Category Archives: Nov. 1978 Nr. 17

Alte Gebäude auf Pellworm

Alte Gebäude auf Pellworm

Heute von der Wehle bis zum Schmerhörn.

Wir beginnen mit dem Hof, heute Jens Clausen. – Eigentlich ist dieser Ortsteil der Südermitteldeich und genauer die Wehle. Das Haus liegt genau vor der Straße, die vom Westertilli kommt, wie z. B. eine Kirche mitten im Dorf. Der Grund dafür ist aber folgender: Bei den Sturmfluten der vergangenen Jahr-hunderte ist zwischen diesem Haus und der weiter westlich gelegenen Warft von Hermann Lucht der Deich gebrochen und dabei ist eine Wehle entstanden. Das hereinstürzende Wasser hat ein tiefes Loch in das hinter dem Deich gelegene Land gerissen, eben eine Wehle. Heute noch nach 400 Jahren kann man die Größe erkennen. Die Straße nach dem Schütting führt nun um dieses Loch herum. Südlich ist der Deich, der zum Abriegeln des Bruches gebaut werden mußte, gut zu erken-nen. In dem Hause von Clausen, wohnt nun die dritte Genera-tion Jens Cornelius Clausen, der Großvater des jetzigen Besitzers kaufte den Hof von Carsten Jessen, der seines Zeichens Schuhmacher war und die Landwirtschaft nebenher hatte. Die Tochter von Jessen, nach dem Beruf des Vaters Stiene Carsten Schoster genannt, wohnte am Ostertilli, jetzt Anton Samuelsen/Frieda Kröger. Sie wanderte nach dem ersten Weltkrieg nach Amerika aus. – Der Vater des jetzigen Clausen, Martin, wohnt mit seiner Frau in der Abnahme vor dem Hof. Bekannt ist das Haus durch Lene 1, die mit ihrer Mutter dort wohnte. – Der nächste Hof ist die Stelle von Hermann Lucht. Hier wohnten in den letzten Jahren des vorigen Jahrhunderts Heinrich Petersen mit seiner Familie. (Vorfahren von Johannes Heinr. Petersen) Hermann Lucht, sen * übergab den Hof an seinen Sohn Martin mit Frau Anniget). Levsen, die jetzt in der Lehrerwohnung der Sielsschule wohnen. Hermann Lucht, sen. kaufte das Müllerhaus am Tilli von der Witwe Schölermann und zog dorthin mit seiner Frau und Sohn Anton, der heute noch den Beruf des Schuhmachers ausübt, zum Nutzen für alle Pellwormer und Gäste. Dieser Beruf ist nicht mehr sehr gefragt,.und trotzdem wird er drin-gend benötigt. – Das nächste Haus vor der „Löhne“ von Peter Ecklundt steht nicht mehr. In den Jahren um 1880 wohnten hier die Familie Nommen Sievertsen und seine Frau Eike mit ihren Kindern. Ein Sohn aus erster Ehe der Frau war der uns allen wohlbekannte Nicolaus Lampe, der später mit seiner Familie in dem jetzigen Haus „Heigoland“ wohnte. Lampe ware in altge-dienter Seemann, worüber wir noch einmal später berichten werden. Die Stelle von Peter Ecklundt war früher von Christian Rathje und seiner Familie bewirtschaftet, bis Dethief Ecklundt die Steile nach dem 1. Krieg übernahm. Alte Leute sagen noch immer „dat Rathjensstääd“. Es soll dort auch angeblich gespukt haben. Dasjetzige Haus von HolsteinerwarWohnung von Peter Sievertsen, deren Tochter Christine den Schuhma-cherJohs. Christian Lorenzen heiratete. Sie war dieGroßmut-ter von Frau Mariechen v. HoldtamTammensie). – Im nächsten Haus, zuletzt von Detlef Ecklundt bewohnt, war die Familie Hahn zu Hause, es waren dort 5 Kinder. Der bekannteste war Julius Hahn. Er war Seemann und hatte die „Diana“. Zuletzt wohnte er im kleinen roten Haus beim Moordamm, jetzt Ilse Hahn.

Bei diesem und den folgenden Häusern ging der Weg oben längs. Erst im Anfang diese Jahrhunderts wurde die Straße nach unten verlegt. Ein Teil des Mitteldeiches gehört heute noch der Gemeinde Pellworm. Vom „Hahnhaus“ kommt nun ein größerer Abstand bis zum Doppelhaus Van Hezik/Loren-zen. Hier wohnte von 1880 bis ca. 1900 Dietrich Ahrens. Ältere Leute kennen es als das Haus von Liese Hoffmann, eine Tochter von Ahrens. Hoffmann war am Tüterlandsweg geboren. Ein Steinhaufen kündigte noch bis vor kurzem die teile an. Im westlichen Ende dieses Doppelhauses, jetzt Bru-no Lorenzen, wohnte BroderTimmermann mitseinerFrau Liese (Broder Timmermanns). Liese war eine geborene Paulsen und stammte von der Hamburger Hallig. Bruno Lorenzen mit seiner Frau Else, geb, Kölln haben den Besitz von Eduard Lo-renzen (Schoster) übernommen. Seit etlichen Jahren ist dieser Teil mit einem festen Dach versehen, während der Ostteil noch das alte Reetdach hat. Eine Kostenfrage – Reet ist knapp und teuer, Unterhaltung schwierig, und dann die Kosten der fast viermal höheren Versicherung. Nun kommt auf der Weggabe-lung Tüterlandsweg-Kleiner Weg das Haus von August Michaelsen. Es trägt den Namen „Falun“, ein Kirchdorf, welches vor dem Süderkoog belegen war und sicher vor dem 14. Jahrhundert untergegangen ist. Jedenfalls wird es von dem Chronisten Heimreich in seiner Chronik von 1666 nicht mehr erwähnt. August Michaelsen und seine Frau Helga, geb. Lorenzen aus dem Tüterland, kauften das Haus von der Witwe Lene Koch geb. Matthiessen. Lene Koch war, da ihr Mann früh gestorben war, als Kochfrau auf vielen Festlichkeiten, die damals noch in den einzelnen Häusern gefeiert wurden. Sie war allseits bekannt und beliebt. Das Haus lag immer auf der Wegegabelung zum kleinen Weg oder wie er heute als Tüter-landsweg bekannt ist. – Jetzt kommt nach Westen wieder ein größerer Abstand, links im Hunnenkoog der Besitz von früher Johannes Lucht, jetzt Hans Schmidt, dessen Frau Emmi eine geborene Lucht ist.,Es wurde wohl in den Jahren 1905-06 als Rentenstelle gebaut. Dann kommen wir zum Schmeerhörn. Links das Anwesen von Anton Andresen, vormals Peter Petersen und Frau, geb. Adolphsen. Es war vorher bewohnt von den Eltern von Anne Peter Sönke“. Die Familie hieß Paul Christiansen. Eigentlich liegt das Anwesen schon auf dem Untjehörnsmitteldeich zum „Teetopf“. Dieser Deich wurde nach der Sturmfiut 1962 wieder heil gemacht und dient nun wie auch der beschriebene Südermitteideich als zweite Deichlinie. In dem Haus, heute Johann Lorenzen, wohnte Karl Schmeer-hörn (Lorenzen) und vorher Lorenz Lorenzen. Karl stammt aus dem Haus von Johannes Cornilsen aus dem Süderkoog, Etwas weiter nach Westen liegt die Stelle von Christian Lorenzen und seiner Frau, geborene Lorenzen, eine Tochter von Broder Timmermann. Christian Lorenzen ist besser bekannt unter dem Namen „Chrischen Discher „weil er Tischler war. Heute wohnt hier Magda Lorenzen, eine Tochter des Vorgängers. -Alle Bewohner aus den beschriebenen Häusern waren außer in der eigenen kleinen Landwirtschaft an den Deichen beschäf-tigt. Vor allem im Westerkoog, wo es immer nur eine dünne Besiedlung gab, war viel zu tun. Der Deich mußte viele Male neu gebaut oder verstärkt werden. Der Westerkoog hatte auch fast keine Warften, und man getraute sich erst nach der Sturm-flut 1825, auf den Wiesen zu bauen. Der Name Schmeerhörn ist als Ortsteil mit drei Häusern nur klein, aber Freiherr von Liliencron hat bereits von der Insel „Schmeerhörn“ geschrieben. Die Gemütlichkeit und die Gast-freundschaft der ehemaligen Bewohner hatte es ihm wohl angetan. Wirklich, nur eine kleine Reise haben wir gemacht und doch so viel erlebt!

J.W.

HIER HABEN SIE DAS WORT

HIER HABEN SIE DAS WORT

Leserbrief von Martin Kiausch, Berlin
Heute haben wir Ihre Zeitschrift erhalten. Kurz nach Beendigung unseres Urlaubs auf Pellworm ist die Lektüre Ihrer Zeitschrift immer wieder eine Urlaubserinnerung. Dieses Jahr waren wir das vierte Mal auf Pellworm und wir werden weiterhin der Insel unsere Treue bewahren. Meine Frau hat auch die Insel bereits umwandert, aller-dings nicht in 3 Std. u. 44 Minuten. Sie wird im nächsten Jahr versuchen, diesen Rekord zu schlagen. Wenn Gäste Kritik üben, daß nicht alles so ist, wie es sein sollte, dann kann ich nur sagen „Laßt alles so, wie es ist, besser kann es nicht sein. Und wem es nicht gefällt, braucht nicht wiederzukommen. Dadurch wird Überfüllung verhindert.“

Leserbrief von Walter Hauel, Hamburg-Volksdorf
Ich habe in Ihrer Zeitung die Leserbriefe und ihre Beantwortung gele-sen. Wir, meine Frau und ich, sind nun auch schon seit 1963 ständige Gäste auf Pellworm und wir freuen uns immer wieder, daß es auf der Insel keinen Rummel gibt wie überall sonst an der Küste. Wo die not-wendigen hygienischen Verhältnisse berücksichtigt sind, wo für weniger mobile Mitbürger und Gäste ausreichend Ruhebänke vor-handen sind und wo dafür gesorgt werden kann, daß der Verkehr mit LKW und Bussen jeden Kalibers auf das für die lnsel und ihre Wege tragbare Maß beschränkt wird, da braucht es nicht noch aller mög-lichen Attraktionen um Langweiler auf Trab zu bringen. Die Indivi-dualisten, denen die Umgebung, die Weite des Meeres, der Reiz der Halligen noch etwas bedeutet, möchten von denen, die im Urlaub etwas = erleben = müssen nicht als eine quantite negliable durch Anhäufung von sogenannten Kurmitteln und weiteren commerz ausgetrixt werden. Es sollen da schon Touristen vorgekommen sein, die bemängelt haben, daß eine Straßenbeleuchtung nicht vorhanden sei. Es ist nur zu begrüßen, daß unsere Kurverwaltung schon bei ihrer Werbung darauf hinweist, was geboten, aber auch, was nicht geboten wird. Wenn die ansässige Bevölkerung schon leider ab-nimmt, muß das nicht heißen, daß Bungalow-Speculanten nun hier freies Schußfeld bekommen. Der Entvölkerungstrend kann sich sehr bald umkehren wie denn der „Fortschritt“ heute durchaus im Zwie-licht steht. Wir wünschen uns ein weniger stürmisches und nasses 1979 und evtl. ein paar Bänke auf den inneren Inselwegen, für die, die nun mal ihre Märsche mangels Mumm ab und an unterbrechen müssen. Und wei-terhin Klön-Abende!
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Sie waren sicher erschreckt über die „nackte Tillimühle“ in unserer Oktober-Ausgabe. Sie können ganz beruhigt sein: zur Freude aller Einwohner und Gästen ist sie neu eingekleidet worden. In dieser Woche – Anfang November 1978 – werden die Arbeiten vorläufig abgeschlossen. Schick sieht sie aus, die alte und doch so junge Holländer Mühle mit dem schönen Namen „Johanna“. Mögen wir hoffen, daß sie diesen Namen noch lange behalten wird. Jedenfalls, der Anfang ist durch die Familie Weidemann gemacht, und es wird im Rahmen des Möglichen weitergehen.
I.W.

Ein, Pellwormer Jung‘ hoch zu Roß Karl-Heinz Albrecht

Ein, Pellwormer Jung‘ hoch zu Roß Karl-Heinz Albrecht

Viele träumen davon -er hat’s geschafft: Sein Hobby zum Beruf zu machen. Von schönen Pferden und vom Reiten träumte er als Junge – und von Reisen in die viel gepriesene weite Welt. Nun, beides – Reiten und Reisen – tut er jetzt ausgiebig: Karl-Heinz Albrecht ist ein in Fachkreisen bekannter Gestütswart des Celler Hengstgestüts und im Moment der einzige Reiter Deutschlands, der die sonst nur in Wien praktizierte Hohe Schule am langen Zügel beherrscht. Und daß damit nicht nur seine Träume von schönen Pferden, sondern auch von weiten Reisen erfüllt sind, läßt sich denken: Das Celier Gestüt ist bei vielen Auftritten im In- und Ausland vertreten.
Für die Pellwormer, die ihn kennen, ist es sicher interessant, mal zu hören, wie der heute 32jährige das geschafft hat. Nun, nach der Schulzeit machte er zunächst eine dreijährige Lehre in der Landwirtschaft mit anschließender Landwirt-schaftsschule. Danach folgte die Bundeswehrzeit und ein halbes Jahr als landwirtschaftlicher Gehilfe auf einem Gut. Dann aber verfolgte er ganz intensiv seine Ziele: im Herbst 1968 begann er eine 5jährige Ausbildung in der Hengstprüfungs-anstalt Celle – als 21jähriger, was für eine solche Ausbildung schon fast ein, Greisenalter ist und einer Sondergenehmigung bedurfte. 1974 wurde er Prüfungssieger auf Darling‘, 1976 Prüfungssieger aus Akzent l‘ und 1977 dann wiederum auf ,Mahagonie‘. Viele Auftritte im In- und Ausland hat er inzwi-schen hinter sich – übrigens ritt er bereits vor drei Königshäu-sern! 1976 bei der Horse-of-the-Year-Show‘ vor dem englischen, 1977 in Groningen vor dem holländischen und im selben Jahr vor dem belgischen Königshaus, mit einer Dressurquadrille Klasse S auf dem Internationalen Spring-turnier in Brüssel. Großen Beifall erntete er in diesem Jahr in der Reiterstadt Verden, wo er anläßlich eines Galaabends erstmals mit seinem Hengst Einblick‘ die Hohe Schule am langen Zügel‘ vorführte. Im Herbst dieses Jahres ging es dann zu Vorführungen nach Paris.
Man sieht, die weite Welt hat er bereits ausgiebig geschnup-pert, interessante Leute kennengelernt, der große Raimondod‘ Inzeo ist sein väterlicher Freund geworden. Ist er dabei glücklich? Er weiß es selbst nicht so recht. Glück- ja, für, kurze Zeit bei einem guten Ritt, bei dem Gefühl, mit seinem Pferd Höchstleistungen gezeigt zu haben, bei der tief- empfundenen Zuneigung zu seinem Pferd und dem Empfinden, daß diese erwidert wird. Glück auch hin und wieder bei Begegnungen mit großen Reiterkollegen, ver-mischt sich mit etwas Stolz. Doch er sieht die Kurzlebigkeit dieser Dinge. Etwas beneidet er seinen Vater – Heinz Albrecht (Postbote auf Pellworm) – der mit dem Zeichenstift und seinen Farben Empfindungen, Träume, Glück festhalten kann in Bildern, die bleiben – länger bleiben alsseine Pferde, die immer nur kurze Zeit Gefühle von Glück oder auch Zufriedenheit ver-mitteln. Nun, Karl-Heinz Albrecht hat hart an sich gearbeitet, und er hat geschafft, was er sich vorstellte. Daß er trotzdem weiter sucht, nie ganz zufrieden ist und auch manchmal mit etwas Wehmut an Pellworm zurückdenkt – und dies auch aus-drückt – macht ihn für uns liebenswert. Die PIZ möchte ihm an dieser Stelle einmal ganz herzlich gratu-lieren und ihm alles Gutes für seinen weiteren Weg wünschen.

G.S.

Tante Ella Frau Kiaulehn

Wir stellen vor

Tante Ella Frau Kiaulehn, op Pellworm bekannt as Tante lElia, geb. Both. Geboren am 12.5.1897 auf dem GutSeegaarden, im Kreisevon 10 Geschwistern, wo Tante Ella die Drittjüngste ist. Sie ist mit ihren 81 Jahren noch voller Humor. Kartenspielen ist ihr größtes Hobby, dassiejedenTag betreiben könnte. Ein kleines Glas Sekt oder Grog lehnt sie nicht ab, undwennsich dieGele-genheit bietet, schwingt sie auch noch das Tanzbein.

Tante Ella hat ein reichhaltiges Leben hinter sich. Anfang Oktober fährt sie das 23. Mal nach Amerika, um ihren Sohn, sonstige Verwandte und Bekannte zu besuchen. Das erste Mal fuhr Tante Ella 1926 mit ihrer Schwester nach Amerika. Dann hat sie5-6Jahre drüben gearbeitet. Danach kehrte sich wieder zu ihrer Heimatinsel Pellworm zurück. Aber Amerika blieb trotzdem ihre zweite Heimat. Deshalb zieht es sie heute noch von Zeit zu Zeit dorthin. Die ersten fünf Reisen nach drüben gingen noch per Schiff, die dann ca. 6 Wochen dauertern. Heute, mit dem Flugzeug, dauert es nur 13 Stunden. Tante Ella wohnt hierauf Pellworm im kleinen Gartenhaus von Hansi Koopmann, wo sie sich sehr wohl fühlt und es sich gemütlich eingerichtet hat.

Möge Tante Ella die Reise nach Amerika gut überstehen und glücklich wieder nach Pellworm zurückkehren, um noch manche Jahre im Kreise ihrer Klubdamen viele fröhliche Stunden zu verbringen! Das wünscht die PIZ von ganzem Herzen!

F.P.

Aus Pellwormer Familienchroniken und Stamm- und Ahnentafeln

Aus Pellwormer Familienchroniken und Stamm- und Ahnentafeln

von Hermann Petersen
aus dem Nordfriesichen Jahrbuch 1972

IV Die Sturmfluten des 17. Jahrhunderts hatten eine ziemliche Umschichtung in der Zusammensetzung der: Bevölkerung zur Folge; so man Bauer wurde veranlaßt, seinen Hof aufzugeben, andere traten an s Stelle. Zu den Zugewanderten gehörten die Harrsens, deren Stammtafel der Amts- und Gemeindevorsteher Bernhard J. Harrsen (1864-1951) zusammengestellt hat. Carl Harcksen – so nannte sich die Familie damals kam als erster dieser Sippe nach Pellworm-, er starb 1728 am Tilli. Sohn Hinrich Harcksen, Hausmann am Nordermitteldeich, erreichte ein Alter von 84 Jahren. Er heiratete mit 65 Jahren zum zweitenmal, zeugte erneut vier Kinder und ging mit 79 Jahren die dritte Ehe ein. Sehr bald stellten die Harrsens neben dem Ratmann auch den Kirchenjuraten, der mit dem Pastor die kirchlichen Vermögensverhältnisse führte. Die Harrsens zogen oft wieder fort, manche nach den USA und, obwohl eine Auswanderung nach dem Norden bei den Pellwormern selten vorkam, ein Harro Harrsen vor mehr als 100 Jahren auch nach Herning in Jütland und seine Söhne, die in Kopenhagen studierten, brachten es in Dänemark zu angesehenen Stellungen. Bernhard J. Harrsen erwarb nach 1900 Waldhusenhof mit seiner geschlossenen Hofform (Gaard), wie er nur einmal auf der Insel zu finden ist (Fr. Schmidt, Gr. Koog). Erfreulicherweise hat sich Bernhard J. Harrsen auch im Ruhestand weiter mit der Genealogie befaßt und den Stammbaum des Landesbevollmächtigten Jacob Dethlefsen erarbeitet. Im Vorwort heißt es: „Zum Gedächtnis der Verstorbenen, im besonderen zu Ehren meiner lieben Mutter Johanna Marie, geb. Dethlefsen.“ Jacob Dethlefsen ist 1763 in Ost-Langenhorn geboren worden und schon in jungen Jahren nach Pellworm gekommen. Seine Frau Martha Cosmus holte er von Nordstrand. Die Cosmus hatten ihr eigenes Familienwappen, eine umkränzte Kugel – die ) Weltkugel, das Weltall versinnbildlichend – mit einem Kreuz. Jacob Dethlefsen erwarb den Hof, der sich noch heute im Besitz der Familie befindet von Gerd Jensen. Sein Sohn Dethlef Dethlefsen (1796-1849) erbte die Stelle und vergrößerte sie. Die Höfe auf Pellworm sind heute kleiner als vor 140 Jahren, als zum Waldhusenhof 108 ha, als zu Seegarden 64 ha gehörten und als Martin Andresen (kein Verwandter der Andresens vorn „Langeland“) bis zu 250 ha bewirtschaftete. (Über Martin Andresen vgl. Marcus Petersens Artikel im Schleswig-Holsteinischen Biographischen Lexikon. Bd. 1, Neumünster 1970, S. 39.) 1970 gab es nach Angabe der Kreislandwirtschaftskammer in Husum auf Pellworm nur neun Betriebe über 40 ha. Dethlef Dethlefsen erlebte schwere Krisenjahre: den dänischen Staatsbankerott 1813, vor allem aber das Flutjahr 1825 mit seinen Folgen. Karl Hansen erzählt in seiner „Chronik von Pellworm“ davon, „wie der reich begüterte Landmann Dethlef Dethlefsen sich eines Tages im Winter auf den Weg zu Fuß nach Hooge über das Eis machte, um dort von den begüterten Schiffskapitänen 300 Mark Courant zu leihen. Unverrichteter Dinge kehrte er wieder heim und erklärte seiner Frau, daß er einen so Gang nicht noch einmal machen werde, lieber wollte er Konkurs anmelden( Ein so begüterter Mann nicht kreditfähig! Diese Geschichte spricht eine sehr deutliche Sprache!“ – Sein Sohn Anton Dethlefsen (gest. 1871 war der zuletzt bestellte Ratmann. Von den Dethlefsens wohnen noch viele auf Pellworm. Lassen wir noch einmal Bernhard J. Harrsen aus dem Vorwort zur Stammtafel sprechen: „Die Dethlefsens waren und sind im allgemeinen gewiß tüchtige Leute. Es ging und geht aber über Höhen und Tiefen. Während es manche zu geachteten Stellungen brachten (Ratleute, Gemeindevorsteher, Schiffskapitäne, Rechtsanwälte, Lehrer usw.), auch einige zu einem gewissen Wohlstand kamen, leben und lebten andere in bescheidenen Verhältnissen.“ Bernhard J. Harrsen brachte 1927 im Pellwormer Gemeindeblattt eine „Nachweisung über die Nachkommen der Maria Margarethe Harrsen, verw. Samuelsen, geb. Tetens auf Pellworm“. Von 1708-1749 amtierte auf der Insel der Pastor Martin Tetens, dessen Frau Elisabeth Katharine die Tochter des Pastors Theodor Luther in Breklum war, von dem lange angenommen worden ist, er sei ein leiblicher Nachkomme des großen Reformators. Pastor Tetens‘ Enkelin Maria Margarethe (1770-1800) heiratete in erster Ehe Hieronimus Samuelsen; somit könnte man sagen, daß alle Pellwormer Samuelsens U. U. in verwandtschaftlicher Beziehung zu. D. Martin Luther stehen – allerdings sei nicht verschwiegen, daß es eine Streitfrage ist, ob der Breklumer Pastor Theodor Luther wirklich ein Ur-enkel Martin Luthers gewesen ist. Studienrat Dr. Jessen hat sie im Jahr-buch des Nordfriesischen Vereins 1924 positiv beantwortet, während Pastor Clasen im „Neuen Luther-Nachkommenbuch“ (1958) die Ansicht vertritt, daß der Nachweis nach dem neuesten Stand der Forschung nicht erbracht sei.
Eine sehr lebendige Familiengeschichte hat die Familie Lucht, bearbei-tet von dem Flensburger Studienrat Dr. Wilhelm Koopmann, einem Schwiegersohn von Pastor Lucht in Kotzenbüll. Der Verfasser verzichtet auf die kurze und bündige wissenschaftliche Form und läßt viele Ange-hörige der Familie selbst erzählen, bringt dazu 13 Tafeln im Anhang. In einem Nachtrag zu seinem Buch vertritt er die Ansicht, daß die Luchts im späten Mittelalter aus dem Rheinland an der Besiedlung des Ostens teil-nahmen; einige blieben in Nordelbingen, wo ihre Nachkommen im heutigen Schleswig-Holstein überall als hoch und niedrig, reich und weniger be-gütert, als Gelehrte und Nichtstudierte anzutreffen sind. Seine Forschun-gen brachten Koopmann Ende der zwanziger Jahre nach Pellworm; er schreibt: „Nur einige Male hatten die Fäden nach Pellworm geführt. Im Telefonverzeichnis für Schleswig-Holstein, das ich auf alle Luchts unter-suchte, fand ich einen Peter und einen Franz Lucht auf Pellworm. Ich schrieb an beide und erhielt von Franz Lucht eine Antwort mit dem Be-merken, daß er eine „Chronik“ der Luchts besitze und bereit sei, sie mir zur Verfügung zu stellen. Auf meine Bitte erhielt ich sie und fand, daß sie nur lücken- und fehlerhaft war. Für mich aber war es ein Bedürfnis, bald-möglichst nach Pellworm zu fahren. Bei Franz Lucht fand ich für vier Tage meines Dortseins freundliche Unterkunft, bei den Pastoren der bei-den Kirchen zu gründlicher Durchsicht der Kirchenbücher gastliche Auf-nahme, in all den Luchtfamilien herzliches Verständnis. Zu einem Ge-burtstag, der wie gewohnt ein echter Luchtfamilientag auf Pellworm war, wurde ich abends eingeladen, wobei ich die meisten dortigen Luchts von heute auf einmal kennenlernte. Eines Tages sagte mir der Pastor von der Alten Kirche, ganz in der Nähe, im „Kloster“, einer alten Häuserreihe, wohne eine Frau Paulsen, geb. Lucht, die habe eine alte Luchtchronik in ihrem Besitz. Ich fuhr in der Mittagspause natürlich sofort mit meinem Rad zu ihr, und vertrauensvoll reichte das 73jährige liebe Mütterchen mir die sorgsam gehütete Urkunde, die von ihrem Großvater begonnen, von ihren Eltern und schließlich von ihr selber fortgeführt war bis 1927″: 1757 wurde Heinrich Lucht aus Lunden in Dithmarschen zum Organisten der Alten Kirche mit ihrer 1711 gebauten Arp-Schnitger-Orgel gewählt. Sein Sohn Heinrich war bereits Ratmann und Landesbevollmächtigter. Ein zweiter Sohn, Peter Lucht, mag der erste Pellwormer gewesen sein, der auf ein Lehrerserninar ging (zunächst in Kiel, dann Tondern) und nach Pellworm nicht zurückgekehrt ist; eine Tatsache, die sich bis heute oft wiederholt hat: die jungen Leute bleiben nach ihrer Berufsausbildung auf dem Festland. (Eine Ausnahme bildete Karl Hansen, der als jüngster Sohn des Pastors Heinrich Hansen, des Verfassers der zweiten Pellwormer Chronik, bei der Alten Kirche aufwuchs und später jahrzehntelang als Pastor an der Neuen Kirche tätig war.) Die Pellwormer Luchts gehen alle auf den Organisten Heinrich Lucht zurück. Das Familienwappen ist in den Farben Blau und Gold gehalten. Der Schild zeigt auf blauem Feld drei gelbe Rosen. Der auf dem oberen Schildrand ruhende Helm trägt als Zier fünf fächerartig grup-pierte Pfauenfedern. Die vom Helm nach beiden Seiten ausschwingenden und den Schild einrahmenden Decken zeigen wieder die Farben Blau und Gelb.
Es sei hier auch noch vermerkt, daß 80 Jahre später als Heinrich Lucht Mareus Schulze (1824-60) als Organist und Küster an der Alten Kirche wirkte, der Stammvater der Familie Schulze. Es folgte der Organist, Küster und Lehrer Johann Heicksen (1822-1874), dessen Nachkommen in den Familien vom Land- und Gastwirt Julius Levsen und Gastwirt Martin Blohm noch leben. Heicksen trat 1866 mit 44 Jahren in den Ruhestand (aus politischen Gründen? Er ist in Soholm aufgewachsen.) und übernahm eine der vielen Schankwirtschaften, die es damals auf der Insel gab. Interessant ist für uns die Frage: Wie unterhielten sich früher die Pell-wormer untereinander? Bis zur Flut von 1634 war Pellworm wie die übri-gen Teile Altnordstrands rein friesisch-sprachig. Danach wurde das Friesi-sche auf Pellworm endgültig bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts von einem recht eigenständigen, immer noch vom Friesischen und beson-ders auch von der Sprache niederländischer Einwanderer geprägten Nie-derdeutsch verdrängt, das gewiß endlich einer näheren und umfangreichen Untersuchung wert wäre! (Zum Thema vgl. L. C. Peters und die Sprachen-karte von Albrecht Johannsen: Heimatbuch Nordfriesland, Husum 1929, S. 376 und Anhang; Karl Hansen, Wie spricht man auf der Insel Pellworm: Monatshefte „Schleswig-Holstein“, 3/1966, Neumünster, S. 69 L; Hans Chr. Nickelsen, Anmerkungen zu den ältesten nordfriesischen Sprachdenkmä-lern: Friesisches Jahrbuch/Nordfriesisches Jahrbuch, Bredstedt 1970, S. 172-188.)
Von dem Flensburger Kaufmann Matthias Meesenburg besitzen wir einen Stammbaum seiner Familie aus dem Jahr 1907, von dem Künstler Richard Eckener im Steindruckverfahren ausgeführt. Wir stellen fest, daß bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts Mitglieder der Familie auf Pellworm ansässig waren, und unter ihnen stand schon sehr bald Jo-hann Otto Meesenburg als Ratmann in führender Stellung. Daß Detlef Meesenburg der Besitzer der Tillimühle war, entnehmen wir der Harrsen- Stammtafel. Verweilen wir ein wenig bei Matthias Meesenburg (1860 bis 1941), der auf einem kleinen landwirtschaftlichen Besitz im Süderkoog mit acht Geschwistern aufwuchs. Seine Mutter war eine geborene Winter von Südfall. Wie damals üblich, mußte er sich nach seiner Konfirmation allein durchbeißen. Er kam in die Manufakturwarenlehre nach Bredstedt, begann dann verhältnismäßig früh seinen Aufstieg aufgrund seiner großen Befä-higungen; 1889 gründete und betrieb er ein Manufakturwarengeschäft in Flensburg und pflegte besonders die Verbindungen nach dem Norden, wo er in vielen dänischen Provinzstädten Filialen errichtete. 1919 übernahm er mit seinem ältesten Sohn eine der ältesten Eisenwarenhandlungen Deutschlands; später trat sein Sohn Heinrich in die Firma ein, der heute noch als Senior tätig ist. Außerdem bestehen zwei Filialen mit Eisenwaren und Hausrat in Niebüll und Schleswig. Mit 140 Mitarbeitern zählt die Firma Meesenburg in ihrer Struktur und ihrer Größe zu den maßgeblichen Be-trieben ihrer Branche im norddeutschen Raum.
Der Stammbaum deutet darauf hin, daß die Meesenburgs hierher nach Norden zugezogen sind. Als erster wird der Schneider Johann Meesenburg in Hollingstedt 1665 genannt. Es fällt übrigens auf, daß Matthias Meesen-burg im allgemeinen nur die Geburts- und Sterbedaten, nicht Beruf und Titel angibt. Ich könnte mir denken, daß das für diesen weitblickenden Mann unbedeutend war; er sah in seinem Gegenüber nur den Menrehen. Noch erwähnt sei hier sein Neffe Lorenz Meesenburg „ut de Stikkelbeer-fenn“. Er gehörte zu den wenigen Pellwormern, die ihren Weg nach Osten nahmen. Er ließ sich als Schiffsmakler in Riga nieder, floh in den Wirren der russischen Revolution nach Malmö, begann dort wieder als Schiffs-makler und war lettischer Konsul. Von ihm wissen wir, daß er gern das Meesenburg-Wappen benutzte: Eine rote Greifenklaue auf goldenem Grund. Das silberne Visier ist geschlossen und ist zu beiden Seiten mit einer rot-goldenen Decke mit Blättern darauf versehen. Auf dem Helm sehen wir einen offenen roten Flug. – Zur Meesenburg-Familie gehören auch der schon genannte Johann M. Lorenzen, Kiel, und sein Bruder, der Regierungsveterinärrat Dr. Peter Lorenzen in Frankfurt.

Pellwormer Momme-Nissen-Haus: Geschichte in Glas

Pellwormer Momme-Nissen-Haus: Geschichte in Glas

Kürzlich wurden unter der Leitung von Professor Franz Griesenbrock (Vaals, Holland), dem Verantwortlichen für die künstlerische Gestaltung des Kapellenraumes im Momme-Nissen-Haus, dem katholischen Kommunikationszentrum auf Pellworm, 14 Kirchen-fenster eingesetzt. Professor Griesenbrock erklärte, daß die künstle-rische Gestaltung der Fenster ein Jahr gedauert habe. Da die Fenster in 10 Bereiche aufgegliedert seien, um den Charakter des Hauses zu bewahren, sei ein Höchstmaß an Komposition notwendig gewesen. Professor Franz Griesenbrock: „Die Fenster sind Geschichte in Glas‘, Erinnerung, Denkmal vergangener Jahrhunderte.“ Sie erinnern an die Flut von 1634, als in der Nacht vom 11. zum 12. Oktober an mehr als vierzig Stellen der Deich brach. Über sechstau-send Menschen ertranken. Viele Kirchen wurden zerstört, von einigen sind die Kirchenpatrone bekannt, sieben Fenster sind ihnen gewidmet.

Die ersten drei Fenster im Altarraum (links) zeigen die Flut von 1634. Das vierte Fenster im Kirchenschiff erinnert an St. Pankratius, einen jungen römischen Kaufmannssohn, der in der Verfolgung des Diokletian den Martertod erlitt. Er wird seit dem Mittelalter gerne als Ritter dargestellt. Ihm war die Kirche von Stintebüll geweiht, die 1639 aufgegeben werden mußte. Die zwei Ochsen erinnern an die Kirchbausage: Man habe zwei Ochsen zusammengebunden und sie über Nacht frei gräsen lassen. Wo man sie am Morgen fand, sei die Kirche erbaut worden.

Auf dem fünften Fenster sind St. Laurentius (mit dem Rost) und St. Jakobus derJüngere (mit der Walkerstange) dargestellt. Als Vorlage diente ein altes Siegel der Edomsharde.

St. Laurentius war der Patron der Morsunier Kirche, einer der Hauptkirchen des alten Strandes. Im sechsten Fenster wieder die Flut von 1634.

Eine stilisierte Karte mit den Namen der Kirchspiele des alten Stran-des ist im siebenten Fenster. Die Jahreszahlen bedeuten das Jahr der endgültigen Aufgabe der Kirchen.

Das achte Fenster ist das „Holländer-Fenster.“ Im Jahre 1652 schloß der Herzog einen Vertrag mit den holländischen Partizipanten (Aktionären), die das Land wieder bedeichen sollten. Das Paar in der Tracht des 17. Jahrhunderts symbolisiert den Deichgrafen Indervel-den und seine Frau. Über ihnen links der Oratorianer-Priester Christian de Cort (weilte von 1654-1669 auf Nordstrand) und der Wilhelmiten-Pater Roger Indervelden, der erste katholische Seel-sorger auf Nordstrand nach der Reforrnation (1654). Neuntes Fen-ster: Maria. Das Buch in der Hand bedeutet die Heilige Schrift, das Wort Gottes. Der siebenarmige Leuchter ist ein Symbol des Alten Bundes. Dieses Fenster erinnert an die Kirche von Evensbüll, deren Siegel eine ähnliche Darstellung gehabt hatte.

Zehntes Fenster: St. Ursula mit ihren Gefährtinnen. Sie war Patronin der untergegangenen Kirche von Rörbeck.

Elftes Fenster: Jesus Christus als Richter und Erlöser. Nach einem alten Nordstrander Siegel gestaltet.

Zwölftes Fenster: Madonna auf der Mondsichel. Nach einem Siegel des Hinrich Drape aus dem 15. Jahrhundert.

Dreizehntes Fenster: St. Andreas, Patron der Kirche zu Gaikebüll.

Vierzehntes Fenster (im Altarraum rechts): Die Symbole der vier Evangelisten. Eingesetzt wurden die Fenster von Benoit Prick aus Neerharen bei Löwen (Belgien), der Chef einer Firma ist, die sich ausschließlich mit Glasmalarbeiten beschäftigt und die schon seit Jahren mit Professor Griesenbrock zusammenarbeitet. Der Architekt und Baumeister am bischöflichen Generalvikariat Osnabrück Heinrich Hüttenmüller, verantwortlich für die Bauausführung des Momme-Nissen-Hauses, ist besonders glücklich über die „hervorragende“ künstlerische Gestaltung des Kapellen-raumes.

Benoit Prick erklärte dazu, daß das Momme-Nissen-Haus sicherlich nicht diese künstlerische Gestaltung erhalten hätte, wären Baumei-ster Heinrich Hüttenmüller und Professor Griesenbrock nicht schon seit Jahren miteinander befreundet. Die Kosten der Fenster seien geringer angesetzt als sonst üblich. Professor Griesenbrock gestaltet zur Zeit Fenster eines Restaurants bei Amsterdam. Ein Fenster dort wird so teuer wie alle 14 Fenster in der Kapelle des Momme-Nissen- Hauses.

W.S.

TSV-Rückblick auf den Sommer 78

TSV-Rückblick auf den Sommer 78

Am 23.7. wurde vom TSV ein Fußballspiel zwischen dem TSV und einer Gastmannschaft zugunsten der Aktion Sorgenkind mit gutem Erfolg durchgeführt. Die Gäste-mannschaft gewann nach einem temporeichen Spiel gegen den TSV mit4:2Toren. Neben dem Spiel wurden außerdem Ponyreiten, Grillwurst und Getränke den Zuschauern angeboten. Zur Unterhaltung spielte die Feuerwehrkapelle auf. Die Einnahmen der Veranstaltung für die Aktion Sorgenkind betrugen am Ende stolze 1.245,- DM. Die übrigen Fußballspiele TSV-Gäste gingen wie folgt aus: 1 Niederlage, 1 Unentschieden, 11 Siege. DieSchüler/Kna-ben Spiele TSV-Gäste gingen mit zwei Unentschieden und einer Niederlage des TSV aus. Das diesjährige Sportfest wurde am 16.7. durchgeführt. Diese Veranstaltung fand unter Mitbeteiligung von Verei-nen des Festlandes statt. Das Fußballspiel für die Aktion Lebenshilfe Husum zwischen dem TSV und einer Gästemannschaft wurde 10: 2 gewonnen. Die Spenden und Einnahmen für die „Lebens-hiffe“ betrugen 500,- DM. Die Volksläufe des TSV am 9.7. und 13.8. waren ein voller Erfolg. Dies betrifft besonders die Beteiligung der Gäste. Zu allerletzt wurden noch zwei Faustballspiele gegen die Versehrten des SV Oerlinghausen durchgeführt. Am 16.12. findet übrigens das „Aktivenfest“ des TSV statt (für die Erwachsenen Mitglieder).

D.J.

Sicherung des Fahrzeugs

Sicherung des Fahrzeugs

Bei der Sicherung des Fahrzeugs wird unterschieden: a) Sicherung gegen Verkehrsstörungen und b) Sicherung gegen unbefugte Benutzung 1. Sicherung gegen Verkehrsstörungen: Verläßt der Fahrzeugführer sein Fahrzeug – verlassen bedeu-tet die Aufgabe der unmittelbaren Einwirkungsmöglichkeit -, so muß er die nötigen Maßnahmen treffen, um Unfälle und Verkehrsstörungen zu vermeiden (§ 14 (2) Straßenverkehrs-Ordnung).
Vom Kraftfahrer wird verlangt, daß er in der Regel den Motor abstellt, bevor er das Fahrzeug verläßt. Weiter muß die Hand-bremse angezogen werden oder ein kleiner Gang eingelegt werden. Auf abschüssigen Stellen genügt das Anziehen der Hand-bremse nicht. Hier sind noch weitere Maßnahmen erforderlich: Einlegen eines kleinen Ganges oder Sicherung durch einen Unterlegkeil. Unterlegkeile sind vorgeschrieben für: Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 4.000 kg und Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 750 kg (§ 41 (14) Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung).
2. Sicherung gegen unbefugte Benutzung: Verläßt der Führer das Kraftfahrzeug, so ist es gegen unbefug-te Benutzung zu sichern (§ 14 (2) StVO). Zweck dieser Vorschrift ist nicht der Schutz des Eigentums, sondern die Verhinderung der Benutzung des Fahrzeugs durch unbefugte Benutzer ohne Fahrerlaubnis. Maß der Sicherheit: Zu benutzen sind die gemäß § 38 a StVZO vorgeschriebenen Sicherungseinrichtungen (Lenkradschloß). Außerdem sind die Türen, die Fenster und das Ver-deck zu schließen; die Türen sind zu verschließen. Einige Gerichtsurteile hierzu: „Die Wagentür und die Fenster müssen auch dann verschlos-sen werden, wenn das Lenkradschloß gesperrt ist (Bundes-Gerichts-Hof).“ „Beim Verlassen sind die Türen auch dann zu verschließen, wenn das mit Unbequemlichkeiten verbunden ist (OLG Köln).“ „Die Sicherungspflicht trifft auch den Kraftfahrer, der sein Fahrzeug auf einem Privatgrundstück abstellt, sofern er damit rechnen muß, daß es ein unbefugter Benutzer in den öffentlichen Verkehr bringt (BGH).“Wer sein Fahrzeug ungenügend gesichert abstellt, ist für die fahrlässige Tötung, die der unbefugte Benutzer verursacht, mitverantwortlich (BGH) W.S.

Lokales Kurz Belichtet

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Wuten Sie schon………..

daß man am 17.10.78 auf Pellworm kostenlos telefonieren konnte?‘ Ursache: großer Blitzeinschlag im Fernmeldeamt beim Tilli.
daß ab Weihnachten eine neue Tonbildschau im Studio läuft? Thema: Pellworm, die Insel, die Insel blieb
daß am 7.11.78 im Studio die erste Redaktionssitzung der Jugendlichen stattfand? (Geplant wird eineJugendseite in der PIZ)
daß sich der neue Busbahnhof in Husum jetzt ca. 200 m vom Bahnhof in der Herzog-Adolf-Straße befindet?
daß man jetzt auf einem Bürgersteig zur Liebesallee spazieren kann

Geplant wird

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Geplant wird … … eine Seite für Jugendliche in der PIZ (wahrscheinlich unter dem Titel „Von uns für euch“. Oder habt Ihr bessere Vorschlä-ge?) Die Redaktion, bestehend aus Ju-gendlichen, will unter anderem Probleme und Interessen der Jugendlichen unter die Lupe nehmen. Wenn einige von euch viel-leicht Lust haben, bei uns dabei zu sein, können Sie am 27.12. um 19.00 Uhr bei unserer Sitzung im Studio mitmachen. Jugendliche Gäste dürfen auch kommen. Wir warten auf Themen- und Artikelvor-schläge von euch! „Wir“ – Die Gründungsredaktion