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| Pellworm, den 29.07.2010 - 18:29 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||
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Pellwormer Momme-Nissen-Haus: Geschichte in GlasKürzlich wurden unter der Leitung von Professor Franz Griesenbrock (Vaals, Holland), dem Verantwortlichen für die künstlerische Gestaltung des Kapellenraumes im Momme-Nissen-Haus, dem katholischen Kommunikationszentrum auf Pellworm, 14 Kirchen-fenster eingesetzt. Professor Griesenbrock erklärte, daß die künstle-rische Gestaltung der Fenster ein Jahr gedauert habe. Da die Fenster in 10 Bereiche aufgegliedert seien, um den Charakter des Hauses zu bewahren, sei ein Höchstmaß an Komposition notwendig gewesen. Professor Franz Griesenbrock: "Die Fenster sind Geschichte in Glas', Erinnerung, Denkmal vergangener Jahrhunderte." Sie erinnern an die Flut von 1634, als in der Nacht vom 11. zum 12. Oktober an mehr als vierzig Stellen der Deich brach. Über sechstau-send Menschen ertranken. Viele Kirchen wurden zerstört, von einigen sind die Kirchenpatrone bekannt, sieben Fenster sind ihnen gewidmet. Die ersten drei Fenster im Altarraum (links) zeigen die Flut von 1634. Das vierte Fenster im Kirchenschiff erinnert an St. Pankratius, einen jungen römischen Kaufmannssohn, der in der Verfolgung des Diokletian den Martertod erlitt. Er wird seit dem Mittelalter gerne als Ritter dargestellt. Ihm war die Kirche von Stintebüll geweiht, die 1639 aufgegeben werden mußte. Die zwei Ochsen erinnern an die Kirchbausage: Man habe zwei Ochsen zusammengebunden und sie über Nacht frei gräsen lassen. Wo man sie am Morgen fand, sei die Kirche erbaut worden. Auf dem fünften Fenster sind St. Laurentius (mit dem Rost) und St. Jakobus derJüngere (mit der Walkerstange) dargestellt. Als Vorlage diente ein altes Siegel der Edomsharde. St. Laurentius war der Patron der Morsunier Kirche, einer der Hauptkirchen des alten Strandes. Im sechsten Fenster wieder die Flut von 1634. Eine stilisierte Karte mit den Namen der Kirchspiele des alten Stran-des ist im siebenten Fenster. Die Jahreszahlen bedeuten das Jahr der endgültigen Aufgabe der Kirchen. Das achte Fenster ist das "Holländer-Fenster." Im Jahre 1652 schloß der Herzog einen Vertrag mit den holländischen Partizipanten (Aktionären), die das Land wieder bedeichen sollten. Das Paar in der Tracht des 17. Jahrhunderts symbolisiert den Deichgrafen Indervel-den und seine Frau. Über ihnen links der Oratorianer-Priester Christian de Cort (weilte von 1654-1669 auf Nordstrand) und der Wilhelmiten-Pater Roger Indervelden, der erste katholische Seel-sorger auf Nordstrand nach der Reforrnation (1654). Neuntes Fen-ster: Maria. Das Buch in der Hand bedeutet die Heilige Schrift, das Wort Gottes. Der siebenarmige Leuchter ist ein Symbol des Alten Bundes. Dieses Fenster erinnert an die Kirche von Evensbüll, deren Siegel eine ähnliche Darstellung gehabt hatte. Zehntes Fenster: St. Ursula mit ihren Gefährtinnen. Sie war Patronin der untergegangenen Kirche von Rörbeck. Elftes Fenster: Jesus Christus als Richter und Erlöser. Nach einem alten Nordstrander Siegel gestaltet. Zwölftes Fenster: Madonna auf der Mondsichel. Nach einem Siegel des Hinrich Drape aus dem 15. Jahrhundert. Dreizehntes Fenster: St. Andreas, Patron der Kirche zu Gaikebüll. Vierzehntes Fenster (im Altarraum rechts): Die Symbole der vier Evangelisten. Eingesetzt wurden die Fenster von Benoit Prick aus Neerharen bei Löwen (Belgien), der Chef einer Firma ist, die sich ausschließlich mit Glasmalarbeiten beschäftigt und die schon seit Jahren mit Professor Griesenbrock zusammenarbeitet. Der Architekt und Baumeister am bischöflichen Generalvikariat Osnabrück Heinrich Hüttenmüller, verantwortlich für die Bauausführung des Momme-Nissen-Hauses, ist besonders glücklich über die "hervorragende" künstlerische Gestaltung des Kapellen-raumes. Benoit Prick erklärte dazu, daß das Momme-Nissen-Haus sicherlich nicht diese künstlerische Gestaltung erhalten hätte, wären Baumei-ster Heinrich Hüttenmüller und Professor Griesenbrock nicht schon seit Jahren miteinander befreundet. Die Kosten der Fenster seien geringer angesetzt als sonst üblich. Professor Griesenbrock gestaltet zur Zeit Fenster eines Restaurants bei Amsterdam. Ein Fenster dort wird so teuer wie alle 14 Fenster in der Kapelle des Momme-Nissen- Hauses. W.S. Link: Momme Nissen Haus Pellworm >> zurück zum Inhaltsverzeichnis Inselzeitung Pellworm >> Es wurde noch kein Suchbegriff eingegeben.
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