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Pellworm, den 29.07.2010 - 18:34 Uhr

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Alte Gebäude auf Pellworm

Edlefsens Hotel

An der Stelle, an der Edlefsens Hotel stand, hat eigentlich schon immer eine Gaststätte gestanden. Zuerst wird vermeldet: Jens Jensen, Gastwirt am Siel; dieser starb 1875. Seine Frau Magdalene, geb. Magnussen, führte die Wirtschaft bis zu ihrem Tode 1897 mit ihren Töchtern fort. Der Dichter Freiherr Dethlef von Liliencron erwähnt Frau Jensen in mehreren Gedichten, obwohl er ansonsten nichts Gutes, an Pellworm ließ: eine unfurchtbare Insel, wie er mehrere Male, nach einer Überfahrt. mit dem Raddampfer nach Pellworm schrieb. Aber die Gastfreundschaft der Frau Jensen ließ wieder alles gut werden. Bei seinem Fortgang von Pellworm sagte er noch, dass (,wenn er die Mine und die Stine heiraten könnte,), (es waren zwei junge Mädchen in den Gastwirtschaften am Hafen) und auch (,den Keller von Seegarden voll süßen Weines bekäme, würde er auf der "schrecklichen" Insel bleiben. 1898 erwarb Martin Edlefsen und Dorothea, geb. Dethlefsen, das alte Gebäude, nachdem er seinen Besitz im Joh. Heimreichs Koog verkauft hatte und gleichzeitig die Gastwirtschaft, die in der alten Post war (Bild: Haus mit Turm), erworben hatte. So gingen 2 Gastwirtschaften in "Edlefsens Hotel" über. Es erfolgte der Grundlegende Umbau im Jahre 1898, wobei das bekannte Haus entstand. Vermutlich war der Erbauer ein Baumeister von Nordstrand, da das Haus Back (jetzt: Bäckerei Cornilsen) den gleichen Giebel hatte.

Bis 1911 betrieben Martin und Dotje, wie sie allgemein genannt wurden, das Geschäft. Der Sohn Friedrich Edlefsen führte es bis 1916: Wegen seiner Einberufung kamen die Eltern noch einmal wieder nach Pellworm und blieben bis zur Heirat ihres Sohnes Mandus Edlefsen im Jahre 1928. "Mutje" war Kröger bis 1936. In diese Zeit fiel auch der Umbau ? Giebel und Verandaverglasung.

Danach hatte Knudsen noch 2 Jahre pachtweise den Betrieb (bis 1938). Anschließend kam ein Pächter Schneider, der bis 1940 die Gastwirtschaft führte. Ab 1941 waren die Flugwache und später ein Altersheim aus Hamburg darin untergebracht. Nach Beendigung des Krieges und Fortgang der alten Leute nach Hamburg war Hannes Edlefsen (Sohn von Martin E., Schlachter in Hattstadt) neuer Wirt. 1961 folgte eine Familie Steiner, und etwa 1966 im Rahmen der Deichverstärkung wurde das Gebäude abgerissen. Der Deich wurde auf Sollhöhe gebracht, dabei mußten auch die Häuser Nicolai Clausen und das alte Kapitänshaus weichen. Sie wurden rückwärts neu errichtet. ? Viele schöne spaßige Geschichten ranken sich um Edlefsens Hotel. Wer weiß noch einige Dönties davon zu erzählen? Eine Bitte: sollte der Schreiber nicht alle Daten oder Gegebenheiten richtig erfasst haben, nehmen Sie es nicht übel, aber dankbar wären wir für Richtigstellungen, da die Angaben als geschichtliche Daten Verwendung finden dürften

J.W.


Leserbrief von Walther Striberny

Stellungnahme zum letzten Abschnitt des Artikels.' "Wir stellen vor Familie Thornsen Süderroog", PIZ Nr 5, Nov 77 Die Behauptung, "übertriebener Naturschutz" schaffe "viel Platz allein für die Wildgänse", ist sachlich nicht richtig.
1) Es bestehen bisher keinerlei Schutzgebiete für Wildgänse (Ringelgänse) im Bereich des nordfriesischen Wattenmeeres. Ganz im Gegenteil muss festgestellt werden, dass die Rastgebiete der Gänse durch Kultivierungsmaßnahmen in den letzten Jahrzehnten ständig weiter eingeengt wurden.
2) Ringelgänse werden und wurden entsprechend dem Bundesjagdgesetz in der Zeit von 1.11. ? 15.1. bejagt. Außerdem werden an vielen Stellen Vogelscheuchen aufgestellt (z.B. Hooge).
3) Der Weltbestand der Ringelgänse war in den 30er Jahren aufgrund des großflächigen Absterbens der Seegraswiesen (bedingt durch einen Pilzerreger) und übermäßiger Bejagung fast völlig zusammengebrochen. Erst in den letzten Jahren hat sich der Bestand etwas erholt, ist aber nach ?neuesten Beobachtungen wieder rückläufig!
4) Die Ringelgans ernährt sich nicht nur ausschließlich von Andelgras, wie dies aus dem Artikel abgeleitet werden könnte. Exakte Untersuchungen von Gänsekot haben ergeben, das dass Andelgras für die Ernährung der Ringelgänse nur in der Zeit von März bisMai von größerer Bedeutung ist. Leider wurde in dem Artikel versäumt, darauf hinzuweisen, dass die Halligbewohner für den Grasverlust durch die Gänse eine Entschädigung erhalten.
5) Der Begriff Ökologisches Ungleichgewicht ist in diesem Zusammenhang unsinnig, da Rinder nicht den ökologischen Regelkreisen unterliegen. Es soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass in früheren Jahrhunderten auch wesentlich höhere Gänsebestände die Existens der Hallig und Küstenbauern nicht gefährdeten. (nachlesbar in div his. Studien)
Diese Bemerkungen sollen nicht als ein Angriff auf die Fam. Thomsen missverstanden werden, sie sollen nur die polemische und mit fehlender Sachkenntnis geführte Argumentation des Verfassers blosslegen und richtigstellen.


 


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