Category Archives: Mär. 1978 Nr.9

Freiwillige Feuerwehr Pellworm

Freiwillige Feuerwehr Pellworm

„Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr“

Vor und seit 1900 hat Pellworm eine Feuerwehr. Was damals eine Pflicht für jeden männlichen Bewohner ab 18 Jahren war ist es heute ein freiwilliges Ehrenamt. Am 24.9.34 wurde die freiwillige Feuerwehr Pellworm gegründet, Brandmeister wurde Friedrich Jensen, der mit ein paar Idealisten und einer Handpumpe den Verein zu leiten und einzusetzen versuchte, wenn Not am Mann war. 1939 wurde die Handpumpe durch eine Motorspritze ersetzt. Ob denn wohl immer genügend Wasser da war zum Spritzen, wenn ein Feuer ausbrach? Denn die Wehr war ja auch auf den Himmel angewiesen, dann war es wohl egal, ob das wenige Wasser von Hand oder per Motor betrieben wurde. Ein großes Loch riss der Krieg in die Reihen der Feuerwehrkameraden. Als dann 1946 ein Appell an alle Männer Pellworms erging, wollte keiner so recht an die Sache heran. Denn die, die der Krieg nicht geschluckt hatte, waren einfach uniformmüde. Sie hatten die Nase voll. So sah es für die Feuerwehr nicht gerade rosig aus. Im Januar 1947 wurde die jetzt bestehende freiwillige Feuerwehr neu aufgestellt. Friedrich Jensen legte sein Amt nach 35jähriger Mitgliedschaft freiwillig nieder. Heinrich Mextorf und Johann Lorenzen wurden als Brandmeister gewählt, die Wert darauf legten, nur freiwillige Männer hinter sich zu haben.

Von 1947 bis Ende der 50ger Jahre hatte die Feuerwehr einen ziemlich schweren Stand, denn das Geld war in der Gemeinde auch nicht sehr reichlich.

1960 stellten die beiden Wehrführer ihr Amt zur Verfügung. Auf Grund dessen, dass Joh. E. Lucht über drei Jahre bei der Marinefeuerwehr war, trat der Vorstand und der damalige inzwischen verstorbene Bürgermeister Wulff an ihn heran und baten Herrn Lucht, das Amt des Brandmeisters und Amtswehrführers zu übernehmen. Mit der Übernahme des Titels „Brandmeister“ mußte sich Herr Lucht verpflichten, alle Lehrgänge auf der Feuerwehrschule Harrislee zu absolvieren. Der erste große Einsatz für Herrn Lucht war der große Brand am Nordermitteldeich (wir berichten noch darüber) am25.5.60, bei dem acht Familienwohnungen abbrannten. Bei diesem schrecklichen Geschehen stellte die Wehr fest, nicht genug ausgerüstet zu sein.

So wurde das Jahr 1961 ein arbeitsreiches Jahr für die Männer der Wehr, eine neue Motorspritze TS8 wurde angeschafft, die dann auch gleich voll zum Einsatz im Winter kam. 200 m Schläuche wurden mit dem Hubschrauber eingeflogen und mit Hilfe der neuen TS8 ging es von einer Trinkwasserkuhle zur anderen, um das kostbare Naß für Mensch und Tier zu pumpen.

Die Kameraden bekamen alle neue Uniformen. 1962 ist dann ein neues Feuerwehrgerätehaus erstellt worden. Im gleichen Jahr ging es mit Sigfried Hellmann nach der großen Sturrnflut nach Hallig Hooge mit der neuen TS8, um die Fetinge Trinkwasserkuhlen) auszupumpen, die randvoll mit Seewasser gefüllt waren. 1963 rückte der erste große Feuerwehrwagen LF8 / TS8 / 8 an.

Zur Freude der Gemeinde stieg die Mitgliederzahl ständig an, die dann auch laufend auf die Feuerwehrschule geschickt wurden. 1967 wurde der Musikzug der freiwilligen Feuerwehr unter der Leitung von Herbert Petersen gegründet. 18junge Leute stießen begeistert ins Horn und hauten auf die Pauke, obwohl vorher kaum einer ein Instrument in der Hand oder vor dem Mund hatte. Ein Bericht über die Feuerwehrkapelle folgt noch in einer späteren Ausgabe der PIZ. Mit Rücksicht das dazu gekommenen Kurzentrum wurde zusätzlich ein TSV Wagen und ein Feuerwehrgerätehaus am Hafen erstellt. Nachdem 1964 Pellworm ein Wasseranschluss vom Festland bekam, übernahm die Feuerwehr die Hydrantenpflege, es sind immerhin 164 Stück, die es heißt zu warten. 1974 wurden die ersten Aternschutzgeräte angeschafft. Die Modernisierung der Feuerwehr wurde erweitert durch die Funksprechgeräte, somit war die Feuerwehr auf den besten Stand gebracht.

Der größte Wunsch der freiwilligen Feuerwehr wäre eine Zentralisierung, vielleicht klappt es ja eines Tages. Vor drei Jahren legte Herr Lucht sein Amt nieder, Herr Jensen trat seine Nachfolge als Hauptbrandmeister und Amtswehrführer an. Die Inselzeitung wünscht der freiwilligen Feuerwehr Wasser marsch!

H.L.

I.W.

„De groote Teepott“

Alte Gebäude auf Pellworm

„De groote Teepott“

„De groote Teepott“ Die älteren Pellwormer und auch unsere Gäste wissen, was mit dem „Teepott“ gemeint ist, aber etwas Genaues gibt es nur vom Erzählen. Das Haus, wie es früher war, besteht nur noch zur Hälfte, der eigentliche“ Große Teetopf“ ist umgebaut. Er liegt an der Südwestecke, dem „Untjehörn“. (Der Name Untjehörn ist einmalig, Lillencron schreibt von der „Insel Untjehörn“, womit die Insel Pellworm gemeint war).

Soweit sich heute noch feststellen lässt, bestand seit etwa 1800 in dem Osttell des Hauses die Gastwirtschaft oder, wie man damals sagte, die Krügerei von lpke Nissen, immer eine Einkehrwirtschaft für Deichbevollmächtigte und Deicharbeiter, die namentlich vor den Unbillen der Witterung Schutz suchten. Bei den Deichschauen waren hohe Herrschaften hier zu Gast. ?Heißer Tee war immer da, weil der Teetopf auf den Teewärmer, der mit „Ditten“ beheizt war, schrummelte. Köm war immer reichlich im Hause, weil nach einer Verordnung dieser nur in Gastwirtschaften in kleineren Mengen als 1/4 Anker = 9 Ltr. verkauft werden durfte. In den damaligen Hökereien durfte nicht unter dieser Menge verkauft werden. Der Verkauf in kleineren Mengen war den Krügereien vorbehalten. Der Sohn von 1 pke Nissen Broder und seine Frau Lene übernahmen wohl ca. 1865 die Wirtschaft und den Landbetrieb von den Eltern. Broder muß als junger Mensch wohl mal schwer krank gewesen sein. Im Jahre 1851 schreibt der Schullehrer Johann Lorenzen an den Doktor Ywersen auf Pellworm einen Brief, dass er die Nacht gewacht hätte und der kranke Broder sehr unruhig war und wild geredet hätte. Die Eltern baten den Arzt so bald wie möglich, je eher desto lieber, nach ihrem Sohn sehen zu wollen. 5 km zu Fuß über Schmeerhörn.

Die Anwohner an den Deichen fanden ihren Broterwerb zum größten Teil durch Schafzucht und hatten Heu in den Pütten, soweit diese schon bewachsen waren. Feuerung lieferte der Strand, und dann gab es noch“Schapsscholen“ ? getrockneter Schafdung, ein herrliches Brennmaterial. Nachfolger von Broder und Lene waren der Sohn Julius Nissen und seine Frau Frauke, die von „Lüttmoor“ stammte. (Nordstrandischmoor).
Julius war in seinen jungen Jahren in Amerika gewesen als Tischler. In der Gaststubewareben noch der „GroßeTeetopf“ und ein durch Uhrwerk betriebenes Relief (Schiffe bewegten sich und eineWindmühle lief). Seinen Lebensabend verbrachte er bei seiner Tochter Henriette, die mit Jens Kiesewein verheiratet war. Kiesewein wohnte am Junkersmitteldeich. Erwar Postschaffner und in den 20ger Jahren auch Telegraphenarbeiter. Nun wieder zur Gastwirtschaft.
Am 17. Juni 1851 sucht lpke Nissen beim Königlichen Ministerium in Flensburg um die Verlängerung der KrügereiConcession nach. Er betont ausdrücklich, dass er die unter dem 9.9.1839 allerhöchst unentgeltlich von dem Hochseeligen dänischen König Christian dem Achten verliehene Concession gerne auch unentgeltlich verlängert haben.möchte. Zur Hauptsache wurde damals Teepunsch ausgeschenkt. Sieben Pünsche für eine Mark, und dann gab es noch eine Zigarre gratis. ? Zucker gab es damals wenig, nur Hutzucker, und so lag es nahe, die Pünsche mit Sirup oder auch Bienenhonig zu süßen.
Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges stand der Teepott gleich im Brennpunkt an der Front. Der erste Tag wird so geschildert: Pioniere bauten an der Innenseite des Deiches einen Unterstand ? Baracken kamen später. Da aber der Bunkerkalt und feucht war und so keinen rechten Schutz bot, lag es nahe, bei Lene von deTeepotterstmal das eingenommene Lösegeld, welches die Fuhrwerke, die bisher oben auf dem Deich gefahren waren und nun wegen der“militärischen Lage“ nicht mehr dort fahren konnten, in warmen Teepunsch umzusetzen. Um die Mitternachtszeit holt man Stroh in die Schenkstube, breitete es auf dem Boden aus und ging zur Ruhe. Lene zog sich mitten in der Stube aus und ging ins Lukebett. Noch war es friedlich. Viele Geschichten gibt’s vom Teepott. Ober das Barackenleben der Inselwache berichten wir noch einmal extra.

I.W.

HIER HABEN SE DAS WORT

HIER HABEN SE DAS WORT

Leserbrief vonTelse Arndt, Plön
Nachdem ich gerade die PIZ Nr. 1 gelesen habe, ist mir die Idee gekommen, Ihnen mein im letzten Jahr verfaßtes Gedicht zu schicken. Auch Jugendliche kommen mal in“Pellwormstimmune‘. Es grüßt Euch ganz herzlich Telse Amdt P.S. Über die gewonnenen Grafiken haben wir uns sehr gefreut, sie gefallen uns gut!

Nordsee

Sturm fegt übers Land,
Bäume die sich neigen.
Regen prasselt auf den Strand,
Wellen, die sich zeigen.

Erst hoch wie Türme –
dann brechen sie nieder,
doch starke Stürme
heben sich stets wieder.

Wind pfeift um die Ecken,
Wasser fällt hernieder,
Menschen, die sich verstecken.
Schauer wieder und wieder.

Ich liebe das!
Statt in Lee in Luv geh,
alles wieder naß;
Ja, das ist die Nordsee.

 

Ut ole Tiden

De ole Frieri seet op de Dack,
he harr son süßti Johr wohl op de Nack.
De Binnennaier töwt und denkt:
„Wo hett he bloß sin Gedanken hinlenkt.“
Ut sin Snack he sick rutlur.
„En schöne Stäät hett Clausen Bur.
Awer merkwürdi, dat dat no keen Tee giwt.“
De Binnennaier lacht und hält sick bit Liew.
Een Moment! Nu paß op und see!
„Will Frieri noch inkamen to Tee.“
So deit de Köksch rop winken.
Wat schön wi all Tee drinken!“

En anner Mol. 01 Frieri bit Middagsdisch seet
und Fleesch und Klümp sick gut smecken leet.
Ganz alleen seet he vör dat Fat,
nümmers vertellt ein wat.
„Feine Fleesch und Klümp, rein grui,
doch en H ibster fallt dorbi.
(Doch achter int Lukenbett hört de Husherr dat so nett)
Nu kümmt Marie mit en Gedränk.
0 ne, o ne, min beste Marie
ick bruk worhafti nix dorbi.

Nu nehm hierut disse Lehr:
„Bis du alleen, so snack ni mehr!“

Elfriede Brummer

 

Dat Fröhjohr kümmt doch!

De Westwind weiht al warm von See,
dar is man noch en lütt bäät Snee.
Wo’t schuli is, ward dat als warm
de Lünken makt al düchti Larm.

De smucke Hahn dar up sien Pahl
versöcht sien Kunst un kreiht al mal.
De Sünn, de kiekt al mal ganz sacht,
een süht al Deerns, de heemli lacht.

De ersten Weeden kamt herut,
de Kater söcht sick al sien Bruut
un rundürn fangt dat an to warken:
‚T ward Fröhjohr Jung, kannst dat nich marken?“

F. Wilhelm Golide

 

Offener Brief an alle mir bekannten Pellwormer!

Einen kleinen Beitrag zu Ihrer Inselzeitung möchte auch ich beitragen dürfen. Doch vorweg die Erläuterung, wie ich überhaupt hierzu komme: Durch einen von mir Verwandten, dessen Frau von der lieblichen Insel stammt, war es mir vergönnt, dieselbe nebst ihren Kindern von der Insel aus dem Urlaub abzuholen, und hierdurch bei dreitägigem Aufenthalt Pellworm nebst einigen Bewohnern näher kennen zu lernen.
Dies veranlaßte mich zu dem unwiderruflichen Gedanken, meinen nächsten Urlaub auf der Insel zu verbringen, da ich durch diejetzige Bekanntschaft die Möglichkeit hatte, und auch dies schon zur Sprache gekommen war.
Die Urlaubszeit nahte, und siehe da: ein Urlauber mehr auf der Insel war da, große Freude bei den bekannten, die meinen Gedanken, daß ich bei ihnen Urlaub mache, gar nicht erst für möglich hielten. Bei uns auf dem flachen Lande war Pellworm ja gar nicht bekannt, doch die wenigen, die die Insel kannten, sprachen gar nicht gut von ihr, dieses machte mich ganz stutzig, ich machte mich auf den Weg, und habe einen Urlaub dort verlebt.
„Wer Ruhe und Geborgenheit von Trott und Arbeit möchte finden, und liebt nicht Hektik oder Streß, der sollte die Insel Pellworm finden, wo es sich erholen läßt.“
Man braucht nicht einsam dort zu sein, die Menschen dort laden schon zum Frohsinn ein, bei,lustigen Abenden im Bratrostschein. Umtrunk im Kegelheim, Wochenend im Gemeinschaftshaus, und draußen Wattwandern bei Sonnenschein, wer könnte da nicht fröhlich sein.
Doch alles läßt sich nicht erzählen, was es sonst noch an Abwechslung gibt, am besten ist für jedermann, der seinen Urlaub dort mal verleben
gez.: Urlauber Horst Kramer aus 3301 Bortfeld Papenstieg 21 aus dem Flachland Niedersachsen, vom Ort am Mittellandkanal.

Karl und Frida Thomsen

Wir stellen vor:

Karl und Frida Thomsen

Vor 50 Jahren am 8. April 1928 haben Karl und Frida Thomsen auf dem Standesamt in Garding geheiratet. Frau Thomsen, gebürtig in Garding, kam nach Pellworm als Hausdeern zu der Kapitänsfamilie Howold. Sie war genau vier Wochen auf Pellworm, da begegnete ihr auf dem Weg zur Bäckerei ein junger Mann, es schlug ein wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Ziemlich schnell wurde geheiratet. 1929 kam der erste kleine Thomsen zur Welt, so ging das dann alle drei Jahre, bis dann fünf kleine Thomsens die Familie vervollständigten. Herr Thomsen war von seinem 10 ten Lebensjahr an in der Landwirtschaft tätig, denn er brauchte damals nur zwei mal einen halben Tag in der Woche zur Schule, wechselte 1936 seinen Beruf als Chausseewärter bei der Gemeinde Pellworm. Der Der Krieg hat auch ihn nicht verschont, und er wurde 1940 zum Zollgrenzschutz gezogen, zum Glück kam er 1945 wieder zu seiner Familie zurück. Das Geld war nicht sehr reichlich, das schwärzeste Jahr für das Ehepaar Thomsen war das Jahr 1934, Herr Thomsen wurde schwer krank, seine Frau mußte mit 6,? RM Krankengeld in der Woche auskommen. Hilfreiche Nachbarn haben die Familie Thomsen unterstützt. Aber trotz allem hatte die Familie Thomsen viel Glück im Leben. Alle fünf Kinder konnten ihren Beruf erlernen. Vier Kinder sind am Festland verheiratet und besuchen ihre Eltern regelmäßig in ihrem Haus am Nordermitteldeich. Bis 1968 hat Herr Thomsen als Chausseewärter gearbeitet, bis sein Sohn Karl Heinz ihn ablöste. Fünf Kinder und 16 Enkelkinder gratulieren zur goldenen Hochzeit. Die Inselzeitung wünscht dem Ehepaar noch viele gesunde Jahre in ihrem Reethdachhaus am Nordermitteldeich. H.L.


Wir gratulieren

zum 70. Geburtstag am
12. März Anne P. Dethlefsen
3 1. März Christine Comilsen

nachträglich zum 70. Geburtstag
am 21. Februar Thomas Andresen
24. Februar Amandus Jacobsen

Zur Vermählung
am 10. März Karin Peterssen Tochter v. Fr. Knud Peterssen

Wir gratulieren:
August Petersen, der am 14. März 94 Jahre alt wird.
Hermann Blohm, der am 18. März 91 Jahre alt wird.

SEEGAARDEN

SEEGAARDEN

Ein geschichtlicher Überblick über das frühere adlige Gut Seegaarden in Vergangenheit und Gegenwart Bearbeitet von Karl-Frierich Krohn, 1954, Pellworm
Vermerke: Die Orginalarbeit ist eine Prüfungsarbeit und befindet sich im Archiv des Aufbauzuges der Hermann Neton Paulsen Schule auf Pellworm. Gez. Karl Fr. Krohn 1954. Angaben stammen zum großen Teil aus dem Archiv der Gemeinde Pellworm. Verzeichnis der Unterlagen befindet sich bei der Redaktion und auf Seegaarden.

Wann die Niedere Gerichtsbarkeit aufgehoben wurde, ist nicht ersichtlich. Man kann nur darauf schließen, daß der Landvogt Klinker das Seegaarden- Archiv am 10.9.1836 an den konstitierten Landvogt Dr. Stemann in Husum abgegeben hat, und damit die Aufhebung erfolgt sein dürfte. Die Rechte der „Gutsherrlichen?Niederen Gerichtsbarkeit“ (Patrimonial?Gerichtsbarkeit) wurden erst 1879 in Deutschland aufgehoben.

Mein Urgroßvater mütterlicherseits, Johann Both, kaufte 1862 das frühere adlige Gut Seegaarden mit 133 Demat Grundfläche (66,5 ha) für cirka 14.000 Bankthaler (ca. 42.000 DM). Er trat den Besitz 1863 an. Die in Raa bei Elmshorn, dem Herkunftsort meines Urgroßvaters, auf seinem dortigen Besitz stehende Scheune wurde in Raa abgebrochen. Das gesamte Material wurde nach hier gebracht und wieder als Anbau zu den stehenden, vorhandenen Gebäuden aufgebaut, wodurch das Gebäude die Hufeisenform erhielt. Später ließ mein Großvater, Otto Both, einen Speicher anbauen als Verlängerung des westlichen Flügels. Dieser war im Laufe der Zeit sehr baufällig geworden und stürzte in der Nacht vom 10. zum 11. Februar 1948 bei einem Orkan ein. Der jetzige Besitzer Max Both ließ den zusammengebrochenen Speicher ganz abbrechen und benutzte das gewonnene Material zur Renovierung und zum Ausbau der alten Scheune.

Über dem Einfahrtstor der alten aus Raa nach hier gebrachten Scheune war ein alter eichener Balken mit der geschnitzten Inschrift:
„Habe deine Lust an dem Herrn, er wird dir geben, was dein Herz wünscht. Psalm 374′
Außerdem die Namen: „Johann Both und Anna Elsabe von Döhren“; das Wort Anno und die Jahreszahl 1819.“ Dieser Inschriftbalken wurde bei einer Verbreiterung und Erhöhung des Scheunentores auf Veranlassung des jetzigen Besitzers entfernt und ist leider nicht mehr aufzufinden und in Verlust geraten.

Mein Urgroßvater und Großvater bauten die Gebäude so aus, wie sie im großen und ganzen noch heute bestehen. Da aus der Zeit des Gutserwerbs keinerlei Risse und Zeichnungen hier vorhanden sind, kann ein Grundriß nur nach Erzählungen rekonstruiert werden. Eine beim Gut befindlich gewesene Zugbrücke deutet darauf hin, daß Seegaarden ein festes Haus oder eine Burg gewesen ist. Der jetzige Hofgarten wurde von meinem Großvater Otto Both angelegt, nachdem Teile des Burggrabens zugeschüttet worden sind. Auch die über den Graben führende Zugbrücke an der Südwestecke wurde erst zu dieser Zeit abgebrochen und durch einen Damm ersetzt, der noch heute die Zufahrt bildet.

Der südliche Flügel des Gesamtgebäudes, heute Wohnflügel, ist wohl der älteste Teil des Hauses und die Stelle der alten Kapelle. Zu bemerken ist, daß die Außenwände eine Stärke von 75 cm teilweise 100 cm haben. Ställe und Scheune haben typisch holsteinischen Charakter. Die Keller des Süd?Flügels sind massiv gewölbt. Nach Erzählungen meiner verstorbenen Großmutter befanden sich früher noch mehrere Gewölbe unter dem alten Bau. Diese hat mein Großvater. zuschütten lassen. Es wurden auch Andeutungen darüber gemacht, daß von diesen zugeschütteten Gewölben ein unterirdischer Gang zur Gurde geführt haben soll. Außerdem befinden sich bei den Gebäuden im Südwesten und Nordwesten je ein großer ausgemauerter Brunnen. Der erstere steht mit dem sogenannten „Sood“ im Garten in Verbindung, der ein letzter Teil des alten Burggrabens ist.
Bei den alten Gebäuden befand sich als alter Zeit noch ein Backhaus, in dem auch Schweineställe untergebracht waren. Dies Backhaus wurde von dem jetzigen Besitzer Max Both wegen Baufälligkeit abgebrochen und da für ein neuer großer Backofen in der Küche des Wohnhauses eingebaut.
Tritt man durch den Eingang in das Haus, so fällt einem die ungewöhnliche Höhe der Räume auf, ebenso die breiten und großen Fenster. Einige schöne und alte Türen ?aus Eichenholz sind nach ihrer Machart Barockstil und dürften um diese Zeit bereits in dem Hause vorhanden gewesen sein. Jedenfalls waren sie bei Übernahme des Gutes im Jahre 1863 bereits im Hause. ?Ein alter massiver Eichenschrank befindet sich in der Eingangsdiele und dürfte nach der Arbeit aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts stammen. Auch waren noch einige alte Truhen aus dem 17. Jahrhundert vorhanden. Eine eichene Truhe mit Schnitzereien und eingelegter Arbeit und dem Namen „Marx Both“ befindet sich bei meinem Onkel Jens Both bei der Neuen Kirche. sie stammt von meinem Ur? Urgroßvater Marx Both, der 1814 von den Russen in der Schlacht in Raa bei Elmshorn erschlagen wurde.
Im Jahre 1953 wurde bei Erneuerung eines Abflußrohres in der Nordwest?Ecke des Hauses ein irdener Topf gefunden. Dieser stammt aus dem 15. Jahrhundert. Daher kann man auch den Schluß ziehen, daß die Entstehung des Gutes um 1473 erhärtet wird. Der Topf befindet sich bei dem heutigen Besitzer Max Both. Die Angaben über das Alter des Topfes sind vom Direktor des Nissenhauses, Herrn Dr. Wohienberg bestätigt. Die jetzige Größe des Hofes beträgt nur noch 74 Demat. Der Besitz ist durch Erbteilung auf diese Fläche herabgegangen, so daß heute nur noch eine mittlere Bauernwirtschaft betrieben wird.
Im Jahre 1953 hat der jetzige Besitzer für drei seiner Kinder drei Siedlungshäuser errichten lassen, die vom Hafen aus auf Seegaarden Grund vor dem eigentlichen Hof am Kirchensteig liegen.

Die ev. Kirche informiert:

Die ev. Kirche informiert:

März:
Sonntag, 19. Palmarum 9.30 Uhr Neue Kirche Vorstellung der Konfirmanden
Freitag, 24. Karfreitag 9.30 Uhr Neue Kirche mit Abendmahl 10.30 Uhr Alte Kirche mit Abendmahl
26. I. Ostertag 9.30 Uhr Neue Kirche
27. II. Ostertag 9.30 Uhr Alte Kirche

Pellwormer Volkstanzgruppe sucht noch Mitglieder!

Pellwormer Volkstanzgruppe sucht noch Mitglieder!

Die Pellwormer Volkstanzgruppe möchte sich wieder etwas vergrößern. Schön wäre es, wenn sich auch Männer dafür begeistern würden, denn zu einer echten Volkstanzgruppe gehören auch Männer und sicher bringt das Tanzen dann auch nochmal soviel Spaß. Sollte es für viele günstiger sein, nicht jede Woche zu proben, so ließen sich auch 14?tägige Probeabende vereinbaren. Also nur Mut! Schaut einmal montags um 19.30 Uhr bei der Turnhalle vorbei! Und noch etwas: Die Volkstanzgruppe ist gern bereit, bei Veranstaltungen etc. zu tanzen. Die Vereine sollten doch einmal bei Hannemarie Jensen vorfragen.

H.J.

Schorse und Oimel

Schorse und Oimel

Schorse und Oimel, das sind die Spitznamen aus der Kinderzeit für zwei junge Musiker, die sich Originalität des Textes und der Musik zu ihrem Ziel gesetzt haben. Ihre künstlerische Gemeinschaft besteht seit 2 1/2 Jahren. Schorse ist der Texter der Lieder, Oimel schreibt die Musik dazu. Beide betonen allerdings, daß es keine strenge Aufgabenteilung gibt. Bei einem Konzert im Studio Pellworm am vorletzten Januar ? Wochende vor überwiegend jungen Zuhörern wurden Lieder, die zum Teil die heutige Gesellschaft hart kritisieren, zum Teil irrealen Inhalts sind, vorgestellt. Nach der Melodie des Volksliedes „Wenn ich ein Vöglein wär“ klagte ein einsames, in einer unbarmherzigen Betonwüste aufgewachsenes Kind „Wenn ich ein Auto wär, dann wär ich Papa’s liebstes Kind.“ Die Leere und Ruhelosigkeit von Erwachsenen kam in dem Lied „Dieser Tag“ zum Ausdruck. Fernseh?Zimmermann bezog einen kräftigen Seitenhieb mit dem Song Aktenzeichen XY“. Mit diesen Liedern zeigen die beiden Sänger und Musikanten ?Stimmen und Spiel von Gitarre, Bousuki und Mundharmonika können sich hören lassen ? vertraute Probleme auf ohne eine Alternative anzubieten. Die soll jeder Zuhörer für sich selbst finden. Beide Künstler sind der Meinung, daß sie den Sinn ihrer Lieder nicht selbst deuten wollen. Sie möchten mit „Der Gnom“ und „Eddie’s Bar“ die Fantasie anregen. „Sich eigene Gedanken machen“ ist etwas, was in der heutigen genormten Welt oft zu kurz kommt. Schorse und Oimel sind keine Berufsmusiker, sondern junge Menschen, die Spaß daran haben, ihre kritischen oder skurrilen Gedanken in Musik auszudrücken. Es ist zu wünschen, daß sie ein noch größeres Publikum finden. Sie wissen allerdings auch, daß größere Popularität Gefahren mit sich bringt und der Spaß an der Sache verloren gehen könnte. Wir möchten jedenfalls, daß sie ihre Freude am Fabulieren mit Worten und Noten behalten. ,Schorse und Oimel traten bisher im „Funkbrettl“ von Radio Bremen, im Ottersberger Atelierhaus, der Hamburger Fabrik, auf verschiedenen Folklorefestivals, auf dem Bremer“Packhaus – Boden“ und im Juli 1977 erstmalig im Studio Pellworm auf. Für Liebhaber solch unsinnig sinniger Kunst gibt’s einen Tip: Ende Juli treten Schorse und Oimel zum Kennenlernen in verschiedenen Orten Nordfrieslands auf.

Helga Brandes

Berufsberatung auf Pellworm

Berufsberatung auf Pellworm

Am 10. Februar war die Berufsberatung in der Gemeindeverwaltung auf Pellworm. Zahlreiche Abgangsschüler und Schülerinnen nahmen an einer ausführlichen Einzelberatung teil und es wurde ihnen dadurch eine Reise nach Husum erspart.

Jahreshauptversammlung Freiwillige Feuerwehr Pellworm

Jahreshauptversammlung Freiwillige Feuerwehr Pellworm

Der Hauptbrandmeister und Amtswehrführer Fritz Jensen begrüßte seine Feuerwehrkameraden in der Gastwirtschaft Johs.Jensen. Herr Jensen führte an, daß in dem Jahr 1977 keine erheblichen Einsätze gefahren werden mußten, außer der üblichen Übungseinsätze und der Notlandung eines Hubschraubers der Bundeswehr, die um Feuerschutz gebeten hatte. Am fleißigsten war der Musikzug, denn immerhin kamen die Kameraden auf 51 Übungsabende und 25 Musikeinsätze.

Dankbar ist die Feuerwehr über den Schulungsraum im Schulpavillon, der am 1.3.78 von der Wehr erstmals genutzt wird.
Herr Jensen, der bei der diesjährigen Wahl als Amtswehrführer wiedergewählt wurde, wurde auch für 30jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Gleichzeitig bekam Herr Heinrich Mextorf und Ernst Jürgensen das silberne Brandschutzehrenzeichen am Bandfür25JahreArbeitinderWehr,Herr Ernst JürgenThams einen Ärmelstreifen für 10 Jahre in der Wehr überreicht.

Der stellvertr. Amtsvorsteher überbrachte den Feuerwehrkameraden Grüße und Dank für ihre Arbeit im Namen des Bürgermeisters Dethlefsen, der leider verhindert war.
Herr Jensen schloß die Versammlung mit den Worten an seine Kameraden, daß das Jahr 78 für die Feuerwehr und die Insel ohne große Katastrophen an ihnen vorübergehen möge.

H.L.