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| Pellworm, den 29.07.2010 - 18:37 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||
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Wird Pellworm tidefreien Verkehr erhalten?Seit Jahrzehnten bemühten sich Gemeinde und Kreis, durch Baggerung des Hafenpriels eine bessere Verkehrsanbindung Pellworms zu erreichen. Alle Versuche, die Maßnahme zu erreichen, sind aber an der unterschiedlichen Auslegung der Kompetenzen im Gebiet der Wattströme und Außentiefs durch Landes- und Bundesbehörden gescheitert. Das Land erklärte sich stets für nicht zuständig, da es sich um Bundeswasserstraßen handele. Der Bund lehnte ebenfalls ab, weil nur die Betonnung der Seefahrtswege in seine Verantwor-tung falle. Auch die EG zeigte sich inkompetent, weil es keine Gemeinschaftsaufgabe sei. Der Kreis hat jetzt für Pell-worm diesem Kompetenzgerangel und dem Streit zwischen Land und Bund ein Ende gesetzt, weil er erkannt hat, daß nur eine durchgreifende Hilfe Pellworm vor dem "Ausbluten" bewahren kann. Als Hintergrund zu dieser Entscheidung muß gesehen werden, daß innerhalb weniger Jahre über 600, über-wiegend junge Menschen Pellworm verließen, weil sie auf der Insel keine Arbeitsmöglichkeiten fanden. Die Geburtenzahl ging dadurch extrem stark zurück und lag in den letzten Jahren bei vier bis sechs Neugeborenen. Die Sterbefälle dagegen betrugen 25 bis 30 jährlich. Das Ende der Lebensfähigkeit Pellworms war somit abzusehen. Ende Okto-ber werden die Baggerungsarbeiten, die von Ingenieur Martinen beaufsichtigt werden und den Priel bis auf vier Meter vertiefen, abgeschlossen werden. Dadurch wird sicherge-stellt, daß eine höhere Kapazitätsauslastung der Fähren gewährleistet ist. Die NPDG läßt zur Zeit als Ersatz für die "Pellworm" bei der Husumer Schiffswerft eine neue Fähre bauen. Sie soll ca. 3,6 Millionen Mark kosten. Das neue Fährschiff ist wie die anderen Schiffe der NPOG für den Versorgungsverkehr zwischen dem Festland und Pellworm vorgesehen. Die NPDG will nach Einführung des tidefrelen Verkehrs ein Schiff nach Strucklah-nungshörn verlegen, um so ihrer Betriebsverpflichtung, ent-sprechend der öffentlichen Verkehrsanbindung Pellworms an das Festland im sich kreuzenden Pendelverkehr, besser als dies bisher tidebedingt der Fall sein konnte, zu genügen. Das neue Fährschiff der NPDG wird eine Länge von 38,30 m, eine Breite von 10,40 m und einen Tiefgang von 1,40 m haben. Die beiden Antriebsmotoren entwickeln 782 PS, das Bug-strahlruder ist mit einem 170-PS-Motor ausgerüstet. Die Fähre hat zwei große Fahrgast-Salons unter Deck und einen kleinen Decksalon für Behinderte sowie zwei Sonnendecks und ein großes Ladedeck für Auto- und Schwertransporte. Des weite-ren verfügt die neue Fähre über zwei große Ladeöltanks von zusammen 66.000 Liter Heizöl. Eine weitere neue Fähre wird die Route Pellworm-Nordstrand demnächst befahren. Der Pellwormer Schiffer Heinz von Holdt hat das Fährschiff "Ernst Sturm", das bisher auf der Obersetz-finie Glückstadt-Wischhafen eingesetzt war, gekauft und läßt das Schiff zur Zeit umbauen. Es geht Heinz von Holdt darum, die langen Wartezeiten für den Autotransport abzukürzen. Auf keinen Fall wolle er der bestehenden NPDG Konkurrenz machen. Die Fahrpreise werden deshalb die gleichen sein. Beim Minister für Wirtschaft und Verkehr hat von Holdt die Genehmigung zur Einrichtung und zum Betrieb einer Fähre zwischen Pellworm und dem Festland beantragt. Heinz von Holdt möchte einen Liegeplatz auf Strucklahnungshörn (Nordstrand) für das von ihm erworbene Fährschiff, das den Namen "Pidder Lyng" erhalten soll, zugewiesen bekommen. Einen entsprechenden Antrag hat er bereits an die Gemeinde Nordstrand gerichtet. W.S. >> zurück zum Inhaltsverzeichnis Inselzeitung Pellworm >> Es wurde noch kein Suchbegriff eingegeben.
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