Nacht und bei Wind und Wetter zu arbeiten“, sagte Wulff. Auch der damalige Regierungsbaudirektor Puls vom Marschenbauamt Husum sprach der bauausführenden Firma eine besonderen Dank aus.

Der Kirchturm von Pellworm

Der Kirchturm von Pellworm

Eine Sage

Heimreich erzählt in seiner nordfriesischen Chronik die Sage von‘ Frau Pelle und ihrer Tochter Worm, die den Kirchturm errichtet haben sollen. Der Turm ist weit ins Meer hinaus /u sehen und hat darum die Phantasie angeregt. Meine Großmutter wußte eine andere Sage: In grauer Vorzeit lebten im Norden zwei Riesen, Pile und Wor)m, die einander liebten. Sie wollten ein Zeichen ihrer Liebe errichten und begannen, den Turm zu bauen. Sie trug die Steine in ihrer Schürze Irerbei, und er setzte sie zum Turm aufeinander. Als der Turm fertig gebaut war, reichten sie sich über ihn hinweg die Hand zum Ehebunde. Lange lebten sie glücklich mineinander. Als Pile gestorben war, wanderte Worm zum Turm und stieß ihn um; ein Stück blieb vorn Zeichen ihrer Liebe stehen. Noch einige Jahre irrte er trostlos in der Welt umher, dann kehrte er zum Denkmal seiner Jugendliebe zurück und stürzte sich im Angesicht des Turmes ins Meer, das davon überlief und die Insel überschwemmt. Nach der Erzählung meiner auf Pellworm geborenen Großmutter Dorothea Jüngst geb. Andresen aufgeschrieben

von Dorothea von Chamisso Köln, im Juni 1977

Zivildienst in der Landwirtschaft Pellworm.

Zivildienst in der Landwirtschaft Pellworm.

Heinrick Kaack, der am 8.12.1956 geboren wurde und in Damsdorf bei Bad Segeberg aufwuchs, leistet seinen Zivildienst in der Landwirtschaft. Er wird bis zum Ende seiner Zivildienstzeit auf Pellworm bleiben. Es ist seit dem 15.April 1977 seine achte Stelle. Heinrich Kaack war davor im Raum Rendsburg, Lübeck und Plön tätig. Kaack erklärte, daß er durch den Landjugendverband Schleswig?Holstein, Rendsburg, eingesetzt wird. Leider, so Heinrich Kaack, stehe dem Landjugendverband nur eine Zivildienstelle zur Verfügung. Voraussetzung für diese Stelle sei eine landwirtschaftliche Lehre. Er werde eingesetzt bei sozialem Notstand, Krankheit oder Tod eines Betriebsleiters. Heinrich Kaack zieht als Resümee seiner Einsätze in der Landwirtschaft: „Ich habe die Erfahrung gemacht, daß der Zivildienst nach meinem Einsatz mit anderen Augen gesehen wird.“ Unser Bild zeigt Heinrich Kaack während seiner Tätigkeit. W.S.

Teilstreckenstraßenbau auf Pellworm

Teilstreckenstraßenbau auf Pellworm

In Zusammenarbeit der Arge Pellworm mit der Straßen Teerbaufirma Matthiesen wird dieses Jahr auf Pellworm ein insgesamt 18km langes Straßennetz mit einer Asphaltdecke bezogen. Der Straßenbau setzt sich aus mehreren Teilstrecken zusammen. Teilstrecke: Schütting?Parlament?Westermühle Teilstrecke: Westermühle?Hooger Fähre Teilstrecke: Nordermühle?Tammensiel Die Länge der Baustrecke beträgt 10.046m, die Breite der Straßen schwankt zwischen 3,80?4,70m. DieGesamtflächeder Fahrbahn ergibt 42,0 00qm. Zuerst werden die alten Pflastersteine durch Betonrinnsteine ersetzt und gleichzeitig werden vorhandene Rinnsteine höher gesetzt. Mit den Rinnsteinen wird erreicht, daß das Wasser nicht zu nah an den Häusern abläuft, sondern von da weg in die Gräben abgeleitet wird. Die Baumaßnahme ist sicherlich von manchen Hausbewohnern als ärgerlich empfunden worden, aber sie dient ja wiederum nützlichen Zwecken. Die höher zu setzenden Rinnsteine sollen sich iader neuen Asphaltdecke anpassen, die um 4cm erhöht wird. An den Straßenkanten entsteht somit Höhenunterschiede zwischen 4?10cm die nachher dann ausgeglichen werden, so daß eine ebene Fläche entsteht. \Wie kommt der Teer nach Pellworm? Es werden insgesamt 5000tfürsStraßenbauamt,5000tfürdenKreisNFund5000tfür den Deichbau geliefert. DerAspahltwirdca160Gradheiß,per LKW?Schüttung ins Schiff auf Nordstrand von 2 Frachtschiffen der Pellwormer Flotte eingeladen. Durch die Menge des Asphaltes, 200?300 Tonnen kühlt die Masse nicht so schnell ab im Schiff, denn die Temperatur muß konstant bleiben. Hier auf Pellworm wird das Schüttgut mit einem Bagger in LKW’s umgeladen und zu den Bestimmungsstrecken gefahren. Dort wird der Asphalt auf die Fahrbahn aufgeschüttet und gewalzt. Durch die schlechten Witterungsverhältnisse der letzten Zeit wurde der Straßenbau natürlich sehr beeinträchtigt, aber nun verspricht das Wetter besser zu werden, und somit werden auch die Arbeiten zügig vorangehen. Eine gesetzliche Garantie auf die neue Asphaltdecke wird gewährleistet für zwei Jahre gemäß Verdingungsordnung für Bauleistung VOB.

K.M.

Schlepper- Nachrüstung mit Überrollschutz

Schlepper- Nachrüstung mit Überrollschutz

Schon seit dem 1. Januar 1977 müssen alle landwirtschaftlichen Zugmaschinen mit einem Überrollschutz (Rahmen oder Bügel) ausgerüstet sein. Schlepper der Bauserien ab 1. Januar 1970 wurden bereits werkseitig ausgerüstet. Für Altschlepper der Serien vor 1970 galt eine 7jährige Übergangsfrist für die Nachrüstung. Die Durchführung der Vorschrift gilt in jedem Falle auch für nicht mehr zugelassene Zugmaschinen, also unabhängig von der Teilnahme am öffentlichen Verkehr. Die Nichtdurchführung der Nachrüstung ist bußgeldbewährt gemäß § 710 RVO. Bußgeldbehörde ist Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft * Von der Durchführung der Vorschrift können befreit werden ?durch Antrag und Ausnahmegenehmigung, die von der Berufsgenossenschaft auszusprechen ist ? 1. Altschlepper, die ständig fest mit einem Heck)ader (AtlasLader oder ähnlich) verbunden sind. 2. Altschlepper als Hofmaschinen, deren Fahrgeschwindigkeit auf 6?8 km/h begrenzt ist, wenn mehrere Schlepper auf dem Betrieb zu Einsatz kommen. 3. Altschlepper als Antriebsmaschinen ohne eigenen oder blockierten Fahrantrieb (z.B. zum Antrieb der Weide?Melkanlage, der Berieselung usw.) In jedem Fall bedarf es aber einer Genehmigung. Bitte eines Pellwormer Landwirts: Die Kurgäste sollten ihre Fahrzeuge so am Fahrbahnrand abstellen, daß die breiten Erntefahrzeuge vorbeifahren können. Bitte eines Kurgastes: Die Landwirte sollten die Erntefahrzeuge mit den vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen versehen, damit eine vorgesehene Fahrtrichtungsänderung auch erkennbar wird.

W.S.

Susanne Jensen „Miss Pellworin“

Susanne Jensen „Miss Pellworin“

Gelungener Ballsaisonauftakt auf Pellworm

Auf Pellworm wurde die Sommerballsaison mit einem Ball in der bis auf den letzten Platz gefüllten Freizeithalle eröffnet. Im Mittelpunkt standen eine große Moden? und Frisurenschau und erstmals die Wahl der „Miß Pellworm“. Für die Modenschau zeichnete Karoline Lützen vom Pellwormer Textilhaus Lützen verantwortlich. Verantwortlich für die Frisuren war Marianne Broders aus dem Salon Broders. Nach ca. 2 Stunden war dieser Programmpunkt abgewickelt, und die 450 Besucher überhäuften die Verantwortlichen der Moden? und Frisurenschau und die vorführenden Damen und Herren mit Applaus. Mit viel Beifall wurden ebenfalls Maria Harrsen, die die Blumendekoration in der Freizeithalle erstellte, und Heidi Lucht, die die Moderation während der Moden? und Frisurenschau übernahm, bedacht. Es folgte eine ausgezeichnete Einlage der Landjugend Hademarschen, die am Abend zuvor in der Freizeithalle einen Theaterabend gegeben hatte. Mit „Uwe und Bernadette“ ernteten auch sie viel Beifall. Anschließend folgte die mit Spannung erwartete Wahl der „Miß Pellworm“. Acht Bewerberinnen stellten sich. Als Jury fungierte das Publikum. Nach dem Auszählen der Stimmen stand fest, erste „Miß Pellworm“ ist die Pellwormerin Susanne Jensen. Ihr wurden von Mitgliedern der Pellwormer Trachtengruppe die Krone und Schärpe sowie ein Warengutschein über 100 DM und ein Gutschein für einen Pellworm Rundflug überreicht. Die glückliche Siegerin wird auch an der Wahl der ,Miß Nordsee“ teilnehmen. Den musikalischen Rahmen des anschließenden Tanzabends bestritt das Trio „Blue White“.

W.S.

Lokales kurz belichtet

Lokales kurz belichtet

Wußten sie schon …

daß Pellwormerinnen schöner sind als Gäste? (Siehe Miss ?Wahl)
daß Roland, der Juni/Juli?Freizeithelfer am liebsten mit Omas tanzte?
daß Herrn Wilsterrnann Pellwormer Färbegeheimnisse schon 1943 in Rußland eingeführt hat. (Pellwormer! Wer kennt noch ein Färberezept für blaue Strümpfe?)
daß man ein guter Bergsteiger sein muß, wenn man die Kurverwaltung erreichen will.
daß das diesjährige Pellwormer Kinderfest wieder ganz toll war?
daß nicht nur langjährige Kurgäste, sondern auch ihre vierbeinigen Begleiter auf Pellworm geehrt werden?
daß die Krabben auf Pellworm wieder billiger sind?
daß wir in Pellworm im Juli Europawetter hatte? (Überall gleich schlecht.)
daß der Minigolf?Rekord auf Pellworrn in diesem Jahr bei 32 steht?
daß der Straßenbau auf Pellworrn nicht nur zum Mißvergrügen der Gäste unternommen wird?
daß auf Pellworm jeder (Gast) jeden (Pellwormer) nachdem Weg fragen kann?
daß Anfang Oktober mit der Reparatur der Tillyrnühle begonnen wird?