|
|
|
||||||||||||||||||||||||||
| Pellworm, den 07.02.2012 - 05:50 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||
|
Wir stellen vorSiegfried Hellmann und Familie Siegfried Hellmann und Familie Mit den 'Bikini-Poorn', wie manche Pellwormer sagen ? Siete sagt 'Bikiekni '?Gäste ? änderte sich aber auch im Sommer das Leben der Hellmanns. Zwar hatte auch Johann Eck schon hin und wieder Badegäste an Bord, doch häufiger waren es Vierbeiner, die er zwischen Halligen und Inseln hin und herfuhr, Bauern, auch Würmer (nachzulesen bei Hansen, S. 28), und Amtspersonen wie den Landrat, der sich darüber wundert, dass Johann zu ihm 'Du 'sagte:"Sagen Sie eigentlich zu jedem Menschen 'Du'?" Dor sääd Johann und grien: "Biwoorins, Herr Landrat, wat scholl ik woll, bi'n Duuner, nä, to di un to de Pastor segg ik 'Ihnen?. (3) Oder den Amtsrichter, den Johann nicht so recht leiden mochte und der ihn obendrein vom guten Krabbenfang abhielt. 'Johann lett sick Tied. Hoochwater is vorbi, de Strom hettall kentert.'Wohl oder übel mußte der Schifferknecht Ernst den hohen Herrn die letzten 50 m zur Hallig tragen. Und natürlich war ausgemacht, daß Ernst nach 20 m einen Krampf im Bein kriegte. "Hooln Se sick fast, Herr Amtsrichter, ick heff een Kramp in't Been". Un dormit sackt he aff. 'Ja, da lagen sie nun im Schlick ? der Amtsrichter unten, auf dem Bauch die Aktentasche und auf ihm Ernst. (4) ? Amtspersonen muß auch Siete heute 'im Winter öfter mal zu den Halligen fahren, mit seinem 'Sturmvogel'. Wer Halligsitten kennt, kann sich denken, daß da manche Rückfahrt zu einer beschwerlichen Reise wurde. Wenn Siete nicht auf Ausflugstour ist, geht er mit Jogi auf Krabbenfang. Doch die guten Krabbenzeiten sind vorbei, da können auch unsere hauptberuflichen Krabbenfischer ein Lied von singen. ? Seit 1970 versorgt Siete auch den Vogelwärter auf Norderoog mit lebensnotwendigen Dingen. 1976 hat er ihn übrigens einen Tag vor der Januarflut noch rübergeholt, bei spiegelglatter See. Am Tag darauf war dann der Teufel (sprich: Eckeneckepen) los. Norderoog hatte große Schäden zu verzeichnen. Zu dieser Vogelhallig hat die Familie Hellmann eine ganz besondere Beziehung ? sie stammen von der Hallig. Norderoog ? damals noch wesentlich größer ? gehörte den Hellmanns bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Dort lebten sie auf der einzigen Warft von Seehundsjagd, Fischen und Landwirtschaft. Sietes Urgroßvater Andreas Hellmann zog dann 1825 nach Hooge, Großvater Johann Eck kam schließlich 1882 nach Pellworm. Seitdem leben die Hellmanns in dem Reetdachhaus am Deich 'HoogerFähre'. Hier wurde 1886auch Sietes Vater geboren, der wie heute Sohn Jogi beim Vater Johann Eck das Schipperhandwerk lernte, schließlich selbständig Muscheln und Krabben fischte und Zwei? und Vierbeiner hin und hertransportierte. Siete war natürlich auch schon in jeder freien Minute mit an Bord, soweit ihm die Schule Zeit dafür ließ. Die Schulsituation war während der Kriegsjahre allerdings auch auf Pellworm nicht rosig. Es fehlte an allem, auch an Lehrern, so daß zeitweilig eine Klasse aus 80 Kindern bestand. Lehrer Groß, der damals an der Alten Kirche unterrichtete, denkt da sicher nicht mit den freundlichsten Gefühlen dran zurück. Nach der Konfirmation arbeitete Siete für kurze Zeit beim Bauern und fuhr dann nach dem 2. Weltkrieg ständig mit seinem Vater mit. Seit 1963 ist er selbständig. Seine Frau Wilhelmine, eine gebürtige Pellwormerin, heiratete er 1952. Die 'Rancherin 'versorgt in seiner Abwesenheit Haus und Hof und hält den ständig summenden Teepott am Sieden, damit ihre beiden Männer nach den Fahrten erst mal etwas Heißes in den Leib kriegen. Gemütlich ist es bei den Hellmanns, wenn die Familie sich abendsversammelt. Zur Familiegehört auch noch der jüngste Sohn Andreas, eine Tochter, die auf Nordstrand verheiratet ist und drei Katzen, liebevoll umhegt, die sich allabendlich schnurrend um den bullernden Herd herum versammeln. Andreas hat inzwischen auch schon manche Tour mit dem 'Sturmvogel' oder den' Gebrüdern' mitgemacht. Werweiß, wie viele Hellmann?Generationen noch heranwachsen und in die Fußstapfen ihrer Väter treten? Wasser, Watt und Halligen sind nun mal ihr Leben. 'Un as de Schipper Johann to Johren kamen weer, so hen bi de soembti, föhrt he ni mehr. Jeden Dag geiht he op te Diek, väle Male an Dag, steiht lang un kiekt op't Water. Sien lange Kieker mott mit. Un wenn ok gornix to kieken is op See, keen Seil un keen Boot, he kiekt röwer na de Halli un öwer't Water. En Badegast hetdat all dagelang beIuurt. De Badegast weet nix vun de Schipperie un nix vun't Water. He denkt bi sik: Wat löpt de ole Schipper jeden Dageen poormol opto Diek un kiekt öwerdatWater?De kann he sik keen Vers vun maken. As Johann do we'r mal steiht, geiht he hen to ein un seggt: Lieber Seemann, warum gehen Sie alle Augenblicke auf den beich und sehen über das Wasser? Es ist doch immer das selbe Bild!" Johann kiekt ein gorni erst an, he seggt:"Du Doeskopp, wenn de Diek ut Glas weer, bruukt ik ni op to Diekto lopen!" (5) Und damit hatte er so recht! (1) aus: "Wat bedüden de Baken"? (2) aus: "Ich spreche nicht über meine Praxis" (3) aus: "Seggst du to jedereen'Du ... ? (4) aus: "De Schipper un de Amtsrichter" (5) aus: "Wenn de Diek ut Glas weeC Alle Geschichten bei: Karl Hansen, Wenn deDiekutGlasweer, Husum Druck und Verlagsgesellschaft, 1975 G.S. Im Vordergrund Heilmanns Haus. Hinten die Hooger Fähre. >> zurück zum Inhaltsverzeichnis Inselzeitung Pellworm >>
Suche Version 1.0
|
|
||||||||||||||||||||||||
|
copyright 2005 by creative - edesign pellworm |
||||||||||||||||||||||||||