Category Archives: Sep. 1978 Nr.15

TSV PELLWORM

TSV PELLWORM

TSV Pellworm Die Geschichte des TSV Pellworm ist wechselhaft und von Höhen und Tiefen gekenntzeichnet. Der Verein wird 1930 gegründet und löst sich 1938 auf. Nach neunjähriger „Ruhepause“ wird der Verein neu gegründet, löst sich aber sehr bald wieder auf. Schließlich wird der Turn? und Sportverein 1954 zum drittenmal gegründet und erfreut sich seitdem bis heute einer Aktivität ohne Pause. Das Leben in einem Verein steht und fällt mit den Personen, die sich aktiv im Vorstand oder im Sportbetrieb einsetzen oder den Verein in anderer Weise fördern. So haben nicht zuletzt auch die Vereinsvorsitzenden das Vereinsleben mitgestaltet und geprägt.

Zum ersten Vorsitzenden wird am 16. Mai 1930 in Blohm’s Gasthof Hans Balzergewählt. Folgende „Turnbrüder“ bilden den ersten Vorstand: 1. Turnwart Karl Nicolaysen, 2. Turnwart Peter Adolphsen, 1. Kassierer Alfred Dethlefsen, 2. Kassierer Johann Blohm, Gerätewart Willi Kriebel Spielwart Arthur lwers.

„Mehrere Mitglieder finden sich bereit, eine Trommler? und Pfeiferschar zu bilden. HerrJoh. Blohm schenkt dem Verein eine Trommel, und von der Norderschule wird eine Trommel für diesen Zweck leihweise zur Verfügung gestellt. Die Leitung übernimmt W. Mextorf“. Das erste Vereinsprotokoll schließt mit folgenden Sätzen: Der Vorsitzende schließt die Versammlung mit einem Appell an die Turnfreudigkeit und Wahrung der Disziplin auf den Vbungsabenden. Körperpflege tut not!“ Der“Turnrat“ erarbeitet eine Satzung, die imJuni des Gründungsjahres von den Mitgliedern genehmigt wird. Paragraph 1 lautet wie folgt: „Der Zweck des unter dem Namen Turn? und Sportverein Pellworm bestehenden Vereinsistdie Förderung des deutschen Turnens als eines Mittels zur körperlichen und sittlichen Kräftigung und die Pflege deutschen Volksbewußtseins“. Aufnahmefähig sind neben den passiven Mitgliedern „als Turner alle unbescholtenen Personen, sobald sie das 14. Lebensjahr vollendet haben“. Am 16. Juni 1930 besteht der Verein aus 23 aktiven und 16 fördernden Mitgliedern. Mit Hilfe der Gemeinde werden erste Anschaffungen gemacht: zwei Flöten, ein Pferd, eine Kokosmatte, ein Satz Nummern für Schlagballspieler. Alfred Dethlefsen stiftet eine“eiserne Kugel“.

Man veranstalte t“Werbeabende“ (Schauturnen) und einen „Werbemarsch“ durch die Insel mit abschließendem Schlag ballspiel an der Hooger Fähre. Herr Dr. Witienburg hält einen Vortrag über das Verhalten und die Hilfeleistung bei Unglücksfällen. Das erste Sportfest findet am 16. August 1931 auf der Hallig am Siel statt“,welches bei dem nicht allzu günstigen Wetter einen vollen Erfolg zeigte“.

Der Kassenbericht ergibt im Geschäftsjahr 1931 eine Gesamteinnahrne von 706,15 Rrnk und eine Gesamtausgabe von 569,84 Rmk, der Kassenbestand beträgt also 136,31 Rmk. Es „soll dgs Geräteturnen im Freien eifrig gepflogen werden, jedoch soll das Sportliche dabei nicht in den Hintergrund gedrängt werden“. „Zur Hauptsache wird nur das Faustballspiel in Anwendung kommen können, da sich zum Schlag ballspiel wohl nie genug einfinden werden“. „Das Turnfest am 3. Dez. 32, verbunden mit der Fahnenweihe, übertraf unsere Erwartungen. Turnbruder Oberturnwart Hadenfeld, Niebüll, weihte die Fahne und sprach sich anerkennend über das jüngste Kind des Friesengaues aus. Unser Verein darf sich eines immer besseren Ansehens erfreuen, und darauf sind

1935 löst Turnbruder Eickmeyer den Vorsitzenden Hans Balzer ab und leitet vorübergehend den Verein, bis 1936 der Turnbruder Günther Riedewaldt „einstimmig durch Zuruf“ zum neuen Vorsitzenden gewählt wird. Eickmeyer berichtet, daß der Verein wieder schuldenfrei ist. „Die restl. Schuld von 35 Mark auf das Turnpferd sind beglichen worden“. Es ist wohl unvermeidlich in dieser Zeit, daß nationalsozialistisches Gedankengut sich auch im Sportverein Pellworm wiederfindet.

„Die nationalsozialistische Weltanschauung und der Olympische Gedanke (Leibeserziehung als Kulturfaktor) haben viele gemeinsame Punkte“. Jeder von uns muß wissen, daß wir hier neben der körperlichen Ertüchtigung hohe geistige und seelische Werte heranziehen wollen. Das soll und muß unser Ziel sein“. Die Protokolle werden mit deutschem Gruß unterschrieben, und 1938 ist das erste bewegte Kapitel des Sportvereins beendet.

Am 5. August 1947 wird der Pellwormer Turn? und Sportverein neu gegründet, aber der Elan ist schon bald dahin. Am 14. Mai 1954 findet die zweite und bis heute letzte Neugründung in der „Neuen Schule“ statt. Unter den Vorsitzenden Alfred Dethlefsen (von 1954 bis 1960), Paul Klinghammer (von 1960 bis 197 1) und Heinrich Jordt (seit 197 1) entwickelt sich der TSV zu dem Verein, in dem heute jeder vierte Pellwormer Mitglied ist. Der Bau der Turnhalle und die Fertigstellung des Sportplatzes im Jahre 1965 ermöglichten eine Erweiterung des Sportbetriebes und die Einrichtung neuer Sparten. Heute kann der Verein ein umfangreiches Programm anbieten, das auch von vielen Kurgästen während der Ferienzeit gern genutzt wird.

Fußball, Faustball, Tischtennis, Volleyball, Schwimmen für Frauen, Jugendliche, Kinder und Kleinkinder und die Volkstanzgruppe bieten jedem, der nicht rosten möchte, die Gelegenheit zu sportlicher Aktivität. Das Männerturnen, dereinst eine Domäne des Vereins, wird heute vermißt, und auch die Leichtathletik kommt bei den Jugendlichen und Erwachsenen viel zu kurz, gerade in diesem Bereich hat Pellworm viele förderungswürdige Talente. W Lebhafte Faschingsfeste für die Kleinen und die Großen, ein Schauturnen, ein oft mäßig besuchtes Spartenfest, Volks läufe, Radrennen, das Sportfest und die sehr beliebten und immer wieder stark besuchten Fußballspiele zwischen Pell worrnern und Gästen zugunsten der Aktion Sorgenkind vervollständigen das Freizeitangebot des TSV Pellworm. Alle Zitate sind dem Protokollbuch des TSV Pellworm entnommen

Karl-Heinz Sibbert

Nachtrag Erstmalig wurde ein Turnverein bereits 1908 gegründet, von dem Sattler und Polsterer Friedrich Petersen sen., geh. 29.7.1884. Von 1900?1908 erlernte er das Sattlerhandwerk und arbeitete als Geselle auf dem Festland. In dieser Zeit war er immer in Turnvereinen tätig. Als er 1908 nach Pellworm zurückkam, hat er hier den ersten Turnverein gegründet für Geräteturnen, bei dem er mehrere Jahre Vorturner war. Im Anfang wurde in der Lohdiele auf dem Bauernhofvon BoyN. Clausen geturnt, später im Saale von Blohms Gasthof.

Leserbrief

Leserbrief

Besonders während der Hauptsaison wird deutlich, daß die Wege für die verschiedenartigen Verkehrsteilnehmer (LKW, PKW, landwirtschaftliche Fahrzeuge, Omnibusse, Radfahrer, Fußgänger) reichlich schmal und stellenweise bei gleichzeitiger Benutzung durch mehrere Verkehrsteilnehmer nicht ohne Gefahr passierbar sind. Bedauert wird. daß das Gebäude des früheren adeligen Gutes Seegaard nicht mehr vorhanden ist, daß das schöne Pastorrat der Alten Kirche einem „modernen“ Haus weichen mußte. Als Wochenendbesucher würden wir es begrüßen, wenn der Fähren?Fahrplan optimal gestaltet werden könnte. Das heißt, wenn die Fähre am Sonntag je nach den Tideverhältnissen abends oder am Spätnachmittag von Pellworm ablegen würde, bekämen die zahlreichen Schüler, Auszubildenden usw., aber auch diejenigen Pellwormer, die das Wochenende auf dem Festland verbringen möchten, die Möglichkeit, ihre Freizeit voll auszunutzen.Aufgefallen ist uns auch, daß mehrere nicht bewohnten Warfen von Gräben durchzogen und nachher wieder zugeschüttet wurden. Dr. D. Hoffmann erklärte uns die wissenschaftlichen Warftgrabungen, die Vor? und Frühgeschichtliche Besiedlungsspuren zu Tagefördern sollten. Da hieraus dieserfrühen Zeit noch keine schriftlichen Quellen zur Verfügung stehen, erhalten die Untersuchungen für die Beurteilung der Landschaftsentwicklung ein besonderes Gewicht. Bei einem unserer letzten Zusammenkünfte konnten wir ein Tonband mit dem Pellwormer Platt im Original abspielen. Pastor K. Hansen las seine Geschichte Sturmflut 1634 (Buphever) und A. Petersen (Kojemann) erläuterte den damaligen Fang von Wildenten in der Vogelkoje. Zum Schluß soll erwähnt werden, dass wir den Inhalt der Pellwormer Insel?Zeitung mit Interesse verfolgen. Sie erscheint uns als echte Bereicherung auf kulturellem Gebiet und als Diskussioneblatt lesenswert. Dr. Marcus Petersen

Butenpellwormer in Kiel

Wir stellen vor:

Butenpellwormer in Kiel

Um die Jahreswende 1952/53 traf sich eine kleine Gruppe Pellwormer mit Ihren Angehörigen in einer Kieler Gaststätte. Bei knusprigen Niejohrekringeln wurden wir uns schnell einig, daß wir gelegentlich wieder zusammen kommen wollten. Aus dieser ersten Begegnung wurde Inzwischen eine feste Einrichtung: ein Verein, der kein Verein ist, keine Beträge hebt und nicht in ein Vereinsregister eingetragen ist. Wir treffen uns zwangslos zweimal im Jahr mit durchschnittlich 30 bis 35 Personen: dann sprechen wir unser Pellwormer Platt (Ausnahmegenehmigung worden bei Bedarf erteilt). Meistens gibt es einen Vortrag über unsere Insel mit farbigen Lichtbildern, der anschließend lebhaft besprochen wird, z.B. Bilderrätsel über Pellworm von Dr. D. König.

Außerdem sind Sommerausflüge beliebt.?Sie führten nach Holtenau, Möltenort (Th. Clausen, USA), Preetz, durch das Schwentinetal, zur Baustelle Tunnel Rendsburg, nach Latendorf im Segeberger Forst, nach Schlüttsiel?Husum?Friedrichstadt, über die Fehmarnsundbrücke nach Puttgarden und Burgstaken, nach Schleswig in das MuseumfürVor?und Frühgeschichte (Dr. A. Bantelmann) und in den Dom (H. Momme Petersen), in das Freilichtmuseum in Kiel?Rammsee (Prof. Dr. A. Kamphausen),zum Eiderdamm Hundeknöll?Vollerwiek und nach Büsum, sowie nach Pellworm mit Besichtigung des Wattenmuseums von Heinrich Liermann, derAlten Kirche u.a. unter Führung von E. Jensen.

Warum hält der Kreis der Butenpellwormer in Kiel schon über 25 Jahre zusammen? Sicher liegt es nicht an einer bestimmten 41tersgruppe, denn es kommen alle Jahrgänge von etwa 15bis über 80, unabhängig davon, aus welchem Inselhaus sie herstammen. Auch Besucher unserer Heimat, die gern wieder dorthin fahren, sind gelegentlich dabei. Wenn Deutsch?Amerikaner gerade anwesend sind, kommen auch sie und erzählen von „drüben“. Vielleicht liegt die Antwort in der Art der Zusammenkünfte, die für jeden Teilnehmer interessante Mitteilungen und Erklärungen über Zusammenhänge bringen. Dabei wird die Vielseitigkeit sowohl der Themen als auch der Vortragenden von Einfluß sein. Eine kurze Übersicht mag dies erläutern:

Ober die Insellage im Wattenmeer, über notwendige Schutzmaßnahmen gegen Sturmfluten und gegen die fortschreitende Zerstörung des Wattensystems um Pellworm sprach Joh. M. Lorenzen, den Schiffsverkehr und den Hafen behandelten E.D. Balzer und M. Petersen, über die Schulverhältnisse und über Begebenheiten um die Jahrhundertwende erzählte K. Mäckelmann. Den Stummfilm von Pellworm sahen wir nach zwanzig Jahren zum zweitenmal, dann ließen wir den Farbfilm folgen. Pastor H. Martensen trug vor über die Pellwormer Kirchen und ihre Kunstschätze. Pastor K. Hansen las aus seiner Geschichten?Sammlung vor: Infroren, Wiehnachtsflot, Grabstein im Watt. Weihnachtserzählung von Süderoog und verschiedene Anekdoten, die in dem Buch „Wenn de Diek ut Glas weer“ veröffentlicht worden sind. Pellwormer Familien wurden an Stammtafeln und Chroniken diskutiert.

Pellworm in den Zeitungen und Veröffentlichungen über unsere Insel in Büchern und Zeitschriften wurden an Beispielen vorgeführt (M. Petersen). H.J. Blumhagen sprach über Ursachen von Bränden, erläuterte die Brandbekämpfung und führte uns durch das Brandschutzmuseum der Landesbrandkasse. Aus Anlaß des 25jährigen Bestehens des Bupheverkooges kam natürlich der jüngste Inselkoog an die Reihe (M. Petersen). Eine interessante Übersicht über die Landwirtschaft und ihre Entwicklungsstufen mit einem Ausblick in die Zukunftgab H. Tedsen. Einzelheiten teilte M. Laerz über den Hof Seegaard, M. Petersen über den Ostersielshof und J.M. Lorenzen über den Wohndeich Tilli mit. Hallig Süderoog und Süderoogsand waren nach der Februar?Sturmflut 1962 (J.M. Lorenzen) und wegen der Apfelsinenflut im Februar 1949 (J.H. Blumhagen) abendfüllende Gesprächsstoffe.

An verschiedenen Abenden gab es Reisebeschreibungen: so nach Haiti (M. Haberstroh), nach Panama?USA?Kanada und nach Ägypten (J.M. Lorenzen), nach Japan?HongkongBangkog, Rumänien und USA (M. Petersen), ebenfalls nach den Vereinigten Staaten (F. Lucht), nach Ostdeutschland (J.H. Blumhagen). Als das gute Trinkwasser von Frörup südlich Flensburg quer durch die Schleswiger Geest und Marsch, durch das Vorland nach der Hamburger Hallig und weiter in zwei Kunststoffrohren durch das Watt und unter die Priele hin nach Pellworm geleitet werden konnte, haben uns die Vorgeschichte, derLeitungsbau 1964 und das Verteilungssystern beschäftigt als wichtige Voraussetzung für Strukturveränderungen in der Landwirtschaft und fürdie Entwicklung des Fremdenverkehrs auf der Insel. Und bald stand das Kurzentrum zur Diskussion. An mehreren Abenden besprochen wir Fragen, die mit der Planung und Durchführung der Vordelchung Nordetrander Bucht und mit dem Verbindungedamm vom Festland nach Pollworm (siehe PIZ 1, 1977) verbunden sind. Nach Abwägung der folgeschichtigen Interessen, der Vor? und Nachteile einen fahrbaren Dammes, kamen wir ? als Betrachter von außen ? zu dem Ergebnis, daß die Nachteile auf lange Sieht In keinem vernünftigen Verhältnis zu den erreichbaren Vorteilen stehen und man es deshalb bei einer oben über Mltteltldehochwasser liegenden Dammkrone belassen sollte.

Auch mit dem Plan „Nationalpark Nordfriesisches Wattenmeer“ haben wir uns auseinandergesetzt und meinen, es ist richtig, daß das Wattengebiet aus ökologischen Gründen unter Naturschutz gestellt wurde. Die Einschränkungen, welche die Vertreter des Nationalparkgedankens fordern, würden den Entwicklungsspielraum für die Pellwormer doch wohl zu sehr einengen.

Was fällt dem Besucher auf, der heute nach Pellworm kommt? Das war ein weiteres Thema. Dazu gab es zahlreiche positive Antworten, aber auch kritische Anmerkungen: a) Bei der Überfahrt von Nordstrand mit den Fährschiffen hat der Personen? und Gütertransport, einschließlich Autobeförderung, stark zugenommen. Die flache Kimmung (Horizont) der Insel ist erhalten geblieben. ein erfreulicher Anblick ohne Hochhäuser. Der neu verstärkte Deich stellt mit seinen flachen Böschungen und dem hochgezogenen starken Deichfuß einen wesentlich verbesserten Hochwasserschutz gegen Sturmfluten dar. Die harte Bedachung der Häuser nimmt zu, die Reetdächer werden weniger. Die Gebäude befinden sich fast ausnahmslos in gutem Zustand, obwohl die einheimische Bevölkerung an Zahl abnimmt. Die Tilli?Mühle ist die einzige Bauruine, nachdem jetzt auch die Krabbendarre am Stührenburgerweg beseitigt wird. Neben der Alten Kirche steht wieder ein Glockenturm. Das Pastorrat der Neuen Kirche konnte vor dem Abbruch gerettet werden; nach einer gründlichen Reparatur wird es als Begegnungsstätte „Heimreich?Haus“ der evangelisch?lutherischen Kirchengemeinde betrieben. Bemerkenswert sind die Konzerte am Mittwochabend in der Alten Kirche.

Pellwormer Wasserversorgung

Pellwormer Wasserversorgung

A) Der Bau des ersten Teilabschnittes Während die Hamburger Firma Harmsdorf die Doppelrohrleitung im Wattengebiet zwischen der Hamburger Hallig und Pellworm mit Hilfe eines Spezialschwertes einspülte, begann man auch auf Pellworm mit dem Verlegen der Hauptleitungen. Unsere Insel wurde in drei Bauabschnitte aufgeteilt. Der erste Bauabschnitt reichte vom Norderdeich bis zum Westertilli. Dieser Bauabschnitt sollte gleichzeitig mit der Doppelrohrleitung im Watt fertiggestellt werden. Die bauausführende Firma war Paul J. Peters, Husum. Die Transportleitungen auf unserer Insel sind Asbestzementrohre mit einer lichten Weite von 200 mrn. Zuerst verlegte man die Hauptleitungen, später wurden die einzelnen Hausanschlüsse fertiggestellt Auf Pellworm sind insgesamt 56,3 km Haupt? und Transportleitungen verlegt worden. An Hausanschlüssen wurden 563 Stück hergestellt. Die einzelnen Rohre verlegte man in einer Tiefe von 1,50 m. Im Jahre 1964 konnten insgesamt 160 Haushalte Pellworms an das zentrale Versorgungsnetz des Wasserbeschaffungsverbandes „Nord“ angeschlossen werden. Das entspricht also knapp einem Drittel der gesamten Pellwormer Haushaltungen. Außerdem errichtete man auf Pellworm am Moordamm eine provisorische Druckerhöhungsstation. Eine ausreichende Notversorgung aus Hydranten war auch für die noch nicht angeschlossenen Haushaltungen gewährleistet. Für 1965/66 war dann die Fertigstellung des restlichen Versorgungsnetzes und des Speicherbehälters nebst Pumpstation vorgesehen.
B) Die Einweihung Der 18. Dezember 1964 war ein großer Tag für die Pellwormer Bevölkerung. An diesem Tage kam es zur Einweihung der neuen Wasserleitung. Inzwischen waren die Arbeiten im Watt sowie der erste Teilabschnitt auf unserer Insel fertig. Zur Einweihungsfeier waren der Landrat Borzikowsky, Kreispräsident Martens, Baudirektor Puls, der Vorsitzende des Wasserbeschaffungsverbandes „Nord“ Ingwersen (alle sind heute nicht mehr im Amt) und zahlreiche sonstige Persönlichkeiten auf die Insel gekommen. Bei der Einweihung überreichte der Bezirksvorsitzende Ingwersen dem stellvertretenden Pellwormer Bürgermeister Meier das erste Glas Wasser. „Dat Water schmeckt good“, meinte Johann Meier. Das Trinkwasser war über 60 km vom Wasserwerk in Frörup durch das Wattenmeer herangerauscht. Der stellvertretende Bürgermeister Meier ging auch auf die Sensation der denkwürdigen Stunde ein, indem er daran erinnerte, daß Amtmann Wulff wegen seiner schweren Erkrankung an diesem Tag, auf den er sich so gefreut hatte, nicht dabei sein konnte. Reihum gingen die Gläser. Auch Landrat Borzikowsky schmunzelte bei seiner Feststellung: „Schmeckt richdi grootardi, is een Gedicht‘. Auf der Deichkrone am Hafen stand die Dorfjugend. Sie war Zeuge eines denkwürdigen Tages, an den sie sich in späteren Jahren bestimmt wieder erinnern wird. Die Jugend sang und sagte Gedichte auf. Später zogen sich die Erwachsenen zur offiziellen Feier in Blohms Gasthof zurück. Hier eröffnete Verbandsvorsitzender Ingversen die Feier mit einer Festrede, Baurat Andresen vom Marschenbauamt in Husum gab noch einmal einen Abriß über die Leistungen der Techniker. An Hand von Karten berichtete er, welche Leistungen vor allem die Firma Harmstorf vollbracht hatte. Danach verlas der stellvertretende Bürgermeister Meier ein Telegramm, das Ministerpräsident Lembke geschickt hatte, und in dem er die Pellwormer zu ihrer neuen Wasserleitung beglückwünschte. Deichgraf Backsen würdigte Amtmann Wulff, der gerade im Husumer Krankenhaus lag. Er bedauerte, daß Wulff, der sich um die Pellwormer Wasserleitung verdient gemacht habe, nicht teilnehmen konnte.Gerade Wulff habe sich immer wieder dafür eingesetzt daß Pellworm durch eine „Pipeline“ mit Wasser versorgt werden müßte. Dann berichtete Deichgraf Backsen noch einmal über die Probleme der Wasserversorgung in früher Zeiten. Regierungsbaudirektor Puls nahm auch die Gelegenheit wahr, allen am Bau Beteiligten seinen Dank auszusprechen. Ministerialrat Suhr meinte, man könnte die Gemeinde Pellworm an diesem Tag nur beglückwünschen, da sie jetzt das Wasserversorgungsnetz des Festlandes angeschlossen sei. Am Ende dieser Feier wurde noch „ein“ Teepunsch E dem Leitungswasser ausgeschenkt.

c) Fertigstellung des Versorgungsnetzes und der Anschluß von Hooge Nachdem im Jahre 1964 schon 160 Pellwormer Haushaltungen an das zentrale Versorgungsnetz angeschlossen werden konnten, hat man in den folgenden Jahren das Versorgungsnetz immer weiter ausgebaut. 1965 wurde der zweite Bauabschnitt mit etwa 180 Hausanschlüssen fertiggestellt. In den Jahren 1966 und 1967 folgte schließlich der dritte Bauab? schnitt mit ca. 200 Hausanschlüssen. Zur gleichen Zeit entstand am Moordamm eine Druckerhöhungsstation mit zwei Reinwasserbehältern von je 400 m3 Inhalt. Das vom Festland heranfließende Wasser wird direkt in die Reinwasserbehälter gedrückt. Dieses geschieht meistens nachts, weil der Nachtstrom billiger ist. Das während der Nacht angespeicherte Wasser wird am folgenden Tag wiederverbraucht. Das Wasser von der Wattleitung kommt hier mit einem Druck von nur 1 bis 2 bar an. Die Druckerhöhungsstation stellt dann den normalen Versorgungsdruck von 4 bis 5 bar her. Die starke Ausweitung des Fremdenverkehrs Anfang der 70er Jahre erforderte noch eine Erweiterung der bestehenden Anlage, um den saisonalen Spitzenbedarf abdecken zu können. Aus diesem Grunde wurden Speicherbecken mit einem Gesamtinhalt von 20.000 M3 und eine zusätzliche Aufbereitungsanlage gebaut. Diese Speicherbecken werden in der Vorsaison gefüllt. Das dann nochmals aufbereitete Wasser steht dann zur Spitzenabdekkung zur Verfügung. Wie der Wasserbeschaffungsverband „Nord“ erklärte, wird diese Anlage nur als Zwischenlösung betrachtet. Bei einer weiteren Steigerung des Bedarfs wird es unumgänglich, eine zweite Wattleitung zu bauen. Die Hallig Hooge wurde 1968 durch eine Versorgungsleitung, bestehend aus einer Doppelrohrleitung, 2 x NW 65 mm mit einer Länge von 3340 m an das Versorgungsnetz Pellworm angeschlossen. Auf Hooge selbst sind 6,3 km Hauptleitungen und 57 Hausanschlüsse verlegt worden. Eine Druckstation mit Speicherbehälter sorgt auch hier für den nötigen Versorgungsdruck. Die Hallig Nordstrandischmoor wurde 1975 und die Hallig Gröde 1976 an das Festlandnetz des Verbandes angeschlossen. Die Gesamtbaukosten betrugen bisher ca. 8 Mill DM. Für die künftige Sicherung und Erweiterung der Anlagen der Wasserversorgung der Insel und Halligen rechnet der Verband noch mit einer Investition von 5 Mill DM. Die Zuschüsse von Bund und Land betragen ca. 52 %. Mit einem Anteil von nur 7,8 % an dem Wasserumsatz des Verbandes ist die Wasserversorgung der Inseln und Halligen eine kostspielige Angelegenheit. Daß dennoch der Wasserpreis der gleiche wie auf dem Festland sein kann, ist sicherlich der Größe des Unternehmens und auch unseren verantwortlichen Politikern zu verdanken.

Schlußbetrachtung:

Der Anschluß an das Versorgungsnetz des Wasserbeschaffungsverbandes „Nord“ brachte für die Pellwormer Bevölkerung wesentliche Vorteile. Die Sicherung der Wasserversorgung ermöglichte u.a. die starke Ausweitung des Fremdenverkehrs. Die Anzahl der Obernachtungen stieg von 20.000 im Jahre 1964 auf über 140.000 im Jahre 1977 an. Auch sind günstige Auswirkungen für die Landwirtschaft, besonders bei der Rinder? und Schweirehaltung, zu verzeichnen. Für unsere Feuerwehr stellen die zahlreichen Hydranten z.B. bei erforderlichen Löscharbeiten eine Erleichterung dar. Es ging für die Pellwormer eine Zeit zuende, die einmalig war. Früher war die Wasserbeschaffung oft umständlich und arbeitsaufwendig, heute braucht man nur noch den Wasserhahn aufzudrehen. 1 n der Vergangenheit unterschied man teilweise zwischen Wasser zum Trinken, zum Waschen und zum Viehtränken. Heute steht für alle Zwecke Wasser bester Qualität zur Verfügung. Die Schaffung einer zentralen Wasserversorgung ist meines Erachtens nach dem Ausbau des Elektrizitätsnetzes Anfang der 50er Jahre zweifellos der größte Schritt in Richtung „Verbesserung der Lebensqualität“ gewesen. Man kann nurhoffen, daß dieses Werk auch den Kräften der Naturstandhalten wird.

Katholische Kirche erhielt Kommunikationszentrum auf der Insel Pellworm

Katholische Kirche erhielt Kommunikationszentrum auf der Insel Pellworm

Die künstlerische Ausgestaltung des Momme-Nissen-Hauses lag in den Händen von Professor Franz Griesenbrock aus Vaals (Holland). Als Motiv für das Altarbild wählte der Künstler den Apostel Petrus mit anderen Aposteln in einem Schiff, um so einen Bezug zur hiesigen Insel herzustellen.
In den Fenstern stellt Professor Griesenbrock die Geschichte der alten Insel Strand dar. Drei Fenster im Chorraum haben als Thema die Flut von 1634 mit ihrer gewaltigen Zerstörung. Zwei weitere Fenster werden das Thema aufgreifen. In den anderen Fenstern wird an untergegangene Kirchen des alten Strandes erinnert. Für die Architektur war der Baumeister Heinrich Hüttenmüller verantwortlich.
Vor dem Festhochamt, das Weihbischof Karl?August Siegel hielt, begrüßte Dechant Schmidt (Nordstrand) den Weihbischof. In seiner Predigt ging Weihbischof Siegel auf das Wirken Momme Nissens ein. Die musikalische Leitung hatte Dr. Wolfgang Uhl mit seinem Chor von der katholischen Gemeinde Flensburg.
In der Festversammlung in der Pellwormer Freizeithalle überbrachten der stellvertretende Kreispräsident Gerhard Krause (Tönning) die Grüße und Glückwünsche des Kreises Nordfriesland; der Amtsvorsteher und Bürgermeister Alfred Dethlefsen für das Amt Pellworm und Pastor Hölzner für die evangelische Kirchengemeinde Pellworm. Dem Hochamt und der anschließenden Festversammlung wohnten über 400 Personen bei.
Das Momme?Nissen?Haus wurde benannt nach dem nordfriesischen Päpstemaler und Dominikaner?Mönch. Momme Nissen wurde am 26.4.1870 in Deezbüll geboren. Nach der Schulzeit ging er nach Weimar, um sich an der Großherzoglich?Sächsischen Künstlerschule als Maler ausbilden zu lassen. Erste künstlerische Anregungen hatte er erhalten durch seinen Onkel Karl LudwigJessen, den Bahnbrecher und Altmeister nordfriesischer Heimatmalerei. Momme Nissen wurde in Weimar ein Schüler Leopold von Kalckreuths. Sein Talent‘ sicherte ihm schon bald einen Ruf als Maler. Auf der Kunstausstellung in München 1890 hatte er mit vier großen Bildern erste Erfolge. Gleichzeitig war er als Schriftsteller tätig, er schrieb in den Blättern: „Die Kunst unserer Zeit“, im „Kunstwart“ von Avenarius und in der Berliner „Freie Bühne für das moderne Leben“. 1893 schloß sich Momme Nissen Julius Langbehn, dem“Rembrandtdeutschen“ an, er wurde dessen Sekretär. Momme Nissen und Julius Langbehn konvertieren 1902 zum katholischen Glauben.
Nissen erhielt im Jahre 1903 auf eine Empfehlung des Bischofs Keppler den Auftrag, Papst Leo XIII., der gegen Preußen den Kulturkampf führte, zu porträtieren; sieben Jahre darauf malte er durch Vermittlung des Kölner Kardinals Fischer den um inneren Ausbau der katholischen Kirche bemühten Papst Pius X. Im Jahre 1916 trat Momme Nissen in den Dorninikaner?Orden ein, dem er bis zu seinem Tode angehörte.
Nissen erhielt im Jahre 1903 auf eine Empfehlung des Bischofs Keppler den Auftrag, Papst Leo XIII., der gegen Preußen den Kulturkampf führte, zu porträtieren; sieben Jahre darauf malte er durch Vermittlung des Kölner Kardinals Fischer den um inneren Ausbau der katholischen Kirche bemühten Papst Pius X. Im Jahre 1916 trat Momme Nissen in den Dorninikaner?Orden ein, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Momme Nissen sichtete in den ersten Jahren seines Ordenslebens den Nachlaß Julius Langbehns. Ab 1922 bereitete er eine autorisierte Neufassung von „Rembrandt als Erzieher“ nach Weisungen des Verfassers vor; sie hatte mehrere Auflagen. Im Jahre 1926 folgte die Biographie „Der Rembrandtdeutsche Julius Langbehn“; als Abschluß im Jahre 1930 der“Geist des Ganzen“. Später arbeitete er im Institut St. Joseph in Graubünden in der Schweiz an seiner eigenen Biographie: „Meine Seele in der Welt und „Meine Seele im Reich Gottes“. Momme Nissen starb am 23. Juni 1943 in der Schweiz.

W S

Cafe Maass besteht am 15. August 25 Jahre.

Cafe Maass besteht am 15. August 25 Jahre.

Am 15. August 1953, vor nunmehr 25 Jahren, gründeten Margarethe Maass und Fritz Maass ihre Pension. 1. Gast war eine Dame aus Berlin, eine Schauspielerin. Die Tochter Magrit, damals 4 Jahre alt, sagte: „So schöne rote Fingernägel hat meine Mutter aber nicht.“ Am nächsten Morgen hatte das kleine Mädchen auch rote Fingernägel und war ganz stolz. ? Es waren 4 Betten zu einem Vollpensionspreis von 6,50 DM pro Tag zu vermieten. ? Wahrlich ein kleiner Anfang. Es zeigt von Mut und Unternehmungsgeist, mit so einer kleinen Pension überhaupt den Anfang zu machen. Es wurde nach zwischenzeitlichern Ausbau auf 7 Betten erweitert, bis dann 1960 der erste Anbau des Caföä erfolgte. ? Heute noch wird in Dankbarkei des damaligen Bürgermeisters Wulff gedacht, der sich immer wieder dafür einsetzte, daß die Pension in dem eigentlich als Siedlung gebauten Haus eingerichtet werden konnte. Nach Fertigstellung stellte sich aber bald heraus, daß der Platz nicht reichte. Ober dem Cafe wurde aufgestockt und konnten nun 10 Gäste aufgenommen werden. Fritz Maass arbeitete aber immer noch am Deich, und die ganze Last der Pension ruhte auf Grete. Es muß auch einmal gesagt werden, denn für Fritz blieb nach Feierabend immer noch genug zu tun. 1965 bauten sie einen Winkel an. Mit der Wasserleitung kam dann der Aufschwung. Ein Vertrag mit einer Berliner Reisegesellschaft ermöglichte die Erhöhung der Regie. Alles brachte Arbeit und auch noch ein bißchen nicht mehr aus und es wurde eine Kohlenheizung eingebaut. Zeitschriftenhandel und Lesezirkel wurden anfänglich für eine Husumer Firma gemacht und dann später noch in eigener Regie. Alle brachte Arbeit und auch noch ein bißchen Verdienst. Die Entwicklung des Fremdenverkehrs und die Ansprüche der Gäste bedingten eine Vergrößerung der einzelnen Zimmer durch Verminderung der Bettenzahl. 1973 wurde auf Anraten eines Reiseleiters einer Flensburger Firma der 8eckige Bau des heutigen Cafes gerichtet. Nun konnten schon mal Busse und größere Gesellschaften bewirtet werden, und vor allem konnte den vielen Gästen der Insel ein zusätzlicher Mittagstisch geboten werden. Heute noch wird alles mit geringster Hilfe geschafft. Herr Maass ist Frührentner und Frau Margarethe, geb. Spring schafft es noch, so gut es geht, Hauptsache die Gesundheit macht mit.

Bald hätten wir noch etwas vergessen. Eine Hauptkraft für die Wäschepflege und des Bügelns ist die Mutter von Frau Maass, Frau Line Spring, die vor kurzem auch ihr 75. Lebensjahr erreichte. Wir wünschen der Familie für die Zukunft alles Gute.

I.W.

Lokales kurz Belichtet

Lokales kurz Belichtet

Wußten sie schon …

daß die Darre abgerissen ist?
daß es Urlauber gibt, die mitten auf der Flugzeuglandebahn zelten?
daß ein Urlauber die Insel in 3 Std. 44 Min. umwandert hat?
daß nun tatsächlich ein Unterstellplatz am Pellwormer Hafen geschaffen wird? (Wir haben aber auch lange genug genörgelt)
daß neulich ein Flamingo auf Pellworm gesichtet wurde? Ehrlich!!!

Was Gästen und Pellwormern nicht gefiel

Was Gästen und Pellwormern nicht gefiel

Mit einigen Leuten der Fährbesatzung haben manche Leute unerfreuliche Erfahrungen gemacht; z.B. klagte man über Unfreundlichkeit. Der Unterstand auf Strucklahnungshörn wird vermißt (auf Pellworm kommt er ja nun). Beklagt wird ungenügende Information in der Kurverwaltung. Die Schwimmbadpreise werden als zu hoch empfunden, und die Öffnungszeiten des Schwimmbades erscheinen vielen unpassend. Urlauber vermissen eine Informationsstelle der Kurverwaltung am Hafen Pellworm. Schade findet man es, daß jetzt auch auf Pellworm die Türen schon abgeschlossen werden müssen, weil nun auch hier Diebstähle vorkommen.

Was Gästen und Pellwormern gefiel

Positiv vermerkt wurden die vielfachen Freizeit? und kulturellen Veranstaltungen, die Pellworm viel mehr als alle anderen Inseln bietet. Aufgefallen war das Vertrauen zu Kunden, das in kleinen Geschäften noch vorherrscht. Das allgemein freundliche und entgegenkommende Verhalten der Pellwormer wird oft vermerkt. Die besonderen kulturellen Angebote des Studios und die Atmosphäre hier wurden als positiv angesehen.

In eigener Sache

In eigener Sache

September 78 Im Moment stecken wir hier noch mitten in der Saison, im August doch wenn diese Zeitung herauskommt , worden kaum noch Gäste hier sein. Darum: einen ganz lieben Gruß an alle unsere Stammurlauber und Jene, die es sicher noch worden. Mit vielen von Ihnen, die wir persönlich kennen lernten im Studio und bei der Redaktion, haben wir manch gelungenen schönen Abend gehabt Wir wünschen, daß die Wirkung des Pellworm?Aufenthalte noch recht lange andauert. Lassen le die Pellwormer?Erinnerung nicht zu schnell versinken ?schicken Sie uns doch mal Leserbriefe, in aller Ruhe zu Hause geschrieben. Wir freuen uns riesig, und uns interessiert Ihre Meinung. Oder etwas für unsere Grafik?Rückseite! Bleiben Sie doch schriftlich/malerisch in Kontakt mit uns ? bis zum nächsten Jahr. Wir selbst hier atmen jetzt etwastiefer durch. Wir hoffen, dass sich der Redaktionstisch wieder mit unseren alten Pellwormer Redaktionsmitgliedern füllt. Während der Saison waren wir oft nur 5/6 ewig treue PIZ Mitarbeiter und viele Gäste ? die anderen hatten keine Zeit oder waren ? dank Veranstaltungen ? zuviel unterwegs. Das alte Problem! Gehen wir also zuversichtlich in den Herbst und Winter. Wir sollen uns den Mut nicht nehmen lassen ? noch nicht! Bis zum nächsten Mal

Ihre PIZ.
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Unsere letzte Redaktionsvorstellung des „alten Redaktionsstammes“ betrifft Melf Andresen. Inzwischen sieht er allerdings etwas anders aus; er trägt eine Brille. Melf ist gerade 18 und waschechter Pellwormer (wohnt in der Liebeaallee!) Er ging hier bis 1978 zur Schul echte dann 2 Monate lang und entschied sich dann, eine elektro lehre anzufangen. Melfs Hobbies sind wie könnte es anders sein ?Tanzen Angeln und Segeln und natürlich die Redaktionsarbeit. Mit Zeitungsarbeit ist er sozusagen schon aufgewachsen ? während seiner Schulzeit war er eifriger Zeitungsjunge. Bei uns in der PIZ

Klassisches Gitarrenkonzert? Wochenende mit Norbert Dams und Tilmann Purrucker

Klassisches Gitarrenkonzert? Wochenende mit Norbert Dams und Tilmann Purrucker

Eine knappe Woche später, am 5. und 6. August, erlebten Studio?Besucherzwei wunderschöne Konzert?Abende mit den „zwei Gitarren“, wie sich die beiden Konzertgitarristen Norbert Dams und Tilmann Purrucker nennen. Norbert Dams, Dozent für Konzertgitarre und Renaissancelaute, studierte bei Christian Kaiser am Konservatorium Bremen und bei Carlo Cominiconi an der Hochschule der Künste in Berlin. Auf Pellworm war er Weihnachten 77 bereits in einem Solokonzert im Studio zu hören, Ostern 78 dann zusammen mit Mathias Perl (Querflöte) in der Alten Kirche. Nach zahlreichen Konzerttourneen (Solo und in verschiedenen kammermusikalischen Besetzungen) befand ersich in den letzten Wochen auf einer Norddeutschland?Tournee mit Tilmann Purruckerund ließessich nicht nehmen, dabei auch dem Studio wieder einen Besuch abzustatten. Tilmann Purrucker ist ebenfalls Dozent für Konzertgitarre, er studierte am Sternschen Konservatorium Berlin bei Prof. Erich Burger, an der Hochschule für Musik in Hamburg bei Prof. Eike Funk und am Konservatorium Bremen bei Christian Kaiser. Neben zahlreichen Konzerten auf der Konzertgitarre, hat er eine umfangreiche Betätigung im Jazz auf der elektrischen Gitarre hinter sich, ein Gebiet, dem er sich auch in Zukunft neben der Konzertgitarre weiter widmen will. So ist er im Moment dabei, in Hamburg eine Jazzgruppe mitzubegründen (Klavier, Baß, Gitarre, Schlagzeug). Dieweiteren Pläne des Gitarrenduos sind eine Norwegen? und Frankreich?Tournee. Norbert Dams war bereits in den letzten Wochen auf Einladung des Goethe?Instituts auf einer Norwegen?Tournee. Die Resonanz der Zuhörer am 2. Abend übervollen Studio, war groß. Dem Reiz eines Gitarrenduos konnten sich auch diejenigen nicht entziehen, die sonst recht selten mit klassischer Musik in Berührung kämen. Die Ergänzung der beiden Instrumente. die ja jedes für sich schon eine breite Klangpalette und Vituosität erbringen, die gegenseitige Beantwortung der Themen und die Begleitung der virtuosen Kapriolen den anderen, im kerzenbefeuchteten Studio sozusagen hautnah erlebt, ließen die beiden Abende nicht nur für Kenner zu einem wirklichen Musikerlebnis werden. Das technisch äußerst schwierige Programm reichte von Francesco da Milano (1497?1543), dessen „Recertate concertante“ zu den ersten Quellen für zwei Zupfinstrumente überhaupt gehören, bis zu den „Konzertanten Variationen“ von Mauro Giuliani, ein Meisterwerk der Blütezeit klassischer Gitarre. Bis auf die Suite von Michel Corette und die Fuge von J.S. Bach waren alle weiteren Werke Originalkompositionen für Laute bzw. Gitarre. Die Tabulaturübertragung von John Dawlands „My Lord Willoughby’s Welcome Home“ stammte von Norbert Dams selbst.

Der spontane Beifall nach den einzelnen Stücken zeigte, wie gut das Programm und die brifliante Interpretation der beiden Gitarristen bei den Zuhörern ankamen. Langenhaltender Beifall forderte am Ende des Konzertes die beiden Künstler zu mehrfachen Zugaben auf. Mit persönlichen Gesprächen am runden Tisch endeten die beiden sehr gelungenen Abende. Das Sommer?Wochenend?Programm des Studios endete am 17. August mit einem Konzert der Rock/Jazz?Gruppe „Umanga“, deren Sound (Guitar, Violin, Vocal) vor allem die jungen Leute faszinierte. Das Studio hat vor, auch im nächsten Jahr derartigeWochen? Endveranstaltungen wieder anzubieten.

G.S.