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Date: 05.02.12 Time: 15:30:44 User online: 7 Heute: 93 Gestern: 119 Gesamt: 495 |
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INSEL-ZEITUNG
Studio Pellworm
2251 PELLWORM
04844/687
Redaktionelle Mitarbeiter: Josie Bey
Alfred Dethlefsen
Jons Drawert
Erwin Fiera
Wilhelm Gohde
Philipp Goedeking
Sönje Hansen
Angelika Leners
Rolf Lohmeyer,
Johann E. Lucht
Thies Martensen jr.
Hauke Martensen
Friedrich Petersen,
Dr. Markus Petersen
Hellfried Schulze
Gerda Smorra
Henry Smorra
Bernd Thornsen
Johann Wilsterman
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HIER HABEN SIE DAS WORT
Leserbrief von Frau Doris Ehlers, Pellworm
Die PIZ Nr.5 bietet ja eine Menge Stoff, der einen einfach
zum Kuli greifen lassen muss. Um aber nicht alleine die ganze Zeitung
zu füllen, will ich mich auf einige Themen beschränken.
Btr.: Ausbildungsplätze. In Frage 2 wird ein größeres,
Angebot an Lehrplätzen gefordert. Wir bieten seit Jahren, trotz der
allseits bekannten Schwierigkeiten, Ausbildungsplätze an. Mit dem
Erfolg, dass wir in den letzten 4 Jahren 1(!) Lehrling bekamen, und das
in einer Zeit des angeblichen Lehrplatzmangels. Jedes Jahr im September
bekommen wir von Arbeitsamt eine Karte mit dem Text: Wir konnten Ihnen
leider keinen Lehrling zuweisen. Sicher haben die Lehrlinge, die auf der
Insel ausgebildet werden, mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen,
aber "Probleine der Pellwormer Jugendlichen auf dem Festland"
gibt es auf der anderen Seite ja auch. ? Nach meiner Meinung ist die Ausbildung
in Klein ? betrieben, wie sie hier auf der Insel ist, vielseitiger. So
hat man später noch die Möglichkeit, sich in mehreren Richtungen
zu spezialisieren, während man in vielen Ausbildungsgängen gleich
zum Spezialisten herangezüchtet wird. Und wenn für diesen Spezialisten
keine Verwendung mehr ist, was dann?
Betr.: Arbeitsplätze Seit knapp zwei Jahren bemühen wir uns,
na sagen wir mittelintensiv, um eine Fachkraft oder jemanden, der eine
Fachkraft werden könnte, da durch die fortschreitende Technisierung
der Landwirtschaft der Arbeitsanfall immer größer wird. Und
für die Gäste bleibt fast gar keine Zeit mehr. (Mittelintensiv
deshalb, weil wir auch mitunter etwas Angst vor den Schwierigkeiten haben,
die es mit sich bringt, falls sich jemand vom Festland bewerben sollte.
lm April 1976 haben wir uns an das Arbeitsamt gewandt. Nach deren Auskunft
gab es auf Pellworm vier Arbeitslose, und die waren Für uns nicht
geeignet. Die weiteren Bemühungen des Arbeitsamtes (aus unserer Sicht)
bestanden aus 2 Telefonanrufen, ob die Stelle mittlerweile besetzt sei.
Nach der 2. Verneinung kam dann die Frage dazu, ob sie (das Arbeitsamt)
die Stelle dann noch als offen führen sollten
Nun frag' ich Sie (die Leser): Wenn eine Stelle nicht besetzt ist, was
ist die dann? Na wir haben dann auf die weiteren "Bemühungen"
des Arbeitsamtes verzichtet!
Weitere Arbeitsplätze durch Kinder?, Kur? und sonstige Erholungsheime
sind in der jetzigen Zeit, wo viele solcher bestehenden Heime nicht mal
mehr belegt werden können, nicht zu erwarten. Aber wie sieht es mit
Allenheimen oder vielleicht attraktiven "Seniorenwohnanlagen"
aus? Und sollte man sich nicht mal überlegen, ob wir hier nicht Platz
und Möglichkeiten für die Einrichtungen für körperlich
und geistig Behinderte oder sozial Geschädigte haben,. die doch oft
Schwierigkeiten haben, Aufnahme zu finden. Ich finde zu der Weite unserer
Landschaft passt auch eine solche Weitherzigkeit.
Betr.: Verlängerung der Vor und Nachsaison Um Vor und Nachsaison
zu verlängern, muss man auch die Leute ansprechen, die dann Zeit
haben, nämlich Leute mit kleinen, oder Leute ohne Kinder, in der
Regel aber meist ältere Leute. Dazu meine Frage: wo gibt es auf der
Insel einen Spielplatz, der etwas geschützt liegt und den Namen Spielplatz
auch verdient? (Mit Sandkisten und lieblose Schaukelgeräten ist es
nicht getan!) Dass ein echter Bedarf da ist, haben wir immer gemerkt,
wenn wir die Gäste vom Spielplatz des Kindergartens wegschicken mußten
und die Eltern dann sagten: "wo sollen wir dann bei diesem kalten
Wind, mit ihnen hin?"
Leserbrief von Walther Striberny
Stellungnahme zum letzten Abschnitt des Artikels.' "Wir
stellen vor Familie Thornsen Süderroog", PIZ Nr 5, Nov 77 Die
Behauptung, "übertriebener Naturschutz" schaffe "viel
Platz allein für die Wildgänse", ist sachlich nicht richtig.
1) Es bestehen bisher keinerlei Schutzgebiete für Wildgänse
(Ringelgänse) im Bereich des nordfriesischen Wattenmeeres. Ganz im
Gegenteil muss festgestellt werden, dass die Rastgebiete der Gänse
durch Kultivierungsmaßnahmen in den letzten Jahrzehnten ständig
weiter eingeengt wurden.
2) Ringelgänse werden und wurden entsprechend dem Bundesjagdgesetz
in der Zeit von 1.11. ? 15.1. bejagt. Außerdem werden an vielen
Stellen Vogelscheuchen aufgestellt (z.B. Hooge).
3) Der Weltbestand der Ringelgänse war in den 30er Jahren aufgrund
des großflächigen Absterbens der Seegraswiesen (bedingt durch
einen Pilzerreger) und übermäßiger Bejagung fast völlig
zusammengebrochen. Erst in den letzten Jahren hat sich der Bestand etwas
erholt, ist aber nach ?neuesten Beobachtungen wieder rückläufig!
4) Die Ringelgans ernährt sich nicht nur ausschließlich von
Andelgras, wie dies aus dem Artikel abgeleitet werden könnte. Exakte
Untersuchungen von Gänsekot haben ergeben, das dass Andelgras für
die Ernährung der Ringelgänse nur in der Zeit von März
bisMai von größerer Bedeutung ist. Leider wurde in dem Artikel
versäumt, darauf hinzuweisen, dass die Halligbewohner für den
Grasverlust durch die Gänse eine Entschädigung erhalten.
5) Der Begriff Ökologisches Ungleichgewicht ist in diesem Zusammenhang
unsinnig, da Rinder nicht den ökologischen Regelkreisen unterliegen.
Es soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass in früheren
Jahrhunderten auch wesentlich höhere Gänsebestände die
Existens der Hallig und Küstenbauern nicht gefährdeten. (nachlesbar
in div his. Studien)
Diese Bemerkungen sollen nicht als ein Angriff auf die Fam. Thomsen missverstanden
werden, sie sollen nur die polemische und mit fehlender Sachkenntnis geführte
Argumentation des Verfassers blosslegen und richtigstellen.
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