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| Pellworm, den 29.07.2010 - 18:38 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||
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Alte Gebäude auf PellwormDer Waldhusenhof Der Waldhusenhof mit der "Blauen Stube" wurde in den Jahren 17501755 nahe der Nordermühle erbaut. Die ursprüngliche Form des Gebäudes ist noch erhalten geblieben: ein Vierkanthof mit Lichthof. Alle Außenwände sind etwa 30 Meter lang. Im 14 Meter langen und 5 Meter breiten Lichthof befindet sich der Brunnen (Zisterne), in der das Regenwasser von den Innenflächen des Daches aufgefangen wurde. Dieser qrößte Hof unserer Insel ist im Erdbuch von Pellworm im Jahre 1825 mit 216 Demat Hochland und 4 Demat Leegland (etwa 110 Hektar) verzeichnet. Hofbesitzer war damals der Ratmann und Deichgraf Friedrich Knud Tedsen. 1825 war das Jahr der letzten Überschwemmung Pellworms durch eine sehr schwere Sturmflut. Die Schäden an den Deichen waren außergewöhnlich groß. Sie mußten durch Handund Spanndienste der Bauern beseitigt und ausgebessert werden. Dafür schickte der Waldhusenhof zum Beispiel täglich 4 Gespanne und 4 Arbeiter an den Deich. Das in die Insel eingedrungene Salzwasser vernichtete die Saaten und beeinträchtigte die Acker und Weiden derart, daß 3 Ernten vollständig ausfielen. Diese hohen Verluste führten zu zahlreichen Konkursen, und die Bevölkerung verarmte. ? Im Februar 1831, also 6 Jahre nach der Flut, wurde im Kieler Correspondenzblatt berichtet, daß der König von Dänemark für Brotkorn sorgte und die Verteilung durch die zwei Prediger auf Pellworm vorgenommen wurde. Es fehlte aber im Frühjahr wieder allenthalben an Saatkorn, weil eben kein Geld zur Verfügung stand. Es gelang dem Ratmann F.K.Tedsen, den Hof über die schwere Zeit hinüberzubringen und Nieder zu einem leistungsfähigen Betrieb zu machen. Aus einem Bericht von 1847 geht hervor, daß man auf Pellworm vorwiegend Korn anbauen mußte, allein um das für die Bestickung des Deiches benötigte Stroh zu gewinnen. Den Waldhusenhof hatte F.K.Tedsen 1842 an seinen Neffen Anton Tedsen übergeben. Dieser besaß zeitweilig 10 Pferde, 6 Kühe, 12 Ochsen, 12 Starken oder Stiere, 12 Stück jähriges Jungvieh, 12 Zuchtkälber, 20 Schafe und drei Schweine, 1889 übernahm Peter Jensen den Hof. Er hatte eine der 8 Töchter von Anton Tedsen und seiner Frau Maria geheiratet ? Tiede Tedsen. Damals war es Sitte, die anderen Kinder "angemessen" auszusteuern. Zum Hof gehörten im Jahre 1905 nur noch 81 Demat oder 40,5 Ha., als Amts? und Gemeindevorsteher Bernhard Jacob Harrsen ihn kaufte. ? Er ließ umfangreiche Reparaturen am Gebäude ausführen, bevor er 1908 auf den Waldhusenhof umzog. Die sogenannte Pollenscheune an der westlichen Warftböschung wurde 1908 abgebrochen und durch eine Scheune mit Hühnerstall und Wagen?"Remise" an der Auffahrt im Osten der Warf ersetzt. Das Bild zeigt auch deutlich, wie gering der Baumbestand vor etwa 100 Jahren gewesen ist. Die Süderwand war weiß gekalkt. Ein Schmuckstück auf Pellworm ist die?,Blaue Stube" im Waldhusenhof. Das Zimmer links neben dem Flur ist in der ursprünglichen Form mit Einrichtungsgegenständen erhalten geblieben. Die Wände sind mit blauen Kacheln "tapeziert"; sie zeigen biblische Landschafts? und Tiermotive. Bernhard Harrsens Adoptivtochter Margarethe Herrmann heiratet 1920 Julius Schulze. B.J. Harrsen selbst zog nach Husum, und sein Schwiegersohn pachtete den Hof, der 1932 mit 30 Hektar an die Familie Schulze übergeben wurde. ? Bemerkenswert ist der Umbau des Stalles und die Anlage einer elektrischen Beleuchtung im Jahre 1923. Der Strom wurde von der Norder?Mühle bezogen. ? Der Orkan, der am 9./10. Februar 1949 über die Insel hinwegzog, verursachte schwere Schäden an vielen mit Reeth gedeckten Häusern. Auf Waldhusenhof wurden zwei Fach des Dachstuhles von der Innenseite des Westflügels herausgerissen' und in den Lichthof geschleudert. ?Abgesehen von Umbauten innerhalb des Gebäudes ist die äußere Form des Hauses unverändert geblieben. Nur der Friesengiebel mit den Säulen, ? Ausdruck eines herrschaftlichen Sitzes, ? wurde in den Der Jahren durch einen kleinen schlichten Giebel ersetzt. Alles in allem hat der Waldhusenhof die große Not und Armut des Landes erfahren müssen. Wir hoffen und wünschen, daß dieser schöne Hof im alten Stile, dem jetztigen Besitzer Anton Schulze und seiner Familie zur Freude erhalten bleibt. HSch-Jw-M.P. >> zurück zum Inhaltsverzeichnis Inselzeitung Pellworm >> Es wurde noch kein Suchbegriff eingegeben.
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