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Pellworm, den 29.07.2010 - 18:30 Uhr

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Date: 29.07.10
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Wir stellen vor:

Butenpellwormer in Kiel

Um die Jahreswende 1952/53 traf sich eine kleine Gruppe Pellwormer mit Ihren Angehörigen in einer Kieler Gaststätte. Bei knusprigen Niejohrekringeln wurden wir uns schnell einig, daß wir gelegentlich wieder zusammen kommen wollten. Aus dieser ersten Begegnung wurde Inzwischen eine feste Einrichtung: ein Verein, der kein Verein ist, keine Beträge hebt und nicht in ein Vereinsregister eingetragen ist. Wir treffen uns zwangslos zweimal im Jahr mit durchschnittlich 30 bis 35 Personen: dann sprechen wir unser Pellwormer Platt (Ausnahmegenehmigung worden bei Bedarf erteilt). Meistens gibt es einen Vortrag über unsere Insel mit farbigen Lichtbildern, der anschließend lebhaft besprochen wird, z.B. Bilderrätsel über Pellworm von Dr. D. König.

Außerdem sind Sommerausflüge beliebt.?Sie führten nach Holtenau, Möltenort (Th. Clausen, USA), Preetz, durch das Schwentinetal, zur Baustelle Tunnel Rendsburg, nach Latendorf im Segeberger Forst, nach Schlüttsiel?Husum?Friedrichstadt, über die Fehmarnsundbrücke nach Puttgarden und Burgstaken, nach Schleswig in das MuseumfürVor?und Frühgeschichte (Dr. A. Bantelmann) und in den Dom (H. Momme Petersen), in das Freilichtmuseum in Kiel?Rammsee (Prof. Dr. A. Kamphausen),zum Eiderdamm Hundeknöll?Vollerwiek und nach Büsum, sowie nach Pellworm mit Besichtigung des Wattenmuseums von Heinrich Liermann, derAlten Kirche u.a. unter Führung von E. Jensen.

Warum hält der Kreis der Butenpellwormer in Kiel schon über 25 Jahre zusammen? Sicher liegt es nicht an einer bestimmten 41tersgruppe, denn es kommen alle Jahrgänge von etwa 15bis über 80, unabhängig davon, aus welchem Inselhaus sie herstammen. Auch Besucher unserer Heimat, die gern wieder dorthin fahren, sind gelegentlich dabei. Wenn Deutsch?Amerikaner gerade anwesend sind, kommen auch sie und erzählen von "drüben". Vielleicht liegt die Antwort in der Art der Zusammenkünfte, die für jeden Teilnehmer interessante Mitteilungen und Erklärungen über Zusammenhänge bringen. Dabei wird die Vielseitigkeit sowohl der Themen als auch der Vortragenden von Einfluß sein. Eine kurze Übersicht mag dies erläutern:

Ober die Insellage im Wattenmeer, über notwendige Schutzmaßnahmen gegen Sturmfluten und gegen die fortschreitende Zerstörung des Wattensystems um Pellworm sprach Joh. M. Lorenzen, den Schiffsverkehr und den Hafen behandelten E.D. Balzer und M. Petersen, über die Schulverhältnisse und über Begebenheiten um die Jahrhundertwende erzählte K. Mäckelmann. Den Stummfilm von Pellworm sahen wir nach zwanzig Jahren zum zweitenmal, dann ließen wir den Farbfilm folgen. Pastor H. Martensen trug vor über die Pellwormer Kirchen und ihre Kunstschätze. Pastor K. Hansen las aus seiner Geschichten?Sammlung vor: Infroren, Wiehnachtsflot, Grabstein im Watt. Weihnachtserzählung von Süderoog und verschiedene Anekdoten, die in dem Buch "Wenn de Diek ut Glas weer" veröffentlicht worden sind. Pellwormer Familien wurden an Stammtafeln und Chroniken diskutiert.

Pellworm in den Zeitungen und Veröffentlichungen über unsere Insel in Büchern und Zeitschriften wurden an Beispielen vorgeführt (M. Petersen). H.J. Blumhagen sprach über Ursachen von Bränden, erläuterte die Brandbekämpfung und führte uns durch das Brandschutzmuseum der Landesbrandkasse. Aus Anlaß des 25jährigen Bestehens des Bupheverkooges kam natürlich der jüngste Inselkoog an die Reihe (M. Petersen). Eine interessante Übersicht über die Landwirtschaft und ihre Entwicklungsstufen mit einem Ausblick in die Zukunftgab H. Tedsen. Einzelheiten teilte M. Laerz über den Hof Seegaard, M. Petersen über den Ostersielshof und J.M. Lorenzen über den Wohndeich Tilli mit. Hallig Süderoog und Süderoogsand waren nach der Februar?Sturmflut 1962 (J.M. Lorenzen) und wegen der Apfelsinenflut im Februar 1949 (J.H. Blumhagen) abendfüllende Gesprächsstoffe.

An verschiedenen Abenden gab es Reisebeschreibungen: so nach Haiti (M. Haberstroh), nach Panama?USA?Kanada und nach Ägypten (J.M. Lorenzen), nach Japan?HongkongBangkog, Rumänien und USA (M. Petersen), ebenfalls nach den Vereinigten Staaten (F. Lucht), nach Ostdeutschland (J.H. Blumhagen). Als das gute Trinkwasser von Frörup südlich Flensburg quer durch die Schleswiger Geest und Marsch, durch das Vorland nach der Hamburger Hallig und weiter in zwei Kunststoffrohren durch das Watt und unter die Priele hin nach Pellworm geleitet werden konnte, haben uns die Vorgeschichte, derLeitungsbau 1964 und das Verteilungssystern beschäftigt als wichtige Voraussetzung für Strukturveränderungen in der Landwirtschaft und fürdie Entwicklung des Fremdenverkehrs auf der Insel. Und bald stand das Kurzentrum zur Diskussion. An mehreren Abenden besprochen wir Fragen, die mit der Planung und Durchführung der Vordelchung Nordetrander Bucht und mit dem Verbindungedamm vom Festland nach Pollworm (siehe PIZ 1, 1977) verbunden sind. Nach Abwägung der folgeschichtigen Interessen, der Vor? und Nachteile einen fahrbaren Dammes, kamen wir ? als Betrachter von außen ? zu dem Ergebnis, daß die Nachteile auf lange Sieht In keinem vernünftigen Verhältnis zu den erreichbaren Vorteilen stehen und man es deshalb bei einer oben über Mltteltldehochwasser liegenden Dammkrone belassen sollte.

Auch mit dem Plan "Nationalpark Nordfriesisches Wattenmeer" haben wir uns auseinandergesetzt und meinen, es ist richtig, daß das Wattengebiet aus ökologischen Gründen unter Naturschutz gestellt wurde. Die Einschränkungen, welche die Vertreter des Nationalparkgedankens fordern, würden den Entwicklungsspielraum für die Pellwormer doch wohl zu sehr einengen.

Was fällt dem Besucher auf, der heute nach Pellworm kommt? Das war ein weiteres Thema. Dazu gab es zahlreiche positive Antworten, aber auch kritische Anmerkungen: a) Bei der Überfahrt von Nordstrand mit den Fährschiffen hat der Personen? und Gütertransport, einschließlich Autobeförderung, stark zugenommen. Die flache Kimmung (Horizont) der Insel ist erhalten geblieben. ein erfreulicher Anblick ohne Hochhäuser. Der neu verstärkte Deich stellt mit seinen flachen Böschungen und dem hochgezogenen starken Deichfuß einen wesentlich verbesserten Hochwasserschutz gegen Sturmfluten dar. Die harte Bedachung der Häuser nimmt zu, die Reetdächer werden weniger. Die Gebäude befinden sich fast ausnahmslos in gutem Zustand, obwohl die einheimische Bevölkerung an Zahl abnimmt. Die Tilli?Mühle ist die einzige Bauruine, nachdem jetzt auch die Krabbendarre am Stührenburgerweg beseitigt wird. Neben der Alten Kirche steht wieder ein Glockenturm. Das Pastorrat der Neuen Kirche konnte vor dem Abbruch gerettet werden; nach einer gründlichen Reparatur wird es als Begegnungsstätte "Heimreich?Haus" der evangelisch?lutherischen Kirchengemeinde betrieben. Bemerkenswert sind die Konzerte am Mittwochabend in der Alten Kirche.



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