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Pellworm, den 29.07.2010 - 18:43 Uhr

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Date: 29.07.10
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Filme im Anton-Heimreich-Haus

Schon im Frühjahr 1977 führten Rosi Matthiesen und Ute Petersen (damals H8/H9) an unserer Schule eine Unterschriftensammlung durch, mit der sie hauptsächlich auf die wenig abwechslungsreichen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung für Pellwormer Schüler und Jugendliche aufmerksam machten. Daraufhin setzten sich auch einmal Frau Hölzner, Herr Pastor Hölzner und die Lehrer unserer Schule zusammen und beratschlagten über neue Angebote zur Freizeitgestaltung der Pellwormer im Schüleralter. Auch ich erklärte mich damals bereit, einen kleinen Teil dazu beizutragen, d.h. im Rahmen einererweiterten Jugendarbeit unserer ev. Kirchengemeinde Filmevorwiegend für Schüler vorzuführen. Aber bis es damit los gehen konnte, sollte noch recht viel Zeit vergehen z.T. bedingt durch Krankheit und Schwierigkeiten mit den in Frage kommenden Filmverleihen, die größtenteils nur per Bahn liefern, und es fahren nun einmal recht selten Eisenbahnzüge nach Pellworm. Seit April 1978 ist erst ein mal alles geregelt: Die erste Vorstellung wurde ein im In? und Ausland anerkannter Film von 1959 gegen den Krieg mit dem Titel "Die Brücke" - war "ausverkauft" (vielleicht auch nur, weil der Eintritt frei war.) Allerdings hätte man nicht auf den Verleih hören sollen, der den Film ab 12 Jahren freigegeben hatte ? besser zu verarbeiten ist er wohl erst etwa ab 14, oder er müßte vorbereitet werden. , Von den nächsten Filmen (am 12. Mai und danach alle zwei Wochen bis Ende Juli) sind zwei Filme jugendfrei, schon ab 6 Jahren freigegeben, zwei ab 12, einer ab 14, der (vorläufig) letzte ab 18, also erst f ür Erwachsene. Beim letzten Film handelt es sich um den lange Zeit umstrittenen Film "Das Schweigen" von Ingmar Bergmann als Regisseur (der zuletzt mit "Szenen einer Ehe" Anerkennung erworben hat). Dazu sind erwachsene Pellwormer eingeladen. Die Eintrittspreise liegen bei 2 DM. Eigentlich sind auch Gespräche im Anschluß an Filme geplant, an denen zum Beispiel Herr Pastor Hölzner als Gesprächsleiter teilnehmen würde, vielleicht aber auch interessierte Schüler oder der eine oder andere Erwachsene. Es wird für Schüler und Kinder nicht ohne weiteres selbstverständlich sein, über den gesehenen Film zu sprechen, denn die meisten reden zu Hause ja auch nicht über Fernsehsendungen (höchstens in der Schule am nächsten Morgen, weil zu Hause keine Zeit oder keine Möglichkeit besteht). Und da liegt der Hund begraben: Solange der Fernseher für die große Mehrheit doch nur ein Kasten ist, der uns per Knopfdruck mal recht, mal schlecht unterhält, solange er uns mit mehr oder weniger schmackhafter Nahrung beliefert, die wir nur zu schlucken brauchen, solange wird es wohl für viele Schüler neu sein, das Gesehene nicht nur zum Teil mangelhaft zerkaut zu schlucken, sondern es auch zusammen mit anderen zu verdauen, das heißt, darüber zu sprechen, "zu diskutieren", was auf deutsch wörtlich heißt "zerschneiden" (verglichen Englisch jo cut") und das weiß doch wohl jeder: mancher Brocken, den uns das Fernsehen oder das Kino liefert, ist zum Schlucken zu groß, er müßte eigentlich "zerschnitten" werden, um ihn ? gut gekaut ist halb verdaut ? innerlich verarbeiten zu können, damit man auch etwas davon hat. Daß dies äußerst wichtig ist, wissen wir alle. Daß es auch sehr viel Spaß machen kann, müssen unsere Schüler erst erfahren. Schließlich sind noch Helfer willkommen, die ? wie zum Beispiel Hans?Heinrich Carstensen ? bei der Technik und beim Aufbau und Abräumen ständig dabei sein könnten. Ich selbst bin dabei nicht in erster Linie Lehrer, sondern ein ziemlich erwachsenes Kirchen mit glied der Gemeinde Pellworm, das immer für Ratschläge und Teilnahme und den geregelten Ablauf der Filmveranstaltungen dankbar ist.

Jörg Hartmann



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