|
|
|
||||||||||||||||||||||||||
| Pellworm, den 19.03.2010 - 12:48 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||
|
Pellwormer KUHGILDEGegründet am 14.April 1855 Am 14.4.1855 wurde auf Pellworm eine Kuhgilde gegründet.
Leider fehlen jegliche Unterlagen und Statuten aus der Gründerzeit.
Die jetzigen Statuten stammen vom 1. Februar 1962. Sie wurden von dem
damaligen Vorstand ausgearbeitet. Es waren Heinrich Mextorf sen., Fritz
Jensen, Andreas Jensen, Johannes Edlefsen und Johannes Thomsen. Was ist
nun eine Kuhgilde und welche Aufgaben hat sie? Es ist eine Versicherung
auf Gegenseitigkeit. Die Kuhgilde war seinerzeit mehr für die kleinen
Kuhhalter gedacht. In früheren Jahren besaß fast jeder Arbeiter
und Gewerbetreibende ein oder zwei Kühe, um seinen Lebensstandard
zu heben. Für die Kühe wurden zum größten Teil die
Gemeindeländereien gepachtet. Es war aber auch möglich daß
die Arbeiter bei ihrem Dienstherrn eine Kuh in Gräsung hatten. Am
Kaydeich grasten im Sommer oft 20 oder 30 Kühe, die den sogenannten
"Kleinen Leuten" gehörten. Zum Teil wurde da auch Heu für
das Winterfutter geerntet. Oft begegneten sich dort zwei oder drei Male
am Tage die Frauen beim Melken und tauschten die neuesten Nachrichten
aus. Manchmal gab es auch Ärger und Streit. Die Kuhgilde war für
die kleinen Kuhhalter wichtig, weil mancher nicht in der Lage war, eine
neue Kuh zu kaufen, wenn die alte verendet war. Nach dem Kriege wurde
die Kuhgilde erweitert. Alle landwirtschaftlichen Betriebe können
der Kuhgilde beitreten. Kleine Kuhhalter gibt es nicht mehr. Jedes Mitglied
muß alle Kühe bei der Gildeanmelden. Quien (=Färsen) können
erst aufgenommen werden, wenn sie sichtbar trächtig sind, spätestens
aber vier Wochen vor dem Kalben. Jede Kuh wird von einem Taxator eingeschätzt.
Die Einschätzung wird jedes Jahr im Januar wiederholt, wofür
der Besitzer vierzig Pfennig pro Kuh entrichten muß. Falls eine
Kuh verendet, wird drei Viertel des Wertes von der Gilde bezahlt. Tierarztrechnungen
zahlt ebenfalls die Gilde. Die ersten DM 6,? müssen vom Besitzer
getragen werden. Das Kapital der Gilde wird durch Mitgliedsbeiträge,
die sich nach der An? zahl der versicherten Kühe richten, erbracht.
>> zurück zum Inhaltsverzeichnis Inselzeitung Pellworm >> Es wurde noch kein Suchbegriff eingegeben.
Suche Version 1.0
|
|
||||||||||||||||||||||||
|
copyright 2005 by creative - edesign pellworm |
||||||||||||||||||||||||||