Category Archives: Dez. 1977 Nr.6

Pellwormer Kindergarten e.V.

Pellwormer Kindergarten e.V.

Aller Anfang war schwer (Eltern schufen den Kindergarten Pellworm)

Am 5. März 1973 fand im Anton Heimreich Haus eine Versammlung all der Eltern statt, die an der Gründung eines Kindergartens interessiert waren. Eingeladen hatte der damalige Pastor Hambruch. Die anwesenden Eltern standen dem Plan natürlich begeistert gegenüber. Ein Raum war immerhin vorhanden ? doch alles andere fehlte. Und das war nicht wenig. So wurde eine Sammelaktion besprochen, um Fehlendes zu beschaffen. Es fehlten Teppiche, kleine Stühlchen, auch Matratzen, Spielzeug und vieles mehr. So wurde zusammengesucht mit viel Eifer, der durch manche Kritik gedämpft wurde. Einige der Eltern mit größerer Landwirtschaft versprachen, zu den 2 Spielstunden, die zunächst zweimal in der Woche stattfinden sollten, 10 bis 15 Liter Milch zu spenden, damit die Kleinen in einer Zwischenpause ihr kleines Frühstück bereichern konnten. Acht Wochen eifriger Arbeit begannen, und knapp zwei Monate später fanden sich die Kinder zur ersten Spielstunde zusammen. Doch zum Hinbringen und Abholen der Kinder brauchten wir ein Fahrzeug. Nach einigen Verhandlungen mit Herrn Vollquardsen, der den Kindertransport übernahm, spürten wir wieder den Geldmangel. Da kam ein Segen aus heiterem Himmel: Frau Türk spendete, und es konnte manche Anschaffung gemacht werden. Immer mehr wurde es allen klar, nicht die Freude an der Sache allein würde ausreichen den Kindergarten am Leben zu erhalten. Neben allen Schwierigkeiten bedurfte es immer wieder des Geldes. Nur nicht den Mut verlieren! Umso bewundernswerter war es, dass unsere Vorsitzende, Frau Hannelore Friedrichsen, bis zum Oktober dieses Jahres über alle Widrigkeiten hinweg zum Wohl des ganzen wirkte. Unter ihrer Führung trafen sich alle vierzehn Tage die eifrigsten der Eltern, und es gab immer wieder neue Probleme zu lösen. Einmal im Monat kamen alle Eltern zusammen und es gab neben der Kritik auch genug Anregung. Immerhin waren ja auch 30 Kinder zu betreuen. Hierzu fand sich Frau Friedel Eggers bereit, und zu ihrer Unterstützung machten wir laufend Pläne für jene Mütter, die abwechselnd ihr zur Seite stehen sollten. Als im Frühjahr 1974 alles gut im Fluß war, wurde der Garten des Anton Heimreich Hauses hergerichtet, die Väter durften sich, kräftemäßig einmal ordentlich ausarbeiten, denn immerhin ist jahrelang an dem im Grunde sehr schönen Garten nichts mehr getan worden Die Geräte für den nun sauberen Garten konnten wir von der Kurverwaltung ausleihen. Immer wieder wurde von einem Neubau für den Kindergarten gesprochen, denn die Spielsachen, Matratzen und Teppiche mussten nach jeder Spielstunde auf den darüber liegenden Boden über eine Wendeltreppe getragen werden, und dieses war sehr zeitraubend und anstrengend zugleich. Aber es fehlte an Geld; Herr Alfred Dethlefsen unterstützte den Plan eines neuen Kindergartens sehr, aber auch unser Bürgermeister konnte das nötige Geld nicht herbeischaffen. Trotzdem ließen wir den Plan nicht ganz fallen, und im Dezember 1975 fanden die Verhandlungen für den Umbau der anderen Seite des Anton Heimreich Hauses (bis dahin wohnten die Freizeithelfer für den Sommer dort), ihren Abschluss. Endlich war es soweit; die Pellwormer Eltern hatten einen Kindergarten e.V. Mühevoll, aber lohnend für die Pionierarbeit der vergangenen drei Jahre, konnten sie als ordentlich betriebener Kindergarten am 15.5.76 in der neuer) Spielstube einziehen. Die Finanzierung war gesichert durch die Gemeinde, die Kirche und den Kreis Nordfriesland. Heute bekommt der Kindergarten einen Zuschuss von 12.000,?? DM vorn Kreis im Jahr, als wir anfingen, hatte uns die Gemeinde eine Unterstützung von 150,?? DM im Monat und die Kirche 2.000,? DM im Jahr bewilligt, die Eltern zahlten 10,? DM für jedes Kind im Kindergarten, denn Herr Vollquardsen und Frau Eggers mussten auch ihren Lohn für ihre Arbeit haben. Es war manchesmal sehr schwer allen gerecht zu werden. Wie froh waren wir, dass wir keine weiteren Unkosten zu tragen hatten! Daran hat sich bis heute nichts geändert. Es brauchten weder Miete, Strom noch Heizungskosten gezahlt werden. Heute können die Kleinen fünfmal in der Woche in ihre Spielstube, denn inzwischen spielt und lehrt eine Kindergärtnerin mit Unterstützung von Frau Eggers zum Wohle der Kinder. Frau Friedrichsen hat ihren Posten niedergelegt und an Frau Ilse Meyer abgegeben. Frau Friedrichsen hat sich sehr verdient gemacht um den Aufbau und die Weiterführung der Spielstube. Ich glaube, in aller Namen der Eltern zu sprechen, die ihre Kinder in der Spielstube hatten und haben: ein „Dankeschön“ für fast 5 Jahre harte Arbeit!

H. L.

Wildwachsende Heilkräuter auf Pellworm

Wildwachsende Heilkräuter auf Pellworm

Die Brennnessel
Urtica Doica

Ein verbreitetes „Unkraut“, auch auf Pellworm, ist die Brennnessel, der die meisten Menschen wegen ihrer „nesselnden“ Eigenschaft feindlich gegenüberstehen. Dennoch ist die Brennnessel ein wertvolles Heilkraut. Sie hat einen vierkantigen Stängel mit länglichen, zugespitzten, am Rand grobgesägten, am Grunde herzförmigen, gegenständigen Blättern und kleinen, grünlichen, in hängenden Ähren stehenden Blüten. „Nessel“ ist ein altes Wort, das sich vielleicht von dem Wort „Netz“ herleitet: die Nessel ist ja eine der ältesten Gespinstpflanzen.
Die alte Gepflogenheit, junge Brennnessel als Wildgemüse und als Geflügelfutter zu gebrauchen, hat ihre wissenschaftliche Begründung gefunden. So wurde als ein wichtiger Inhaltsstoff ein dem Spinatsekretin ebenbürtiges Sekretin gefunden, das die Magen? und Bauchspeicheldrüsen anregt. Eine früher verbreitete Anwendung, das Peitschen der Haut mit frisch. gepflückten Brenneseln, bei Gicht, Rheumatismus, Lähmungen und Rippenfellentzündungen Sollte noch einmal überdacht werden, zumal moderne Neutraltherapeuten, wenn auch bei anderen Indikationen Quaddeln setzen, die denen durch Brenneseln erzeugten, ähnlich sind. Diese „Nesselwirkung“ wird hervorgerufen durch eine gesättigte, stickstofffreie Verbindung von sauerer Natur, die der Ameisensaure nicht ähnlich ist, die früher kir diese Wirkung verantwortlich gemacht wurde.
Die Brennnessel enthält ein Enzym, Karotin, Wachs, Schleim, ein Sekretin, Vitamin A und C, reichlich Kalium? und Calciumnitrat, Kieselsäure und Eisen. Die Brennnesseldroge vermag die Ausscheidung fester Harnbestandteile zu fördern, weshalb die seit langem volkstümliche Verwendung der Brennnessel als Blutreinigungsmittel begründet erscheint. Von ihren Bestandteilen Vitamin A und C her gesehen, dürfte ihr eine besondere Rolle zukommen zur Beseitigung des im Laufe des Winters entstandenen Vitaminmangels in unserem Körper. Brennnesselgemüse dürfte darüber hinaus aber auch eine Umstimmung des gesamten Stoffwechsels, wobei auch das Sekretin beteiligt scheint, herbeiführen.
Frisches Brennnesselkraut sollte als Beigabe zu Salaten nur in geringen Mengen genommen werden. Niemals sollte man reines Brennnesselgemüse essen oder? bei der Herstellung von Mischgemüsen und Mischsalaten die Brennnessel in größeren Mengen verwenden.
Zur Herstellung von Brennnesselgemüse pflückt man von zarten Brennnesselpflanzen (Gummihandschuhe anziehen) nur die oberen Blätter ab und. mischt davon etwa den zehnten Teil Spinatblättern bei und verarbeitet das ganze, wie man Spinatgemüse zubereitet.
Zur Herstellung der Droge verwendet man das Kraut ohne Wurzeln. Nach dem Waschen lässt man einen halben Tag welken, schneidet das Gut auf einem Brett möglichst fein und lässt an luftigem Orte unter ständigem Wenden trocknen. Zur Herstellung des Blutreinigungstees nimmt man die Menge, die man mit drei Fingern greifen kann und übergießt sie mit einer Tasse siedenden Wassers. Drei Tassen am Tag vor den Mahlzeiten ist eine angemessene Dosis. Man kann die Droge auch mit der Droge von Löwenzahn mischen, wodurch sich die Wirkung erweitert. Brennnesselhaarwasser stellt man her, indem man in eine Flasche Korn ? nachdem man zuvor einen kräftigen Schluck daraus genommen hat ?? zwei oder drei von den Wurzeln befreite Brennnesseln steckt und drei Wochen ziehen lässt. Anschließend seitit man durch und gewinnt so ein Haarwasser, das die Kopfhaut von Talgresten befreit und für eine bessere Durchblutung sorgt, wodurch Haarbaustoffe besser an die Haarwurzeln herangebracht werden.

R. L.

Hier haben Sie das Wort

Hier haben Sie das Wort

Leserbrief von Frau Hannelore Kiausch, Berlin (Auszug) ..

Ich glaube, Ihnen mit den Ausgaben des „Spandauer Volksblatts“ ein Stückchen Stadtzeitung zu vermitteln und hoffe, dass Sie die eine oder andere Anregung für sich daraus entnehmen können. Wenn die Zeitung Ihren Vorstellungen entspricht, bin ich gerne bereit, Ihnen noch etliche Sonntagsausgaben der kommenden Wochen zu übersenden. Ich möchte meine Zeilen nicht schließen, ohne Ihnen unsere Freude mitzuteilen, dass die PIZ mit ihrer 4. Ausgabe schon wesentliche Fortschritte im Aufbau und Stil gemacht hat. Für uns, die wir Pellworm nur in der Urlaubszeit erleben, ist es schön, durch die PIZ mehr über die Leute zu erfahren, denen man bei der einen oder anderen Veranstaltung begegnet. Aber auch die Mitteilung über die kulturellen Ereignisse wie die Goldene Konfirmation oder Bericht vom Jagdverein Pellworm ist für unsere Familie interessant. Wir wünschen Ihner viel Frfolg und erwarten mit Sehnsucht Nr. 5 der Pellwormer Inselzeitung!

Danke, Frau Kiausch für die Spandauer?Zeitungen! Wir haben sie mit Interesse gelesen und haben, was LokaInachrichten betrifft, durchaus einige Anregungen gewonnen. Insgesamt entspricht diese Art von Zeitung mit ihrem geographisch recht weit gefächerten Nachrichten nicht ganz unseren Vorstellungen von der Inselzeitung. So weiträumig und „groß“ können wir nicht werden. Aber ganz herzlichen Dank und viele Grüße von der Redaktion!


Leserbrief von Karl Goldbeck, Hamburg

Liebe Pellwormer, Neupellwormer und Gastpellwormer! Das ist eine nette menschliche Anregung von Gerhard Brandes, Mildstedt?Rosendahl in der Oktober?Ausgabe der PIZ. Alles in einem Boot, so lebt es sich gut für jeden auf der Insel Pellworm. Es verbindet auch zu gegenseitigen Gesprächen in Schule, Kirche, der Gemeinde, Kurverwaltung und Bevölkerung. Mich hat es besonders gefreut: Bericht von der goldenen Konfirmation, Bekanntgabe des Bürgermeisters, der Kirchengemeinde und der Kurverwaltung. Das interessiert alle, die irgendwie mit Pellworm zu tun haben. Ich glaube, es verbindet alle von nah und fern und ich schlage vor, die Kirchengemeinde, Kurverwaltung und Gemeindeverwaltung zu bitten, in einer Rubrik RUCKBL ICK UND MITTEILUNGEN Taufen, Geburten, besondere Anliegen usw. zur Kenntnis zu bringen. Unsere Inselzeitung könnte im Winter und Frühjahr 2x erscheinen, ab Juli bis Dezember monatlich. Im Januar des Jahres verschickt die Kurverwaltung ihr Magazin an die Gäste in aller Welt. Hierbei könnte der Arbeitskreis Inselzeitung für die Verbindung nach draußen ein Blatt beifügen mit dem Kopf „Pellwormer Inselzeitung“ mit kurzen Angaben der Werbung, im unteren Teil einen Bestellschein für die PIZ. Manche, die bisher noch nicht Bezieher sind, freuen sich sicherlich sehr, wenn sie nicht nur am Anfang des Jahres etwas hören über die liebgewonnene Insel Pellworm. Man kann dann das ganze Jahr laufend in Verbindung bleiben und erfahren, was sich zwischendurch ereignet. Meine Enkelkinder waren schon oft auf Pellworm. Sie sagen zu uns: „ihr braucht in jedem Jahre nicht nach irgendwo fahren. Fahrt mit uns wieder nach Pelle (das ist ihr liebes Pellworm). Da können wir uns in Ruhe so richtig austoben und erholen!“ So müssen die Gastpellwormer von der grünen Hamburger Elbinsel Finkenwerder immer wieder mit. Bleibt alle beieinander und sammelt Berichte für unsere PIZ, damit alle das ganze Jahr über gut und aktuell im Bilde sind. Helft Euch gegenseitig von Herz zu Herz, von Mensch zu Mensch. Dann kommen wir uns immer wieder näher!

Lieber Herr Goldback, wir werden nochmals Kirchengemeinde, Kurverwaltung und Gemeinde bitten, uns doch mit von Ihnen vorgeschlagenen Mitteilungen zu versorgen. Wir fänden das auch sehr wichtig und hoffen wirklich, dass es endlich irgendwann mal möglich wird.


Leserbrief von Ursula und Michael Wolf, Solingen

Nachdem der Schnaps Vater in Versen aufgefordert worden ist, vor allem in der sehr netten Form, können wir wohl nicht widerstehen, Euch einige Beiträge zu senden. Da Rainfarn und Schafgarbe jetzt verblüht sind, schlagen wir Kümmel?Likör und Wacholder vor. Außerdem fiel Ursula ein Pellwormwitz und ein Rezeptvorschlag ein. Im übrigen haben uns die letzten Nummern gut gefallen. Wir haben den Eindruck, dass jetzt die

Nordfriesische Krabbensuppe Als ich vor elf Jahren das erstemal Pellworm besuchte, konnte ich noch in einigen Lokalen eine schmackhafte Krabbensuppe genießen. Doch mit den Jahren wurden z.T. die Krabben in der Krabbensuppe weniger oder sie wurde, wie es mir in diesem Sommer widerfuhr, einfach aus einer Brühwürfelsuppe mit Krabben hergestellt. Ich haben den Eindruck, dass die guten alten Rezepte in Vergessenheit geraten sind. Eine Variante, .die ich dieses Jahr ausprobierte, könnte vielleicht von einen oder anderen Koch übernommen werden:
Zutaten für vier Personen:
500 g Krabben in der Schale
30 g Fett
40 g Mehl
1 1 Brühe von Krabbenschalen
1 Eßl. Tomatenmark oder -Ketchup
1 Teel. Fondor von Maggi
1 -2 Eßl. Rum oder Cognac
5 Tropfen Angostura etwas flüssige oder geschlagene Sahne
etwas Petersilie

Zubereitung: Das Krabbenfleisch aus der Schale nehmen und die Schale mit einem Liter Wasser bis zum Kochen bringen. Sofort absieben. ? Fett und Mehl im Topf schwitzen (nicht bräunen) und unter Rühren und Aufkochen nach und nach die Krabbenbrühe hinzufügen. Mit Fondor oder Salz unter Auf kochen abschmecken. Danach Tomatenmark, Cognac und Angostura hinzufügen. Diese Zutaten nicht mehr aufkochen (Verlust des Eigengeschmacks). Das Krabbenfleisch in die fertige Suppe gehen und mit Sahne und gehackter Petersilie zum Essen anrichten.

Kümmellikör
80 g Kümmel, 1/4 Pfund weißer Kandiszucker und 1 l Doppelkorn werden gut umgerührt und drei Wochen an einen warmen Ort gestellt. Bis dahin sollte sich der Zucker aufgelöst haben. Nach dem Filtrieren mit einem Kaffeefilter, oder falls das zu langsam geht, mit einem Sieb, ist der KÖM?Likör zu trinken. Er gewinnt nach einer gewissen, Ruhezeit an Aroma!

Wacholder
Ca. l00 getrocknete Wacholderbeeren aus der Tüte, ich nehme nicht an, dass sie jemand auf dem Pellwormer Friedhof sucht! werden zerstampft und in einem Gefäß, das luftdicht zu verschließen ist, mit Doppelkorn überdeckt. Nach zwei Wochen wird filtert und das Filtrat so lange stehen gelassen, ggf. einige Monate, bis es klar geworden ist. Danach ist der Schnaps fertig. Falls (las Aroma zu stark ist, kann je nach Wunsch mit einfachem Korn verdünnt werden.

Na denn man Prost! Michael Wolf Na, denn: Guten Appetit und Prost! Das muss Silvester unbedingt probiert werden. Dank unserm „Schnapsvater“ und seiner besseren Hälfte!


Leserbrief von Hans-Heinrich Bruhn, Pellworrn

Die F.D.P. auf Pellworm, vertreten durch den Stützpunktleiter Hans-Heinrich Bruhn, erklärt: „Wir stellen, entgegen anderslautender Meldung, Bewerber für die Gemeinde- und Kreistagswahl am 5.3.1978 auf. Ein telefonischer Anruf hätte genügt, um dies zu wissen! Des weiteren verweisen wir auf die Anmerkungen der Redaktion der Pellwormer Insel-Zeitung, Ausgabe Nov.77

Rückschau WEGEN STURM AUSGEFALLEN

Rückschau

WEGEN STURM AUSGEFALLEN

12. November – ein Samstag. Der NDR sendete eine Sturmflutwarnung: Für die gesamte Westküste besteht die Gefahr einer schweren Sturmflut!“ 2,53 m über NN wurden gemeldet. Die Fähren konnten nicht fahren, und das hatte zur Folge, dass der Schützenball nicht stattfinden konnte. Wie sollten die Musiker auch übers Wasser kommen? Ebenso fiel die Diskothek bei Uwe Both aus, weil der Diskjockey die Insel nicht erreichen konnte. Auch der Ortskulturring konnte seine lang geplante Theaterfahrt nach Hamburg nicht antreten. Bei Wind und Wellen, Donner und Blitz suchte die „Lith“ im Pellwormer Hafen Schutz. Auf dem Weg hierher war eine Scheibe des Schiffes vom Sturm zerstört worden die „Lith“ (Ausflüg!erschiff von Nordstrand) war voller Wasser. Die Pellwormer Feuerwehr musste anrücken, um sich wieder leer zu pumpen. Und noch mehr geschah: Heinz Clausen, unser Filialleiter der Sparkasse Nordfriesland brach sich bei einem Sprung vom Boot den Knöchel und konnte natürlich auch nicht gleich ins Krankenhaus transportiert werden. Am Sonntag ließ der Sturm dann ein wenig nach, die Fähren fuhren wieder. In der Nacht zum Dienstag, dem 15. 11., kam eine erneute Sturmwarnung mit Meldungen von 2 m ? 2,50 m über NN, Nachts um 3.00 Uhr mussten die Stöpen am Hafen dicht. gemacht werden (2,60 m über NN). Blohms Gasthof hatte natürlich schon die ganze Zeit mit Sandsäcken vorgesorgt. Doch Schlimmeres passierte Gott sei Dank diesmal nicht. Tagsüber beruhigte sich das Wetter wieder. Hoffen wir, dass es so bleibt.

B.-U.T.

Der Arbeitskreis Wirtschaftslehre lud zur Diskussion ein

Der Arbeitskreis Wirtschaftslehre lud zur Diskussion ein

Seit Herbstbeginn treffen sich ca. 15 Schüler und Jugendliche jeden Samstag zu einem Arbeitskreis „Wirtschaftslehre“ im Studio Pellworm. Es handelt sich um eine Veranstaltung des Ortskulturrings unter der Leitung von Henry Smorra, der unter anderem Lehrer für Arbeits? und Wirtschaftslehre ist. Da den Jugendlichen jegliche Grundkenntnisse auf diesem Gebiet fehlen, ist das Ziel des Arbeitskreises, Informationen über die wesentlichen Elemente der freien sozialen Marktwirtschaft im Unterschied zum Kapitalismus und zum Sozialismus zu vermitteln. Themenbereiche sind: Wirtschaftskreislauf, Wirtschaftsordnungen, Mitbestimmung, Berufsausbildung, Vermögensbildung. Um die reine Theorievermittlung aktuell zu untermauern, wird jeweils gleichzeitig mit Fernsehsendungen und Zeitungsartikeln gearbeitet. Weiterhin sollen, in unregelmäßigen Abständen Vertreter der verschiedenen Parteien, der Gewerkschaft (DGB) und des Arbeitgeberverbandes (BDI) eingeladen werden. Die erste Veranstaltung dieser Art fand nun am Samstag dem 19.Nov. statt. Eingeladen waren Vertreter der drei Jugendorganisationen (Junge Union, Jungdemokraten, Jungsozialisten) und des Arbeitsamtes zum Thema „Jugendarbeitslosigkeit“. Unsere Insellage erschwerte leider das vollständige Erscheinen der Eingeladenen. Da überdies die Jusos nicht einmal absagten, sondern einfach nicht erschienen, konnte die Veranstaltung nicht mehr verschoben werden, sondern musste nur mit einem Vertreter der Jungen Union und des Arbeitsamtes stattfinden. Natürlich gerieten die Stellungnahmen dadurch etwas einseitig. Nichtsdestotrotz kann dieser erste Versuch einer Nachmittagsdiskussion als durchaus gelungen angesehen worden. Da mehr Teilnehmer (Jugendliche und Erwachsene) erschienen waren als erwartet, wurde die Diskussion recht rege. Gerade für die Jugendlichen war es wichtig, allmählich ihre Scheu zu überwinden und sich am Gespräch zu beteiligen. Man war allgemein der Meinung, dass solche Nachmittage unbe? dingt weitergeführt werden sollten.

G.S.

Jetzt wieder Diskothek im Anton-Heimreich-Haus

Jetzt wieder Diskothek im Anton-Heimreich-Haus

Wir, Gerd Nommsen, Sönke Schulze, Momme Koch und Hauke Martensen, hatten uns schon seit einiger Zeit vorgenommen, Diskotheken im Anton?Heimreich?Haus durchzuführen. Ein erster Diskothekabend startet Anfang Dezember. Karten zum Preis von ?,50 DM werden wahrscheinlich in der Schule verkauft, und von dem Geld werden Schallplatten finanziert. Bis jetzt ist der Kreis der Teilnehmer noch beschränkt auf das 8 bis 10. Schuljahr der Schule Pellworm. Da auch der Kirchenvorstand diese Angelegenheit genehmigt hat, werden wir versuchen, jeden Freitag vor dem freien. Samstag in der Zeit von 19.00 bis 22.00Uhr eine Diskothek zu machen. Es besteht Rauch? und Alkoholverbot, da auf diesem Gebiet schon negative Erfahrungen gemacht wurden.

H. M.

Kurzentrum – Treffpunkt für junge Leute?

Kurzentrum – Treffpunkt für junge Leute?

Kurzentrum ?Treffpunkt für junge Leute? Weißt Du, wo heute abend was los ist?“ Diese Frage wird oft von Jugendlichen gestellt. Dass wir uns auch mal selber aufraffen sollten, etwas „in Gang“ zu setzen, auf diese Idee kommt selten jemand. Ich habe mir darüber Gedanken gemacht und zu einem Jugendtreff mit vielen anderer Schülern und Jugendlichen ;ns Studio eingeladen.. Ergebnis unseres langen Nachmittages war folgendes: Die teilweise recht „stumpfsinnigen“ Diskothekabende könnten aufgelockert werden, beispielsweise durch Filme, Spiele, Gespräche usw. Langsam könnte man dahinkommen, solche Abende unter bestimmte Themen zu stellen, denen dann geeignete Aktivitäten zugeordnet werden. So könnte z.B. ein Chaplin?Film Anlass sein zu Gesprächen über zeitgeschichtliche Hintergründe, zu pantomimischen Eigenproduktionen (auch mit Musik), zu Rollenspiel usw. Wo aber sind ‚Räumlichkeiten, um so etwas durchzuführen? Wir meinen: das Haus mit den meisten Räumlichkeiten auf der Insel steht im Moment ungenutzt: Das Kurzentrum. Wie auch immer der weitere Betrieb des Hauses aussehen mag ? im Winter steht es sowieso meistens leer. Wir sollten darum an die Gemeinde den Antrag stellen, einige dieser Räumlichkeiten für jung und alt zur Verfügung zu stellen. Denn das, was in Zukunft im Heimreich?Haus als Diskothek, Film usw. abläuft, soll nur für die Schüler der Pellwormer Schule sein. Und wo bleiben die anderen? Wieder nur in der üblichen Diskothek? Und wäre es nicht schön, auch das „Mittelalter“ und die „Älteren“ in gemeinsame Aktionen mit den Jugendlichen einzubeziehen?

H.D.W.

Lokales kurz Belichtet

Lokales kurz Belichtet

Wußten Sie schon, …… …

daß 17 000 dänische Speckseiten in der Nordsee herum schwammen bei der Sturmflut Mitte November?
daß der Weihnachtsmann auf Pellworm „Kinken“ heißt? …
daß unser Bademeister Hausmeister der Katholischen Kirche wird? …
daß es auf Peilworm schon mal einen „Frohsinnsverein“ gab? …
was am 6. Dezember 1860 war? …
daß im Ernstfall ca. 25 Notstromaggregate auf Pellworm arbeiten? …
daß die Liebesallee eine Sackgasse ist?
daß, Anton Schmied (Jensen) die erste elektrische Leitung auf Pellworm legte? …
daß beim Richtfest eines Schweinestalies auf Pellworm natürlich auch ein Schwein besoffen war? …
daß das Schwimmbad schon wieder (auf wielange?) geschlossen ist? …
daß 1894 das erste Fahrrad, ein Hochrad, nach Pellworm kam? (Die Kinder der Sielschule hatten damals frei, um Nikolaus Kölln mit seinem Hochrad mit Hallo zu begrüßen.)

Anfertigung von Rurnmelpötten auf Pellworm

Anfertigung von Rurnmelpötten auf Pellworm

Anfertigung von Rurnmelpötten auf Pellworm Beim Schweineschlachten wird schon die Blase aufgepustet und zum Trocknen hingehängt. Nach Weihnachten wird die Blase eingeweicht in Wasser, zuvor wird ein brauner Topf oder eine entsprechend große Blechdose von etwa 15 cm Durchmesser bereitgestellt. In der Mitte der Blase wird ein gutes Stück Reth mit einem Knoten in der Mitte des Fells von unten eingeknotet, alles noch in nassem Zustand. Dann bindet man das Fell über den Topf (Dose) ähnlich einer Trommel mit Bindfaden rings um den Topf. Fell antrocknen lassen und nun mit nassen Fingern rauf und runter an dem Reth. Wumba, Wumba, Wumba geht’s los. Das erste Lied wird den Eltern vorgesungen, ob alles klappt.

P.S. Wer’s nicht weiß: Rumme!pott wird bei uns Silvesterabend gelaufen. Man singt obiges Lied, geht von Haus zu Haus, verkleidet natürlich, und sammelt leckere Sachen in den Beutel.

I.M.W.

Friesische Backrezepte

Friesische Backrezepte

Förtchen (Fotje)

Zutaten:
1 Pfd Mehl
1/2 l Milch
5 Eier
25 Gramm Hefe
1/4 Pfd. Rosinen
Salz geriebene
Zitronenschale

Zubereitung Die Rosinen werden sauber gewaschen und zum Trocknen hingestellt. Milch und Mehl werden auf 39 Grad erwärmt, dann wird das Mehl mit dem Salz und den Rosinen untermischt. Darauf wird in dem Mehl eine Höhlung gemacht und die mit dem Zucker aufgerührte Hefe und die Milch hinzugegeben, und der Teig so lange geschlagen, bis er Blasen wirft. Darauf wird der Teig zum Aufgehen hingestellt. Ist der Teig gut aufgegangen, was nach 1 ? 2 Stunden der Fall ist, beginnt man mit dem Backen. In jede Vertiefung der Förichenpfanrie wird ein Eßl. Fett gegeben, ist dieses dampfend heiß, wird etwas Teig hineingetan und die Fürtchen werden von allen Seiten schön gebräunt und gar gebacken. Die Förtchen sind gar, wenn man mit einem Hölzchen hineinsticht und dieses wieder herauszieht und dabei kein Teig an demselben haften bleibt.
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Förtchen mit Backpulver

1 l Milch
1 Pfd. Mehl
8 Eier
1 Backpulver
1 Prise Salz
etwas Zucker
abgeriebene Zitronenschale

1 l Milch mit 1/2 Pfd. Mehl abbacken, ein ganzes Ei dazu, dann erkalten lassen. Nachher Eigelb und den Eischnee, Backpulver und den Rest Mehl hinzugeben. In heißem Biskin oder frischem Rindertalg ausbacken. Der Teig wird mit einem Löffel abgestochen. Die Förtchen werden heiß mit Zucker gegessen.
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Altes Rezept von Bäckermeister Paul Winter

2 Pfd. Mehl
1 Pfd. Zucker
2 Backpulver
2 Vanillezucker

trocken vermischen, dann mit Wasser zum festen Teig anmischen und ca, 6 mm dick ausrollen, mit weihnachtlichen Formen ausstechen und im Backofen bei 180 C backen, bis das Kinkentüch eine leicht weißgelbliche Färbung bekommt. Nach dem Backen mit Säften bemalen.