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Date: 29.07.10 Time: 18:34:44 User online: 6 Heute: 182 Gestern: 229 Gesamt: 8234 |
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INSEL-ZEITUNG
Studio Pellworm
2251 PELLWORM
04844/687
Redaktionelle Mitarbeiter: Josie Bey
Alfred Dethlefsen
Jons Drawert
Erwin Fiera
Wilhelm Gohde
Philipp Goedeking
Sönje Hansen
Angelika Leners
Rolf Lohmeyer,
Johann E. Lucht
Thies Martensen jr.
Hauke Martensen
Friedrich Petersen,
Dr. Markus Petersen
Hellfried Schulze
Gerda Smorra
Henry Smorra
Bernd Thornsen
Johann Wilsterman
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Alte Gebäude auf
Pellworm
Edlefsens Hotel
An der Stelle, an der Edlefsens Hotel stand, hat eigentlich
schon immer eine Gaststätte gestanden. Zuerst wird vermeldet: Jens
Jensen, Gastwirt am Siel; dieser starb 1875. Seine Frau Magdalene, geb.
Magnussen, führte die Wirtschaft bis zu ihrem Tode 1897 mit ihren
Töchtern fort. Der Dichter Freiherr Dethlef von Liliencron erwähnt
Frau Jensen in mehreren Gedichten, obwohl er ansonsten nichts Gutes, an
Pellworm ließ: eine unfurchtbare Insel, wie er mehrere Male, nach
einer Überfahrt. mit dem Raddampfer nach Pellworm schrieb. Aber die
Gastfreundschaft der Frau Jensen ließ wieder alles gut werden. Bei
seinem Fortgang von Pellworm sagte er noch, dass (,wenn er die Mine und
die Stine heiraten könnte,), (es waren zwei junge Mädchen in
den Gastwirtschaften am Hafen) und auch (,den Keller von Seegarden voll
süßen Weines bekäme, würde er auf der "schrecklichen"
Insel bleiben. 1898 erwarb Martin Edlefsen und Dorothea, geb. Dethlefsen,
das alte Gebäude, nachdem er seinen Besitz im Joh. Heimreichs Koog
verkauft hatte und gleichzeitig die Gastwirtschaft, die in der alten Post
war (Bild: Haus mit Turm), erworben hatte. So gingen 2 Gastwirtschaften
in "Edlefsens Hotel" über. Es erfolgte der Grundlegende
Umbau im Jahre 1898, wobei das bekannte Haus entstand. Vermutlich war
der Erbauer ein Baumeister von Nordstrand, da das Haus Back (jetzt: Bäckerei
Cornilsen) den gleichen Giebel hatte.
Bis 1911 betrieben Martin und Dotje, wie sie allgemein genannt
wurden, das Geschäft. Der Sohn Friedrich Edlefsen führte es
bis 1916: Wegen seiner Einberufung kamen die Eltern noch einmal wieder
nach Pellworm und blieben bis zur Heirat ihres Sohnes Mandus Edlefsen
im Jahre 1928. "Mutje" war Kröger bis 1936. In diese Zeit
fiel auch der Umbau ? Giebel und Verandaverglasung.
Danach hatte Knudsen noch 2 Jahre pachtweise den Betrieb
(bis 1938). Anschließend kam ein Pächter Schneider, der bis
1940 die Gastwirtschaft führte. Ab 1941 waren die Flugwache und später
ein Altersheim aus Hamburg darin untergebracht. Nach Beendigung des Krieges
und Fortgang der alten Leute nach Hamburg war Hannes Edlefsen (Sohn von
Martin E., Schlachter in Hattstadt) neuer Wirt. 1961 folgte eine Familie
Steiner, und etwa 1966 im Rahmen der Deichverstärkung wurde das Gebäude
abgerissen. Der Deich wurde auf Sollhöhe gebracht, dabei mußten
auch die Häuser Nicolai Clausen und das alte Kapitänshaus weichen.
Sie wurden rückwärts neu errichtet. ? Viele schöne spaßige
Geschichten ranken sich um Edlefsens Hotel. Wer weiß noch einige
Dönties davon zu erzählen? Eine Bitte: sollte der Schreiber
nicht alle Daten oder Gegebenheiten richtig erfasst haben, nehmen Sie
es nicht übel, aber dankbar wären wir für Richtigstellungen,
da die Angaben als geschichtliche Daten Verwendung finden dürften
J.W.
Leserbrief von Walther Striberny
Stellungnahme zum letzten Abschnitt des Artikels.' "Wir
stellen vor Familie Thornsen Süderroog", PIZ Nr 5, Nov 77 Die
Behauptung, "übertriebener Naturschutz" schaffe "viel
Platz allein für die Wildgänse", ist sachlich nicht richtig.
1) Es bestehen bisher keinerlei Schutzgebiete für Wildgänse
(Ringelgänse) im Bereich des nordfriesischen Wattenmeeres. Ganz im
Gegenteil muss festgestellt werden, dass die Rastgebiete der Gänse
durch Kultivierungsmaßnahmen in den letzten Jahrzehnten ständig
weiter eingeengt wurden.
2) Ringelgänse werden und wurden entsprechend dem Bundesjagdgesetz
in der Zeit von 1.11. ? 15.1. bejagt. Außerdem werden an vielen
Stellen Vogelscheuchen aufgestellt (z.B. Hooge).
3) Der Weltbestand der Ringelgänse war in den 30er Jahren aufgrund
des großflächigen Absterbens der Seegraswiesen (bedingt durch
einen Pilzerreger) und übermäßiger Bejagung fast völlig
zusammengebrochen. Erst in den letzten Jahren hat sich der Bestand etwas
erholt, ist aber nach ?neuesten Beobachtungen wieder rückläufig!
4) Die Ringelgans ernährt sich nicht nur ausschließlich von
Andelgras, wie dies aus dem Artikel abgeleitet werden könnte. Exakte
Untersuchungen von Gänsekot haben ergeben, das dass Andelgras für
die Ernährung der Ringelgänse nur in der Zeit von März
bisMai von größerer Bedeutung ist. Leider wurde in dem Artikel
versäumt, darauf hinzuweisen, dass die Halligbewohner für den
Grasverlust durch die Gänse eine Entschädigung erhalten.
5) Der Begriff Ökologisches Ungleichgewicht ist in diesem Zusammenhang
unsinnig, da Rinder nicht den ökologischen Regelkreisen unterliegen.
Es soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass in früheren
Jahrhunderten auch wesentlich höhere Gänsebestände die
Existens der Hallig und Küstenbauern nicht gefährdeten. (nachlesbar
in div his. Studien)
Diese Bemerkungen sollen nicht als ein Angriff auf die Fam. Thomsen missverstanden
werden, sie sollen nur die polemische und mit fehlender Sachkenntnis geführte
Argumentation des Verfassers blosslegen und richtigstellen.
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