Category Archives: Okt. 1977 Nr.4

Wir stellen vor – Familie Thomsen – Süderoog

Wir stellen vor

Familie Thomsen – Süderoog

Süderoog, am westlichen Ufer des Wattenmeeres gelegen, hat zusammen mit dem kleineren Norderoog die exponierteste Stellung aller Halligen im Wattenmeer. Süderoog ist weit über Schleswig Holsteins Grenzen bekannt geworden durch Hermann Neuton Paulsens Idee, in den 20er Jahren mit Hilfe von internationalen Ferienlagern Völkerverständigung auf eigene Faust zu betreiben. Ja, für seine Hallig die Eigenstaatlichkeit zu erkämpfen. Die geringe Größe der Hallig konnte seit je nur wenige Menschen ernähren, obwohl wie das für Halligverhältnisse sehr stattliche Warfthaus zeigt ? die Besitzer nicht ärmlich waren (1906 wurden noch 40 Stück Hornvieh und 80 Schafe gehalten). Jahrhundertelang wurde Süderoog von der Familie Paulsen bewirtschaftet, zunächst in Lehnspacht, seit 1871 als Eigenbesitz. Nach Hermann Neuton Paulsens Tod 1951 wurde die Hallig verpachtet, 1971 erwarb das Land Schleswig Holstein Süderoog. Es wollte sich vor allem eine sichere Basis für den Küstenschutz erhalten. Die Verwaltung wurde dem Amt für Land und Wasserwirtschaft übertragen. Doch der Bestand der Hallig konnte nur gesichert werden, wenn sie weiterhin von menschlicher Hand bewirtschaftet wurde. Ein Pächter kann Schäden an den Steinbesetzungen der Ufereinfassung sofort feststellen und kleinere sofort selbst beheben. Durch Schaf und Rindviehgräsung sorgt der Pächter auch für eine gesunde Grasnarbe. Doch wer diese Aufgabe übernimmt, muß eine ganz besondere Beziehung zu dieser Landschaft haben. Er muß absolute Einsamkeit ertragen und nutzen können, er muß uns bereits fremde Unbequemlichkeiten auf sich nehmen und vieles allein und mit wesentlichen Mühen tun, was uns als selbstverständliche Dienstleistungen unverzichtbar erscheint, und er muß der Gefahr als Lebensbegleiter intensiv und bewußt ständig begegnen können.

 

Was sind das für Menschen, die es zu solch einem Leben zieht? Gerd Thomsen bewirtschaftet jetzt zusammen mit seiner Frau seit April 1976 die Hallig. 1937 auf Hooge geboren, zog Gerd Thomsens Familie 1939 nach Pellworm, wo er in die damalige Tammensielschule ging. Nach der Schulzeit arbeitete er bis 1958 in der Landwirtschaft und faßte dann den Entschluß, nach Amerika auszuwandern. Als Zwanzigjähriger betrat er amerikanischen Boden und arbeitete als Landwirt und Fliesenleger. Anfang der 60er Jahre wurde er zur US?Army eingezogen und kam zur Zeit der Berlin?Krise als amerikanischer Soldat nach München. Hier lernte er seine heutige Frau kennen (manch Süderoog?Besucher wird sich schon über den süddeutschen Dialekt gewundert haben). 1963 wurde geheiratet, 1967 zog es den Auswanderer dann wieder nach Pellworm zurück, wo er beim Amt für Land? und Wasserwirtschaft arbeitete. Nach 3jährigen, mit recht feuchten und ungemütlichen Erinnerungen beladenem Wohnen im heutigen Haus des „Studio Pellworm“, konnte die Familie Thomsen 1972 in ihr neugebautes Haus in Bupheverkoog einziehen. Als dann 1976 für Süderoog ein neuer Pächter gesucht wurde, griff Gerd Thomsen nach reiflichen Oberlegungen und Gesprächen mit seiner Frau zu. Man tauschte das relativ sichere und bequeme Pellwormer Leben gegen die Einsamkeit Süderoogs.

Sohn Rudi, Bäckerlehrling, verblieb in dem Pellwormer Haus, das ansonsten als Ferienwohnung vermietet wird. Tochter Sonja, 9 Jahre alt und damit schulpflichtig, zog zu Pellwormer Bekannten.

Gerd Thomsen ging bereits im Januar 1976 auf die Hallig, um die Schäden der großen Sturmflut vom 2. Januar mit zu beseitigen. Als seine Frau dann im April nachkam, richtete man es sich in dem schönen alten Hallighaus gemütlich ein. Die Thomsens haben heute 4 eigene Kühe und 34 sogenannte „Pensionskühe“ von Pellworm, außerdem 30 Schafe. Im oberen Geschoß des Haupthauses sind 4 hübsche Gästezimmer eingerichtet, so daß Frau Thomsen den Sommer hindurch auch Feriengäste betreuen kann. Die im Nebengebäude eingerichtete Bewirtungsmöglichkeit für Tagesgäste bietet im Sommer weiterhin kurzfristige Begegnungen mit Gästen, Nach der Saison jedoch ist Heini Liermann, der Pellwormer Halligbriefträger, der einzige mehr oder weniger regelmäßige Kontakt zur Außenwelt. Den Einkauf tätigen die Thomsens größtenteils selbst indem sie, wenn Flut und Wetter eszulassen, mit ihrem kleinen Boot nach Pellworm einkaufen fahren. Strom gibt es auf der Süderoog nicht. Zwar hat die Familie ein Aggregat, das jedoch aus Kostengründen nicht ständig eingeschaltet sein kann. Gegen Abend werden darum Petroleumlampen und Kerzen angemacht. Für die Trinkwasserversorgung steht eine Hydrophoranlage mit Druckkessel und Wasserleitung zur Verfügung. Der Notwasserversorgung dienen 2 weitere Tanks mit 4000 Liter Inhalt. Das übrige Wasser kommt wie ?eh und jeh aus dem Fething, den zu jedem Hallighaus gehörenden Süßwasserteich.

Wer etwas länger unter diesen Lebensbedingungen auf einer Hallig gelebt hat, der weiß, wie schnell sich scheinbare Nebensächlichkeiten zu Existenzkrisen? ausweiten können, und wie einseitige Planungsmaßnahmen das hier noch herrschende Gleichgewicht von Mensch und Natur beenden kann. Denken wir z.B. an die Geschichte mit den Wildgänsen. Die Gänse fressen Gras, von dem ein Herde Vieh leben könnte; ohne Vieh aber lebt ein Pächter nicht rentabel. Heute schafft ein ? wie von vielen Seiten behauptet wird ? übertriebener Naturschutz viel Platz allein für die Wildgänse. Die Folge davon ist ein ökologisches Ungleichgewicht, denn die Kühe finden nicht genügend Nahrung mehr. Bereits ehemalige Süderooger und auch die Bewohner anderer Halligen können lange ? und nicht immer amüsante ? Geschichten erzählen von ihren Erfahrungen mit mehr und minder einsichtigen oder kompetenten Vogelschützern. Wir wünschen der Familie Thomsen auf Süderoog, daß sie weiterhin genügend Mut und Durchhaltevermögen aufbringt für ihr Leben auf der Hallig.

G. S.

Jagdverein Pellworm von 1916

Jagdverein Pellworm von 1916

Bevor 1916 auf Pellworm ein Jagdverein gegründet wurde, war die Jagdnutzung auf der Insel an vier Hauptpächter verpachtet, die es dann weiter verpachteten. Oder es gab auch Jäger, die eine eigene Jagd hatten. Als nun verschiedene Offiziere von der Inselwache während des 1. Weltkrieges auf Pellworm waren, hatten sie auch Interesse, auf Jagd zu gehen. Es waren Major B r a u n, Hauptmann E g g e r t und Leutnant L o h s e. Diese drei Offiziere machten dann den Vorschlag, hier auf der Insel einen Jagdverein zu gründen. ? Dieser Verein wurde dann 1916 in Leben gerufen. Es wurden Satzungen erlassen und genehmigt und ein Vorstand gewählt. Der erste Vorstand hatte folgende Mitglieder: Christian J e b s e n 1. Vorsitzender; Jens Dethlefsen stellvertr. Vorsitzender + 1. Jagdleiter; Johannes Bernhard Petersen 2. Jagdleiter; Lewe Georg Petersen Kassierer; Friedrich Edlefsen Schriftführer; Alwin Möller ‚ Lehrer) stellvertr. Schriftführer. Als einzige? Mitbegründer ist heute noch August Siegfried Petersen, geb. 14. März 1884, am Leben, der hier am Junkersmitteldeich bei seiner Tochter wohnt, Er war auch viele Jahre. Vorsitzender des Vereins. In den 61 Jahren des Bestehens des Vereins waren folgende Jagdleiter tätig: 1916 bis 1925: Jens N. Dethlefsen; 1926 bis 1959: Jens Both; 1960 bis 1976 Johannes Heinr. Petersen. Jetziger Jagdleiter ist Peter Lucht, Joh. Heinr. Koog. Die Jagd erstreckte sich in früheren Jahren nur auf Hasen und Wildenten sowie auf Raubvögel. In den späteren Jahren wurden auch auch Fasanen ausgesetzt, Die Hasenjagden weiden in den Monaten November bis Januar durchgeführt. Die Hasenjagd wird nun als Treibjagd ausgeübt, Suchjagd ist verboten. Die Enten und Fasanenjagd findet August bis Januar statt. Jeder Teilnehmer bekommt einen Koog oder Bezirk zugeteilt. Wann und wo die Treibjagd stattfindet, wird vom Vorstand bestimmt. Der Jagdleiter hat dann die Ausstellung der Jäger und Treiber vorzunehmen. Seinen Anordnungen ist Folge zu leisten. Gäste können mit Einwilligung des Vorstandes an den Jagden teilnehmen. Der Jäger hat sich auf seinem Platz ruhig zu verhalten, sollte er seinen Platz mal verlassen, um in einem nahegelegenen Haus sich durch einen Teepunsch zu erwärmen, welches vorkommen kann, dann muß er mit Strafgeld rechnen, ebenfalls ist für jeden Fehlschuß ein Strafgeld zu zahlen. Nach jedem Treiben muß der Schütze das erlegte Wild beim Jagdleiter melden. Der Jagdleiter führt Buch über die Einzelstrecken und Fehlschüsse und ermittelt hiernach den Jagdkönig und am Schluß des Jahres den Hasenkönig. Nach den Treibjagden war früher dann in irgendeiner Gaststätte zünftiges Schüsseltreiben und anschließend Skatspielen, wobei es manchmal lustig zugehen konnte. Später wurde das Schüsseltreiben abwechselnd privat bei den Jägern abgehalten. Es wurde dann vor einigen Jahren wieder in Gaststätten verlegt mit Vesper und Skatspielen. Zur Zeit hat der Jagdverein 16 Mitglieder. Weidmannsheill

Wildwachsende Heilkräuter auf Pellworm

Wildwachsende Heilkräuter auf Pellworm

Wermut

Auf Pellworm findet man den Wermut an unbedeutenden Orten, an Wegen und Zäunen und gelegentlich auf Feldern. Die Pflanze wird bis zu einen Meter hoch, hat ästige, mit silbergrauem Haarfilz überzogene Stengel und ebensolchen ein bis dreifach fliederspaltigen Blättern. Der Wermut war ursprünglich in den Mittelmeerländern zu Hause und ist im Laufe der Jahre nach Norden gewandert. Der Blütenstengel trägt zahlreiche halbkugelige, nickende hellgelbe Blütenköpfchen in reich verzweigten rispigen Blütenständen. Das Kraut hat einen aromatisch bitteren Geschmack. Bereits im Altertum war der Wermut eine der gebräuchlichsten Heilpflanzen. Im Mittelalter schreibt Hieronymus Bock (1572): „Der Wermut ist ein bewert und berhümpt gewächs / beynahe zu allen presten des inwendigen und eußerlichen leibs in alle weg zu geniessen / bekompt wol dem magen stillet schmertzen / erwörmet den Leib / treibet aus allerhand gift und gallen / das wissen die vollen brüder ? benimmet das grimmen / und Bauchwehe … Wer will seine tugend alle erzölen?“ Der Wermut enthält verschiedene Ester und organische Säuren; daneben ein noch nicht genau definiertes blaues Öl (Azuien?), Thuion, Gerbstoffe sowie ein Harz. Der wichtigste Bestandteil jedoch ist ein Bitterstoff, das Absinthin. Die heute genannten Indikationen sind weitgehend die gleichen, die auch Hieronymus Bock schon nannte: Appetitlosigkeit, Magenkrampf, Magenschwäche, Blähungen, Säurebildung, Durchfall. Von übermäßigem Genuß ist abzuraten, da der Bestandteil Thuion nicht ohne Nebenwirkungen ist. Die Droge wird hergestellt, indem man die oberirdischen Pflanzenteile wäscht, ein wenig welken läßt, auf einem Brett klein schneidet und an luftigem Orte und öfterem Wenden trocknen läßt. Man wendet den Wermut in Form des Aufgusses an, indem man die Menge, die man mit drei Fingern greifen kann, mit einer Tasse heißen Wassers übergießt und zehn Minuten ziehen läßt. Ein bis zwei Tassen am Tag sind eine ausreichende Dosis. Man kann aber auch ein oder zwei Wermutstengel mit Blättern und Blüten in eine Flasche Korn stecken und vierzehn Tage ziehen lassen. Dann seihi man durch und trinkt ein Gläschen eine Viertelstunde vor dem Essen. Man gewinnt so einen hervorragenden Aperitif, der die Verdauung fördert.
R. L.

HIER HABEN SIE DAS WORT

HIER HABEN SIE DAS WORT

Leserbrief von Herrn Gerhard Brandes, Mildstedl – Rosendahl
Mit großem Interesse habe ich die Ausgaben August 77 und September 77 Ihres Monatsblattes gelesen und wünsche Ihnen weiterhin Mut und Erfolg zu dieser selbst gestellten Aufgabe. Für die Seite „Hier haben Sie das Wort gebe ich Ihnen nachstehenden Beitrag: „ich habe seit 1945 in Thüringen, Niedersachsen, Nordrhein?, Westfalen, Bayern sowie Schleswig?Hoistein ? in manchen dieser Länder zu verschiedenen Zeiten mehrfach gelebt und zwar sowohl in kleinen und mittelgroßen Landgemeinden, Kleinstädten, Städten bis 500000 und über 500000 Einwohnern als auch in Hamburg, Berlin und über 6 Jahre in Bonn. Daher darf ich mir sicher erlauben einiges zum Thema Kontaktschwierigkeiten zwischen den Pellwormern und den „Nichtpellwormern“ zu sagen. ich habe mich mit der Leserbriefschreiberin in der PiZ Nr. 3, Karla Matthiesen, recht eingehend und zwanglos über dieses Problem unterhalten nachdem die September – Ausgabe 77 vorlag. Schiedsrichterfunktion kann und will ich in dieser Angelegenheit nicht übernehmen, sondern versuchen mit meinem Wissen und meinen Worten die Wogen der Erregung glätten zu helfen. „Die Pellwormer“, „die Nichtpellwormer“, „die Italiener“, „die Juden“, „die Engländer“, „die Deutschen“ – wir sollten uns allesamt hüten ganze Völker und ‚ Bevölkerungsgruppen pauschal positiv oder negativ zu qualifizieren, sondern uns die Mühe machen und die Geduld aufbringen von Fall zu Fall ganz gezielt jeweils den Einzelmenschen anzusprechen, sich mit ihm zu befassen, ihn zu tolerieren, ihn und seine Eigenart kennen zu lernen, ihn zu achten, wie wir das umgekehrt von jedem Menschen, der uns begegnet im Leben, auch erwarten. Bevor wir uns ein endgültiges Urteil bilden? über einen Mitmenschen sollten wir immer wieder das Gespräch suchen, um die Beweggründe für sein Tun und Lassen zu ermitteln, um den oft nicht wieder gut zu machenden Fehler zu vermeiden in Voreingenommenheit sich zu verrennen und damit in eine Selbstisolation zu geraten. In über 30 Jahren habe ich allerorts erfahren, daß bei gutem Willen allerseits gedeihliches Miteinander möglich ist. Liebe Pellwormer, Neupellwormer (in dem Wort „Nichtpellwormer“ meine ich schon den ersten völlig unbegründeten Schritt zur Selbstisolation zu erkennen), und Gastpellwormer, glaubt einem Manne, der im Ausland geboren ist und dessen Eltern fast zwei Jahrzehnte als Auslandsdeutsche Menschenkenntnis erworben und die Licht? und Schattenseiten des Mühens um gegenseitiges Verstehen im täglichen Ringen mit sich selbst praktiziert haben: Baut behutsam eine Brücke, die Euch zueinander führt. Es lohn t sich auch heute gemeinsam zu wirken und nicht erst in Stunden der Not auf dieser einmaligen Insel zusammenzustehen. Auf Pellworm habe ich in den wenigen Tagen meines Hierseins eine Einrichtung kennen gelernt, die in ihrer Art beispielhaft sein kann als Stätte menschlicher Begegnung und Kommunikation. Im Studio Pellworm waren gastfreundliche Menschen, unter deren heimatlichem Rethdach Ihr Gelegenheit habt, zu allen Zeiten gute Nachbarschaft und letztlich vielleicht auch Inselgemeinschaft zu begründen und weiterhin zu pflegen. “


Leserbrief von Frau Karin Arndt, Plön
Ich wünsche Ihnen viel Freude und Erfolg mit Ihrem Blatt. Meine Kinder und ich warten voller Neugier auf die nächsten Ausgaben. Sollten Sie die Nr. 1 noch nachdrucken, bitte ich um ein Exemplar.
Die INSELZEITUNG NR. 1, Ausgabe August, wird nachgedruckt und zwar in einer Auflage von 100 Stück! Dank für das große Interesse! Diejenigen, die sich in die Listen eingetragen haben oder Ausgabe 1 schriftlich bestellten, bekommen automatisch eine Nummer zugeschickt!


Leserbrief von Frau Hanne – Lore Kiausch, Berlin
Auch die 2. Ausgabe der PIZ gefällt mir und meiner Familie wieder ausgezeichnet. Wir drücken Ihnen die Daumen für einen weiteren Erfolg und daß die PIZ eine ständige Sache werden kann. Zum Abonnementspreis noch einen kleinen Zuschuß für besondere Verwendungszwecke.

Wir sagen „Dankeschön“! Allen, die uns bisher Spenden zukommen ließen und damit ihr großes Interesse am Fortbestehen unserer InseIzeitung bekundeten: ein ganz großes Dankeschön! Wir werden alles daransetzen, die Zeitung über den Winter zu bringen. Wenn die Jahresabrechnung tatsächlich ein Plus ergibt, freuen wir uns, das Geld einem gemeinnützigen (Pellwormer) Zweck zukommen zu lassen.


Leserbrief von Herrn Dr. päd. Peter Conrady, Münster
Die beiden ersten Ausgaben Ihrer Zeitung habe ich gelesen, mit Freude und Respekt vor Ihrer Mühe und Energie! Einige Anmerkungen möchte ich machen (als Empfehlung). 1. Ich finde es gut, wenn Sie sich, wie es in Ausg. 2 deutlich wird, mehr geographisch orientieren: INSELZEITUNG. 2. Sie sollten vorsichtig sein, wenn Insel?Gäste „Weihrauch“ liefern (s. Leserbrief. Das hilft keinem. 3. Vielleicht besorgen Sie sich die eine oder andere Stadtteil?Zeitung aus dem gesamten Bundesgebiet, um Anregungen zu bekommen, die ja positiv oder ablehnend von Ihnen verwertet werden können. Adressen wären zu bekommen bei: Redaktion „Monitor“ beim WDR Köln, Funkhaus, 5000 Köln (die hatten im Juli August einen Beitrag über eine Stadtzeitung in München), oder evtl. bei der Stadtbibliothek Dortmund, Abt. Zeitungsforschung, Hansaplatz 46. Ihnen weiterhin viel Erfolg, Freude und Kraft.

Danke für die Tips! Wir werden uns um Anschauungs- und Vergleichsmaterial kümmern. Gleichzeitig eine Bitte an unsere auswärtigen Leser: Wer kann uns seine Stadtteilzeitung o.ä. schicken?

Pellwormer Klassen auf Tour

Pellwormer Klassen auf Tour

Drei Tage lang, vorn 20. – 22. September, bot die Hermann Neuton Paulsen Schule ein ungewohntes Bild: Auf dem Schulhof tummelten sich nur noch die Klassen 1 – 4, betreut von drei daheimgebliebenen Lehrern. Alle anderen waren ausgeflogen zur diesjährigen Schulreise. Die 5. und 6. Klasse hatte es nach Flensburg verschlagen, von wo aus sie den nördlichsten Teil unseres Landes erkundeten und auch „Auslandserfahrungen“ in Dänemark sammelten. Die 7. Klassen schnupperten 2 Tage Großstadtluft in Hamburg. Quartier bezogen hatten sie in Lauenburg ‚ von wo aus sie die nähere Umgebung bis Molln und Lüneburg per Bus und Fuß durchstreiften. Die Großen, Klasse 8 ? 10, waren 4 Tage unterwegs: sie reisten mit einem Abstecher nach Bremerhaven ? in die Lüneburger Heide nach Undeloh und erforschten niedersächsisches Terain. Müde, teils heiser, aber gutgelaunt trudelten dann alle am Abend des 22. wieder auf Pellworm ein.
G. S.

Schafsauktion in Husum

Schafsauktion in Husum

Am 8. September 77 nahmen Pellwormer Schafzüchter an der Schafsauktion in Husum teil. Unter ihnen war auch Hannes Wachsmuth, der 8 Schafsböcke und drei Mutterschafe auf der Auktion vorstellte und mit einem seiner Prachtexemplare den höchsten Tagespreis der Auktion erzielte. Der Bock stammte von Doktor Andreas Jensen, Luisenkoog. Mit einem halben Jahr ging ei in den Besitz von Herrn Wachsmuth über. Das Tier, das von kräftiger Statut war, wog 127 Kilo. Es wurde mit dem lb?Preis der Zuchtwelt? klasse prämiiert und für 2800 DM verkauft.
A.D.E.

Aus der Landwirtschaft

Aus der Landwirtschaft

Die Ernte ist eingebracht, die Ergebnisse sind allgemein gut. Der Sommer hat aber wieder einmal gezeigt, mit wie viel Risiko der Landwirt arbeitet. Beim Sommergetreide war schon die Saatbestellung sehr schlecht, so wurde der Hafer bei der späteren Ernte durch schlechtes Wetter beeinträchtigt. Auch waren die Erträge sehr mäßig. Der größte Teil der Ackerflächen wird dadurch vermutlich mit Wintergetreide bestellt. Die Wiesen hatten im Frühjahr einen schlechten Start, durch die abwechselnden Regenfälle wurde dies ausgeglichen, es gab noch eine gute Heuernte. Im Ganzen gesehen haben sich Fleiß und Mühe gelohnt.
J.E.L.

Mocca Likör

Mocca Likör

Zutaten: 150 Stück Kaffeebohnen 1 Tütchen Vanillezucker 1 Paket = 400 g braunen Kandis 1 Flasche = 3/4 Liter Klaren (32%) Alle Zutaten in eine Obstsaftflasche füllen und ca. 7 ? 8 Tage stehen lassen. Hin und wieder mal schütteln, damit der Kandis sich auflöst. Vor Gebrauch den Likör durch ein Kaffeesieb abfüllen.
Ursula Rietz

Vor und nachher

Vor und nachher

Sollten Sie auf Pellworm wohnen und die Gelegenheit zu Halligfahrten haben, versäumen Sie es nicht, ein paar Zweige des silbergrauen, an feuchten Stellen wachsenden, aromatischen Halligwermuts mitzubringen. Trocknen Sie ihn einige Tage im Schatten, zupfen dann die Blüten ab und zerschneiden Sie ihn etwas mit dem Küchenmesser. Geben Sie ihn anschließend in ein luftdicht zu verschließendes Gurkenglas, das natürlich gut gereinigt sein sollte. Übergießen Sie dann die zerkleinerten Wermutblüten mit Doppelkorn (38% Alkohol!) und lassen Sie das Ganze vier Tage lang ziehen. Daraufhin wird der braune Extrakt mit Hilfe eines Kaffeefilters abgefiltert. Sie können jetzt das Filtrat etwa 1 : 10 mit 32%igem klaren Köm verdünnen und ihn als Aperitif servieren. Dieser herbe, sehr arornatische Drink regt die Produktion der Magensafte an und ist sehr bekömmlich. Nach dem Essen empfiehlt sich eine stärkere Konzentration von 1 :5. Ein solcher Magenschnaps kann den bekömmlichen Abschluß eines Schollenbratens darstellen. Vergessen Sie nicht, diese Varianten des Wermuts zu zelebrieren!
Michael Wolf

Rückschau

Rückschau

SELBSTGEBRAUTES

SELBSTGEBRAUTES Löwenzahn?Schnaps und Köm?Rezept und was sonst unser Herz ergötzt ?haben Sie’s inzwischen ausprobiert? Die Insel ist doch reich verziert mit Kräutern, Gräsern aller Arten, nur Mut! Und nicht zu lange warten! Die Herstellung ist ein Kinderspiel, und wir versprechen nicht zuviel: das Resultat ist einfach toll, ein Gaumenkitzel in Dur und Moll, mal herb, mal lind, kurzurn: enorm, ein Trinkgenuß ganz eigener Form! Wir selber haben es ausprobiert, und wie Sie sehn es ist nichts passiert; wir leben alle noch ganz munter, auch die Zeitung litt ? hoffentlich ? nicht drunter. Herrn Wolf, dem Vater dieser Genüsse ein Dankeschön und viele Grüße ! Er selbst hat im Studio demonstriert, wie man die tollen Schnäpse kreiert. Und mancher Gast, der dabei gewesen, kann jetzt von Pellworm schwerlich lösen. Seit jenem denkwürdigen Abend hier verzichtet er herzlich gern auf sein Bier, dreht Kräuter suchend seine Runden ?ein neues Hobby ist gefunden! Auf weitere Rezepte wartet schon Ihre Inselzeitungs-Redaktion!
G.S.