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| Pellworm, den 07.02.2012 - 05:48 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||
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Pellwormer WasserversorgungA) Der Bau des ersten Teilabschnittes Während die Hamburger Firma Harmsdorf die Doppelrohrleitung im Wattengebiet zwischen der Hamburger Hallig und Pellworm mit Hilfe eines Spezialschwertes einspülte, begann man auch auf Pellworm mit dem Verlegen der Hauptleitungen. Unsere Insel wurde in drei Bauabschnitte aufgeteilt. Der erste Bauabschnitt reichte vom Norderdeich bis zum Westertilli. Dieser Bauabschnitt sollte gleichzeitig mit der Doppelrohrleitung im Watt fertiggestellt werden. Die bauausführende Firma war Paul J. Peters, Husum. Die Transportleitungen auf unserer Insel sind Asbestzementrohre mit einer lichten Weite von 200 mrn. Zuerst verlegte man die Hauptleitungen, später wurden die einzelnen Hausanschlüsse fertiggestellt Auf Pellworm sind insgesamt 56,3 km Haupt? und Transportleitungen verlegt worden. An Hausanschlüssen wurden 563 Stück hergestellt. Die einzelnen Rohre verlegte man in einer Tiefe von 1,50 m. Im Jahre 1964 konnten insgesamt 160 Haushalte Pellworms an das zentrale Versorgungsnetz des Wasserbeschaffungsverbandes "Nord" angeschlossen werden. Das entspricht also knapp einem Drittel der gesamten Pellwormer Haushaltungen. Außerdem errichtete man auf Pellworm am Moordamm eine provisorische Druckerhöhungsstation. Eine ausreichende Notversorgung aus Hydranten war auch für die noch nicht angeschlossenen Haushaltungen gewährleistet. Für 1965/66 war dann die Fertigstellung des restlichen Versorgungsnetzes und des Speicherbehälters nebst Pumpstation vorgesehen.
c) Fertigstellung des Versorgungsnetzes und der Anschluß von Hooge Nachdem im Jahre 1964 schon 160 Pellwormer Haushaltungen an das zentrale Versorgungsnetz angeschlossen werden konnten, hat man in den folgenden Jahren das Versorgungsnetz immer weiter ausgebaut. 1965 wurde der zweite Bauabschnitt mit etwa 180 Hausanschlüssen fertiggestellt. In den Jahren 1966 und 1967 folgte schließlich der dritte Bauab? schnitt mit ca. 200 Hausanschlüssen. Zur gleichen Zeit entstand am Moordamm eine Druckerhöhungsstation mit zwei Reinwasserbehältern von je 400 m3 Inhalt. Das vom Festland heranfließende Wasser wird direkt in die Reinwasserbehälter gedrückt. Dieses geschieht meistens nachts, weil der Nachtstrom billiger ist. Das während der Nacht angespeicherte Wasser wird am folgenden Tag wiederverbraucht. Das Wasser von der Wattleitung kommt hier mit einem Druck von nur 1 bis 2 bar an. Die Druckerhöhungsstation stellt dann den normalen Versorgungsdruck von 4 bis 5 bar her. Die starke Ausweitung des Fremdenverkehrs Anfang der 70er Jahre erforderte noch eine Erweiterung der bestehenden Anlage, um den saisonalen Spitzenbedarf abdecken zu können. Aus diesem Grunde wurden Speicherbecken mit einem Gesamtinhalt von 20.000 M3 und eine zusätzliche Aufbereitungsanlage gebaut. Diese Speicherbecken werden in der Vorsaison gefüllt. Das dann nochmals aufbereitete Wasser steht dann zur Spitzenabdekkung zur Verfügung. Wie der Wasserbeschaffungsverband "Nord" erklärte, wird diese Anlage nur als Zwischenlösung betrachtet. Bei einer weiteren Steigerung des Bedarfs wird es unumgänglich, eine zweite Wattleitung zu bauen. Die Hallig Hooge wurde 1968 durch eine Versorgungsleitung, bestehend aus einer Doppelrohrleitung, 2 x NW 65 mm mit einer Länge von 3340 m an das Versorgungsnetz Pellworm angeschlossen. Auf Hooge selbst sind 6,3 km Hauptleitungen und 57 Hausanschlüsse verlegt worden. Eine Druckstation mit Speicherbehälter sorgt auch hier für den nötigen Versorgungsdruck. Die Hallig Nordstrandischmoor wurde 1975 und die Hallig Gröde 1976 an das Festlandnetz des Verbandes angeschlossen. Die Gesamtbaukosten betrugen bisher ca. 8 Mill DM. Für die künftige Sicherung und Erweiterung der Anlagen der Wasserversorgung der Insel und Halligen rechnet der Verband noch mit einer Investition von 5 Mill DM. Die Zuschüsse von Bund und Land betragen ca. 52 %. Mit einem Anteil von nur 7,8 % an dem Wasserumsatz des Verbandes ist die Wasserversorgung der Inseln und Halligen eine kostspielige Angelegenheit. Daß dennoch der Wasserpreis der gleiche wie auf dem Festland sein kann, ist sicherlich der Größe des Unternehmens und auch unseren verantwortlichen Politikern zu verdanken. Schlußbetrachtung: Der Anschluß an das Versorgungsnetz des Wasserbeschaffungsverbandes "Nord" brachte für die Pellwormer Bevölkerung wesentliche Vorteile. Die Sicherung der Wasserversorgung ermöglichte u.a. die starke Ausweitung des Fremdenverkehrs. Die Anzahl der Obernachtungen stieg von 20.000 im Jahre 1964 auf über 140.000 im Jahre 1977 an. Auch sind günstige Auswirkungen für die Landwirtschaft, besonders bei der Rinder? und Schweirehaltung, zu verzeichnen. Für unsere Feuerwehr stellen die zahlreichen Hydranten z.B. bei erforderlichen Löscharbeiten eine Erleichterung dar. Es ging für die Pellwormer eine Zeit zuende, die einmalig war. Früher war die Wasserbeschaffung oft umständlich und arbeitsaufwendig, heute braucht man nur noch den Wasserhahn aufzudrehen. 1 n der Vergangenheit unterschied man teilweise zwischen Wasser zum Trinken, zum Waschen und zum Viehtränken. Heute steht für alle Zwecke Wasser bester Qualität zur Verfügung. Die Schaffung einer zentralen Wasserversorgung ist meines Erachtens nach dem Ausbau des Elektrizitätsnetzes Anfang der 50er Jahre zweifellos der größte Schritt in Richtung "Verbesserung der Lebensqualität" gewesen. Man kann nurhoffen, daß dieses Werk auch den Kräften der Naturstandhalten wird. >> zurück zum Inhaltsverzeichnis Inselzeitung Pellworm >>
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