Category Archives: Feb. 1978 Nr.8

Pellwormer Yachtclub

PYC

Pellwormer Yachtclub

Am 15.9.1972 versammelten sich in Blohms Gasthof 16 Pellwormer Bootseigner bzw. Freunde des Wassersportes. Zu der Zeit wollte Lüder Bauring KG einen Yachthafen herstellen. Um die ersten Liegeplätze zu erringen, wurde ein Yachtclub gegründet. Er sollte den Namen Pellwormer Yachtclub“ tragen.

Der erste Vorstand wurde gewählt. Er bestand aus folgenden Mitgliedern.
1.Vorsitzender:Gustav Jüngling
2. Vorsitzender: Heinz Clausen
Schriftführer und Kassenwart: Hans Bahnsen

Der damalige 1. Vorsitzende legte im Februar aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Er wurde zum Ehrenmitglied ernannt ‚ Der PYC wurde von Gustav Jüngling auf die Beine gestellt. Ihm ist es zu verdanken, dass es den Club gibt. Er war auf der Gemeinde beschäftigt. Seine ganze Liebe galt aber der See. Er führte die ersten Sportbootführerscheinkurse durch, sie wurden sehr gut besucht.

Leiderverstarb Gustav Jüngling im März 1976. Sein Nachfolger ist Erich Beese.

Am 1.2.1974 wurde das Vereinslokal zum Friesenhaus verlegt. Dort beschloß man 1975, die Scheune von Martin E. Lorenzen anzupachten. Sie wurde im Sommer 1975 als Bootsschuppen hergerichtet. Auf der Jahreshauptversammlung am 6.2.1976 wurde dann die Jugendabteilung des PYC gegründet. Als Jugendvertreter wählte man Kurt Kossatz. Die Jugendgruppe zählt 7 Mitglieder. Am 4.2.1977 wurde beschlossen, das Vereinslokal wegen der guten Hafenlage zu Blohm’s Gasthof zurückzuverlegen. Der PYC zählt jetzt 81 Mitglieder. Die ca. 40 Boote liegen rund um Pellworm. Diese Misere ist darauf zurückzuführen, daß der Pellwormer Hafen zu klein ist.

Am 3.2.78 wurde ein neuer Vorstand gewählt:
1. Vorsitzender: Heinz Clausen
2. Vorsitzender: Heinz Lützen

M.A.

Der Waldhusenhof

Alte Gebäude auf Pellworm

Der Waldhusenhof

Der Waldhusenhof mit der „Blauen Stube“ wurde in den Jahren 17501755 nahe der Nordermühle erbaut. Die ursprüngliche Form des Gebäudes ist noch erhalten geblieben: ein Vierkanthof mit Lichthof. Alle Außenwände sind etwa 30 Meter lang. Im 14 Meter langen und 5 Meter breiten Lichthof befindet sich der Brunnen (Zisterne), in der das Regenwasser von den Innenflächen des Daches aufgefangen wurde. Dieser qrößte Hof unserer Insel ist im Erdbuch von Pellworm im Jahre 1825 mit 216 Demat Hochland und 4 Demat Leegland (etwa 110 Hektar) verzeichnet. Hofbesitzer war damals der Ratmann und Deichgraf Friedrich Knud Tedsen. 1825 war das Jahr der letzten Überschwemmung Pellworms durch eine sehr schwere Sturmflut. Die Schäden an den Deichen waren außergewöhnlich groß. Sie mußten durch Handund Spanndienste der Bauern beseitigt und ausgebessert werden. Dafür schickte der Waldhusenhof zum Beispiel täglich 4 Gespanne und 4 Arbeiter an den Deich. Das in die Insel eingedrungene Salzwasser vernichtete die Saaten und beeinträchtigte die Acker und Weiden derart, daß 3 Ernten vollständig ausfielen. Diese hohen Verluste führten zu zahlreichen Konkursen, und die Bevölkerung verarmte. ? Im Februar 1831, also 6 Jahre nach der Flut, wurde im Kieler Correspondenzblatt berichtet, daß der König von Dänemark für Brotkorn sorgte und die Verteilung durch die zwei Prediger auf Pellworm vorgenommen wurde. Es fehlte aber im Frühjahr wieder allenthalben an Saatkorn, weil eben kein Geld zur Verfügung stand. Es gelang dem Ratmann F.K.Tedsen, den Hof über die schwere Zeit hinüberzubringen und Nieder zu einem leistungsfähigen Betrieb zu machen. Aus einem Bericht von 1847 geht hervor, daß man auf Pellworm vorwiegend Korn anbauen mußte, allein um das für die Bestickung des Deiches benötigte Stroh zu gewinnen. Den Waldhusenhof hatte F.K.Tedsen 1842 an seinen Neffen Anton Tedsen übergeben. Dieser besaß zeitweilig 10 Pferde, 6 Kühe, 12 Ochsen, 12 Starken oder Stiere, 12 Stück jähriges Jungvieh, 12 Zuchtkälber, 20 Schafe und drei Schweine, 1889 übernahm Peter Jensen den Hof. Er hatte eine der 8 Töchter von Anton Tedsen und seiner Frau Maria geheiratet ? Tiede Tedsen. Damals war es Sitte, die anderen Kinder „angemessen“ auszusteuern. Zum Hof gehörten im Jahre 1905 nur noch 81 Demat oder 40,5 Ha., als Amts? und Gemeindevorsteher Bernhard Jacob Harrsen ihn kaufte. ? Er ließ umfangreiche Reparaturen am Gebäude ausführen, bevor er 1908 auf den Waldhusenhof umzog. Die sogenannte Pollenscheune an der westlichen Warftböschung wurde 1908 abgebrochen und durch eine Scheune mit Hühnerstall und Wagen?“Remise“ an der Auffahrt im Osten der Warf ersetzt. Das Bild zeigt auch deutlich, wie gering der Baumbestand vor etwa 100 Jahren gewesen ist. Die Süderwand war weiß gekalkt. Ein Schmuckstück auf Pellworm ist die?,Blaue Stube“ im Waldhusenhof. Das Zimmer links neben dem Flur ist in der ursprünglichen Form mit Einrichtungsgegenständen erhalten geblieben. Die Wände sind mit blauen Kacheln „tapeziert“; sie zeigen biblische Landschafts? und Tiermotive. Bernhard Harrsens Adoptivtochter Margarethe Herrmann heiratet 1920 Julius Schulze. B.J. Harrsen selbst zog nach Husum, und sein Schwiegersohn pachtete den Hof, der 1932 mit 30 Hektar an die Familie Schulze übergeben wurde. ? Bemerkenswert ist der Umbau des Stalles und die Anlage einer elektrischen Beleuchtung im Jahre 1923. Der Strom wurde von der Norder?Mühle bezogen. ? Der Orkan, der am 9./10. Februar 1949 über die Insel hinwegzog, verursachte schwere Schäden an vielen mit Reeth gedeckten Häusern. Auf Waldhusenhof wurden zwei Fach des Dachstuhles von der Innenseite des Westflügels herausgerissen‘ und in den Lichthof geschleudert. ?Abgesehen von Umbauten innerhalb des Gebäudes ist die äußere Form des Hauses unverändert geblieben. Nur der Friesengiebel mit den Säulen, ? Ausdruck eines herrschaftlichen Sitzes, ? wurde in den Der Jahren durch einen kleinen schlichten Giebel ersetzt. Alles in allem hat der Waldhusenhof die große Not und Armut des Landes erfahren müssen. Wir hoffen und wünschen, daß dieser schöne Hof im alten Stile, dem jetztigen Besitzer Anton Schulze und seiner Familie zur Freude erhalten bleibt.

HSch-Jw-M.P.

Hier haben Sie das Wort

Hier haben Sie das Wort

Leserbrief von W.?D. Loetzke, Berlin

Zu Pellwormer Themen Stellung zu nehmen ist für jemanden, der Pellworm bisher nicht kannte und im November für 10 Tage besuchte recht gewagt, da er für und wider zu wenig erforschen konnte. Trotzdem will ich hier einige Dinge ansprechen, von denen ich glaube, daß sie diskussionswert sind.

In Ihrer Zeitung vermisse ich das Veranstaltungsprogramm aller Pellwormer Veranstaltungen des betreffenden Monats z.B. Gottesdienste in allen Kirchen, sonstige laufende Kurse, Treffen, Übungsabende usw. Sie werden mir entgegenhalten, „das weiß man doch;“ Sie nennen Ihr Blatt „Insel?Zeitung“, Pellworm steht nur im Untertitel, Sie wollen also gerade Außenstehende ansprechen und die wissen es nicht, außerdem besteht die Möglichkeit, daß durch die regelmäßige Wiederholung noch Pellwormer Bürger zu einer Aktivität animiert werden.

Mir fiel auf, daß der Schulbus nur Kinder bis zum 3. Schuljahr mitnimmt. Die Älteren müssen zu Fuß oder mit dem Fahrrad bei jedem Wetter die zentrale Schule erreichen. Eine beachtliche Leistung, die Note „Eins“ verdient. Sollte es wirklich nicht möglich sein, einen Bus für alle Kinder zu betreiben? Er könnte außerdem einige Male amTageine Runde um die Insel drehen und der gesamten Bevölkerung zur Verfügung stehen. Nicht alle haben ein Auto und besonders ältere Mitbürger wären sicherlich dankbar. Wege zur Post, Bank, Versicherung, Kirche, zum Einkaufen, Bekanntenbesuch, zu Veranstaltungen und besonders zur Fähre fallen immer an. Weiter wäre zu beachten, daß die Insel durch einen Bus besonders in der Zwischensaison attraktiver für Touristen würde. Es ist nicht jedermanns Sache, die einzige geöffnete Gaststätte mit Mittagstisch mit dem Rad erreichen zu müssen.

Eine Frage, die ich leider nicht mehr klären konnte, da sie erst am Morgen meiner Abfahrt auftauchte ist folgende: Bei meiner Rückfahrt am 15.11. morgens fiel mir auf, daß im Taxi?Bus mehrere Pellwormer Bürger saßen, die mit der Fähre nach Nordstrand wollten. Sie mußten wieder nach Hause fahren, da wegen zu hohen Wassers die Fähre nicht fahren konnte. Läßt es sich nicht erreichen, daß ca. eine halbe Stunde vor Abfahrtszeit der Fähre (um diese Zeit kommt der Taxi?Bus) telefonisch erfragbar ist, ob die Fähre fährt? Ich denke hierbei besonders auch an ältere Bürger, für die eine doppelte Taxifahrt (besonders, wenn sie das Glück haben alleine im Taxi zu sein) eine erhebliche finazielle Belastung ist.

Jetzt ein kleiner Sprung zur Vogelkoje. Mich hätte es interessiert, wenigstens eine der vorhandenen Pfeifen im Originalzustand besichtigen zu können (mit kleiner Hinweistafel auf die frühere Funktion). Ich glaube, daß dies das schöne Gelände noch anziehender machen würde.

Ich hörte, daß das Schleswigsche Landesmuseum auf Pellworm einen Schnitt durch eine nicht mehr bebaute Warft gelegt hat. Leider konnte ich nicht mehr in Erfahrung bringen, ob bei diesen Grabungen wichtige Ergebnisse herausgekommen sind. Mir kam dabei der Gedanke, daß eine Wand mit den verschiedensten Schichtungen bis in frühere Zeiten an Ort und Stelle konserviert, ein wichtiges und viel besuchtes kulturelles Denkmal wäre. Im Zeitalter der Mondraketen müßte es doch nicht zu aufwendige Konservierungsmethoden geben (chemisch Verfestigen, mit Kunstoff überziehen, durchsichtiger Schaukasten davor oder ähnliches).

Zum Schluß noch ein besonders ketzerischer Vorschlag. Wie wäre es mit einem E IN SAMM nur für Fußgänger (vielleicht noch Radfahrer) benutzbaren Wanderweg von der Alten Kirche, das Waldhusen?Tief tangierend, zur neuen Kirche ?und Heimreich?Haus, von dort zum Großen Norder Koog und zur Vogelkoje?‘

Wolfgang-Dietrich Loetzke

 


Leserbrief von Hans Köch, Rosenheim

zum Gedicht „Dat Buurnhus beim Diek“ (PIZ 5) Dieses Gedicht verfaßte vor vielen Jahren ein Gast aus Blankenese. Er kam 21 mal auf die Insel und verblieb oft im ? Buernhus beim Diek ?, gemeintwarder Hof von Peter Meesenburg ? Süderoog, der ihn damals mit seiner Mutter Klara noch bewirtschaftete. Heute ist der Gast weit über 80 Jahre jung, noch sehr aktiv und schreibt für die Blankenesener Nachrichten noch manch schöne Snacks. Gedichte hat er viele wunderbare in seinem Leben gemacht. Wir kennen ihn persönlich und kehren oft in seiner kleinen gemütlichen Döris in Blankenese ein. Zu seinem 80. Geburtstag hatte er eine ganze Seite im Hamburger Abendblatt.


Leserbrief von Marte Anton, 10 Jahre alt, Coburg

Wie jedes Jahr, kam ich wieder nach Pellworm. Ich war aber sehr enttäuscht, als. ich am Süderkoogdeich eine neue Schaukel vorfand. Vor zwei Jahren haben wir an dem Reck in der Mitte der alten Schaukel tüchtig geübt und viel gelernt. An der alten Schaukel konnte man turnen und zwischen zwei verschiedenen Sorten von Schaukeln wählen. Was kann man jetzt tun? Nur schaukeln. Ich würde mich freuen, Wenn ich nächstes Jahr wieder ein Reck vorfinden würde.

TSV – Rückblick auf das Jahr 1977

TSV – Rückblick auf das Jahr 1977

Die dargebotenen Leistungen der TSV?Sportler auf dem Sportfest im Oktober letzten Jahres wurden dann im November vom Schleswig Holsteinischen Leichtathletikverband durch die Leistungsnadel 77 geehrt. Es wurde 32 TSV Sportlern die Leistungsnadel verliehen, die sich auf 5 mal Gold und 27 mal Silber verteilten. Nur ein Erwachsener erwarb die Goldnadel, die anderen waren Schüler und Jugendliche. Das Ehrenzeichen des Sportes erreichten im vorigen Jahr 11 Sportler, wobei es sich um 7. Einheimische handelte. Mit reger Beteiligung erfolgte die Abnahme der Schwimmprüfungen des Frei? und Fahrtenschwimmers. Der größte Teil erreichte die Fahrtenschwimmerprüfung (halbe Stunde ohne Unterbrechung schwimmen) 47 Prüflinge schafften es. Die Gäste erschwommen sich 11 Abzeichen, bei den Pellwormern lag die Zahl bei 36. Sonstige Ergebnisse beim TSV 1977. Im Januar wurde die Sparte Volkstanzgruppe aufgenommen. Ende Juni nahm die Faustballmannschaft an einem Turnier in Maggerdorf teil, wo man mit Erfolg abschnitt. Die Fußballmannschaft gewann im Sommer alle Spiele gegen die Gästemannschaften. Außerdem: Die Mannschaft des TSV errang im letzten Jahr auch den B?Pokal im Vergleichsschießen aller Pellwormer Vereine. Der TSV plant für die nähere Zukunft einen Jugend? und Kinderball und die Teilnahme am Pokalschießen. Auch ist eine Fahrt nach Hamburg mit der Fußballjugendmannschaft zu einem Bundesligaspiel festeingeplant. Am 11.3. findet übrigens das Erwachsenen?Aktiven?Fest statt.

Musikvortrag im Studio Pellworm

Musikvortrag im Studio Pellworm

Norbert Dams spielte auf der Konzertgitarre
Am Abend des zweiten Weihnachtstages fand im Studio Pellworm eine von Gästen und Einheimischen gut besuchte Musikveranstaltung statt. Einziger Solist war der Gitarrist Norbert Dams, der nach Studien in Bremen und Berlin heute Dozent für Renaissancelaute und Gitarre an der Musikschule in Walsrode ist. Der Interpret spielte zunächst Werke bedeutender Meister der Renaissancemusik in all ihrer ornamentalen Form, ihrer Schönheit und Heiterkeit, ihrer harmonischen Klagentfaltung. Eine meisterhaft dargebrachte Romanze von Paganini führte weiter zu moderner Gitarrenmusik: zwei Stücken von Robert?Alain de Beaugrande ?Vision (1973) und Lamento (1975). Diese Welturaufführungen brachten dem Zuhörer Spektrum und Entwicklung der Gitarrenmusik in vier Jahrhunderten zu Bewußtsein. Der gekonnte Vortrag des Künstlers und seine empfindsame Persönlichkeit schufen von vornherein einen engen Kontakt mit dem Auditorium, der die Atmosphäre im Studio noch dichter machte, als sie gemeinhin ist. Die Zuhörer bekamen nicht nur große Ohren, sondern auch große Augen: es war ein optisches Vergnügen die flinken Fingerläufe auf dem Griffbrett der Gitarre zu verfolgen. Der Rezensent hörte einen Zuhörer sagen: „Hoffentlich kommt der mal wieder!“ Diesem Wunsch, lieber Norbert Dams, kann sich der Rezensent nur anschließen. Wenn nach Pascal Kunst „ordre logique und ordre du coeur“zugleich ist, so ist das bei diesem Musikvortrag sowohl durch Form und Inhalt der ausgewählten Stücke wie auch durch die Interpretation deutlich geworden.

R.L.

Jahresbericht des Landfrauenvereins Pellworm

Rückschau
Jahresbericht des Landfrauenvereins Pellworm

Bedingt durch den Vorstandswechsel begann das Berichtsjahr schon 1976. Im Weinseminar führte uns Herr Hinrichs in die Geheimnisse des Weines ein, das aber auch eine Vorbereitung für die Rheinreise war. Vielen wird noch die interessante Studienreise durch Deutschlands elf Weinanbaugebiete in guter Erinnerung sein. Beim Adventsbasteln mit Frau Jordt fertigten wir aus Finnspan und Ramienband an zwei Abenden Sterne und Kerzenhalter. Ein weiterer Höhepunkt war das Vereinsfest bei der Hooger Fähre, auf der die Vorsitzende, Frau Käthe Petersen verabschiedet wurde und zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Einige Mitglieder führten kurze Theaterstücke vor, die alle erfreuten. An Hand von Dias und Lichtbildern erlebten wir dann im Januar noch einmal die Rheinreise und sahen den Pellworm?Film. Herr Dr. Ziegler warnte vor dem Mißbrauch der Arzneimittel, die zum Teil als Kosmetika angewandt würden. Im Februar entführte uns mit launigen Worten Herr Schade nach Kanada bis hin nach Alaska. Ober das Grenzland Tirol und die Probleme der Bevölkerung berichtete Herr Ahrenstorf im März. Im April und Mai nahmen einige an einem Seminar von Frau Dr. Voss zum Thema: Redekunst reden Sie ruhig teil und sicher haben alle dazugelernt. Die Tagestour führte bei herrlichem Wetter durch Eiderstedt nach St. Peter und Friedrichstadt. Bei zwei Kochvorführungen mit dem Feinschmecker?Studio von Frau Antje lernten wir mit Käse zu würzen und zu kochen. Nach nur kurzer Sommerpause besuchten wir die Ausstellung in Hamburg „Du und Deine Weit“ die viele interessante Anregungen für eine Frau und ihre Hobbys bot. Von seinen Eindrücken einer China?Reise erzählte Herr Spoeth in einem Dia?Vortrag. Sicher wären einige gerne mitgefahren! Ober rechtzeitige Hilfen zur Berufwahl berichtete Frau Dyrssen vom Arbeitsamt Husum. Durch Gespräche, Filme, Anschauung und Schriften kann man den Jugendlichen zum Berufswunsch hinleiten. Zur gemütlichen Adventsfeier waren zahlreiche Mitglieder erschienen. Sogar der Nikolaus war vorbeigekommen. Bei plattdeutschen Geschichten und gemeinsam gesungenen Liedern verging der Abend viel zu schnell. Schon ein paar Tage später sprach Herr Dr. Klicker in einem interessanten Vortrag über die Landwirtschaft und die Lage der Frau in Zaire?Afrika. Durch den Preisverfall für Kupfer geriet Zaire in eine Wirtschaftskrise, die Bevölkerung verarmte zusehends. Die Bevölkerung des Landes sorgt nur für sich selbst. Die Stadtbevölkerung muß von Importen ernährt werden. Hier muß die Hilfe ansetzen, um auf Vorrat wirtschaften zu lernen. Die Frau sorgt für die Familie und erzieht die Kinder, während der Mann auf Jagd und Fischfang geht. Die Diskussion mit dem Eingeborenen Herrn Muahba mußte wegen der späten Stunde abgebrochen werden. Nach der Generalversammlung im Januar sprach Herr Pastor Hölzner über seine Arbeit mit den Strafgefangenen. Der Straffällige soll nicht nur verurteilt und eingesperrt werden, er soll auch in die Gesellschaft wieder eingegliedert werden. Der Seelsorger ist Gesprächspartner und Berater, um den Straffälligen von seinen Komplexen zu befreien ‚ aber auch die Wärter, die an vorderster Front mit den Gefangenen zu tun haben, werden betreut. Anfang Februar fährt eine Gruppe zur Berliner Woche. Bei einer praktischen Vorführung in zwei Gärten wird uns Herr Hermann über Sträucher und Gehölze erzählen. Am 18.3.1978 steht unser diesjähriges Vereinsfest im Zeichen von Ostern. Am 28./29. April entführt uns Herr Schade sicher wieder mit munteren Erzählungen in einem Dia?Vortrag nach Südamerika. Am 16. Mai soll eine Fahrt ab Hooger Fähre nach Föhr zum dortigen Landfrauenverein der Abschluß der Winterarbeit sein.

Rita Petersen


Nachtrag zu Angele Backs Märchen von der Mutter mit den frierenden Kindern … hier ist die Rede von dem UNTERSTAND, der nicht ENTSTAND, weit keiner VERSTAND, daß er uns eigentlich ZUSTAND, wie man ZUGESTAND… Was ist denn das für ein ZUSTAND?1!!

Frauken Breiter-Westphal


Im Dezember 1977 wurde Herr Andreas Petersen, Neue Kirche anläßlich einer Arbeitstagung des Bauernverbandes Schleswig?Holsteln für seine langjährige Treue mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet Die Pellwormer Inselzeitung gratuliert.

SEEGAARDEN

SEEGAARDEN
Ein geschichtlicher Überblick über das frühere adlige Gut Seegaarden in Vergangenheit und Gegenwart

Bearbeitet von Karl-Friedrich Krohn, 1954, Pellworm

Ein Weg, im Volksmund „Kirchensteig“ genannt, führt vom Hafen zur Neuen Kirche. Im ersten Drittel des Weges, zur rechten Hand vom Hafen aus, liegt ein sehr großes Gehöft, wohl das größte auf der Insel. Es ist der alte Hof Seegarden. Auf der Karle ist er im großen Koog zu finden. Woher kommt der Name Seegaarden?
Die Umgebung ist flaches, niedriges Land, welches früher oft vom Wasser überflutet war. Daher entstand der Name: Seegaard. ? Gaard bedeutet Hof. Seegaard oder Seegaarden = Seehof. In den dortigen Flurnamen kommt noch die Bezeichnung „Seefenne“ vor.
Der Hof war in alter Zeit ein adliges Gut und besaß die Gerichtsbarkeit über die zum Hofe gehörenden „Gut- und Untergehörenden“.
Ober die eigentliche Entstehung des Gutes fehlt es an zuverlässigen Nachrichten. Laut“Chronik von Pellworm“ von Karl Hansen, muß ein besonderer Umstand bei der Entstehung des Gutes mitgespielt haben. Auf Alt?Nordstrand und überhaupt in den Marschen wurden dem Adel nicht leicht besondere Vorrechte eingeräumt, und durch eine herzogliche Verordnung war es sogar untersagt, Ländereien anzukaufen. Weiter sagt die Chronik, das Gut dürfe in der Zeit der Grafenfehde, wohl in den Jahren um 1473entstanden sein. Diese Angabe könnte zu Irrtümern Anlaß geben, da nach der „Geschichte Schleswig?Holstein“ von Otto Brandt die Grafenfehde von 1533 bis 1536 als solche bezeichnet wird. Die Chronik aber weiterhin vermerkt, daß die Verlegung der Kapelle zum „Heiligen Kreuz“ auf dem Gute Seegaarden 1517 beantragt wurde. Legt man aber die Zeit um das Jahr 1473 als Entstehung des Gutes zugrunde, so dürfte das Gut schon nach den Kämpfen oder Auseinandersetzungen zwischen König Christian 1 und den Ständen entstanden sein.
Nach der Chronik von Pellworm soll nach einer Mitteilung des Chronisten P. Sachs, dem damals dienstenthobenen Staller auf AltNordstrand Lorenz Levens wegen seiner Königstreue etwa 6000 Demat Land geschenkt worden sein. Dieses land gehörte den Anhängern des Grafen Gerhard, die es nach der Niederlage des Grafen abgeben mußten. Bei dem Grafen Gerhard dürfte es sich um den Bruder des Königs Christian 1 handeln, der ein ehrgeiziger Politiker war. Diesem war die Stellvertretung in beiden Ländern überlassen, die er zu eigennützigen Plänen mißbrauchte (Geschichte Schleswig?Holsteins). scließlich mußte Christian 1 gegen seinen Bruder vorgehen, da er ihm gefährlich wurde.
In der bereits genannten Schenkung dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit daher der Ursprung des adligen Gutes Seegaarden zu suchen sein. Auf Alt?Nordstrand waren zwei Rittergüter, nämlich Morsum und Seegaarden. Morsum ging in der Flut 1634 unter. Seegaarden blieb erhalten.
Die Namen der Rittergeschlechter, die Seegaarden in Besitz hatten, können in den mir zugänglichen Unterlagen nicht mehr festgestellt werden. Als Besitzer wird nur einmal ein „Bosche von Thiessen auf Kühren“ erwähnt.
Am 20. 10. 1662 stellte lt. Pellwormer Archiv, Abt. 17/111, der damalige Eigentümer des Gutes Seegaarden, der frühere Immissionseinnehmer J u e 1, das Gut wegen ihm fehlender Gesundheit aus der Hand zum Verkauf. Aus diesem Teil der Unterlagen geht die damalige Größe der zum Gut gehörigen Ländereien, Beschreibung der Gebeude, Brandgildenwert und Anspruch auf Kirchenstühle in der Alten und Neuen Kirche hervor.

Weitere historische Unterlagen sind hier nicht mehr vorhanden. Ein großer Teil des Pellwormer Archivs ist verloren gegangen, und es haben sich erst Anhaltspunkte ab 1672 finden lassen. ? Wie schon vorher angeführt, wurde die Verlegung der Kapelle zum „Heiligen Kreuz“ vom Gute Seegaarden nach einem Ort „de Wisch“ 1517 beantragt. In dieser Kapelle ist der erste Vorläufer der hiesigen „Neuen Kirche“ zu sehen. Nach einer gutbeglaubigten Nachricht lt. Chronik hat der Kapellenbau 1528 begonnen. Ein Beweis, daß tatsächlich auf dem Gute eine Kapelle war, darf in der Ost?Westlage des Gebäudes, sowie heute noch vorhandener Eichenbalken mit kirchlichen Schnitzereien auf dem Boden des heutigen Gebäudes sein. Durch die Verlegung der Kapelle dürfte schon ein erheblicher Teil des Grundbesitzes vom Gute zu Gunsten der Kirche abgetreten sein. Außerdem hat die Flut von 1634 den größten Teil des Gutsbesitzes fortgerissen. Dies wird dadurch bewiesen, daß die Ketelswarft auf Langeness zu Seegaarden gehörte, die dortigen Bewohner Gutsuntergehörige nach Seegaarden und zinspflichtig waren, auch ebenso der qutsherrlichen Gerichtsbarkeit unterstanden Daß Rittergeschlechter bestimmt auf Seegaarden seßhaft waren, ist heute nur noch in einer Sage enthalten, die im folgenden aus der Chronik wörtlich angeführt wird. Seegaarden und die Gurde. Einst lebten auf Seegaard und der Gurde Brüder. In einem Krieg zog der. Bruder auf der Gurde außer Landes und blieb lange fort und man hörte gar nichts mehr von ihm. Seine Frau wartete auf Nachricht von ihm, aber immer vergeblich. Nicht das Geringste hörte man mehr von ihm. Auch als der Krieg beendet war, kam weder er noch eine Nachricht von ihm. Nach langer Wartezeit hielt man ihn für tot. –
Der Bruder auf Seegaard, der daheim geblieben war und keine Frau hatte, faßte eine heftige Zuneigung zur Frau seines Bruders. Lange warb er um sie. ? Schließhch fand er Erhörung und der Hochzeitstag wurde festgelegt. ? Der Hochzeitstag kam und sie wurde sein Weib. Die Hochzeit wurde auf Seegaard gefeiert.
Als man an festlicher Tafel saß, es war abends und die Tische besetzt mit brennenden Lichtern, da hörte man Hufschlag auf dem Hof. Ein Reiter kam zur späten Stunde und band sein Pferd an den eisernen Ring am Türpfosten. Erwartungsvoll blickten alle zur Tür. Sie öffnete sich und herein trat in voller Rüstung, erhitzt vom scharfen Ritte, der totgeglaubte Bruder. Kein Wort sprach der Heimgekehrte, nur seine Augen funkelten unheimlich, und diese Augen schlugen die Gäste, den Bruder und sein Weib wie in einen Bann. Kein Wort der Erklärung fiel, was geschehen, sah der Totgeglaubte. Sein Weib im Hochzeitsschmuck an der Seite seines Bruders. Was er sah fiel wie ein Brand in sein Blut!
Jetzt trat er von der Schwelle in den Saal! Er sah nur den einen, seinen Bruder, und zu ihm lenkte erseine Schritte. Ein kurzerAugenblick, nureine Schwertlänge zwischen den Beiden, Auge in Auge! Starres Entsetzen unter den Gästen, allen waren die Hände wie gefesselt. Da! Ein Blitzen des Schwertes, funkelnd fuhr es in das Herz des Bruders, der ihm sein Weib genommen. Hoch spritzte die Quelle des roten Blutes und malte an der gegenüberliegenden Wand einen Fleck. Bleich und wie entseelt sank das Weibzu Boden. Doch sein Schwert berührte sie nicht. Wortlos, wie er gekommen, verließ der Bruder den Saal, schwang sich auf sein Pferd, und durch die Stille hörte man die Hufschläge, die sich in der Richtung der Gurde verloren.
Jetzt erst wich das Entsetzen von den Gästen. Sie sprangen auf, waffneten sich, und mit verhängten Zügeln jagte man dem Brudermörder nach, man umstellte ihn in seiner Burg. Man stürmte und bezwang den Herrensitz. Doch man fand den Bruder nicht, alles Suchen blieb vergeblich. Hatte er sich in einem Geheimgang entfernt? Keine Spur von ihm, man hörte nie wieder etwas von ihm.
Und auf Seegaard? Der Blutfleck an der Wand, vom Herzblut des Bruders gemalt, ließ sich nicht entfernen. Man wusch ihn ab, er kam wieder. Man entfernte die Steine und setzte neue ein, der Blutfleck kam wieder. So ging das lange Jahre! Erst in neuer Zeit ist der Blutfleck verschwunden! So erzählt die Sage! Es wird ihr eine wahre Begebenheit zu Grunde liegen. ?Soweit die Chronik.
Der Stein mit dem eisernen Ring am Türpfosten, an dem der zurückgekehrte Bruder angebunden hatte, befindet sich noch auf dem Grundstück an der Südwestecke. Angeblich soll dieser Stein hohl und mit Blei ausgegossen sein. Nach neuesten Forschungen ist der Brudermörder aber nicht zur Gurde geflohen, sondern er hat die Insel nach Osten verlassen. Er soll in Jütland aufgetaucht sein und dort auch wieder geheiratet haben. Seine Familie soll dort noch nach drei Generationen weiter bestanden haben. (Nach der von Rechtsanwalt und Notar Dr. Goslar Carstens veröffentlichen Arbeit: Zur Geschichte des nordfriesischen Adels“, Jahrbuch des Heimatbundes Nordfriesiand Nr. 24 v. 1937). Dieses Jahrbuch konnte ich aber z.Zt. nicht erhalten. ? Es wird dort von zwei Brüdern Freiherrn v. Meinstorf berichtet.
Wie das Adelige Gut zum Bauerhof wurde. Das Gut, das mit allen adligen Vorrechten und Gerechtigkeiten ausgestattet war, verlor im Lauf der Zeit immer mehr an Bedeutung. Durch viel Verpachtungen wurde es immer unrentabler und viele Pächter machten Konkurs, da die Aufwendungen des adligen Gutes zu viel Geld zur Unterhaltung erforderten.
Aus dem Archiv ist zu ersehen, daß die beim Gut befindliche Gerichtsbarkeit erforderte, daß vom Gute eine rechtskundige Person (ein Jurist) unterhalten werden mußte, was große Kosten verursachte. Bei dieser Gerichtsbarkeit, die mit Zivil ? und Kriminalgerichtsbarkeit sowie Polizeiaufsicht verbunden, die „Niedere Gerichtsbarkeit“ umfaßte.
Außer diesen Aufwendungen war das Land häufig durch Überflutungen immer weiter in eine schlechte bodenwirtschaftliche Lage geraten. Nach einem Konkurse mußte bei der öffentlichen Versteigerung die Landschaft Pellworm das Gut für 300 Reichstaler ersteigern, um den Konkurs überhaupt zu beenden. Um diesen Umständen ein Ende zu machen, wandte sich die Vorsteherschaft der Landschaft Pellworm 1835 an den damaligen Advokaten Storm in Husum, dem Vater unseres Heimatdichters Theodor Storm, mit der Bitte um Ausarbeitung einer Bittschrift an den König von Dänemark. Die Bittschaft bewirkte die Aufhebung der „Niederen Gerichtsbarkeit“ vom Gute Seegaarden. (Archiv Pellworm)

Freizeit – auch zu Hause ?

Freizeit – auch zu Hause ?

Zur Zeit ist es Winter auf Pellworm, für den Tourismus eine ruhige Zeit, für die wenigsten Einwohner Anlaß, an die Freizeithelfer der Sommerzeit zurückzudenken. Darum ist es vielleicht einmal interessant für Sie zu wissen, was so ein Freizeithelfer in seinem Privatleben macht. Sicherlich erinnern Sie sich noch an den kleinen untersetzten Jungen mit Vollbart, von dem Henry Smora meint, daß ihm nichts gelänge, ohne auch nur einen kleinen Fehler gemacht zu haben. Nun, ich war in der Sommersaison 1977 bei Ihnen Freizeithelfer auf Pellworm, heiße Rolf Brand, bin 25 Jahre alt und studiere Sozialpädagogik in Düsseldorf. Freizeit gibt es für mich nicht nur in der Sommersaison auf Pellworm, sondern auch in Mülheim an der Ruhr, meiner Heimatstadt am Rande des Ruhrgebietes. Ich gehöre dort zwei Sportvereinen an, einem Fußball? und einem Leichtathletikverein; damit ist ein Teil meiner Freizeit in der Woche gedeckt. Den Rest verbringe ich mit Besuchen von kulturellen Veranstaltungen sowie Gesprächen und Diskussionen mit Freunden und Bekannten. Zur Zeit bin ich gezwungen, außerhalb meines Studiums als Werkstudent beim Rheinisch?Westfälischen Elektrizitätswerk zu arbeiten, da ich sonst mit meinen Finanzen in Schwierigkeiten gerate, und auch, wie der eine oder andere von Ihnen weiß, zum Wochenende gerne ein paar Biere trinken gehen und auf diese Annehmlichkeiten nur ungern verzichte. Sie sehen also, auch bei mir zu Hause ist Freizeit gewährleistet, und ich freue mich auch gleichzeitig, in einer ruhigen Stunde etwas durch die Pellwormer Inselzeitung von Ihrem Alltagsleben zu erfahren. Wenn auch nachträglich, möchte ich doch all den Pellwormern, die mich kennen oder auch nicht, ein glückliches Jahr 1978 wünschen.

PS: Übrigens fand ich folgenden Spiegelartikel (Nr. 3,26. Jahrg., 10. Jan. 1972) „Zum Schutze des Kurbetriebes und des Fremdenverkehrs“ untersagte die Gemeinde Pellworm nordfriesischen Halligbewohnern altes Brauchtum: Unter Androhung von Geldbußen bis 500 Mark wurde verboten, Abflüsse über die Wege zu leiten, Autowracks als Schuppen aufzustellen, unnötigen Lärm zu schlagen und Stallmist in das Wattzuschütten. Zusätzlicher Hinweis: „Auch die Umgebung der Häuser solle einen sauberen Eindruck machen.“ Es würde mich persönlich interessieren, ob diese Anordnung (Androhung) noch heute Geltung hat.

„Die Wahrheit über Kimbel“

„Die Wahrheit über Kimbel“

Anno 1977. Bei einer Treibjagd im Uetermarkerkoog saß unser guter, nicht mehr gerade junger Waidmann R.H. auf Anstand und lehnte sich, da er in die Hocke gegangen war, an eine alten Zaunpfahl am Grabenrand, die Büchse vor sich im Gras. ? Doch mit des Geschickes Mächten war kein ewiger Bund zu flechten. Der Pfahl war im Grunde rott. Er brach plötzlich ab und unser Nimrod landete mit Salto rückwärts im tiefen modderigen Graben. Den Kopf zu unterst, bis zur Brust im Klei, dazu fast ein Meter Wasser. In seiner Not ruderte ersich mit den Händen und durch Zur Seite legen des Körpers aus dem Gefängnis heraus. Er krabbelte an den Rand des Grabens hoch. ? Mund, Nase, Augen und Ohren, alles voll Dreck. Nun stand er da, wie ein nasser Pudel. Augen und Ohren waren schnell notdürftig vom Schlamm befreit, als schon der Nachbar?Jäger rief?. „Onkel Richard, ein Hase weil er vorbeigeschossen hatte. Unser Waidmann das Gewehr aufgenommen und siehe da: Mümmelmann war für die Reise in die Pfanne vorbereitet. U nd nun kam Peter an: „Onkel Richard, wie siehst Du aus!“ ? Keiner hatte den Grabensturz mitbekommen. Der Kamerad reagierte schnell und fuhr den Unglücksraben nach Hause. ? Viene, seine Frau duschte Kopf, Rücken und alles, was ein Mann so hat, mit der Brause ab. Saubere Wäsche und Zeug, es ging alles sehr schnell. Rekord! Nur ein Treiben war versäumt. Ja, ja, was so ein richtiger Jäger ist, schafft auch dies. Beirn anschließenden Schüsseltreiben gabs noch viel Hallo. Richard meinte aber, unddas könnt Ihrruhigglauben:“lek wünsch keener mit de Kopp toeers in de Schlorp.“ Aber wie es immer so ist, wer den Schaderi hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Viene und wir alle freuen uns, das „Kimbel“ es noch mal wieder geschafft hat.

I.M.W.

Dietrich Hölzner – unser Pastor

Dietrich Hölzner – unser Pastor

Vom Gefängnis auf die Insel ? mit dieser recht zweideutigen Überschrift meldete vor cirka einem Jahr die Husumer Zeitung den Fortgang von Pastor Hölzner und seiner Frau von Hannover nach Pellworm. Inzwischen liegt nun diese Zeit, in der Dietrich Hölzner als Pfarrer im Justizvollzug tätig war ? 9 Jahre Hameln, 4 Jahre Hannover ?schon lange fast vergessen hinter ihm und seiner Frau. Einfach weil die Gegenwart, das jetzige Leben, das Tun hier auf Pellworrn den beiden so nahe geworden ist. Seine Frau und er sind oft gefragt worden, wie man denn als „Preesterslüd“ von Hannover nach Pellworm kommt. ? Ganz einfach, man macht 12 Jahre Urlaub auf Amrum, findet Gefallen an Landschaft und Leuten, wartet bis die Kinder (zwei) aufgewachsen sind, ja, und dann wagt man es. ?Natürlich war der Übergang zum Inselleben auf Pellworm mit allerlei Umgewöhnungen, auch Abgewöhnungen behaftet. ? Und das, wenn man über fünfzig ist. ? Ganz schön sogar. Wer steht schon gerne um 4 Uhr morgens auf, weil der Dampfer schon um 5 Uhr fährt ? nur weil man zum Zahnarzt muß? Wie verstehen Sie Ihren Dienst als Pastor? Diese Frage beantwortete Herr Hölzner so: „Ich gehöre zu einer Generation, die besondes viel und intensiv über die Rolle des Pastors nachgedacht und sich damit auseinandergesetzt hat. ich verstehe mich als Zeuge und Bürge für jene Menschlichkeit und für jenes Menschsein, das sich nicht von selbst versteht, sondern uns von Gott aufgegeben ist. Ein Pastor, der sein Amt im Namen Jesu Christi ernst nimmt, kann gar nicht anders, er muß auch all die Menschen ernst nehmen, mit denen er zu tun hat, in all ihrer Vielfältigkeit und Gegensätzlichkeit, den oft weit auseinandergehenden und voneinander getrennten Standpunkten und Positionen, die sie einnehmen und vertreten. Die evangelische Kirche ist nicht zuletzt darin evangelisch (im Geiste des Evangeliums), daß sie eine große Toleranzbreite kennt und zuläßt. ? Die christliche Gemeinde lebt aus dem Wort und Umgang mit der Bibel. Aus diesem Wort erkennen und erfahren Christen ihren Auftrag und Orientierung. Diese Botschaft Jesu stiftet Gemeinschaft und macht bereit und fähig zu Taten im Bereich Menschsein vor Gott und den Menschen, mit denen wir leben. Daß diese Botschaft Jesu verkündet und angenommen, gelebt und also konkret werden möchte, auf vielfältige Weise, bei den Pellwormern und bei unseren immer mehr werdenden Gästen, dazu möchte mein Dienst beitragen?. Wenn dieser Artikel in der Februar Ausgabe erscheint, ist unser Pastor im Bayrischen Wald zum langersehnten Skiurlaub. Die PIZ wünscht ihm und seiner Frau viel Freude und gute Erholung.

D.J.