Category Archives: Jul. 1978 Nr.13

Petri Jünger hatten ihren großen Tag

Petri Jünger hatten ihren großen Tag

Am Montag, den 19. Juni wurden in der Gastwirtschaft Johannes Jensen, die öffentlichen, dem Deich? und Sielverband gehörenden Gewässer für 6 Jahre zur Fischereinutzung öffentlich, meistbietend zur Verpachtung gestellt. ? Nachdem die Bedingungen verlesen waren, nahm die Versteigerung ihren Lauf. Der erste Teilabschnitt wurde mit fünf DM zugeschlagen, worauf gleich Rufe laut wurden, wie „Dat is ja noch nich mol so veel, ass een Aal, Hess mol billig kreegen.“ Die übrigen Parzellen gingen flott an den Mann oder vielmehr an den Hobby-Fischer. Bei dem Aufruf der einzelnen Gewässer tauchten noch einmal Namen auf, die nur noch die Älteren kennen: Pötjegatt, Oole Rick, Hooge?Wandrat“ usw. Alles Flurbezeichnungen aus alter Zeit. ? Leider ist in den Zuggräben nicht mehr so ein Ertrag wie vor 20 Jahren zu erwarten. Es fehlt an frischem Wasser und wenn kein Regen kommt, können keine Fische mehr drin sein. Es sind durch die Wasserleitung und damit Erstellung von Kläranlagen bei fast jedem Haus zu viele Fremdstoffe in die Gewässer geleitet worden. So fehlt den Fischreihern auch die Nahrungsgrundlage, sie wandeün ab, oder müssen hungern.. ? Nun weiter zur Verpachtung. Die billigste Parzelle?Zuggräben im Norderkoog wurde mit DM 1,eingesetzt und zugeschlagen. Der glückliche Pächter wollte gerne für die6Jahre im Vorraus bar bezahlen, wurde aber nicht angenommen, jährlich 1 DM durch Bankabruf. ? Die teuerste Parzelle wurde die Entnahmestelle in der Hölle, bei denen sich die Liebhaber überboten. Sie brachte die stolze Summe von DM 2.250,- jährlich. Dieser Betrag muß wohl gerechtfertigt sein, wenn man bedenkt, daß erst kürzlich an einem Tag über 500 Pfund Aale gefangen wurden. – Der Versteigerungsabend war für alle ein Erlebnis. Nun hat die liebe Seele erst mal 6Jahre Ruhe. ? Angelmöglichkeiten für Gäste sollen durch die Kurverwaltung an verschiedenen Stellen angeboten werden.

J.W.

Handwerkertreffen auf Pellworm

Handwerkertreffen auf Pellworm

am 17. und 18. Juni 1978 Es ist schon zur Tradition geworden, daß alle zwei Jahre die Kreishandwerksmeister, sowie der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft und verschiedene Obermeister mit ihren Frauen nach Pellworm kommen. Sie kamen, um allgemeine Probleme des Handwerks zu besprechen. In diesem.Jahr war der 17. und 18. Juni vorgesehen. Verschiedene Kollegen des Husumer Handwerkervereins kamen ebenfalls mit ihren Damen, die sich dieser Reise angeschlossen hatten. Um 11 Uhr wurden am 17. Juni die Gäste vom ersten Vorsitzenden, Friedrich Petersen, am Hafen begrüßt. Mehrere Kollegen vom Pellwormer Handwerkerverein waren auch zur Begrüßung gekommen und brachten dann die Gäste mit ihren Autos zur Hooger Fähre, wo dann auch Quartier für eine Nacht bezogen wurde. Am Nachmittag, von 14 bis 16 Uhr, war dann eine Inselrundfahrt. Anschließend fand ein gemeinsames Kaffeetrinken mit Pellwormer Handwerkskollegen statt. Die daran anschließende ?eingeplante ?Versammlung fiel aus, da nurdrei Pellwormer Handwerker anwesend waren. Abends um 19 Uhr war gemeinsames Abendbrot mit anschließendem gemütlichem Beisammensein. Dieswarauch sehrenttäuschend,danurfünf Ehepaare vom Pellwormer Handwerkerverein anwesend waren. Trotzdem verlief der Abend sehr gemütlich und alle Gäste waren sehr zufrieden und angetan von ihrer Reise nach Pellworm; sie verabschiedeten sich auf ein baldiges Wiedersehen. Im Auftrage unserer Gäste möchte ich meinen besten Dank sagen an Heinke und Christoph für die gute Bewirtung und einen Dank an die Pellwormer Handwerker Kollegen für die Fahrbereitschaft.

F. P.

Die Freizeitheifer sind wieder da

Liebe Pellwormer, liebe Feriengäste auf Pellworm

„Die Freizeitheifer sind wieder da!“

Wir, Angelika, Roland und Michael das Freizeithelferteam 1 Pellworm’78 freuen unssehr, die Freizeitarbeitauf Pellworm in diesem Jahr mit Ihnen gemeinsam gestalten zu können. Wir haben viel gute Laune und einen Koffer voller Ideen für Sie mitgebracht. Unser Hauptdomizil wird in diesem Jahr das Anton?Heimreich?Haussein. Dort laden wir Sie ein zum geselligen Beisammensein, zum Spielen, Trinken, Basteln und Musizieren. Ansonsten bieten wir Ihnen Nachtwanderungen, Spiele am Strand, Gymnastik und Fahrradtouren an. Unser Ziel in diesem Jahr ist es, dass Anton Heimreich Haus als Treffpunkt für Urlauber und Einheimische zu entwickeln. Es liegt jedoch in Ihrer Hand, genügend Initiative aufzubringen, um unsere Angebote wahr zunehmen, zu verbessern oder auch neue Ideen in unsere Arbeit einzubringen. Nur dann kann unsere Arbeit ein Erfolg werden. Ihre Freizeithelfer Angelika, Roland und Michael

Der Skipper ist auch der Bauherr

Der Skipper ist auch der Bauherr

Pellworm: Dieser Tage erfüllte sich ein Traum Knud Knudsens, der seine im November 1977 auf Kiel gelegte Yacht nach einer Bauzeit von etwa 800 Stunden dem nassen Element übergab. Gudrun Knudsen, Knud Knudsens Frau, taufte die Yacht auf den Namen „Taurus“ und wünschte ihr „allzeit gute Fahrt“.
Knud Knudsen erläuterte, daß das erste Bauelement der „Taurus“ der Vordersteven gewesen sei. Zu Beginn standen nur die Länge (7,30 m über alles), die Breite (2,50 m über alles) und die Höhe (1,45 m ? Logis?) fest. Detail?Zeichnungen gab es ntcht. Die Form der Yacht entstand im Bau. Die Außenhaut, die aus 3 mm Stahlblech besteht, formte Knud Knudsen kalt, als Hilfsmittel dienten lediglich Schraubzwingen. Die Schweißarbeiten führte er mit 3,25?mm?Elektroden durch. Am 13. Januar war die erste Bauphase beendet, der Rumpf, fertig. Bis zum 6. Mai wurden die innenarbeiten abgeschlossen. Letzte Tätigkeit war das Einlegen des Teppichs ins Logis. Man konnte Knud Knudsen die Freude ansehen, als das Boot dann am 6. Mai zu Wasser gelassen wurde, lag seine „Taurus“ doch „wie ein Brett“ im Wasser. Der berechnete Tiefgang stimmte genau (50 cm). Das Gewicht ohne Ballast beträgt übrigens 1800 kg. Segelfertig wird die „Taurus“ 2,3Tonnen wiegen. Die Masthöhe beträgt 7,50 m (über [Deck). Als Segelfläche stehen 16 Quadratmeter zur Verfügung. Yachten in der Größenordnung der „Taurus“ kosten ca. 35000 DIVI. An Materialkosten hatte Knudsen 5000 DM aufwenden müssen. Die 800 Arbeitsstunden, dieer in seiner Freizeit in die Yacht gesteckt hätte, dürfe man allerdings nicht berücksichtigen. Obrigens Knud Knudsen ist weder Schiffbauer noch Schiffszimmermann.

Siegfried Hellmann und Familie

Wir stellen vor

Siegfried Hellmann und Familie

Siegfried Hellmann und Familie Mit den ‚Bikini-Poorn‘, wie manche Pellwormer sagen ? Siete sagt ‚Bikiekni ‚?Gäste ? änderte sich aber auch im Sommer das Leben der Hellmanns. Zwar hatte auch Johann Eck schon hin und wieder Badegäste an Bord, doch häufiger waren es Vierbeiner, die er zwischen Halligen und Inseln hin und herfuhr, Bauern, auch Würmer (nachzulesen bei Hansen, S. 28), und Amtspersonen wie den Landrat, der sich darüber wundert, dass Johann zu ihm ‚Du ’sagte:“Sagen Sie eigentlich zu jedem Menschen ‚Du‘?“ Dor sääd Johann und grien: „Biwoorins, Herr Landrat, wat scholl ik woll, bi’n Duuner, nä, to di un to de Pastor segg ik ‚Ihnen?. (3) Oder den Amtsrichter, den Johann nicht so recht leiden mochte und der ihn obendrein vom guten Krabbenfang abhielt. ‚Johann lett sick Tied. Hoochwater is vorbi, de Strom hettall kentert.’Wohl oder übel mußte der Schifferknecht Ernst den hohen Herrn die letzten 50 m zur Hallig tragen. Und natürlich war ausgemacht, daß Ernst nach 20 m einen Krampf im Bein kriegte. „Hooln Se sick fast, Herr Amtsrichter, ick heff een Kramp in’t Been“. Un dormit sackt he aff. ‚Ja, da lagen sie nun im Schlick ? der Amtsrichter unten, auf dem Bauch die Aktentasche und auf ihm Ernst. (4) ? Amtspersonen muß auch Siete heute ‚im Winter öfter mal zu den Halligen fahren, mit seinem ‚Sturmvogel‘. Wer Halligsitten kennt, kann sich denken, daß da manche Rückfahrt zu einer beschwerlichen Reise wurde.

Wenn Siete nicht auf Ausflugstour ist, geht er mit Jogi auf Krabbenfang. Doch die guten Krabbenzeiten sind vorbei, da können auch unsere hauptberuflichen Krabbenfischer ein Lied von singen. ? Seit 1970 versorgt Siete auch den Vogelwärter auf Norderoog mit lebensnotwendigen Dingen. 1976 hat er ihn übrigens einen Tag vor der Januarflut noch rübergeholt, bei spiegelglatter See. Am Tag darauf war dann der Teufel (sprich: Eckeneckepen) los. Norderoog hatte große Schäden zu verzeichnen.

Zu dieser Vogelhallig hat die Familie Hellmann eine ganz besondere Beziehung ? sie stammen von der Hallig. Norderoog ? damals noch wesentlich größer ? gehörte den Hellmanns bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Dort lebten sie auf der einzigen Warft von Seehundsjagd, Fischen und Landwirtschaft. Sietes Urgroßvater Andreas Hellmann zog dann 1825 nach Hooge, Großvater Johann Eck kam schließlich 1882 nach Pellworm. Seitdem leben die Hellmanns in dem Reetdachhaus am Deich ‚HoogerFähre‘. Hier wurde 1886auch Sietes Vater geboren, der wie heute Sohn Jogi beim Vater Johann Eck das Schipperhandwerk lernte, schließlich selbständig Muscheln und Krabben fischte und Zwei? und Vierbeiner hin und hertransportierte. Siete war natürlich auch schon in jeder freien Minute mit an Bord, soweit ihm die Schule Zeit dafür ließ. Die Schulsituation war während der Kriegsjahre allerdings auch auf Pellworm nicht rosig. Es fehlte an allem, auch an Lehrern, so daß zeitweilig eine Klasse aus 80 Kindern bestand. Lehrer Groß, der damals an der Alten Kirche unterrichtete, denkt da sicher nicht mit den freundlichsten Gefühlen dran zurück.

Nach der Konfirmation arbeitete Siete für kurze Zeit beim Bauern und fuhr dann nach dem 2. Weltkrieg ständig mit seinem Vater mit. Seit 1963 ist er selbständig. Seine Frau Wilhelmine, eine gebürtige Pellwormerin, heiratete er 1952. Die ‚Rancherin ‚versorgt in seiner Abwesenheit Haus und Hof und hält den ständig summenden Teepott am Sieden, damit ihre beiden Männer nach den Fahrten erst mal etwas Heißes in den Leib kriegen. Gemütlich ist es bei den Hellmanns, wenn die Familie sich abendsversammelt. Zur Familiegehört auch noch der jüngste Sohn Andreas, eine Tochter, die auf Nordstrand verheiratet ist und drei Katzen, liebevoll umhegt, die sich allabendlich schnurrend um den bullernden Herd herum versammeln.

Andreas hat inzwischen auch schon manche Tour mit dem ‚Sturmvogel‘ oder den‘ Gebrüdern‘ mitgemacht. Werweiß, wie viele Hellmann?Generationen noch heranwachsen und in die Fußstapfen ihrer Väter treten? Wasser, Watt und Halligen sind nun mal ihr Leben. ‚Un as de Schipper Johann to Johren kamen weer, so hen bi de soembti, föhrt he ni mehr. Jeden Dag geiht he op te Diek, väle Male an Dag, steiht lang un kiekt op’t Water. Sien lange Kieker mott mit. Un wenn ok gornix to kieken is op See, keen Seil un keen Boot, he kiekt röwer na de Halli un öwer’t Water. En Badegast hetdat all dagelang beIuurt. De Badegast weet nix vun de Schipperie un nix vun’t Water. He denkt bi sik: Wat löpt de ole Schipper jeden Dageen poormol opto Diek un kiekt öwerdatWater?De kann he sik keen Vers vun maken.

As Johann do we’r mal steiht, geiht he hen to ein un seggt: Lieber Seemann, warum gehen Sie alle Augenblicke auf den beich und sehen über das Wasser? Es ist doch immer das selbe Bild!“ Johann kiekt ein gorni erst an, he seggt:“Du Doeskopp, wenn de Diek ut Glas weer, bruukt ik ni op to Diekto lopen!“ (5) Und damit hatte er so recht! (1) aus: „Wat bedüden de Baken“? (2) aus: „Ich spreche nicht über meine Praxis“ (3) aus: „Seggst du to jedereen’Du … ? (4) aus: „De Schipper un de Amtsrichter“ (5) aus: „Wenn de Diek ut Glas weeC Alle Geschichten bei: Karl Hansen, Wenn deDiekutGlasweer, Husum Druck und Verlagsgesellschaft, 1975 G.S. Im Vordergrund Heilmanns Haus. Hinten die Hooger Fähre.

Die Pellwormer Wasserversorgung

Die Pellwormer Wasserversorgung

Die Vorgeschichte Die Wasserversorgung ist seit Jahrhunderten ein Problem für unsere Inseleinwohner gewesen. Oft war es sehr schwierig, genügend Wasser für den Haushalt und für das Vieh heranzuschaffen. Man nahm es seit alters her aus den Wasserspeichern, den Kuhlen. Das Kuhlenwasser besteht zu einem Teil aus Grundwasser, zum anderen Teil aus Regenwasser. Nicht selten war es salzig und für den Gebrauch wertlos. Manchmal mußte man das Wasser von abgelegenen Stellen heranschaffen. In solchen Fällen wurde z.B. ein Waschtag für die Hausfrau ein wahres Problem. Das tägliche Wasserschleppen nahm viel Arbeit und Zeit in Anspruch, besonders im Winter, wenn das Vieh in den Ställen stand. In der trockenen Sommerszeit war das Wasser in den Kühlen knapp und zum Teil unsauber und konnte nur nach gründlicher Reinigung als Trinkwasser verwendet werden. Man fügte dem Wasser Alaun hinzu und ließ es einige Zeit im Behälter stehen, damit sich der Schmutz auf dem Boden absetzte. Auch bei der Viehhaltung wirkten sich schlechte Wasserverhältnisse zum Nachteil aus. Die Tiere erkrankten leicht und verloren an Gewicht. Für den häuslichen Gebrauch bevorzugte die Bevölkerung das Regenwasser, welches allerdings nur in kleinen Mengen zur Verfügung stand. Das Regenwasser von den Strohdächern verbrauchte man nicht als Trinkwasser, weil dieses nicht besonders schmackhaft ist. Im 19. Jahrhundert schafften sich einige Pellwormer als erste Modernisierung eine Pumpe an, mit der das Wasser von den Kühlen unmittelbar zum Verbrauchsplatz befördert werden konnte. Dieses war schon ein bedeutender Fortschritt, doch damals eine kostspielige Anschaffung und nicht für jeden erschwinglich. Nachdem 1. Weltkrieg bekamen viele Häuser und Scheunen eine Hartbedachung. Dadurch ergab sich die Möglichkeit größere Mengen Regenwasser aufzufangen und in Bassins zu speichern. Dieses Wasser hatte im Gegensatz zu dem der Strohdächer keinen unangenehmen Geschmack. Es floß vom Dach durch die Dachrinne in einen Filter, wo es durch Kieselsteine und gereinigtem Koks vom groben Schmutz getrennt und dann weiter in das Bassin geleitet wurde. Trotz dieser Verbesserungen kam es nach längeren Trockenperioden oft zu Engpässen in der Wasserversorgung. Viele Bassins wurden leer und viele Kühlen drohten auszutrocknen. Besonders problematisch war der trockene Sommer 1959. Die Pellwormerwaren gezwungen, Wasser vom Festland heranzuschaffen. Große Schuten beförderten laufendfrisches Trinkwasser. Vom Hafen aus brachte man das Wasser mit großen Behältern und Tonnen zu den einzelnen Verbrauchsstätten. Der Bedarf konnte längst nicht voll gedeckt werden. Deshalb galt es, mit der „kostbaren Flüssigkeit“ äußerst sparsam umzugehen. In diesem trockenen Jahr mußten zahlreiche Familien sogar ihre Wäsche auf dem Festland waschen lassen. In strengen Wintern mit starker Eisbildung war auch der Seeweg unterbrochen. Zur Behebung des Wassermangels in dem sehr kalten Winter 1962/63 war für den Notstandfall sogar der Transport von Trinkwasser mit Flugzeugen und Hubschraubern vorbereitet worden. Eine nachhaltige Verbesserung der Pellwormer Wasserversorgung erschien nun unumgänglich.

Der frühere Bürgermeister Wulff hat sich um die Wasserversorgung besonders verdient gemacht. Er setzte sich immer wieder dafür ein, daß Pellworm durch eine „Pipeline“ mit Wasser versorgt werden müßte. Im strengen Winter 1962/63 gelang es ihm den damaligen schleswig?hollsteinischen Ministerpräsident Dr. Lembke auf die Insel herüberzuholen. Der Ministerpräsident sah ein, daß die Wasserverhältnisse nicht mehr zeitgemäß waren und versprach deshalb sofortige Abhilfe. Die Pellwormer ließen jetzt nicht mehr locker, bis das Problem der Wasserversorgung gelöst war.

Das Stadium der Planung Um die Insel Pellworm nun langfristig mit gutem Wasser zu versorgen, gab es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Man konnte das an Ort und Stelle vorhandene Grundwasser mit Hilfe von Entsalzungsanlagen aufbereiten. Eine zweite Möglichkeit war der Anschluß an eines der zentralen Wasserversorgungsnetze auf dem Festland mit Hilfe einer Transportleitung durch das Wattenmeer. Für die Entsalzung des Wassers kamen 3 Verfahren in Frage: das Ausfrierverfahren, das Verdampfungsverfahren und die Elektrodialyse. Für den vorliegenden Bedarfsfall war die Elektrodialyse noch da günstigste Verfahren. Die kalkulierten Jahresausgaben lagen aber dennoch zu hoch. Der Anschluß an die Festlandsversorgung mit Hilfe von Leitungen durch das Wattenmeer stellt trotz höherer Baukosten die wirtschafstliche Lösung dar. Die Möglichkeit, solche Leitungen zu bauen, ist gegeben, seit der Rohre aus Hartpolyäthylen mit geeigneten Rohrverbindungen hergestellt werden, die entweder eingespült oder mit entsprechender Beschwerung auch frei verlegt werden können. Ein freie Verlegung schied aus folgenden Gründen aus:

1. An den Kreuzungsstellen mit den der Schifffahrt als Fahrwasser dienenden Wattströmen besteht die Gefahr, dass die Leitung durch notankernde Schiffe abgerissen wird. 2. An den Uferrändern der Wattströme kann die Leitung b( starkem Eisgang abgeschert werden. Pellworm 3. In starken Wintern treten im Wattenmeer Wassertemperaturen zwischen ?21 und ?31 C auf. Das Süßwasser in die Leitung würde einfrieren, sobald der Durchfluß eine Augenblick zur Ruhe kommt. Ständiger Durchfluß kann nicht garantiert werden, weil eine Unterbrechung durch Betriebsstörungen im Festlandsnetz nicht ausgeschlossen werden kann. 4. Auf allen Wattstrecken finden wir zahlreiche Hoch? und Tiefpunkte und Gefällstrecken, die wesentlich stärker geneigt sind als das erforderliche Druckliniengefälle in die Leitung. An diesen Stellen besteht die Gefahr von Betriebsstörungen durch Luftansammlungen. Solche Gefahren könnten nur durch verstärkten Pumpbetrieb mit extrem hohen Fließgeschwindigkeiten und entsprechend große Förderungen bewältigt werden. 5. Durch Veränderungen in den Wattströmen könnte di Transportleitung an einigen Stellen mit Sand überdec~ werden und an anderen Stellen frei im Wasserhänger Dabei bestünde die Gefahr, daß die Leitungen durch de Druck der Strömungen abgerissen werden. Aus diesen Gründen blieb nur die Wahl, die Leitung einzuspülen. Diese Methode hat man z.B. für eine Durchquerung vo Flüssen mit Kabeln oder Gas? und Wasserleitungen verwand Das Einspülverfahren hat sich bis jetzt gut bewährt und kar deshalb auch beider vorliegenden Ausbaustrecke Pellworm Festland zum Zuge. Es galt jedoch zum ersten Male, einoffene Wattenmeer zu durchqueren. Es waren sowohl höhe gelegene Wattflächen als auch tiefe Wattströme zu überwinden.
Ein weiteres schwieriges Problem war das der Linienführung. Hier gab es hauptsächlich 3 Alternativen. Um die günstigste Möglichkeit herauszufinden, ließ man das Wattengebiet wischen Pellworm und dem Festland eingehend untersuchen. Aus Sicherheitsgründen plante man für die Wattenmeerstrecke eine Doppelrohrleitung.. Um die erforderliche Wassermenge von 850 Kubikmeter täglich in den auf Pellworm vorgesehenen Speicherbecken fördern zu können, waren PE?hart?Rohre mit einer lichten Weite von 100 mm erforderlich.

Alternative 1

Die erste Lösung plante den Anschluß an das Versorgungsnetz des Wasserversorgungsverbandes „Uthlande“ auf Nordstrand. Dieser Verband erhält sein Wasser vom Wasserwerk der Stadt Husum. Bei der ersten Lösung bereitete die „Norderever“ die größten Schwierigkeiten. Dort, wo die Wasserleitung die „Norderhever“ überqueren würde, ist der gewaltige Wattenstrom 2 km breit und etwa 20?22 m tief. Der Tidenhub trägt hier rund 3 m. Die Tidenströmungen verursachen im sandigen Untergrund des Strombettes starke Sohlenverlagengen. Um die Gefahr, daß die Leitung freigespült wird, einzuschränken, hätte man große Verlegetiefen wählen müssen. Diese wären auch kaum erreichbar gewesen und hätten einen zu hohen Kostenaufwand erfordert.

Alternative 2

Die zweite Lösung sah vor, Pellworm an das Versorgungsnetz es Wasserbeschaffungsverbandes „Nord“ anzuschließen. Die Wasserleitung sollte vom Cecilienkoog über die Hallig Nordstrandischmoor nach Pellworm führen. Die Verlegung der Leitung zwischen dem Festland und Nordstrandischmoor bot keine besonderen Schwierigkeiten, da dieses Wattengebiet hoch hegt und von keinen tieferen Prielen durchflossen wird. Anders ist jedoch die Strecke zwischen Nordstrandischmoor und dem Pellwormer Seedeich. Auch hier ist die „Norderhever“ das größte Hindernis. Der Wattenstrom hat hier etwa eine Tiefe von 15 m. Bei einer Untersuchung des Untergrundes stellte man fest, daß in etwa 15,5 m Tiefe eine 2?3 m dicke Tonschicht folgte. Die Tonschicht hätte mit der Leitung unterfahren werden müssen. Die schlechte Spülfähigkeit des Tones erforderte wegen der da durch bedingten geringen Fortschrittsgeschwindigkeit so hohe Verlegekosten, daß auch diese Möglichkeit aufgegeben werden mußte.

Alternative 3

Die dritte Lösung verbindet Pellworm ebenfalls mit dem Versorgungsnetz des Wasserbeschaffungsverbandes „Nord“. Die Leitung führt vom Sönke?Nissen?Koog durch das Deichvorland der Hamburger Hallig. Von dort gelangt die Leitung nach Überquerung des nördlichsten Armes der „Norderhever“ und des „Rummelloch?Ost“ zur Nordostspitze unserer Insel. Nach eingehenden Untersuchungen des Wattengebietes zwischen der Hamburger Hallig und Pellworm und nach sorgfältiger Abwägung aller Vor?undNachteile musste die Alternative lll als die günstigste angesehen werden. (Fortsetzung folgt)

Wußten Sie schon…

Wußten Sie schon…

daß getrocknetes Gras Heu heißt?
daß man sich auf Pellworm in seiner Freizeit helfen lassen kann?
daß in Pellworm ein Inselfest „Alles unter einen Hut“ geplant wird?
daß sich die Nordermühle durch eine hohe Wand vor,Blicken schützen will?
daß ein“Rüffel“ in Pellworm ein Spaten ist?
daß Pellworm im Juni von Schwaben besetzt war?

Intern

Intern

Seit dem 19. Juni werden die Tageszeitungen und die Zeit schriften, die auf der Insel verkauft werden, durch den ‚Pressevertrieb Sylt mittels Flugzeug nach Pellworm geliefert. Jetzt ist der Verkauf der Frühzeitungen nicht mehr vom Fahrplan der Schiffe abhängig. Etwa um 9.00 Uhr sind sie in den Geschäften erhältlich.
I.W.

Jubiläumsringreiten auf Pellworm Pellworm

Jubiläumsringreiten auf Pellworm Pellworm

Der Pellwormer Ringreiterverein „Hol fast“ führte auf der Fenne von Christoph Petersen, „Hooger Fähre“, sein Jubiläumsringreiten durch. Der Ringreiterverein besteht in diesem Jahr 30 Jahre. Der erste Vorsitzende des Vereins, Friedrich?Knud Tedsen Friedrichsen, gab gegen 9.30 Uhr die Bahn f ürdie24Teilnehmerfrei, darunter befanden sich vier Amazonen. Es entwickelte sich ein spannender Wettkampf. Gegen 16 Uhrwaren alle Entscheidungen gefallen. Nach der Addition der Ringe stand fest, daß Hans Momme Petersen den 1. Preis mit 16 Ringen gewonnen hatte. Den zweiten Platz belegte Julius Clausen mit 15 Ringen, ebenfalls 15 Ringe erreichte Peter Carl Lucht, der Dritter wurde.Vierter wurde Momme Clausen mit 14 Ringen und Fünfter mit 13 Ringen wurde Stefan Frener. Die Entscheidung in den Runden um die Königswürde gewann Harro Harrsen (unser Bild). Bei der Siegerehrung erinnerte Tedsen Friedrichsen daran, daß das 25. Jubiläumsringreiten ebenfalls von Harro Harrsen gewonnen worden sei. Dank und Anerkennung wurde der Pellwormer Feuerwehrkapelle gezollt, die unter der Leitung von Herbert Petersen seit den frühen Morgenstunden für den musikalischen Rahmen dieser Veranstaltung sorgte. Krönender Abschluß des Tages war der Jubiläumsringreiterball.
W. G.

Jugend trainiert für Olympia

Jugend trainiert für Olympia

Unter diesem Motto fanden im Juni wieder die diesjährigen Schulvergleichskämpfe statt. Die Pellwormer Schule trat dieses Mal mit 4 Mannschaften an. ? Für unsere kleine Schule schon eine beachtliche Leistung. Ca. 50 Schüler starteten am 13. Juni frühmorgens mit Herrn Gibbert und Frau Smorra Richtung Husum. Die’Wettkämpfe machten allen sehr viel Spaß und jeder versuchte, das Beste aus sich herauszuholen. Folgende Disziplinen wurden gefordert: 100?m?Lauf, 800/ 1000?m?Lauf, 100?m?Staffel, Weitsprung / Hochsprung ‚ Schlagball/Kugelstoßen/Speerwurf. Die „kleineren“ Mädchen (ab Jg. 64), größeren Mädchen und größeren Jungen (Jg. 62/63) errangen jeweils den 5. Platz. Die „kleineren“ konnten den 3. Platz für sich gewinnen. Wichtiger war aber für alle vor allem die Teilnahme selbst, das sich Messen mit anderen und der ganze Spaß am Rande.
G.S.