Category Archives: Jan. 1978 Nr.7

Pellwormer Schützenverein von 1959 e.V

Pellwormer Schützenverein von 1959 e.V

Nachdem jahrelang der Handwerkerverein Pellworm gelegentliche Preisschießen veranstaltet hatte, wurde durch die Initiative der Herren Karl Heinz Brauer, Hans Eickmeyer, Horst Krause, Heinz Lützen, Lorenz Matthiesen und Bruno Reiter im Jahre 1959 der Pellwormer Schützenverein gegründet. Die Gründungsversammlung fand statt am 2. November 1959 in Blohms Gasthof. Eine Satzung wurde noch am Gründungstag beschlossen, der Verein trat dem Kreis? und Landessport~ verband und dem Norddeutschen Schützenbund bei und ließ sich am 11.8.1960 ins Vereinsregister beim Amtsgericht in Husum eintragen.

Nachdem Hans Eickmeyer den Vorsitz im Januar 1968 niedergelegt hatte, wurde Karl?Heinz Brauer zum ersten Vorsitzenden gewählt und ist es auch heute noch. Die gleichzeitig zur zweiten Vorsitzenden gewählte Irene Lützen hatte ihr Amt bis zu ihrem viel zu frühen Tode im November dieses Jahres inne. Irene Lützen war immer aktiv und hat sich sehr um den Verein verdient gemacht.

Vorstandsmitglieder sind:
1. Vorsitzender Karl-Heinz Brauer
Schrift- und Kassenwart: Heinz Clausen
Oberschützenmeister: Heinz Lützen
Schützenmeister: Uwe Blunk und Helmut Jessen
Beisitzer: Emmi Jessen
Beisitzer aus der Jugendabteilung: Paul Gerhard Knudsen

Geschossen wurde von Anfang an bis heute mit Luftgewehr und Luftpistole. Zuerst fand das Schießen im Saal von Blohms Gasthof statt, dann eine Zeitlang im Schuppen von Hans Heinrich Bruhn, danach längere Zeit im Stall des Gehöftes Hilligenwarft.
Seit Anfang der sechziger Jahre hatte sich nun der Verein um den Bau eines Schützenstandes bemüht, zunächst viele Jahre ohne greifbares Ergebnis, bis im Jahre 1971 die Sache endlich ins Rollen kam. Der Landessportverband sagte einen Zuschuss zu. Die Gemeinde stellte einen Bauplatz kostenlos zur Verfügung und der Kreis Nordfriesland schloss sich mit einer größeren Summe an, so dass mit viel Idealismus und wenig Geld der Bau begonnen wurde. Die Arbeiten wurden in voller Eigenleistung ausgeführt und trotz erhöhter Kosten kam die Sache besser zum Abschluss als vorher geahnt wurde, allerdings mußte aus Kostengründen auf den Bau einer Kleinkaliber?Schießanlage verzichtet werden. Vorhanden ist heute ein 10m?Luftgewehr?Schießstand mit fünf Ständen, Toiletten? und Waschräumen und ein geräumiger, gemütlicher Aufenthaltsraum. Seit Herbst dieses Jahres ist auch eine zentrale Ölheizung eingebaut. Im Januar 1963 wurde beschlossen, dass auch Damen am Schießen in Zukunft teilnehmen können. So wurde die Damenabteilung gegründet. Die wegen der zunächst schlechten Schießverhältnisse nur klein gebliebenen Jugendabteilung entwickelte sich wie die anderen Abteilungen nach Fertigstellung des Schießstandes stark aufwärts: Heute sind 34 Jugendliche im Verein, der insgesamt 110 Mitglieder zählt, Die Schießabende wurden von Anfang an wöchentlich abgehalten. Zahlreiche Leistungsabzeichen wurden erschossen (bis heute ca. 1.500). Daneben fanden immer wieder andere Aktivitäten statt:
Teilnahme an Kreis? und Bezirksmeisterschaften mit zum Teil sehr guten Ergebnissen, Runden?Wettkämpfe, Freundschaftsschießen mit den Vereinen aus Husum, Hattstedt und von Nordstrand. Weiter hat der Verein jeweils im Sommer Schützenfeste, für Pellwormer und Gäste veranstaltet mit Preis? und Blumen schießen und abends Schützenball. Seit Bestehen des Schützenvereinshauses wird im Sommer sonntags in den Vormittagsstunden ein Jedermannschiessen durchgeführt mit Preisen für gute Leistungen. Im Winter wird zwischen den Pellwormer Vereinen jeweils ein Pokalwettkampf ausgetragen, der nicht nur zur Ermittlung der besten Mannschaft und Förderung des Schießsportgedankens, sondern auch dem guten Kontakt untereinander und zwischen den einzelnen Vereinen dienen soll. Jedes Jahr im November wird von den Mitgliedern das schon traditionelle Stiftungstest begangen. Voran geht das Preis?, Pokal? und Königsschießen. Das Sitzungsfest mit warmem Essen, Tombola, Pokalübergabe und Proklamation von König und Königin dauert immer bis zum frühen Morgen. Im ganzen können wir feststellen, dass sich das Vereinsgeschehen im Pellwormer Schützenverein in den letzten Jahren sehr zufriedenstellend entwickelt hat. Die früheren sportlichen und Vereinsnachbarlichen Beziehungen zum Festland mussten allerdings aus Kosten? und Verkehrsgründen fast gänzlich aufgegeben werden. Als Ausgleich wurden hierfür mehr Aktivitäten auf der Insel entwickelt. Auch besteht heute noch der Wunsch, das Schützenvereinshaus um die Kleinkaliberanlage zu erweitern, was allerdings da von abhängt, dass der Verein eine entsprechende finanzielle Unterstützung erhält. Wie heute wird es auch in Zukunft das Bestreben des Vereins bleiben, die Freude am Schießsport zu wecken und zu fördern, aber nicht zuletzt auch zur Förderung des Gemeinschaftssinnes und der zwischenmenschlichen Beziehungen beizutragen.

Heinz Clausen Schriftwart

Alte Gebäude auf Pellworm Edlefsens Hotel

Alte Gebäude auf Pellworm

Edlefsens Hotel

An der Stelle, an der Edlefsens Hotel stand, hat eigentlich schon immer eine Gaststätte gestanden. Zuerst wird vermeldet: Jens Jensen, Gastwirt am Siel; dieser starb 1875. Seine Frau Magdalene, geb. Magnussen, führte die Wirtschaft bis zu ihrem Tode 1897 mit ihren Töchtern fort. Der Dichter Freiherr Dethlef von Liliencron erwähnt Frau Jensen in mehreren Gedichten, obwohl er ansonsten nichts Gutes, an Pellworm ließ: eine unfurchtbare Insel, wie er mehrere Male, nach einer Überfahrt. mit dem Raddampfer nach Pellworm schrieb. Aber die Gastfreundschaft der Frau Jensen ließ wieder alles gut werden. Bei seinem Fortgang von Pellworm sagte er noch, dass (,wenn er die Mine und die Stine heiraten könnte,), (es waren zwei junge Mädchen in den Gastwirtschaften am Hafen) und auch (,den Keller von Seegarden voll süßen Weines bekäme, würde er auf der „schrecklichen“ Insel bleiben. 1898 erwarb Martin Edlefsen und Dorothea, geb. Dethlefsen, das alte Gebäude, nachdem er seinen Besitz im Joh. Heimreichs Koog verkauft hatte und gleichzeitig die Gastwirtschaft, die in der alten Post war (Bild: Haus mit Turm), erworben hatte. So gingen 2 Gastwirtschaften in „Edlefsens Hotel“ über. Es erfolgte der Grundlegende Umbau im Jahre 1898, wobei das bekannte Haus entstand. Vermutlich war der Erbauer ein Baumeister von Nordstrand, da das Haus Back (jetzt: Bäckerei Cornilsen) den gleichen Giebel hatte.

Bis 1911 betrieben Martin und Dotje, wie sie allgemein genannt wurden, das Geschäft. Der Sohn Friedrich Edlefsen führte es bis 1916: Wegen seiner Einberufung kamen die Eltern noch einmal wieder nach Pellworm und blieben bis zur Heirat ihres Sohnes Mandus Edlefsen im Jahre 1928. „Mutje“ war Kröger bis 1936. In diese Zeit fiel auch der Umbau ? Giebel und Verandaverglasung.

Danach hatte Knudsen noch 2 Jahre pachtweise den Betrieb (bis 1938). Anschließend kam ein Pächter Schneider, der bis 1940 die Gastwirtschaft führte. Ab 1941 waren die Flugwache und später ein Altersheim aus Hamburg darin untergebracht. Nach Beendigung des Krieges und Fortgang der alten Leute nach Hamburg war Hannes Edlefsen (Sohn von Martin E., Schlachter in Hattstadt) neuer Wirt. 1961 folgte eine Familie Steiner, und etwa 1966 im Rahmen der Deichverstärkung wurde das Gebäude abgerissen. Der Deich wurde auf Sollhöhe gebracht, dabei mußten auch die Häuser Nicolai Clausen und das alte Kapitänshaus weichen. Sie wurden rückwärts neu errichtet. ? Viele schöne spaßige Geschichten ranken sich um Edlefsens Hotel. Wer weiß noch einige Dönties davon zu erzählen? Eine Bitte: sollte der Schreiber nicht alle Daten oder Gegebenheiten richtig erfasst haben, nehmen Sie es nicht übel, aber dankbar wären wir für Richtigstellungen, da die Angaben als geschichtliche Daten Verwendung finden dürften

J.W.


Leserbrief von Walther Striberny

Stellungnahme zum letzten Abschnitt des Artikels.‘ „Wir stellen vor Familie Thornsen Süderroog“, PIZ Nr 5, Nov 77 Die Behauptung, „übertriebener Naturschutz“ schaffe „viel Platz allein für die Wildgänse“, ist sachlich nicht richtig.
1) Es bestehen bisher keinerlei Schutzgebiete für Wildgänse (Ringelgänse) im Bereich des nordfriesischen Wattenmeeres. Ganz im Gegenteil muss festgestellt werden, dass die Rastgebiete der Gänse durch Kultivierungsmaßnahmen in den letzten Jahrzehnten ständig weiter eingeengt wurden.
2) Ringelgänse werden und wurden entsprechend dem Bundesjagdgesetz in der Zeit von 1.11. ? 15.1. bejagt. Außerdem werden an vielen Stellen Vogelscheuchen aufgestellt (z.B. Hooge).
3) Der Weltbestand der Ringelgänse war in den 30er Jahren aufgrund des großflächigen Absterbens der Seegraswiesen (bedingt durch einen Pilzerreger) und übermäßiger Bejagung fast völlig zusammengebrochen. Erst in den letzten Jahren hat sich der Bestand etwas erholt, ist aber nach ?neuesten Beobachtungen wieder rückläufig!
4) Die Ringelgans ernährt sich nicht nur ausschließlich von Andelgras, wie dies aus dem Artikel abgeleitet werden könnte. Exakte Untersuchungen von Gänsekot haben ergeben, das dass Andelgras für die Ernährung der Ringelgänse nur in der Zeit von März bisMai von größerer Bedeutung ist. Leider wurde in dem Artikel versäumt, darauf hinzuweisen, dass die Halligbewohner für den Grasverlust durch die Gänse eine Entschädigung erhalten.
5) Der Begriff Ökologisches Ungleichgewicht ist in diesem Zusammenhang unsinnig, da Rinder nicht den ökologischen Regelkreisen unterliegen. Es soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass in früheren Jahrhunderten auch wesentlich höhere Gänsebestände die Existens der Hallig und Küstenbauern nicht gefährdeten. (nachlesbar in div his. Studien)
Diese Bemerkungen sollen nicht als ein Angriff auf die Fam. Thomsen missverstanden werden, sie sollen nur die polemische und mit fehlender Sachkenntnis geführte Argumentation des Verfassers blosslegen und richtigstellen.

HIER HABEN SIE DAS WORT

HIER HABEN SIE DAS WORT

Leserbrief von Frau Doris Ehlers, Pellworm

Die PIZ Nr.5 bietet ja eine Menge Stoff, der einen einfach zum Kuli greifen lassen muss. Um aber nicht alleine die ganze Zeitung zu füllen, will ich mich auf einige Themen beschränken.
Btr.: Ausbildungsplätze. In Frage 2 wird ein größeres, Angebot an Lehrplätzen gefordert. Wir bieten seit Jahren, trotz der allseits bekannten Schwierigkeiten, Ausbildungsplätze an. Mit dem Erfolg, dass wir in den letzten 4 Jahren 1(!) Lehrling bekamen, und das in einer Zeit des angeblichen Lehrplatzmangels. Jedes Jahr im September bekommen wir von Arbeitsamt eine Karte mit dem Text: Wir konnten Ihnen leider keinen Lehrling zuweisen. Sicher haben die Lehrlinge, die auf der Insel ausgebildet werden, mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen, aber „Probleine der Pellwormer Jugendlichen auf dem Festland“ gibt es auf der anderen Seite ja auch. ? Nach meiner Meinung ist die Ausbildung in Klein ? betrieben, wie sie hier auf der Insel ist, vielseitiger. So hat man später noch die Möglichkeit, sich in mehreren Richtungen zu spezialisieren, während man in vielen Ausbildungsgängen gleich zum Spezialisten herangezüchtet wird. Und wenn für diesen Spezialisten keine Verwendung mehr ist, was dann?
Betr.: Arbeitsplätze Seit knapp zwei Jahren bemühen wir uns, na sagen wir mittelintensiv, um eine Fachkraft oder jemanden, der eine Fachkraft werden könnte, da durch die fortschreitende Technisierung der Landwirtschaft der Arbeitsanfall immer größer wird. Und für die Gäste bleibt fast gar keine Zeit mehr. (Mittelintensiv deshalb, weil wir auch mitunter etwas Angst vor den Schwierigkeiten haben, die es mit sich bringt, falls sich jemand vom Festland bewerben sollte. lm April 1976 haben wir uns an das Arbeitsamt gewandt. Nach deren Auskunft gab es auf Pellworm vier Arbeitslose, und die waren Für uns nicht geeignet. Die weiteren Bemühungen des Arbeitsamtes (aus unserer Sicht) bestanden aus 2 Telefonanrufen, ob die Stelle mittlerweile besetzt sei. Nach der 2. Verneinung kam dann die Frage dazu, ob sie (das Arbeitsamt) die Stelle dann noch als offen führen sollten
Nun frag‘ ich Sie (die Leser): Wenn eine Stelle nicht besetzt ist, was ist die dann? Na wir haben dann auf die weiteren „Bemühungen“ des Arbeitsamtes verzichtet!
Weitere Arbeitsplätze durch Kinder?, Kur? und sonstige Erholungsheime sind in der jetzigen Zeit, wo viele solcher bestehenden Heime nicht mal mehr belegt werden können, nicht zu erwarten. Aber wie sieht es mit Allenheimen oder vielleicht attraktiven „Seniorenwohnanlagen“ aus? Und sollte man sich nicht mal überlegen, ob wir hier nicht Platz und Möglichkeiten für die Einrichtungen für körperlich und geistig Behinderte oder sozial Geschädigte haben,. die doch oft Schwierigkeiten haben, Aufnahme zu finden. Ich finde zu der Weite unserer Landschaft passt auch eine solche Weitherzigkeit.
Betr.: Verlängerung der Vor und Nachsaison Um Vor und Nachsaison zu verlängern, muss man auch die Leute ansprechen, die dann Zeit haben, nämlich Leute mit kleinen, oder Leute ohne Kinder, in der Regel aber meist ältere Leute. Dazu meine Frage: wo gibt es auf der Insel einen Spielplatz, der etwas geschützt liegt und den Namen Spielplatz auch verdient? (Mit Sandkisten und lieblose Schaukelgeräten ist es nicht getan!) Dass ein echter Bedarf da ist, haben wir immer gemerkt, wenn wir die Gäste vom Spielplatz des Kindergartens wegschicken mußten und die Eltern dann sagten: „wo sollen wir dann bei diesem kalten Wind, mit ihnen hin?“


Leserbrief von Walther Striberny

Stellungnahme zum letzten Abschnitt des Artikels.‘ „Wir stellen vor Familie Thornsen Süderroog“, PIZ Nr 5, Nov 77 Die Behauptung, „übertriebener Naturschutz“ schaffe „viel Platz allein für die Wildgänse“, ist sachlich nicht richtig.
1) Es bestehen bisher keinerlei Schutzgebiete für Wildgänse (Ringelgänse) im Bereich des nordfriesischen Wattenmeeres. Ganz im Gegenteil muss festgestellt werden, dass die Rastgebiete der Gänse durch Kultivierungsmaßnahmen in den letzten Jahrzehnten ständig weiter eingeengt wurden.
2) Ringelgänse werden und wurden entsprechend dem Bundesjagdgesetz in der Zeit von 1.11. ? 15.1. bejagt. Außerdem werden an vielen Stellen Vogelscheuchen aufgestellt (z.B. Hooge).
3) Der Weltbestand der Ringelgänse war in den 30er Jahren aufgrund des großflächigen Absterbens der Seegraswiesen (bedingt durch einen Pilzerreger) und übermäßiger Bejagung fast völlig zusammengebrochen. Erst in den letzten Jahren hat sich der Bestand etwas erholt, ist aber nach ?neuesten Beobachtungen wieder rückläufig!
4) Die Ringelgans ernährt sich nicht nur ausschließlich von Andelgras, wie dies aus dem Artikel abgeleitet werden könnte. Exakte Untersuchungen von Gänsekot haben ergeben, das dass Andelgras für die Ernährung der Ringelgänse nur in der Zeit von März bisMai von größerer Bedeutung ist. Leider wurde in dem Artikel versäumt, darauf hinzuweisen, dass die Halligbewohner für den Grasverlust durch die Gänse eine Entschädigung erhalten.
5) Der Begriff Ökologisches Ungleichgewicht ist in diesem Zusammenhang unsinnig, da Rinder nicht den ökologischen Regelkreisen unterliegen. Es soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass in früheren Jahrhunderten auch wesentlich höhere Gänsebestände die Existens der Hallig und Küstenbauern nicht gefährdeten. (nachlesbar in div his. Studien)
Diese Bemerkungen sollen nicht als ein Angriff auf die Fam. Thomsen missverstanden werden, sie sollen nur die polemische und mit fehlender Sachkenntnis geführte Argumentation des Verfassers blosslegen und richtigstellen.

Ut oole Tieden

Ut oole Tieden

Dat geev mol een Tied, dor weer de Mark noch wat wert. So bröcht Sophie Hennings – egentlich de Fru von de Stürmann Henning Matthiesen – vör 30 DM en ganze Johr lang de Damperreekens op Pellworm ut, un dat weern nich wenige. För 2.50 eenmol öwer Pellworm. Wat meenst davon?

RÜCKBLICK AUF EIN INSELJAHR

JAHRESSTENOGRAMM 1977

RÜCKBLICK AUF EIN INSELJAHR

Wie jedes Jahr, so im Dezember,
ein Blick auf den Terminkalender,
ich stelle fest: ein Inseljahr
wie sonst wahr keines,
drum widme ich ihm diese Form des Reimes:
ein bisschen bunt,
ein bisschen Kraut und Rüben,
wer da nach klarer Versform sucht,
wird lange sieben.
Ereignisse kurz hingeworfen wie ein Pinselstrich,
dies Jahr so finde ich,
vergisst man nicht:
…. Mein Knöchelbruch im Januar….
der neue Pastor noch nicht da,
denn der kam erst im Februar,
Der März im Zeichen der Folklore,
die neue Tracht, die macht Furore.
In diesem Jahr, da weiß sogar Monat April,
was er da will, und öffnet so: das Studio.
Im Mai zum ersten Mal gelehrt,
Gitarrenkurs mit Lehrer Gert. Im Juni – Juli – Vorbereitung,
es gibt die neue Inselzeitung.
Ein neues Wort in vielen Ohren,
die PIZ wurde geboren.
Der Herbst, der naht mit ziemlichem Gebrause,
und wer nicht raus muß,
der bleibt lieber jetzt zu Hause.
Doch wer da träumt von sommerlichen Hitzen,
kann an der Hooger Fähre in der neuen Sauna schwitzen.
Nur im November war der Wurm,
er brachte weiter nichts als Sturm.
Dezember setzt das Pünktchen auf das 2. i:
am Hafen öffnet eine DROGERIE!
Nun sag noch einer, unsre Insel läg‘ im Sterben,
für eine Insel’auf dem Vormarsch müßt man eher werben!!!!!!!!!!

Wir gratulieren

Wir gratulieren

Ihre Goldene Hochzeit feierten am 10. 12.1977 Justus Hinrichsen und Frau Dora.

August Michaelsen und Frau Helga geb. Lorenzen werden am 12.1.78 das Fest der Goldenen Hochzeit begehen.

Den 70. Geburtstag feiert am 2. Februar 1978 Frau Elli Backsen.

Eine Bitte: Melden Sie uns die Geburtstage 70, 75, 85, 90, und dann jedes Jahr neue sonstige Feiern bitte rechtzeitig (Siehe in eigene , Sache)

Adventsfeier der Landfrauen Pellworm

Rückschau

Adventsfeier der Landfrauen Pellworm

Zahlreich waren die Mitglieder zur Adventsfeier im festlich geschmückten Saal der Gastwirtschaft „Hooger Fähre“ erschienen. Am Eingang nahmen zwei Säcke die „Julklapp“ Päckchen auf. Zur Einleitung las die Vorsitzende, Frau Jensen, aus dem Buch von Hans Hansen?Palmus „Besinnen“ ein Ge dicht vor. Vier Adventsweisen wurden dann vom Gesangsverein gesungen. In die Kindheit zurückversetzt wurden wir durch die Geschichte „De Mantel“ von Margr. Brandt, die von einem Weihnachtsabend ihrer Kindheit erzählte: als der Weihnachtsmann ihr trotz der Rute doch noch eine Puppe mit Schlafaugen bescherte. Andächtig hörte man den Weisen des Gesangsverein wieder zu. Während der Kaffeetafel las Frau Margot Jensen ein Gedicht vom Nikolaus und siehe da, schon klopfte er an die Tür und jeder erhielt auf Grund von vorher gezogenen Nummern sein Päckchen. Nach gemeinsam gesungenen Lieder in Begleitung von Frau Smorra mit Gitarre und vorgelesenen Rudolf Tarnow Geschichten verging der Abend sehr schnell. Gerne hätten einige noch länger zugehört.

Rita Petersen

DIE ÄRZTLICHE VERSORGUNG PELLWORMS

DIE ÄRZTLICHE VERSORGUNG PELLWORMS IM VORIGEN JAHRHUNDERT

AUS: Husumer Nachrichten

Pellworm: Was es bedeutet, auf einer abgeschlossenen Insel oder Hallig eine gute ärztliche Versorgung zu haben, kann nur derjenige ermessen, der auf diesen Eilanden wohnt und noch mehr der, der ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen muss. Das ist den Insel? und Halligbewohnern auch im letzten Eiswinter 71/72 wieder so recht deutlich geworden. Es sei nur daran erinnert, dass ein lebensgefährlich Erkrankter weder mit den Verkehrsschiffen, noch mit einem Hubschrauber oder einem Flugzeug abgeholt werden konnte, und es war nur dem vor Helgoland liegenden Seenotretter „HINDENBURG“ zu verdanken, der unter unsäglichen Schwierigkeiten den Erkrankten ans Festland brachte.

In einer solchen unwirtlichen Zeit Landarzt, Gemeindeschwester oder Hebamme auf der Insel zu sein, ist kein (Zuckerschlecken“. Sie tun ihren Dienst an den hier lebenden Menschen in aller Stille, und sie wollen es nicht, daß um sie viel Aufhebens gemacht wird, gerade deswegen muss das einmal gesagt werden. Die gesundheitliche Betreuung und Versorgung auf der Insel war bis vor ganz kurzer Zeit noch gar nicht so selbstverständlich. Wir sind‘ so schnelllebig, dass wir es schon beinahe vergessen haben, dass noch vor einigen Jahren an zwei Tagen in der Woche von einem Festlandarzt Sprechstunden auf Pellworm abgehalten wurden. Heute kann die Praxiseinrichtung des Pellwormer Arztes es getrost mit jeder Festlandpraxis aufnehmen. Wie gesagt: Das war nicht immer so! Seit 200 Jahren war die ärztliche Versorgung das Sorgenkind der Gemeindevertretungen und der Vorsteherschaft, dies zieht sich wie ein roter Faden durch alle Memorial?Protokolle der Landschaft Pellworm.

1822 war der Pellwormer Arzt Dr. Koller ab 1801 auf Pellworm infolge Altersschwäche nicht mehr imstande, seine Obliegenheiten zu erfüllen. Selbst ein kranker Mann, musste er die Patienten vom Bett aus behandeln. Dies konnte die Vorsteherschaft nicht verantworten, und so schrieb am 10. Oktober 1822 der Landesvorsteher Boy Novock Friedrichsen an das Königliche Physikat in Husum: „Seiner Hochwohlgeborenen dem Herrn Doktor und Physikus Dr. Friedlieb zu Husum:
In der Überzeugung, dass Euer Wohlgeboren sind sowohl mit der Untüchtigkeit unseres Arztes als mit unserer isolierten Lage so genau bekannt, dass Sie an der dringenden Notwendigkeit einen anderen Arzt anzunehmen im geringsten nicht zweifeln können, sind wir so frey ew. Hochwohlgeboren freundschaftlich zu bitten: Dieselben wollen dafür sorgen, daß wir doch vor dem herannahenden Winter mit einem geschickten und examinierten Arzt versehen werden. Es folgen die Bedingungen, unter anderem.
1.) Solange der jetzige Arzt Köller noch lebt, erhält der neue Arzt 100 Reichstaler als Fixum aus der Landschaftlichen Kasse.
2.) Nach dem Ableben von Köller bekommt er das Doppelte.
3.) Er muß sich verpflichten, die Eingesessenen auf das „Prompteste und reelste zu bedienen.
4.) regelt die Vorhaltung der Apotheke.
7.) In Betreff der hiesigen Armen: so hat er ihnen unentgeltlich Hülfe zu leisten indeß werden ihm die dazu verwandter~ Medikamente aus der Armenkasse nach Billigkeit vergütet.
8.) In bösartigen epidemischen Krankheiten muß er den Dr. und Physikus in Husum konsultieren. „Er darf ohne Not nicht vom Lande reisen, damit man solchermaßen nicht in große Verlegenheit kommt.
9.) Er darf es Eingesessenen nicht verwehren, auf dem festen Lande einen Arzt aufzusuchen. Es bleibt ihm unbenommen, gegen Pfuscher, Marktschreyer und Landstreicher nach der Medizinalverordnung zu verfahren.
Offensichtlich war der Ratmann L. H. Volquardsen beauftragt, mit Köller wegen der Kündigung Verbindung aufzunehmen, er schrieb, dass die Vorsteherschaft sich nach einem anderen Arzt unsehe und dass man ihm, dem H. Köller, eine Pension von 400 Reichstaler ehemalige Schlesw.?Holst. Courant auf Lebenszeit aus der hiesigen Anlage?Caße zu Ihrem weiteren Unterhalt zahlen werde.

Köller war mit dieser Kündigung durchaus nicht einverstanden, er beruft sich auf seinen Vertrag von 1801, „daß ich als Landeschirurgus mit der Verheißung angenommen bin, mich ohne alle Loskündigung als solchen bis ‚an mein Lebensende zu behalten. Der Contrakt sichert mir 400 Thaler vorm. Courant zu und daran halte ich mich, bis höheren Orts anders entschieden wird.

Nach einigen polemischen Vorwürfen gegen die Vorsteherschaft lenkt Köller dann doch ein: „Unter keiner anderen Bedingung, als daß man mir das Gehalt von 400 ehem. Courant, die Hälfte zu May und die Hälfte zu Martini, als Pension auszahlen läßt, werde ich mich entschließen mein Amt als Landes?Chirurgus niederzulegen.

Dessen ungeachtet erschien im Altonaer Merkur die „Vacanz?Anzeige“ und wurde die „Königlich Schleswig?Holst. Lauenburgische Kanzley“ unterrichtet. Die Supplicanten hatten Ihre Bewerbung an das Schlesw.?Holst. Sanitäts?Collegium in Kiel zu richten, es meldete sich aber niemand Schließlich hatte der leitende Arzt im Schloß vor Husum doch einen Arzt aufgetrieben: „Endlich bin ich so glücklich~ Ihnen einen Arzt anzukündigen, der soweit seine ziemliche richtige deutsche Schreibart schließen läßt, ein Mann von Bildung und Geschicklichkeit seyn dürfte.“ Es handelt sich um den Oberschiffsarzt Scheel, von dem man annehmen mußte, daß er sein Examen an’den chirurgischen Academie mit dem „zweiten Charakter“, zumal er jetzt an der Entbindungsanstalt in Kopenhagen arbeite. Er empfiehlt, auf das Fixum 100 bis 200 Märk darauf zu legen, damit ich keine Vorwürfe bekomme, wenn er nachher sein

Auskommen nicht hat und nicht zufrieden ist!“ Am 22.Dez. 1822 schreibt dann der Oberschiffsarzt Scheel aus dem Entbindung hause in der Amalienstraße zu Kopenhagen, dass er die Stelle annehen möchte, „wenn ich mich dort mit mein Familie auf eine anständige Weise ernähren kann, zumal das Fixum nicht deutend ist. Sobald Sie mich des anständigen Auskommens versichern, wüsche ich noch, dass der alte Arzt schriftlich bekräftige, sich mit keinerlei ärztlicher Praxis abzugeben.“ Dies wurde ihm zugesichert.

Nun brach auf Pellworm wieder einmal das Scharlachfieber aus und praktisch war man ohne Arzt. So bat die Vorslherschaft den Husumer Physikus Friedlieb um einen Interimsarzt. Man bot an, dass dieser sich mit Medikamenten versehen, ein Schiff auf „Communeksten“ chartern und nach hier kommen sollte. Auch wollte man das Gehalt bedeutend erhöhen, wenn nur ein Arzt vor „Hernmung der Schiffahrt“ ankomme. „Es ist äußerst unangenehm, dass wir diese Gehaltserhöhung bis jetzt verschoben haben, vielleicht hätten wir ein Arzt gehabt. Allein, werden oekonomischen Zustand der Interessenten kennt wird uns gewiss entschuldigen. wenn unsere Sparsamkeit nicht immer auf richtige Art anwenden.

Offensichtlich sind wegen der Anstellung Dr. Scheel dann Briefe verloren gegangen, es kommen von dem Dr. Friedlieb vorwurfsvolle Briefe mit dem Schluss „Wenn sich die Herren Landesvorsteher nun nicht bald über die Wiederbesetzug des Landschaftschirurgus einigen können. so sehe ich mich genötigt, dem königlichen Sanitätscollegium solches zu melden.

Am 20. Januar 1823 wurde dann Herr Schröder, der allerdings nur das Examen des 3. Charakters aufzuweisen hatte, als Wundarzt nach Pellworm gerufen, Er durfte „keine, innerliche Kuren verabreichen. „Über die richtige Behandlung des herrschenden Scharlachfieber habe ich Herrn Schröder instruiert und bei der Gelegenheit überzeugt. dass ihm jetzt an Kenntnisse in der Hinsicht mangelt.“ Die monatliche Vergütung betrug 10 Speciesthaler, und überhaupt waren die Vorsteher mit dieser Lösung zufrieden.

In Hinsicht des uns zugesendeten Interims?Arztes können wir nicht umhin, Ew. Hochw, unsere vollkommene Zufriedenheit zu erkennen zu geben. Wir haben weder einen geschickteren Arzt noch billigere Bedingungen erwartet und nicht ermangeln wollen, unseren verbindlichsten Dank hiermit abzustatten. B. N. Friedrichs, L. H, Vorquardsen, Harrsen, H. H. Melfsen, Jac. Dethiefsi Arf. Peterssen, Hinr. Hucht, Samuel Hieronimus Samuelsen.

Nun kam am 3. Februar 1823 ein Schreiben des Herrn Scheel, mit dem er seinen Entschluss kundtat.
„Dass ich nach dem Chirurgiat nicht mehr trachte, weil dieses nicht zwei Ärzte soutinieren (?) kann, welches de fakto sein müsste, wenn ich hinzöge, da ein cand. Chirurgus namens Schröder, wie ich durch ein zuverlässiges Schreiben erfahren habe, nicht allein auf Pellworm gegenwärtig sey, auch dort zu verbleiben mochte.“
Dr. Friedlieb vermutete nunmehr: Ich befürchte, dass Herr Schröder sich herausgenommen hat, eine Cabale zu spielen, wiewohl er auch unschuldig sein kann.
Dr. Friedlieb stellte noch einmal alles richtig, aber Scheel blieb bei seiner ablehnenden Haltung, dass man es ihm nicht verdenken möge.
„Wenn ich ein besseres einem weniger gutem Amte vorziehe, besonders, da der Aufenthalt auf gedachter Insel nicht angenehm ist. So lieb es mir wäre, vom Militair Dienste abzugehen, profilier ich doch, solange keine bessere Aussicht auf das private Auskommen besteht, auf das Chirurgiat zu verzichten.“

Schröder erhielt nunmehr die Auflage, dass er auf Grund des eingeschränkten Examens 3. Charakter nur die wundärztliche Betreuung vornehmen dürfe und „bei der Verabreichung von inneren Kuren den pensionierten Arzt Köller konsultiere.“ Prompt kündigte Schröder.

Dr. Friedlieb bot nun den Arzt Klaus Diederich Thedens an, „der aber ein Sailair von 500 RBTH. erhalten solle. Aus dem Schreiben an Thedens geht dann hervor, dass das Chirurgiat auf Pellworm 340 Haushaltungen mit rd. 2000 Einwohnern und Hooge mit 50 Haush. und 200 Personen umfasst und ihm somit ein gutes Auskommen garantiere.
Zwischenzeitlich befasste sich nun auch das Königliche Sanitäts?Collegium mit der Misere auf Pellworm:
„und dass es nicht leicht sein wird, einen Mann aufzufinden, der die Heilkunde im vollen Umfang auszuüben fähig ist. muss er doch Wundarzt, Arzt und Geburtshelfer zugleich sein. Die Sache ist nicht ohne Schwierigkeit, weil die geringe Hoffnung eines hinlänglichen Erwerbs zum Unterhalt von Weib und Kind nicht leicht jemand bewegen wird, die Stelle auf Lebenszeit anzunehmen.
Dabei moniert das Collegium, dass die Vorsteherschaft nicht die freie Beförderung zum Besuch der Kranken in Aussicht stellt. Aber auch das vertragliche Vorhalten von Medicamenten wird beanstandet.“
„Die Meclicinal Ordnurig gibt keinem Arzt das Recht, Arzneien zu dispensieren. Indeß würde das Collegium mit Rücksicht auf die isolierte Lage und die Unzulänglichkeit der Insel zu gewißen Zeiten nichts dagegen haben, den Arzt die Dispensierung von Arzneien zu gestatten.

(Es folgt ein ganzer Wulst von Auflagen!) Das Collegium wird sich mit der Auffindung eines passenden Subjekts für die Stelle auf Pellworm beschäftigen.“

Seitens der Landesvorsteher wird nochmals auf die dringende Besetzung des Chirurgiats mit einem tüchtigen Arzt hingewiesen, zumal Schröder gekündigt hatte und Thedens noch nicht zusagte. Die isolierte Lage Pellworms musste uns zwar bewegen, alle unumgänglich erforderlichen Ausgaben als unvermeidliches Übel in Geduld zu übernehmen, um dafür am Ende durch einen geschickten Arzt einen dauernden Ersatz zu erhalten. Da indess der Zollverwalter Spiering, hierselbst, welcher auch Arzt ist, seine jedoch unentgeltliche Hilfe nicht versagte, wenn er in Notffällen angesprochen wurde, so konnten wir uns vorerst einigermaßen beruhigen.“

Nunmehr war aber auch Spiering bettlägerig wie auch Köller. Wenn nun auch Koller abwanderte, müsse man wie im vorigen Sommer die kranken Armen nach dem festen Lande in Chur geben und verursachten diese durch ihren Aufenthalt dortselbst der Commüne bedeutende Kosten.

Zwar hatte Herr Schröder die Medikamente vorgehalten, sie auch ausgegeben und den Betrag dafür kassiert, allein, er hatte es unterlassen, dem Apotheker A. B.Becker in Husum diese zu bezahlen. Dieser schrieb nun nicht etwa an die Vorsteherschaft, sondern an Hochwürden Pastor BarteIssen. Dieser übergab das Schreiben dem Landesvorsteher, die Comüne übernahm die Bürgschaft, verlangte jedoch, dass ihr die Kosten für Jede Sendung avisiert werde. Der Apotheker antwortete zustimmend und schloss seinen Brief: „dass die Herren Vorsteher sowohl in Betreff der Preise als der Echtheit der Arzneimittel alles von mir erwarten dürfen, was von einem ehrlichen Mann dem sein guter Name und der gute Ruf seiner Apotheke über alles wertig ist, gefordert werden kann. Der Fortdauer Ihrer Freundschaft empfehle ich mich bestens. Ergebenst A. E. Becker

Nunmehr war ein Contrakt mit dem Arzt Thedens zustande gekommen und trat dieser sein Amt an. Er blieb bis zum 1. November 1825.

Nun ging die alte Geschichte wieder von vorn los. Es wurden wiederum Dr. Friedlieb, das Collegium und die Academie in Copenhagen angeschrieben, um einen Arzt, Friedlik wusste von einem Bataillonsarzt Kruse in Kopenhagen, der nach hier wollte, machte auch im Schreiben noch die Belehrung:
„Übrigens nehme ich mir die Freiheit zu bemerken, dass der Königlichen Chirurgischen Academie in der Titelatur nur „Hochlöblich“ beykommt und die Landesvorsteherschaft nur höchstens nöthig hat, das Wort „Untertänig“ bey Ueberund Unterschriften zu gebrauchen. Dem Sanitäts Collegium kommt eher Hochpreislich bey, da es Jurisdicktion hat.“
Der Batailionsarzt Kruse meldete sich nicht wieder, es wurde dann der Candidatus chirurgia Conrad Nicolaus Nagel aus Copenhagen als Arzt angeboten und angenommen.

Ärzte auf Pellworm:
1801-1822: Köller,Examen 1.Charakter
1822-1823: Schröder, Examen 3.Charakter
1823-1825: Thedens, Examen li. Charakter
1825-1830: Nagel,Examen 1.Charakter
1830-1847: Julinius (ab hier ohne Angaben.)
1847-1862: Dr. Ywersen
1862-1871: Dr. Claßen
1871-1876: Dr. Knoop
1876- Dr. Völkner, Dr. Heinsen
1976-1889: Dr. Boysen
1889-1906: Dr.Pfeil
1906-1930: Dr. Spangenberg
von 1930-1969: Dr. Wittenburg, Dr. Pohl Dr. Otto Schnor, Dr. Egon Schnoor, Dr. Staecker, Dr. Swobodzinsky
und ab 1969: Dr. Schlitt

Zusatz
Viele Einwohner hatten eine Hausapotheke mit einem medizinischen Beratungsbuch. Die einzelnen Tinkturen, Destillate und Essenzen wurden von einer Apotheke in Langensalza nachgeliefert. Dabei hatte man auch gleichzeitig eine Beschreibung der meisten Tierkrankheiten und konnte auch da helfen. ? Später, etwa nach 1920, folgte die Behandlung durch biochemische Mittel, für deren Nachlieferung von Pillen ein hiesiger Tischlermeister sorgte. Die zahnärztliche Versorgung auf der Insel wurde wohl gleich nach dem Kriege 14 ? 18 aufgenommen. Von Husum kam an einigen Tagen der Woche ein Zahnarzt herüber und hatte hier seine Praxis. Zuerst musste noch der Bohrer mit dem Fuß bedient werden, nachher kam ‚ am Hafen Strom. Später war eine Zahnärztin Frl. Zöller bei Kaufmann H. L. Jensen an der Neuen Kirche tätig. 1949 kam dann John Carstens aus der Gefangenschaft und begann seine Praxis im Arzthaus, nachher in dem früheren Haus von Bäcker Dethlefs am Schütting. 1974 setzte er sich zur Ruhe. Seitdem muss jeder zur Zahnbehandlung nach Husum fahren. Da sich die zahnärztliche Versorgung trotz vieler Bemühungen der Amtsverwaltung nicht so einfach regeln lässt, wäre es vielleicht angebracht, die werten Leser unseres Blattes zu bitten, ob vielleicht aus Ihrem Bekanntenkreis ein Zahnarzt aus Liebe zu unserer Insel uns hier betreuen Könnte, vielleicht als Zweitpraxis. Wir glauben, dass in diesem Falle ein Entgegenkommen der Gemeinde zu erwarten ist. Zusatz J. W.

Bilder: Pellwormer Maler auf Reisen

Bilder: Pellwormer Maler auf Reisen

Seit dem 26. November ist in der Reiterstadt Verden / Aller etwas Pellworm ? Atmosphäre zu spüren. Das „Studio Pellworrn“ zeigt bis Ende Dezember im Galerie Cafe Engelhardt die Ausstellung „Maler auf Pellworm“ mit Werken von Heinz Albrecht, Ludwig Vaupel, Walter Groß, Emmi Jensen, Heinrich Petersen, Martin Petersen und Momme Petersen. Der Eröffnungsabend im übervollen Cafe bestätigte, dass Initiator Henry und Gerda Smorra mit ihrer Idee von einem „runden Pellworm?Abend“, ins Schwarze getroffen hatten. Die Landschaftsbilder unserer Pellwormer Maler ließen in den Betrachtern den Wunsch entstehen, mehr über diese den meisten völlig unbekannte Insel zu erfahren. Ein Pellworm Film, eine Reihe charakteristischer Dias, verbunden mit viel Information und Klönschnak brachte den Verdenern unsere nordfriesische Insel näher. Bei Pharisäer und Köm?Punsch kam auch recht bald eine wohltuend gelöste Atmosphäre auf. Schorse und Eumel, den Pellwormern durch ein Sommerkonzert im Studio bekannt, sangen und spielten Plattdeutsche Lieder, darunter einige sehr hübsche Neuvertonungen von Klaus?Groth?Gedichten. (Am Samstag, 14. Januar, 20 Uhr sind sie allerdings wieder im Studio!) Im Laufe des Abends entwickelte sich in dieser niedersächsischen Galerie etwas Pellwormer?Studiostimmung: man verlor die Scheu mitzusingen, Gesungenes auf dem Kamm, Gitarre oder auch durch rythmische Bearbeitung der Punschtassen zu begleiten. Döntjes wurden erzählt, Fragen über Pellworm beantwortet. Eine Reihe Verdener ist sicher im nächsten Sommer als Gast auf Pellworm zu begrüßen. Anfang Januar wandert die Ausstellung dann nach Bergisch Gladbach / Nordrhein Westfalen, wo sie bis Karneval in der „Galerie“ zu sehen ist. Auch hier wird zur Eröffnung ein Pellworm?Abend stattfinden, an dem viele neue Freunde der Insel gewonnen werden dürften. Neben diesem für den Fremdenverkehrssektor recht wesentlichen Aspekt wurde durch diese Wanderausstellung aber auch ein weiteres gewonnen: Die Pellwormer Maler trafen sich zu Planungsgesprächen, stellten einander ihre neuen Arbeiten vor, sprachen über ihre Bilder und wählten gemeinsam die „Ausstellungswerke“ aus. Wohl zum ersten Mal war ein konkreter Anlaß zu solchen Treffen da, und man war sich schnell einig, ähnliche Betrachtungs und Gesprächsabende im Studio von nun an weiterzuführen.

Die erste Discothek im Anton. Heimreich-Haus fand „Anklang“

Die erste Discothek im Anton. Heimreich-Haus fand „Anklang“

Am Freitag, dem 2. Dezember, fand, wie schon angekündigt, di ‚ e erste Diskothek im Anton?Heimreich?Haus statt. Die Disco machte allen Teilnehmern sehr viel Spaß, hoffen wir, dass sie auch beständig weiter läuft. Nun warten die Schüler noch da rauf, dass in Zusammenarbeit mit der ev. Kirche nicht nur die Disco theken, sondern auch die angekündigten Veranstaltungen einiger Lehrer durchgeführt werden. Diese geplanten Veranstaltungen sind z. B., die Spiele, die Herr Jahn durchführen wollte, die Filmvorführungen von Herrn Hartmann, der Kursus von Frau Röschmann und andere. Der Marionettenbau unter Leitung von Herrn Sibbert mit einigen Schülern hat schon begonnen.