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Pellworm, den 29.07.2010 - 18:35 Uhr

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Freiwillige Feuerwehr Pellworm

"Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr"

Vor und seit 1900 hat Pellworm eine Feuerwehr. Was damals eine Pflicht für jeden männlichen Bewohner ab 18 Jahren war ist es heute ein freiwilliges Ehrenamt. Am 24.9.34 wurde die freiwillige Feuerwehr Pellworm gegründet, Brandmeister wurde Friedrich Jensen, der mit ein paar Idealisten und einer Handpumpe den Verein zu leiten und einzusetzen versuchte, wenn Not am Mann war. 1939 wurde die Handpumpe durch eine Motorspritze ersetzt. Ob denn wohl immer genügend Wasser da war zum Spritzen, wenn ein Feuer ausbrach? Denn die Wehr war ja auch auf den Himmel angewiesen, dann war es wohl egal, ob das wenige Wasser von Hand oder per Motor betrieben wurde. Ein großes Loch riss der Krieg in die Reihen der Feuerwehrkameraden. Als dann 1946 ein Appell an alle Männer Pellworms erging, wollte keiner so recht an die Sache heran. Denn die, die der Krieg nicht geschluckt hatte, waren einfach uniformmüde. Sie hatten die Nase voll. So sah es für die Feuerwehr nicht gerade rosig aus. Im Januar 1947 wurde die jetzt bestehende freiwillige Feuerwehr neu aufgestellt. Friedrich Jensen legte sein Amt nach 35jähriger Mitgliedschaft freiwillig nieder. Heinrich Mextorf und Johann Lorenzen wurden als Brandmeister gewählt, die Wert darauf legten, nur freiwillige Männer hinter sich zu haben.

Von 1947 bis Ende der 50ger Jahre hatte die Feuerwehr einen ziemlich schweren Stand, denn das Geld war in der Gemeinde auch nicht sehr reichlich.

1960 stellten die beiden Wehrführer ihr Amt zur Verfügung. Auf Grund dessen, dass Joh. E. Lucht über drei Jahre bei der Marinefeuerwehr war, trat der Vorstand und der damalige inzwischen verstorbene Bürgermeister Wulff an ihn heran und baten Herrn Lucht, das Amt des Brandmeisters und Amtswehrführers zu übernehmen. Mit der Übernahme des Titels "Brandmeister" mußte sich Herr Lucht verpflichten, alle Lehrgänge auf der Feuerwehrschule Harrislee zu absolvieren. Der erste große Einsatz für Herrn Lucht war der große Brand am Nordermitteldeich (wir berichten noch darüber) am25.5.60, bei dem acht Familienwohnungen abbrannten. Bei diesem schrecklichen Geschehen stellte die Wehr fest, nicht genug ausgerüstet zu sein.

So wurde das Jahr 1961 ein arbeitsreiches Jahr für die Männer der Wehr, eine neue Motorspritze TS8 wurde angeschafft, die dann auch gleich voll zum Einsatz im Winter kam. 200 m Schläuche wurden mit dem Hubschrauber eingeflogen und mit Hilfe der neuen TS8 ging es von einer Trinkwasserkuhle zur anderen, um das kostbare Naß für Mensch und Tier zu pumpen.

Die Kameraden bekamen alle neue Uniformen. 1962 ist dann ein neues Feuerwehrgerätehaus erstellt worden. Im gleichen Jahr ging es mit Sigfried Hellmann nach der großen Sturrnflut nach Hallig Hooge mit der neuen TS8, um die Fetinge Trinkwasserkuhlen) auszupumpen, die randvoll mit Seewasser gefüllt waren. 1963 rückte der erste große Feuerwehrwagen LF8 / TS8 / 8 an.

Zur Freude der Gemeinde stieg die Mitgliederzahl ständig an, die dann auch laufend auf die Feuerwehrschule geschickt wurden. 1967 wurde der Musikzug der freiwilligen Feuerwehr unter der Leitung von Herbert Petersen gegründet. 18junge Leute stießen begeistert ins Horn und hauten auf die Pauke, obwohl vorher kaum einer ein Instrument in der Hand oder vor dem Mund hatte. Ein Bericht über die Feuerwehrkapelle folgt noch in einer späteren Ausgabe der PIZ. Mit Rücksicht das dazu gekommenen Kurzentrum wurde zusätzlich ein TSV Wagen und ein Feuerwehrgerätehaus am Hafen erstellt. Nachdem 1964 Pellworm ein Wasseranschluss vom Festland bekam, übernahm die Feuerwehr die Hydrantenpflege, es sind immerhin 164 Stück, die es heißt zu warten. 1974 wurden die ersten Aternschutzgeräte angeschafft. Die Modernisierung der Feuerwehr wurde erweitert durch die Funksprechgeräte, somit war die Feuerwehr auf den besten Stand gebracht.

Der größte Wunsch der freiwilligen Feuerwehr wäre eine Zentralisierung, vielleicht klappt es ja eines Tages. Vor drei Jahren legte Herr Lucht sein Amt nieder, Herr Jensen trat seine Nachfolge als Hauptbrandmeister und Amtswehrführer an. Die Inselzeitung wünscht der freiwilligen Feuerwehr Wasser marsch!

H.L.

I.W.



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