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Pellworm, den 29.07.2010 - 18:36 Uhr

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Date: 29.07.10
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Alte Gebäude auf Pellworm

Heute von der Wehle bis zum Schmerhörn.

Wir beginnen mit dem Hof, heute Jens Clausen. - Eigentlich ist dieser Ortsteil der Südermitteldeich und genauer die Wehle. Das Haus liegt genau vor der Straße, die vom Westertilli kommt, wie z. B. eine Kirche mitten im Dorf. Der Grund dafür ist aber folgender: Bei den Sturmfluten der vergangenen Jahr-hunderte ist zwischen diesem Haus und der weiter westlich gelegenen Warft von Hermann Lucht der Deich gebrochen und dabei ist eine Wehle entstanden. Das hereinstürzende Wasser hat ein tiefes Loch in das hinter dem Deich gelegene Land gerissen, eben eine Wehle. Heute noch nach 400 Jahren kann man die Größe erkennen. Die Straße nach dem Schütting führt nun um dieses Loch herum. Südlich ist der Deich, der zum Abriegeln des Bruches gebaut werden mußte, gut zu erken-nen. In dem Hause von Clausen, wohnt nun die dritte Genera-tion Jens Cornelius Clausen, der Großvater des jetzigen Besitzers kaufte den Hof von Carsten Jessen, der seines Zeichens Schuhmacher war und die Landwirtschaft nebenher hatte. Die Tochter von Jessen, nach dem Beruf des Vaters Stiene Carsten Schoster genannt, wohnte am Ostertilli, jetzt Anton Samuelsen/Frieda Kröger. Sie wanderte nach dem ersten Weltkrieg nach Amerika aus. - Der Vater des jetzigen Clausen, Martin, wohnt mit seiner Frau in der Abnahme vor dem Hof. Bekannt ist das Haus durch Lene 1, die mit ihrer Mutter dort wohnte. - Der nächste Hof ist die Stelle von Hermann Lucht. Hier wohnten in den letzten Jahren des vorigen Jahrhunderts Heinrich Petersen mit seiner Familie. (Vorfahren von Johannes Heinr. Petersen) Hermann Lucht, sen * übergab den Hof an seinen Sohn Martin mit Frau Anniget). Levsen, die jetzt in der Lehrerwohnung der Sielsschule wohnen. Hermann Lucht, sen. kaufte das Müllerhaus am Tilli von der Witwe Schölermann und zog dorthin mit seiner Frau und Sohn Anton, der heute noch den Beruf des Schuhmachers ausübt, zum Nutzen für alle Pellwormer und Gäste. Dieser Beruf ist nicht mehr sehr gefragt,.und trotzdem wird er drin-gend benötigt. - Das nächste Haus vor der "Löhne" von Peter Ecklundt steht nicht mehr. In den Jahren um 1880 wohnten hier die Familie Nommen Sievertsen und seine Frau Eike mit ihren Kindern. Ein Sohn aus erster Ehe der Frau war der uns allen wohlbekannte Nicolaus Lampe, der später mit seiner Familie in dem jetzigen Haus "Heigoland" wohnte. Lampe ware in altge-dienter Seemann, worüber wir noch einmal später berichten werden. Die Stelle von Peter Ecklundt war früher von Christian Rathje und seiner Familie bewirtschaftet, bis Dethief Ecklundt die Steile nach dem 1. Krieg übernahm. Alte Leute sagen noch immer "dat Rathjensstääd". Es soll dort auch angeblich gespukt haben. Dasjetzige Haus von HolsteinerwarWohnung von Peter Sievertsen, deren Tochter Christine den Schuhma-cherJohs. Christian Lorenzen heiratete. Sie war dieGroßmut-ter von Frau Mariechen v. HoldtamTammensie). - Im nächsten Haus, zuletzt von Detlef Ecklundt bewohnt, war die Familie Hahn zu Hause, es waren dort 5 Kinder. Der bekannteste war Julius Hahn. Er war Seemann und hatte die "Diana". Zuletzt wohnte er im kleinen roten Haus beim Moordamm, jetzt Ilse Hahn.

Bei diesem und den folgenden Häusern ging der Weg oben längs. Erst im Anfang diese Jahrhunderts wurde die Straße nach unten verlegt. Ein Teil des Mitteldeiches gehört heute noch der Gemeinde Pellworm. Vom "Hahnhaus" kommt nun ein größerer Abstand bis zum Doppelhaus Van Hezik/Loren-zen. Hier wohnte von 1880 bis ca. 1900 Dietrich Ahrens. Ältere Leute kennen es als das Haus von Liese Hoffmann, eine Tochter von Ahrens. Hoffmann war am Tüterlandsweg geboren. Ein Steinhaufen kündigte noch bis vor kurzem die teile an. Im westlichen Ende dieses Doppelhauses, jetzt Bru-no Lorenzen, wohnte BroderTimmermann mitseinerFrau Liese (Broder Timmermanns). Liese war eine geborene Paulsen und stammte von der Hamburger Hallig. Bruno Lorenzen mit seiner Frau Else, geb, Kölln haben den Besitz von Eduard Lo-renzen (Schoster) übernommen. Seit etlichen Jahren ist dieser Teil mit einem festen Dach versehen, während der Ostteil noch das alte Reetdach hat. Eine Kostenfrage - Reet ist knapp und teuer, Unterhaltung schwierig, und dann die Kosten der fast viermal höheren Versicherung. Nun kommt auf der Weggabe-lung Tüterlandsweg-Kleiner Weg das Haus von August Michaelsen. Es trägt den Namen "Falun", ein Kirchdorf, welches vor dem Süderkoog belegen war und sicher vor dem 14. Jahrhundert untergegangen ist. Jedenfalls wird es von dem Chronisten Heimreich in seiner Chronik von 1666 nicht mehr erwähnt. August Michaelsen und seine Frau Helga, geb. Lorenzen aus dem Tüterland, kauften das Haus von der Witwe Lene Koch geb. Matthiessen. Lene Koch war, da ihr Mann früh gestorben war, als Kochfrau auf vielen Festlichkeiten, die damals noch in den einzelnen Häusern gefeiert wurden. Sie war allseits bekannt und beliebt. Das Haus lag immer auf der Wegegabelung zum kleinen Weg oder wie er heute als Tüter-landsweg bekannt ist. - Jetzt kommt nach Westen wieder ein größerer Abstand, links im Hunnenkoog der Besitz von früher Johannes Lucht, jetzt Hans Schmidt, dessen Frau Emmi eine geborene Lucht ist.,Es wurde wohl in den Jahren 1905-06 als Rentenstelle gebaut. Dann kommen wir zum Schmeerhörn. Links das Anwesen von Anton Andresen, vormals Peter Petersen und Frau, geb. Adolphsen. Es war vorher bewohnt von den Eltern von Anne Peter Sönke". Die Familie hieß Paul Christiansen. Eigentlich liegt das Anwesen schon auf dem Untjehörnsmitteldeich zum "Teetopf". Dieser Deich wurde nach der Sturmfiut 1962 wieder heil gemacht und dient nun wie auch der beschriebene Südermitteideich als zweite Deichlinie. In dem Haus, heute Johann Lorenzen, wohnte Karl Schmeer-hörn (Lorenzen) und vorher Lorenz Lorenzen. Karl stammt aus dem Haus von Johannes Cornilsen aus dem Süderkoog, Etwas weiter nach Westen liegt die Stelle von Christian Lorenzen und seiner Frau, geborene Lorenzen, eine Tochter von Broder Timmermann. Christian Lorenzen ist besser bekannt unter dem Namen "Chrischen Discher "weil er Tischler war. Heute wohnt hier Magda Lorenzen, eine Tochter des Vorgängers. -Alle Bewohner aus den beschriebenen Häusern waren außer in der eigenen kleinen Landwirtschaft an den Deichen beschäf-tigt. Vor allem im Westerkoog, wo es immer nur eine dünne Besiedlung gab, war viel zu tun. Der Deich mußte viele Male neu gebaut oder verstärkt werden. Der Westerkoog hatte auch fast keine Warften, und man getraute sich erst nach der Sturm-flut 1825, auf den Wiesen zu bauen. Der Name Schmeerhörn ist als Ortsteil mit drei Häusern nur klein, aber Freiherr von Liliencron hat bereits von der Insel "Schmeerhörn" geschrieben. Die Gemütlichkeit und die Gast-freundschaft der ehemaligen Bewohner hatte es ihm wohl angetan. Wirklich, nur eine kleine Reise haben wir gemacht und doch so viel erlebt!

J.W.



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