Category Archives: Sep. 1977 Nr.3

Grafik des Monats

Grafik des Monats

Unsere Grafik des Monats stammt dieses Mal von einem Schüler, dem elfjährigen Sven Bindseil aus Hamburg. Sven war schon viermal mit seinen Eltern auf Pellworm und wohnte jedes Mal bei Annemarie Back im Kleinen Norderkoog‘. Er ist gern hier, meint aber, es könnte ruhig etwas mehr los sein‘. Seine Lieblingsfächer in der Schule sind Kunsterziehung und Erdkunde. Ersteres ist auch neben Klavierspielen sein Hobby geworden, dem er auf Pellworm mit Eifer nachgeht. Die Filzstiftzeichnung Hallig Hooge‘ hat er vorn Pellwormer Deich au, skizziert. Vielleicht macht Svens Beitrag anderen Kindern Mut, uns ruhig ihre Werke mal vorbeizubringen.

Pellwormer Fischerverein

Pellwormer Fischerverein

Der Pellwormer Fischerverein, dessen Vorsitzender Hermann Petersen (genannt Maler) ist, feierte im letzten Jahr sein 50jähriges Gründungsjubiläum. Die wirtschaftliche Not war 1926 der Grund des Zusammenschlusses gewesen und insbesonders galt es, dem ruinösen Wettbewerb der Pellwormer Fischer untereinander zu steuern. So waren Fische mit 15 Pfennig das Pfund gehandelt worden, durch die Preisabsprache wurde schließlich ein Preis von 20 Pfennig erzielt. Wirft man einen Blick in die Gründerzeit, so kann man doch sagen, daß es damals eine verhältnismäßig ruhige Zeit gewesen ist. Die kleinen Fischereifahrzeuge wurden zum großen Teil noch gesegelt; wenn schon Motore eingebaut waren, so hatten diese eine Stärke von 8 bis 12 PS. Die verhältnismäßig geringen Unkosten, aber auch die Anspruchslosigkeit der Fischer und der Bevölkerung Überhaupt in jener Zeit erlaubten es, die Fischerei von Mitte November bis Anfang April einzustellen.
1952 bot der Pellwormer Hafen noch 23 kleineren und mittleren Fischereifahrzeugen Platz, heute ist diese Zahl bis auf 5 Kutter, 3 größere und 2 kleinere Fahrzeuge geschrumpft. Die immensen Kosten dieser Fahrzeuge gestatten es nicht, diese auch nur über kürzere Zeit aufliegen zu lassen, praktisch muß jetzt ganzjährig, zum größten Teil außerhalb der Hoheitsgrenze, gefischt werden. Gefischt wurden zur Hauptsache Krabben (Porren), Plattfisch und gelegentlich Heringe, aber auch die Seemoosfischerei brachte einen guten Ertrag, sie wird in den letzten Jahren nicht mehr betrieben. Der Fang wurde nach Husum, zeitweise aber auch nach Tetenbüllspieker geliefert. Heute wird der Fang ausschließlich in Husum vermarktet. Zur Verwertung von Fisch? und Garneelengammel wurde in den dreißiger Jahren eine eigene Darre errichtet, von der jetzt nur noch Ruinen und Fragmente stehen. Auch das beliebte Regattasegeln gehört der Vergangenheit an. Daß bei dem Jubiläumstreffen im letzten Jahr bei Edit und Heini Liermann im Strandcafe reihenweise Döntjes zum besten gegeben wurden, lässt sich denken. Ein ganzes Buch hätte man Füllen können.
So die Geschichte, wo dem Wirt für je 100 Teepunsch der Preis auf 20 DM anstatt sonst 25 DM heruntergehandelt wurde; oder wie die Fischer Groth und Balzukat ihre Schiffe auf Strom nebeneinander legten, um Tageslicht abzuwarten, den genauen Tag aber vom Kartenspiel nicht los kamen und abends mit trockenen Netzen wieder in den Hafen einliefen; weiter das Milchholen auf Gröde, wo man ohne Kuhmilch, wohl aber mit einem Affen wieder an Bord kam; Bubi Balzukat und Hans Hallimann als Seemooshändler, Geschichten um die Seehundsiagd und viele schnurrige Geschichten. mehr.

Eine Kostprobe: Nommen Lohmann harr in Husum sien Motor owerhaln laten, dat de nu ferdig weer, um äs een Neimaschien leep, wor de Awend noch een bäten fiert un man weer riekli lat in de Koje kamen. Nommen leeg nu as drütte Schipp in de Laag, un de mitteiste wull rut to fischen. He ward Nommen nu wecken, as se dat ock affmakt harrn. He leggt nu aff, un Nommen sien Schipp dreef een bäten rut in de Haben. De Kolleg dampt aff, un as Nommen los will, kümt ein wat Minschliches opöwer, un as de Kolleg so na 12 Stünn weller rin kümmt, liggt de N. sien Kutter ümmer noch son Stück von de Kant aff. De Kolleg leggt sich ni N. Langsiet un ward ein nu fragen, ob he wull wat mit de dore Motor hat hett. Un in sien dröge Ort vertellt Nommen nu so Wort na Wort: As du rutfohrst, schull ich erstmal ut de Büx, weer ja keen Minsch op Wied un Siet, ick trock de Büx dal un heel de Achteten öwer de Rehling, un ick drück, un dat plumst, un dor weer mi de Klock ut de Tasch folln. Un ick drück nochnal, un dat plumst nich, un dor har. ick vergäten, de Unnerbüchs mit daltotrecken. Un nu sölk ick jümmers noch mien Klock.

Wildwachsende Heilkräuter auf Pellworm

Wildwachsende Heilkräuter auf Pellworm

Plantago Lanceolata L. In dem Wort „Wegerich“ steckt das althochdeutsche „rih“ oder das gotische „reiks“. Beide Begriffe entsprechen unserem Wort „Herrscher“. Wegerich bedeutet demnach soviel wie „Wegbeherrscher“. Diesen Namen trägt er zu recht, denn auch auf Pellworm beherrscht er Wegränder und Straßen.
Der Spittzwegerich aus der Familie der Wegerichgewächse Hat grundständige büschelförmige nach oben strebende, lanzettliche Blätter, die fünf- bis siebenrippig und mit einem rinnenartig vertieften Stiel versehen sind. Aus ihnen erhebt sich ein langer blattloser Blütenstiel mit endständiger ‚ eiförmiger Ähre und unscheinbaren Blüten mit lang gestielten, weißlich?gelben Staubbeuteln. Der Wegerich ist eine uralte, germanische Heilpflanze, die vor allem als Sympathiemittel in hohem Ansehen stand. Die Pflanze enthält viele organische und anorganische Bestandteile, wie Labenzym, Invertin, Glykoside, Schleim, Gerbstoff, verschiedene Säuren, Zinksalze, äether. Ole u.a. Aufgrund der reichen Zusammensetzung werden dem Wegerich vielfache Wirkungen zugeschrieben. Im Vordergrund stehen Erkrankungen der Atmungsorgane, die mit starker Verschleimung einhergehen. Er hat aber auch eine eindeutige harntreibende Wirkung. Bei Störungen des Magen? und Darmtraktes, verbunden mit Diarrhäe wird er ebenfalls empfohlen. Als Droge verwendet man alle zerkleinerten, oberirdischen Pflanzenteile. Man übergießt die Menge, die man mit drei Fingern greifen kann, mit einer, Tasse heißen Wassers, läßt 15 Minuten ziehen, seiht durch und trinkt davon „dreimal täglich eine Tasse. Eine heute beachtete Indikation ist der Tabakmißbrauch. Man setzt eine Flasche weißen Korn mit einer Handvoll der zerkleinerten, frischen Pflanze auf und läßt drei Wochen an dunkler Stelle ziehen. Dann filtriert man ab. (Kaffeefilter). Von dem so entstandenen alkoholisch?wässerigen Extrakt wird dreimal täglich ein Eßlöffel voll eingenommen. Es stellt sich ein Widerwille gegen Rauchen ein.

Ut oole Tieden

Ut oole Tieden

In fröhere Johrn wie hier op Pellworm mehr, as een Tollbeamter oder wie man dormols säh „Grenzwächters“. Biet Siel wär ümmer eener. Aber ock bit Slut wor oppasst, dat Grenz nich ankrazt wor. Nu wer dor mol eener vont Fassland, een „Hochdütschen“. De Schipper keem mit sien Halligewer an. De Gröne fragt ein: „Haben Sie was zu verzollen? „Nee!“ „Aber was haben Sie denn geladen?“ „Een Schiff voll Wörmer, dee sind toolfrie dee kossen nix.“ Aber lieber Mann, Sie wollen mich zum Narren halten!“ „Nee, ehrlich blots Wörmer!“ „Sie machen die Staatsgewalt lächerlich.“ Nee, dat doh ick nich.“ Mitsülwichs gehn dee Luk hoch un dor keek een Graukopp ut. ? „Süß woll, alles Wörmar von de Hooge mit Kind und Kegel‘ Die Familie hieß Wurm. Seh hebt inne Norderweeg wahnt, un wern bannig musikalisch (Ton Ball speelt dee Kapelle Wurm).

HIER HABEN SIE DAS WORT

HIER HABEN SIE DAS WORT

Leserbrief von Frau Karla Matthiesen, Pellworm Betrifft: Kenntnisnahme der Inselzeitung evtl. Vorschläge zu etwas aktuelleren Themen. Dazu wäre erst einmal zu sagen, daß ich gerne an der Diskussion von Inhalten teilnehmen würde, aber meine knappe Freizeit es nicht zuläßt Es fiel mir auf, daß Sie die Pannen, wie z.B. zu kleine Schrift und zu wenig Inhalt gleich behoben haben. Auch daß die Anzeigen sich wesentlich erweitert haben. Nun möchte ich aber zu den eigentlichen Vorschlägen kommen. Wenn Sie die Zeitung auch außerhalb der Saison aufrechterhalten wollen, müßten aktuellere Themen hinein, nicht zuviel von der Vergangenheit. Da Pellworm sowieso durch die überwiegend ältere Bevölkerung sehr an der Vergangenheit klebt. Da wäre zuerst einmal das Thema Existenzsorge. Wo bleibt die Jugend, die aus der Schule entlassen wird? Meiner Schätzung nach gehen bestimmt 96% aufs Festland. Diese 4% die überbleiben, verteilen sich auf zwei, drei Lehrstellen und evtl. Saisonarbeit. Ein Teil derer, die aufs Festland gegangen sind, kommen vielleicht zurück, um sich, andere Möglichkeiten gibt’s ja nicht, selbstständig zu machen. Wo bleibt da der Nachwuchs, der Pellworm weiter erhält und aufbaut? Dies Thema kann unendlich ausgearbeitet werden, und es wäre 1. interessant auch für die Bevölkerung. 11. Kontaktschwierigkeiten, zwischen den Pellwormern und den Nichtpellwormern.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß es sehr schwer ist, es den Pellwormern recht zu machen. ich würde sagen, daß man dazu die Pellwormer um Stellungnahme bitten sollte. Denn allgemein stehen Aussage gegen Aussage. z. 8. Die „Zugezogenen “ sagen: „Die Pellwormer sind stur, eingebildet, altmodisch in ihren Ansichten und nicht sehr erbaut von Modernisierung. Die Pellwormer machen sich gar nicht erst die Mühe, die Neulinge kennenzulernen, oder sich Gedanken darüber, wie sich das alles auswirkt. III. Könnte man ebenso auch mal über den Schiffsverkehr, berichten? Ich meine jetzt nicht die Fähre, sondern die Fracht schiffahrt, die von Pellworm ausgeht, die Sorgen und Nöte de Schiffsführer und auch der Fischer ansprechen. Material und Aussagen derselben wären leicht zu beschaffen. Dabei wäre der aktuelle Gesichtspunkt auch sehr angesprochen. Denn wir dürfen nicht vergessen, daß wir uns auf einer INSEL befinden, die ohne die Schiffe undenkbar wäre. Auch haben die alten Kapitäne sehr nette Anekdoten zu erzählen Dies alles wurde bisher noch nicht angesprochen, wäre aber eigentlich sehr wichtig gewesen. Denn die Gäste haben ihre eigenen Vorstellungen über unsere Frachtschiffe und, benötigen dringend Aufklärung, was sich so alles irn Hafen aufhält, und weichen Nutzen dies alles hat. P.S. Ich werde dann zum nächsten Termin da sein, und evt. auftretende Fragen beantworten und auch stellen.
Leserbrief von Günther und Elke Reimann, Hamburg Nachdem wir als begeisterte Sportangler die im „Pellwormer Magazin“ angekündigten zahlreichen Angelmöglichkeiten ausnutzen wollten und sogar, um dem Bürokratismus zu entgehen, bei der Kurverwaltung gegen eine Entrichtung von DM 5,? (eigentlich sollten wir auch noch Lichtbilder mitbringen ? wer hat die schon im Urlaub bei sich!) wurden wir bitter enttäuscht. Weder an den Außendeichen noch an den Pütten bei der alten Kirche haben wir einen einzigen Fisch ergattern können. Andere Urlauber, die das erste Mal die Insel besuchten und aus Unkenntnis der Lage keine Gummistiefel anhatten, versanken zunächst kniehoch ins Watt. Das konnte uns nicht passieren, aber unser Mut sank zusehends. Dann haben wir es noch auf Anraten einiger Einheimischer bei der „Hooger Fähre“ am Anleger versucht. Doch auch dort hatten wir außer Krebsen und Seegras keinen Erfolg. Die fischreichen Gewässer um das „Friesenhaus“ sind gepachtet und haben für normale Sterbliche keinen Zutritt (auf Jahre!). So, jetzt unsere Frage: was hat sich die Kurverwaltung bei dem Druck ihres Textes gedacht? Man kommt sich ein wenig verarscht vor, obwohl! wir Pellworm sonst immer sehr glaubwürdig und ernst genommen haben. Vielleicht nimmt die Kurverwaltung hierzu einmal kurz Stellung.

Zwillingsgeburt auf Pellworrn

Zwillingsgeburt auf Pellworrn!

Am 27. Juni diesen Jahres erblickten zwei kleine Mädchen das Licht der Welt. Sie heißen Adda und Folke. Beide muß ten noch einige Wochen im Flensburger Krankenhaus gepflegt werden, bevor sie endlich nach Hause nach Pellworm kommen konnten. Zur großen Freude ihrer Eltern Maren (Geb. Levsen) und Jens Paulsen haben die beiden die Geburt und die Pflegezeit gut überstanden und erfreuen sich jetzt bester Gesundheit. Maren Paulsen ist gebürtige Pellwormerin und hat 10 Jahre auf dem Festland verbracht. Dort lernte sie ihren Mann kennen und heiratete vor 5 Jahren. Vor drei Jahren kam sie mit ihrem Mann nach Pellworm zurück, um hier den elterlichen Hof im Ütermarkerkoog zu übernehmen. Der Lebensweg der Familie Paulsen ist auch für Pellworm sehr erfreulich, wenn man bedenkt, daß die meisten jungen Menschen nicht auf der Insel bleiben können, weil es hier wenig Arbeitsplätze gibt und bedenkt, daß die Zahl der Ge burten in der letzten Zeit ständig zurückgegangen ist. Diese Probleme sollten ernsthaft angegangen werden, so daß die Zwillinge Adda und Folke Paulsen später, wenn sie herangewachsen sind, die Möglichkeit haben, sich hier in ihrer Heimat eine Existenz aufzubauen.
J.D.

Kinderringreiten

Kinderringreiten

Das erste Ringreiten für Kinder auf Pellworm am 31.7. haben wir der Initiative der Familie Tedsen Friedrichsen zu verdanken. Ein buntes Bild bot der hervorragend vorbereitete Platz mit wehenden Fahnen und großen und kleinen Kindern auf großen und kleinen Ponys. Vor rund 250 Zuschauern waren die jungen Reiterinnen und Reiter (8 Mädchen und nur ein Junge) mit Eifer bei der Sache. Manch einem entfuhr bei einem Fehlversuch das Wort Sch ……… andere, besonders wenn ein Königsring getroffen war, ließen die Zügel fahren und rissen jubelnd die Arme hoch. Den meisten Grund zum Jubeln hatte Meike Petersen auf Felix, die mit erstaunlicher Sicherheit die Königsringe traf und am Ende dann auch als Königin und erste Preisträgerin feststand. Als zweite wurde Iris Jensen und als dritte Meike Müller (als Gast auf Pellworm) gefeiert. Es folgten als 4. Svend Petersen, 5. Kirsten Ferner, 6. Eike Ecklundt, 7. Astrid Palmhoff, 8. Inga Petersen, g. Anne Friedrichsen. Eintrittsgeld, Losverkauf, Grillwurst und Bierverkauf, sowie in der Pause Kaffee, Tee und selbstgebackener Kuchen (der übrigens hervorragend schmeckte) ermöglichten es, der „Deutschen Krebshilfe“ den stattlichen Betrag von 900 DM zukommen zu lassen.

Aktion Sorgenkind

Am 24.7.77 fand auf dem Sportplatz der Hermann – Neuton Paulsen Schule eine Veranstaltung zu Gunsten der Aktion Sorgenkind statt. Die vom TSV durchgeführte Veranstaltung beinhaltete als Hauptteil ein Fußballspiel des TSV gegen eine zusammengewürfelte Mannschaft von Kurgästen. Die trotz Regen und Sturm erschienenen Zuschauer, es waren ca. 300, erlebten ein faires und kämpferisches Spiel, das mit 5:1 Toren für den TSV Pellworm endete. Für die Unterhaltung sorgte die Pellwormer Feuerwehrkapelle und die Pellwormer Volkstanzgruppe. Aber auch an die Kinder wurde gedacht, sie hatten die Möglichkeit mit einem Ponywagen zu fahren, der vom Gastwirt Richau gestellt wurde. Zur Erfrischung und Stärkung sorgten die Freizeithelfer, indem sie Getränke und 400 Würste verkauften. Der Erlös aus den durchgeführten Sammlungen, Ponyreiten, Getränke und Wurstverkauf betrug 1091,50 DM
H.D. W.

Sturmfluten über Pellworm

1756 Anfang Januar ging erneut eine schwere Sturmflut über Pellworm hinweg. Im Ütermarker Koog war der Durchbruch am schlimmsten. Der Durchbruch war „accurat so tief als der Schlick auswendig.“ Der Schaden war „auswendig oben in dem Kamm und Brust“ eingetreten. .
1758 Aus einer Akte des Amtshauses geht hervor, daß Pellworm durch eine erneute Flut erheblichen Deichschaden erlitten hat.
1761/62 MELFSEN berichtet an das Amtshaus, daß der Pellwormer Deich im Winter 61/62 „viele schlimme Anstöße erlitten“ hat, denen aber sogleich mit den üblichen Vorkehrungen begegnet wurde. Es wurde erheblich an den Deichen gearbeitet: „der niedrigste wurde dem -Besten gleich gemacht.
1770 gingen mehrere schwere Sturmfluten über die Insel hin. Über Einzelheiten liegen keine Berichte vor.
1782/83 Durch die Eisflut zu Beginn des Jahres wurden die Deiche derart beschädigt, daß sich ihr Zustand durch die folgende Sommer und Winterflut 1782/83 erheblich verschlechterte. Die große Flut vom 7.IX.1783 zerstörte die im Sommer ausgeführten Aufbauarbeiten. Eine weitere Sturmflut vom 15.X 1. 1783 richtete derartige Verwüstungen an, daß die vorangegangenen Deichverbesserungen völlig weggerissen wurden.
1787 Gemäß eines Berichtes von MUMSEN an das Amtshaus vom 14.VII.1787 hatten die Bewohner ihre Feldarbeiten zurückgestellt und dafür ihre Deiche größtenteils vollendet, als die Sturmflut vom 11. zum 12. Juli alles wieder wegriß.
1788 Am 25. Januar wurden die Pellwormer Deiche durch einen unerhörten, plötzlichen Sturm angegriffen und „bis zur Überschwemmung total ruiniert.“
1789 Zwischen dem 4. und 10. Februar traten mehrere Eisfluten auf, die den Seedeich schwer beschädigten. Einige Pellwormer scheinen völlig kopflos geworden zu sein. So teilt der „lmmissionseinnehmer“ PETERSEN dem Amtmann mit, daß verschiedene Eingesessene, „selbst solche, die weder Land noch Deich haben, von den zerbrochenen Deichspfählen, ausgehobenen Brettern und herumtreibenden Deichstrümmern eigenmächtig bargen und veruntreuend nach Hause schleppten, ja losgebrochenes Bollwerk gewalttätig abbrachen, um so den Mangel an Feuerung zu ersetzen oder ungerechten Gewinn zu suchen.“
1791 Die Deiche waren soweit wiederhergestellt, daß sie den letzten Winterstürmen widerstanden hatten. Die Deiche sind aber durch „eine schnelle und unerhörte Wasserflut in der Nacht vom 21. zum 22. März 1791 in solch erbärmliche Verfassung gesetzt, „daß sich die Bewohner“ dem Meere preisgeben müssen!‘
1792 In der Nacht vom 10. zum 11. Dezember brach wieder eine schwere Flut über Pellworm herein. Der Chronist sagt: „Am folgenden Morgen schien das Land in einen See verwandelt und jede Warft zu einer Insel umgeschaffen. Noch immer hielt der Sturm an und die See stürzte unaufhörlich über den zerbrochenen Deich hin. Diese Überstürze glichen vollkommen einem großen Wasserfall, in dem hin und wieder die Überbleibsel des Deichkamms wie Felsensteine hervorragten. Die überströmenden Wellen waren unten schwarz von der abgespülten Erde und oben mit einem weißen Rande von Schaum eingefaßt.“
1793 „Am 2. März kam ein Sturm auf, der am folgenden Tage so heftig wurde, daß er um 9 Uhr völlig dem Orkan vom Dezember glich, wenn nicht ihn noch übertraf.“ Die See strömt „von allen Seiten unaufhörlich über den Deich oder vielmehr die Deichtrümmer.“ Der Sturm richtete großen Schaden an den Gebäuden an. Nachdem die Wintersaat bereits vernichtet war, mußte auch mit dem Verlust der Sommerernte gerechnet werden.
1809 Im Februar wurde Pellworm von einer schweren Eisflut betroffen. Am 18./19. Februar trat ein schwerer Südwestorkan gerade in dem entscheidenden Augenblick ein, als die Eisfelder sich in ihre Teile auflösten, wodurch der Deich fast überall seiner Winterbestickung beraubt wurde!
1813 Im Frühjahr 1813 trat eine Reihe von Sturmfluten ein, über die SALCHOW berichtet. Bereits seit der Weihnachtswoche 1812 hatten heftige Stürme getobt, ohne Schaden anzurichten. Die Lage verschlechterte sich, als sich große Eismassen um die Insel legten. Vom 6, bis zum 24. Februar taute es. Ein SSW?Sturm setzte mit „beispielloser Kraft und Hartnäckigkeit ein. Obwohl seit Wochen keine Ebbe beobachtet wurde, hielt der Deich stand. Am 28. Februar kehrte der Sturm aus WNW wieder mit einer Kraft, die auf Pellworm unbekannt war und vielleicht der Manndränke vergleichbar war.“
1821 1 Dezember, der Deich hält bei heftigem Sturm stand.
1824 Starke Novemberstürme können dem Deich nichts anhaben.
1825 Über die Flut von 1825 berichten mehrere Chronisten. Nach ihnen ging am 3. Februar um 3 Uhr nachmittags „bei mäßigem Winde die See sehr hoch und war über alle Maßen unruhig.“ Aber aufgrund der guten Erfahrungen in den vergangenen Jahren waren die Pellwormer auf eine Überschwemmung nicht vorbereitet. Mit der Winddrehung von SW auf WNW stieg die Flut während der Nacht und erhob sich über die ganze Insel. Die See „überstieg mit unglaublicher Schnelligkeit den Deich.“ Den Bewohnern blieb „kaum soviel Zeit übrig, Trinkwasser für Menschen, viel weniger fürs Vieh einzuholen.“ Am anderen Morgen boten die Deiche einen betrübenden Anblick“, vor allem wegen der Erdverluste an der Binnenböschung. Unter den vielen Deichbrüchen „waren 9 bis auf die halbe Deichsohle eingerissen.“ Zwischen Alter Kirche und Tammwarft standen nur noch einige Bruchstücke. Zwei junge Leute ertranken, als sie sich auf Flößen retten wollten.
1831 Am 8. Januar tritt eine Sturmflut auf, die nur 2 Fuß unter der von 1825 blieb. Lediglich in den Alten und in den Westernkoog strömte Wasser. Der Rest der Insel wird nicht überschwemmt, aber die Deiche werden „von Oben und Binnen“ erheblich beschädigt. Es wird weiter an den Deichen gearbeitet und die Sturmfluten vom 19.XII.1832 und vom 27./28.1.1833 können ihm nichts anhaben.
1849 Vom 18. bis zum 27. Januar sind ununterbrochen Sturm und starker Regenfall. Die Fluten werden zum Teil von starken Eisgängen begleitet, „Die Deiche sind im Auftauen begriffen, so daß die aufgeweichten Bestickungen dem tagelangen Angriffen von Eis und Wellen nicht zu widerstehen vermochten.“ Die Schäden an den Deichen waren beträchtlich, aber noch keineswegs derart, daß die Sicherheit des Landes bedroht war. Im Jahre der großen Flut von 1825 wurde Pellworm also das letzte Mal Überschwemmt, „inundirekt“, wie HEINIREICH es seinerzeit ausdrückte. Seither sind viele Stürme über Pellworm gegangen und die See ist in schweren Fluten gegen die Deiche gebrandet. Aber unser Deich, der immer weiter ausgebaut wurde und in den letzten Jahren weitere Verstärkungen erhalten hat, konnte alle Angriffe überstehen, selbst die schweren Fluten dieses Jahrhunderts, 1962 und 1976, die uns noch in frischer Erinnerung sind. Wir hoffen alle, daß der Deich auch weiterhin hält.
R. .L.

KURZ BELICHTET

KURZ BELICHTET

Wußten Sie schon,
daß Pellworrn ein Straßennetz von 87 km hat?
daß es auf Pellworm keine Störche gibt und die Pellwormer trotzdem manchmal Kinder kriegen (sogar Zwillinge)?
daß im Turm der Alten Kirche stattdessen Turmfalken nisten?
daß die Pellwormer ihre Kurgäste,Strandossen‘ und Bikini?Poorn‘ nennen?
daß man die Pellwormer Inselzeitung mündlich, telefonisch und auch per Post bestellen kann?
daß das Ulrike und Rolf sind unsere Freizeithelfer?
daß Hein Toll auch toll Fußball spielen kann?
daß Volkstanz noch immer oder schon wieder in‘ ist? (ca. 100 Gäste und Pellwormer von 10 ? 70 Jahren schwenkten einen Sommerabend lang bei einer Studio?Veranstaltung das Volkstanzbein
daß am 9. August die Pel 2 mit dem Seenotrettungskreuzer nach Pellworm geschleppt werden mußte daß auf Pellworm mehr Gäste in den Graben fahren als Pellwormer?
daß die Saison nun zu Ende geht?

 

Unsere Grafik des Monats stammt dieses Mal von einem Schüler, dem elfjährigen Sven Bindseil aus Hamburg. Sven war schon viermal mit seinen Eltern auf Pellworm und wohnte jedes Mal bei Annemarie Back im Kleinen Norderkoog‘. Er ist gern hier, meint aber, es könnte ruhig etwas mehr los sein‘. Seine Lieblingsfächer in der Schule sind Kunsterziehung und Erdkunde. Ersteres ist auch neben Klavierspielen sein Hobby geworden, dem er auf Pellworm mit Eifer nachgeht. Die Filzstiftzeichnung Hallig Hooge‘ hat er vorn Pellwormer Deich au, skizziert. Vielleicht macht Svens Beitrag anderen Kindern Mut, uns ruhig ihre Werke mal vorbeizubringen.

Die ev.Luth. Kirchengemeinde hat eingeladen zur Goldenen Konfirmation, der Konfirmationsjahrgänge 1922 bis 1927 für den 3. – 4. September 1977. Auftakt ist am Sonnabend, den 3.9. um 19.00 Uhr der Abend der Begeg BEGRUSSEN nung in der Freizeithalle am Kaydeich. Gemeinsames Beisammensein, einfache Speisen und Getränke werden angeboten durch den Wirt. Verschiedene Darbietungen werden den Abend umrahmen. Am Sonntag, den 4.9. um 9.00 Uhr Fest-Gottesdienst in der Neuen Kirche und um 10.30 Uhr in der Alten Kirche. Um 15.00 Uhr lädt der Kirchenvorstand ein zur gemeinsamen Kaffeetafel in der Freizeithalle. Wir wünschen allen Teilnehmern frohe und erinnerungsvolle Tage i.w.

Herzlich Willkommen auf unserer grünen Insel: Vorn 16. bis 21. September treffen sich die Ehemaligen der 2./3 und der 2./45 der 21. (Ostpreußischen?Westpreußischen) Infanterie Division bei ihrem Kameraden Karl Bauer in der Nordermühle. Unter der Schirmherrschaft von Herrn Oberst a.D. Dr. W i l 1 und Major Ernst G u s t k e wünschen wir der Kameradschaft dieser bekannten und tapferen Division einen angenehmen und frohen Aufenthalt auf Pellworm. i.w.