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Pellworm, den 05.02.2012 - 15:30 Uhr

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Date: 05.02.12
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Leserbrief von Frau Doris Ehlers, Pellworm

Die PIZ Nr.5 bietet ja eine Menge Stoff, der einen einfach zum Kuli greifen lassen muss. Um aber nicht alleine die ganze Zeitung zu füllen, will ich mich auf einige Themen beschränken.
Btr.: Ausbildungsplätze. In Frage 2 wird ein größeres, Angebot an Lehrplätzen gefordert. Wir bieten seit Jahren, trotz der allseits bekannten Schwierigkeiten, Ausbildungsplätze an. Mit dem Erfolg, dass wir in den letzten 4 Jahren 1(!) Lehrling bekamen, und das in einer Zeit des angeblichen Lehrplatzmangels. Jedes Jahr im September bekommen wir von Arbeitsamt eine Karte mit dem Text: Wir konnten Ihnen leider keinen Lehrling zuweisen. Sicher haben die Lehrlinge, die auf der Insel ausgebildet werden, mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen, aber "Probleine der Pellwormer Jugendlichen auf dem Festland" gibt es auf der anderen Seite ja auch. ? Nach meiner Meinung ist die Ausbildung in Klein ? betrieben, wie sie hier auf der Insel ist, vielseitiger. So hat man später noch die Möglichkeit, sich in mehreren Richtungen zu spezialisieren, während man in vielen Ausbildungsgängen gleich zum Spezialisten herangezüchtet wird. Und wenn für diesen Spezialisten keine Verwendung mehr ist, was dann?
Betr.: Arbeitsplätze Seit knapp zwei Jahren bemühen wir uns, na sagen wir mittelintensiv, um eine Fachkraft oder jemanden, der eine Fachkraft werden könnte, da durch die fortschreitende Technisierung der Landwirtschaft der Arbeitsanfall immer größer wird. Und für die Gäste bleibt fast gar keine Zeit mehr. (Mittelintensiv deshalb, weil wir auch mitunter etwas Angst vor den Schwierigkeiten haben, die es mit sich bringt, falls sich jemand vom Festland bewerben sollte. lm April 1976 haben wir uns an das Arbeitsamt gewandt. Nach deren Auskunft gab es auf Pellworm vier Arbeitslose, und die waren Für uns nicht geeignet. Die weiteren Bemühungen des Arbeitsamtes (aus unserer Sicht) bestanden aus 2 Telefonanrufen, ob die Stelle mittlerweile besetzt sei. Nach der 2. Verneinung kam dann die Frage dazu, ob sie (das Arbeitsamt) die Stelle dann noch als offen führen sollten
Nun frag' ich Sie (die Leser): Wenn eine Stelle nicht besetzt ist, was ist die dann? Na wir haben dann auf die weiteren "Bemühungen" des Arbeitsamtes verzichtet!
Weitere Arbeitsplätze durch Kinder?, Kur? und sonstige Erholungsheime sind in der jetzigen Zeit, wo viele solcher bestehenden Heime nicht mal mehr belegt werden können, nicht zu erwarten. Aber wie sieht es mit Allenheimen oder vielleicht attraktiven "Seniorenwohnanlagen" aus? Und sollte man sich nicht mal überlegen, ob wir hier nicht Platz und Möglichkeiten für die Einrichtungen für körperlich und geistig Behinderte oder sozial Geschädigte haben,. die doch oft Schwierigkeiten haben, Aufnahme zu finden. Ich finde zu der Weite unserer Landschaft passt auch eine solche Weitherzigkeit.
Betr.: Verlängerung der Vor und Nachsaison Um Vor und Nachsaison zu verlängern, muss man auch die Leute ansprechen, die dann Zeit haben, nämlich Leute mit kleinen, oder Leute ohne Kinder, in der Regel aber meist ältere Leute. Dazu meine Frage: wo gibt es auf der Insel einen Spielplatz, der etwas geschützt liegt und den Namen Spielplatz auch verdient? (Mit Sandkisten und lieblose Schaukelgeräten ist es nicht getan!) Dass ein echter Bedarf da ist, haben wir immer gemerkt, wenn wir die Gäste vom Spielplatz des Kindergartens wegschicken mußten und die Eltern dann sagten: "wo sollen wir dann bei diesem kalten Wind, mit ihnen hin?"


Leserbrief von Walther Striberny

Stellungnahme zum letzten Abschnitt des Artikels.' "Wir stellen vor Familie Thornsen Süderroog", PIZ Nr 5, Nov 77 Die Behauptung, "übertriebener Naturschutz" schaffe "viel Platz allein für die Wildgänse", ist sachlich nicht richtig.
1) Es bestehen bisher keinerlei Schutzgebiete für Wildgänse (Ringelgänse) im Bereich des nordfriesischen Wattenmeeres. Ganz im Gegenteil muss festgestellt werden, dass die Rastgebiete der Gänse durch Kultivierungsmaßnahmen in den letzten Jahrzehnten ständig weiter eingeengt wurden.
2) Ringelgänse werden und wurden entsprechend dem Bundesjagdgesetz in der Zeit von 1.11. ? 15.1. bejagt. Außerdem werden an vielen Stellen Vogelscheuchen aufgestellt (z.B. Hooge).
3) Der Weltbestand der Ringelgänse war in den 30er Jahren aufgrund des großflächigen Absterbens der Seegraswiesen (bedingt durch einen Pilzerreger) und übermäßiger Bejagung fast völlig zusammengebrochen. Erst in den letzten Jahren hat sich der Bestand etwas erholt, ist aber nach ?neuesten Beobachtungen wieder rückläufig!
4) Die Ringelgans ernährt sich nicht nur ausschließlich von Andelgras, wie dies aus dem Artikel abgeleitet werden könnte. Exakte Untersuchungen von Gänsekot haben ergeben, das dass Andelgras für die Ernährung der Ringelgänse nur in der Zeit von März bisMai von größerer Bedeutung ist. Leider wurde in dem Artikel versäumt, darauf hinzuweisen, dass die Halligbewohner für den Grasverlust durch die Gänse eine Entschädigung erhalten.
5) Der Begriff Ökologisches Ungleichgewicht ist in diesem Zusammenhang unsinnig, da Rinder nicht den ökologischen Regelkreisen unterliegen. Es soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass in früheren Jahrhunderten auch wesentlich höhere Gänsebestände die Existens der Hallig und Küstenbauern nicht gefährdeten. (nachlesbar in div his. Studien)
Diese Bemerkungen sollen nicht als ein Angriff auf die Fam. Thomsen missverstanden werden, sie sollen nur die polemische und mit fehlender Sachkenntnis geführte Argumentation des Verfassers blosslegen und richtigstellen.


 

 



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