Category Archives: Nov. 1977 Nr.5

Ringreitervereine auf Pellworm

Ringreitervereine auf Pellworm

Nachdem wir in der Inselzeitung bisher Vereine älteren Datums vorgestellt haben, wollen wir heute Vereine jüngerer Zeiten vorstellen. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges sehnte sich der Mensch wieder nach Unterhaltung und Zusammenkünften. Darum wurde auch am 8. August 1947 von Herbert Eggers eine Versammlung einberufen zwecks Gründung eines Ringreitervereins. Doch kam es an diesem Abend zu keiner festen Beschlußfassung. Auf einer zweiten Versammlung am 15. August 1947 waren dann viele Pellwormer erschienen. Dank des Einsatzes von Herbert Eggers konnte an diesem Abend dann der „Ringreiterverein von 1947“ ins Leben gerufen werden. 33 Personen waren zugegen, die folgenden Vorstand wählten: 1. Vorsitzender Herbert Eggers; zweiter Vorsitzender: Ernst August Jakobs; Kassenwart: Thies Martensen; Beiräte: Julius Marcussen und Julius Jansen (Alte Kirche). Es wurde beschlossen, das erste Pellwormer Ringreiten am 28.8.47 zu starten. Somit konnte der Ringreiterverein von 1947 dieses Jahr auf ein 30jähriges Bestehen zurückblicken. Leider waren 1977 nur noch 14 Reiter zu verzeichnen.

 

Da nach 1947 noch viele Heimkehrer zurückkamen und auch viele junge Leute bei den Bauern in Stellung gingen, die ebenfalls Interesse hatten, tauchten Bedenken auf, daß der Verein zu groß würde. Da entschloß sich Hans Heinrich Harrsen, einen zweiten Verein ins Leben zurufen. Die Mitbegründer und erster Vorstand waren folgende Personen: Hans Heinrich Harrsen, Peter Marcussen, Friedrich Petersen (Sattler), Karl Heinz Petersen, Jens Sönksen, Julius Thomsen. Dieser Verein wurde auf den Namen „Hol fass“ getauft. Vereinslokal und Reitplatz war die „Hooger Fähre“. 1948 war es für ein Ringreiten schon zu spät, so wurde ein Gründungsfest gefeiert. Außerdem wurde im Winter ein Theaterstück eingeübt, das von der Bevölkerung begeistert aufgenommen wurde. Dies war gleichzeitig die Gründung der damaligen plattdeutschen Laienspielgruppe, die leider schon seit einigen Jahren nicht mehr besteht. 1949 konnte darin das erste Mal der Reiterkampf des „Hol fass“ Vereins stattfinden. Viele Zuschauer fanden sich an der Hooger Fähre ein.

Bei diesem Reiten hatten einige Herren den Mut gefaßt, einen dritten Verein zu gründen, was dann durch Werbung und Unterschriftenlisfe auch zustande kam. Peter Lucht und Arnold Schulze gingen über die Insel, um Unterschriften zusammen, und sie konnten 38 Interessenten für den neuen Verein gewinnen. Somit wurde am 15.4.49 ein dritter Ringreiterverein gegründet, der den Namen „Reitclub Alt Pellworm“ erhielt. Als Vorsitzender wurde Andreas Petersen gewählt, der diesen Posten bis zum 17.1.72 innehatte. Vereinslokal und Reitplatz war wiederum die „Hooger Fähre“. Am 17.1.72 mußte dieser Verein dann aus Altersgründen wieder aufgelöst werden. Die Tatsache, daß es drei Ringreitervereine gab, regte zu dem Gedanken an, einen Wettkampf zwischen den Vereinen auszutragen. Alfred Dethlefsen stiftete einen Wanderpokal, der bei dreimaligem Sieg im Besitz des Siegers blieb. Das erste Pokalreiten fand am 3.8.1952 statt. Als Sieger ging der Ringreiterverein „Hol fass“ hervor. Auch in den beiden darauffolgenden Jahren war „Hol fass“ Sieger, so daß dieser Verein den Pokal behalten konnte. 1957 stiftete Alfred Dethlefsen erneut einen Pokal, der am 28.7.57 ausgeritten wurde. Als Sieger ging der Verein von 1947 hervor mit 77 Ringen. Die darauffolgenden 3 Jahre errang wieder der Verein „Hol fass“ den Pokal. Zur Zeit ist der Verein „Hol fass“ der stärkste Ringreiterverein in dem 1977 noch 24 Reiter zum Wettkampf antraten. 1978 kann „Hol fass“ auf ein 30jähriges Bestehen zurückblicken.

Leider wird die Lage für den Reitsport auf unserer Insel sehr problematisch, da hier nur noch sehr wenige Pferde vorhanden sind und somit die Tiere vom Festland geliehen werden müssen, was durch Leihgebühr und Frachtkosten eine teuere Angelegenheit wird. Es ist sicher eine Frage der Zeit, ob die beiden Ringreitervereine weiterhin bestehen bleiben können. Es wäre ja schade, wenn der Reitsport nicht aufrechterhalten werden könnte. Zur Zeit gibt es eine Anzahl von Kindern, die sich für den Reitsport interessieren. Bereits in diesem Jahr wurde ein Kinderringreiten durchgeführt. Organisiert wurde dieser Wettkampf von Friedrich Knud Friedrichsen und seiner Frau, W der Reinertrag wurde einem wohltätigen Zweck zugeführt. Den Ringreitervereinen von Pellworm ein dreifaches Hipp Hipp Hurra!

Wildwachsende Heilkräuter auf Pellworm Schafgarbe -Achillea Millefollum L.

Wildwachsende Heilkräuter auf Pellworm
Schafgarbe -Achillea Millefollum L.

Auf Pellwormer Wiesen, Äckern und an Straßenrändern wächst eine bedeutende Heilpflanze, die an ihren weißen, schmucken Blütenbüscheln von weitem zu erkennen ist: die Schafgarbe oder Schafrippe aus der Familie der Korbblütler : Aus dem kriechenden Wurzelstock entwickeln sich nach und nach dichte, rasenförmige, blütentragende Büschel. Die schwach gelben Scheibenblüten, die eine rispige Trugdolde bilden, verfärben sich in höheren Lagen gelegentlich rosa. Die Pflanze erhält durch ihre zahlreichen unten gestielten, im Umriß lanzettlichen, doppelt fliederteiligen Blätter ihr charakteristisches Aussehen. Der Name Schafgarbe leitet sich wahrscheinlich vom althochdeutschen g a r v e, soviel wie Gesundmacher, Heiler, g a r v a = die Heilende ab. Der Name „Schaf“ ist unschwer auf die Vorliebe dieses Tieres für die Pflanze zurückzuführen. Die Benennung „millefolium“ = Tausendblatt ergibt sich angesichts der zierlichen Fliederblättchen von selbst. Im Gattungsnamen Achillea wird man unschwer die Beziehung zu dem antiken griechischen Helden Achilles erkennen, der die heilende Wirkung der Pflanze durch den pflanzenkundigen Chiron kennengelernt haben soll. Die Pflanze enthält viele organische und anorganische Substanzen. Die pharmakologische Wirkung ergibt sich vorwiegend aus Glykosiden, Bitterstoff (Achilein), verschiedenen Zuckern, einer aromatischen Substanz, Achilleasäure (= Akotininsäure), Gerbstoff, Harz, Nitraten, Aspargin, Gummi, Phytosterin, Essig? und Apfelsäure, Eiweißfraktionen, Inulin u.a. Aufgrund des Gerbstoffgehaltes der Pflanze wird sie bei äußeren und inneren Blutungen, Leibschmerzen und Durchfall verwendet, was die Volksheilkunde empirischen Erfahrungen entnommen hatte, ohne sich über den Chemismus im Klaren zu sein. Andere Inhaltsstoffe lassen sie auch bei Leber? und Nierenleiden (Steinbildung), Blasenschwäche, Verschleimungen von Brust und Lunge, Husten, Katharren, Hämoorhoiden, Schwäche der Verdauungsorgane angezeigt sein. Zur Herstellung der Droge werden das Kraut und die Blüte gesammelt, gewaschen, mit einem Messer auf einem Brett kleingehackt und an luftiger Stelle unter ständigen Wenden getrocknet. Man übergießt die Menge der Droge, die man mit drei Fingern greifen kann, mit einer Tasse siedenden Wassers und läßt zehn Minuten ziehen. Die Tagesdosis liegt zwischen 3 und 5 Tassen. Man kann die Pflanze auch als Wildgemüse essen. Dazu werden nur die ersten zarten Blättchen, die sich im Frühjahr zeigen, verwendet. Von den jungen, zarten Blättern kann man auch mittels einer Küchenmaschine den Saft gewinnen und ihn zur Blutreinigung frisch und unkonserviert trinken. In früheren Zeiten wurde die Schafgarbe äußerlich bei Verletzungen und Geschwüren verwendet indem man die zerkleinerte, frische Pflanze mit dem gleichen Volumen Wassers übergoß und zu einem musartigen Brei einkochen ließ. Dieser Brei wurde in sterilen Mull eingewickelt und so heiß, wie man es vertragen konnte auf die Verletzung oder das Geschwür gelegt.

HIER HABEN SIE DAS WORT

HIER HABEN SIE DAS WORT

Leserbrief von Herrn Uwe Süfke, Hamburg
Als sogenannter Zweitwohnsitzler habe ich in der Pellwormer Inselzeitung Nr. 3 mit Interesse den Artikel über die Bevölkerungsstruktur der Insel gelesen und sehe mich veranlaßt, zu den dort getroffenen Feststellungen über Zweitwohnungen einmal einige Anmerkungen zu machen. Der Verfasser des Artikels behauptet: Zweitwohnungen verlangen von der Gemeinde erhebliche kommunale Leistungen und bringen andererseits keinerlei Nutzen. Die Frage sei erlaubt, wo den diese „erheblichen kommunalen Leistungen“ liegen, oder anders gefragt, weiche Leistungen würden für die Gemeinde entfallen, wenn die jeweils zum Verkauf stehenden Gebäude nicht als Zweitwohnung genutzt würden? Wenn dem wirklich so wäre, so ist es einigermaßen verwunderlich, daß die Gemeinde einem Bebauungsplan zustimmt, der am Kaydeich ein Feriengebiet mit ca. 100 Zweitwohnungen ausweist! Hat der Verfasser einmal überlegt, daß es sich bei Zweitwohnungen ausschließlich um alte Gebäude handelt? Wie viele Bauruinen ä la Teufelswarft gäbe es zwischenzeitlich auf Pellworm, wenn nicht Zweitwohnsitzler mit viel Liebe und teilweise erheblichen Kosten diese Gebäude renoviert hätten. Durch die Beseitigung eventuell entstandener Bauruinen hätten der Gemeinde allerdings Kosten entstehen können. Nach meiner Information liegt der Durchschnittskaufpreis für die Zweitwohnungen bei ca. DM 45000,-. Das ergibt die stolze Summe von ca. DM 4,5 Mio., die nach Pellworm geflossen ist, und da mehr Kaufkraft auch mehr Steuerkraft bedeutet, sicherlich indirekt der Gemeinde zusätzliche Steuererträge gebracht haben. Alle Besitzer von Zweitwohnungen zahlen Grundsteuer und zusätzlich Kurtaxe. Viele Zweitwohnsitzler vermieten zusätzlich an Kurgäste, was wiederum Kurtaxe für die Gemeinde bringt! Die Behauptung, auch für die Pellwormer Gewerbebetriebe würde sich kein Nutzen aus den Zweitwohnungen ergeben, muß ais unrichtig bezeichnet werden. Wer hat die Renovierungsarbeiten an den Gebäuden wie Türkenhof, Ponyhof, Silberhof u.v.a. ausgeführt, wenn nicht die ortsansässigen Handwerker? Hat man hierzu einmal die Baugeschäfte, Klempnerelen, Elektriker, Maler, Dachdecker usw. befragt? Die Feststellung, Zweitwohnsitzler brächten sich vom Festland mit, was auf der Insel zu teuer sei, ist geradezu lachhaft. Es kann jederzeit der Beweis geführt werden, daß beispielsweise Fleisch- und Wurstwaren in Hamburg bis zu 40% teurer sind als auf Pellworm. Ähnliches gilt für Brot? und Backwaren und eine ganze Reihe anderer Artikel. Zum Schluß noch etwas Grundsätzliches: Mit der Erhebung einer Zweitwohnsitzsteuer glaubten bereits vor ca. 2 Jahren die Gemeindeväter der Gemeinde Timmendorferstrand das „Ei des Kolumbus“ gefunden zu haben. Einen anschließend um die Rechtmäßigkeit dieser Steuern vor dem Verwaltungsgericht in Schleswig geführten Prozeß hat die Gemeinde verloren, in zweiter Instanz dann auch die beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg eingelegte Berufung. Da ich mir nicht vorstellen kann, daß die Gemeinde Pellworm interessiert ist, ähnliche Prozesse zu führen, sollte man das Thema „Zweitwohnungssteuer“ vorläufig zu den Akten legen.


Frisch wie eine Nordseekrabbe

Der Erfinder dieses Slogans hat ihn wahrscheinlich bildlich aufgefaßt: er wird an ein hübsches, junges Mädchen gedacht haben, das braungebrannt, in knappem Bikini den Nordseewellen entsteigt, noch Wassertropfen im Haar, ein freundliches Lächeln zeigend. In Pellworm kann man den Slogan wörtlich nehmen: Frisch wie eine Nordseekrabbe! Frischer geht’s wirklich nicht, als hier. Die Krabben kommen vom Kutter direkt in das Fischgeschäft oder in die Gaststätten und Restaurants. Die Krabben oder Porrn, wie man in Pellworm sagt, die sich ein paar Stunden zuvor noch in der Nordsee tummelten, bereitet unsere Gastronomie zu schmackhaften Gerichten zu. So gibt es Krabben mit Bratkartoffeln, Krabben mit Ei, Krabben mit Käse überbacken, Krabben auf Schwarzbrot, mit Ei und Tomaten garniert, das sogenannte Wattenbrot, Krabben als Verfeinerung einer Specksauce, mit der man die große Nordseescholle übergießt, oder Krabben in Form des „Hohnensteert“, was als plattdeutsche Obersetzung von „Cocktail“ zu verstehen ist, und nicht zu vergessen die Krabbensuppe und die Porru?Frikadellen, die in Pellworm hervorragend zubereitet werden. Wenn man also an einem Auto den Aufkleber „Frisch wie eine Nordseekrabbe“ entdeckt, sollte man auf Pellworm eine kulinarische Ausdeutung dieses Wortes nicht außeracht lassen.

Der Leuchtturm Pellworm brennt weiter!

Der Leuchtturm Pellworm brennt weiter!

Seit Bestehen des Leuchtturmes auf Pellworm trat nunmehr die lange geplante große Änderung ein. Der bisherige Leuchtfeuerwärter Gerhard K i a u l e h n (50) hat Pellworm verlassen und seine neue Dienststelle angetreten. Die Leuchtfeuer an der Küste werden nach und nach automatisiert. So wird auch das Leuchtfeuer Pellworm mit Unterfeuer und Ochsensand vollautomatisch elektronisch vom Wasser? und Schifffahrtsamt Tönning gesteuert. Der Leuchtturm wurde in den Jahren 1905 ? 07 erbaut von der Firma Pintsch in Dresden. Der erste Leuchtfeuerwärter war Otto Nötzel aus Danzig. Mit zwei Rohölmotoren wurden abwechselnd die Akkulumatoren geladen. – Es war wohl die erste elektrische Anlage auf Pellworm. Als nächster folgte Herr Matthiessen. Die Familie verzog 1928 an die Schlei. Herr D u w e war der Nachfolger bis 1945. Dann kam Bruno K i a u 1 e h n, der Vater des jetzt verzogenen. Er wurde dann Oberleuchtfeuerwärter auf Helgoland, und der Sohn Gerhard übernahm hier die Steile. Inzwischen werden verschiedentlich Änderungen vorgenommen, so in der 30er Jahren der neue Sektor nach Norden. 1949 folgte der Anschluß an das Stromnetz der Schleswag. Es blieb lediglich ein Notstromaggregat. Die Wohnräume im Turm wurden zu Ferienwohnungen des Sozialwerkes des Bundesverkehrsministeriums eingerichtet. Mit Gerhard Kiaulehn geht auch der einzige Amateurfunker von der Insel.
I.W.

Pensionsvieh

„Pensionsvieh“

Das Vieh, das im Frühjahr von hiesigen Bauern auf die Halligweiden „in Pension“ geschickt worden ist, wurde etwas früher als geplant nach Pellworm zurückgeholt. Der Grund war der Sturm am 30. September und 1. Oktober. Durch den Sturm hatten die Halligen Land unter, und die Tiere konnten nicht fressen. Die Pellworm 11 machte zwei Fahrten am 4.10. und 5.10.1977, eine nach Hooge und eine nach Langeness. Von Hooge wurden 109 Stück Vieh, von Langeness 140 Stück herübergebracht. Die zwei Fahrten waren ursprünglich für den 8.10. und 10.10. 1977 geplant. Anfang Mai 1978 wird das Vieh wieder auf die Halligen gebracht. Die 34 Rinder und Schafe, die auf Süderoog den Sommer verbrachten, wurden über das Watt nach Pellworm zurückgetrieben.
B.-U. T.

Krankenwagen

Für die Insel Pellworm ist auf Antrag der Gemeinde ein Krankenwagen zur Verfügung gestellt worden,

um die dort anfallen. den Not? und Unfalltransporte sowie Krankentransporte bis zum Schiff bzw. auf dem Schiff bis Strucklahnungshörn durchzuführen. Diese Möglichkeit ist geschaffen worden, weil festgestellt wurde, daß Patienten bis einschließlich Husum des öfteren bei Wind und Wetter umgeladen werden mußten, bis sie das Krankenhaus erreichten. Der Einsatz dieses Fahrzeuges wird grundsätzlich über die Funkleitstelle und über den in Pellworm praktizierenden Arzt unter Mithilfe der Gemeindeschwester und der Amtsverwaltung eingesetzt. Eine endgültige Lösung kann nur nach einer bestimmten Anlaufzeit, die der Rettungsdienst ungefähr auf 1/2 Jahr befristet, geschaffen werden. Jedoch kann die Funkleitstelle nicht ausgeschlossen werden, weil der Weitertransport durch die festländischen Krankenwagen erfolgen muß.

„Herr, hol dien Hand in See un Storm – Herr, schütz Pellworm!“

„Herr, hol dien Hand in See un Storm – Herr, schütz Pellworm!“

Diese Inschrift trägt die neue Glocke, die am 2. Oktober 1977 (Erntedanktag) bei der Alten Kirche auf Pellworm geweiht wurde. Ein langgehegter Wunsch der Kirchengemeinde ist nun in Erfüllung gegangen. An der Feierstunde nahm neben dem amtierenden Geistlichen Peter H ö 1 z n e r der frühere Pastor Karl Hansen, selber ein „Pellwormer“, jetzt in Husum wohnhaft, teil. Die neue Glocke wurde möglich aus Spenden der Pellwormer Kirchengemeinde und aus Mitteln des Kirchenkreises Husum?Bredstedt. Herr Pastor i.R. Hansen erklärte in der Kirche die Inschrift der Glocke, die übrigens ein Teil des von ihm verfaßten Pellworm Liedes ist. Dieses Lied wurde vom Gemischten Chor während der Feierstunde vorgetragen.

Pastor Hölzner hatte als Predigt?Motto das „D a n k e n“ gewählt. Dieses Wort hatte früher noch einen festen Platz im Leben des Menschen. Selbst zum Erntedanktag sei es ein veralteter Begriff geworden. Pastor Hölzner beendete die Predigt mit Worten von Mathias Claudius aus dem „Wandsbeker Boten“: „Der Mensch bereitet das Feld ? das Wachstum aber in Gottes Händen liegt‘.

Dank galt auch dem Chor unter der Leitung von Frau Beese. Ebenso sei Dank gesagt dem Pastor i.R. Hansen und Herrn Kirchenmusikdirektor K e r n, der auf der Orgel spielte. Wir werden später eine Beschreibung über alle bisherigen Kirchen glocken auf der Insel folgen lassen.
JMW

Unsere Organistin EDDA MEESENBURG Im Sommer 1969

Unsere Organistin EDDA MEESENBURG Im Sommer 1969

verlebte Frau Edda Meesenburg ihren ersten Urlaub auf Pellworm, im Süderkoog. Es gefiel ihr so gut, daß sie im darauffolgenden Jahr wiederkam. Es ist nun nicht mehr festzustellen, ob es die Insel war, die es ihr angetan hatte, oder ihr jetziger Mann Peter, der im Süderkoog eine Landwirtschaft betreibt. Jedenfalls gab es einen Junggesellen weniger, denn 1972 haben Peter und Edda Meesenburg geheiratet, zwei lütte Kinner sind inzwischen auch da. Frau Meesenburg ist in Hamburg geboren und dort zur Schule gegangen, ungefähr mit dem Schulanfang bekam sie auch ihre ersten Klavierstunden. Nach dem Schulabschluß lernte sie erst Arzthelferin und anschließend absolvierte sie noch die Krankenschwesterlehre. 1971 machte sie ihr Staatsexamen. Es muß sich herumgesprochen haben, daß Frau Meesenburg so gut Klavier spielt, es drang bis zu Herrn Pastor Hölzner durch. Im März 1977 bat unser Pastor sie, für Frau Jüngling, die schwer erkrankt war und inzwischen verstorben ist, die Orgel zu spielen. Nach reichlicher Oberlegung und Gesprächen mit ihrem Mann hat sie dann zugesagt. Es ist bestimmt nicht immer leicht für Frau Meesenburg, neben Landwirtschaft, Haushalt und Kindern viermal in der Woche zu üben und zu außergewöhnlichen Zeiten die Orgel zu spielen. Aber die Liebe zur Musik läßt so manches überwinden. Einen Wunsch hat Frau Meesenburg wenn ihre Kinder größer sind: In der Alten Kirche die Arp?Schnittger?Orgel zu erlernen. Weiterhin viel Erfolg, Edda!

H. L.

Anton Dethlefsen

„Anton Bank“

hat Jubiläum Anton Dethlefsen, auf Pellworm besser bekannt als Anton Bank, feiert am 1. November 1977 sein 25jähriges DienstJubiläum. Herr Dethlefsen gab uns einen kleinen Einblick in sein Leben. Er wurde am 19.11.27 auf Pellworm geboren, wo er auch zur Schule ging. Am 1. Mai 1943 trat er seine Lehre bei der Husumer Volksbank an. Die Lehre wurde 1944 unterbrochen, weil er im Februar 1944 zum Reichsarbeitsdienst nach Halle a.d. Saale eingezogen wurde. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft, 1. Oktober 1945, konnte er seine Lehre bei seiner alten Firma fortsetzen und machte 1947 im Frühjahr seine Bankgehilfenprüfung. Er wechselte im Jahre 1951 nach Gütersloh zur Deutschen Bank. Von dort kehrte er am 1. November 1952 nach Pellworm zurück, um den Geschäftsführerposten bei der Spar? und Darlehnskasse Pellworm zu übernehmen. Zunächst arbeitete er alleine mit der Buchhalterin Gertrud Schmidt. Am 25. Mai 1955 heirateten die beiden und haben inzwischen drei Söhne. 1956 wurde die Spar und Darlehnskasse Pellworm durch die Aufnahme des Warengeschäfts erweitert und 1958 das jetzige Bankgebäude bezogen. Inzwischen werden 10 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. Heute sind es 16 Arbeitnehmer. Herr Dethlefsen war und ist stets bemüht, durch seinen persönlichen Einsatz den Betrieb auszubauen und zu modernisieren. Wir wünschen ihm viel Glück und Erfolg für die Zukunft!

B.-U.T.

Herr Kurt Petersen

Herr Kurt Petersen

Ostersiel, der seit 1952 die Hilfsstelle des Arbeitsamtes Flensburg auf unserer Insel geleitet hat, gab die Geschäfte altershalber ab. Die Arbeitsuchenden werden bis zur endgültigen Regelung durch die Amtsverwaltung betreut.