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| Pellworm, den 29.07.2010 - 18:30 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||
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Pellworm in der zeitgenössischen LiteraturIn seinem Roman BRANDSTELLEN, herausgegeben im Rohwolt-Taschenbuchverlag, 1977, läßt Franz Josef Degenhardt seinen Helden Kappel auf Seite 16 so agieren: "Kappel sah in azurblaue Augen, ärgerliche, und fragte, ob er ein Zimmer haben könne für die Nacht. 25 Mark, sagte sie (die Wirtin) und Kappel nickte. Sie klatschte den Anmeldeblock auf die Mamorplatte, schritt zurück zum Zapfkreuz und Kappel schrieb. Sibo Jenssen, Pellworm, Strandhaferkuhie 3, Reisender; ging raus, holte Tasche und den gallischen Kapuzenmantel aus dem Wagen, wartete wieder, Kinn auf der Marmorplatte neben den Soleier-gläsern. Die Wirtin kam schließlich noch einmal, las, blickte hoch, Kinn auf der Marmorplatte, fragte: Wo liegt das denn, Pellworm? Und Kappel sprach in friesischem Tonfall: Ganz oben und in der Nordsee, da kreischen die Möwen und Wellen schlagen an den Stra ... nd. Die Wirtin sah ihn fast freundlich an. Zimmer 10, sagte sie, pflückte den Schlüssel vom Hakenbrett." Eswird deutlich, daß allein die Erwähnung Pellworms, verbun-den mit ein wenig friesisch, herbem Gehabe, ausreichen, selbst eine hirnrissige Kneipenwirtin kirre zu machen. Da sieht man's mal wieder. Aber Strandhaferkuhle 3? Vielleicht bemüht sich Herr Degenhardt mal als Feriengast hierher, damit er merkt, daß in Pellworm keine Dünen sind, daß aus diesem Grund auch kein Strandhafer wächst und darum die Strandhaferkuhle als Wohnadresse nicht inf rage kommt. Auf Seite 18 seines flotten Romans übt sich Degenhardts schnelldenkender Held Kappel in gekonntem Imponierge-habe, das dazu dienen soll, sich bei den Hahnenkämpfen, die vor Kneipentheken oft ausgetragen werden, in der Hackreihe nach oben zu boxen. Er bedient sich dazu einer Lügenge-schichte aus dem Pellwormer Milieu: "Jetzt muß ich euch mal was erzählen, begann er, als wohlige Rudelwärme bei einer Trinkpause im allgemeinen Geplauder über Unfälle aufkam. Das passierte bei uns in Pellworm und ist noch keine acht Tage her. Und Bruno Kappel, ausgehend von der Ballade"Nies Randers" erzählte die Geschichte von einer vor Pellworm gestrandeten Yacht: Er, Kappel" wird von seiner Mutter nachts geweckt. Krachen und Heulen und berstende Nacht, ein Schrei durch die Brandung, einWrackauf derSand-bank, noch wiegt es die Flut, also kurz und gut, er Kappel, lugt und spricht ohne Hast: da hängt noch ein Mann im Mast, wir müssen ihn holen. Kappel und noch ein paar harte Jungs von der Insel pullen rüber zum Bleker Sand durch den Orkan, Stück harte Arbeit, und nehmen den Typen vom Mast. Was finden sie in der Kajüte? Fünf Mädchen, nackt und zitternd und betend. Un wer, stellt sich nach dreimal fast Kentern im Boot bei Windstärke 10, später, als alles vorbei ist, im "Lüütjen Krug" und bei heißem Grog raus, ist der Mann? Namen täten hier nichtszurSache. Er, Kappel, will nursoviel verraten,derChef von einer der größten Illustrierten der Weit sei das gewesen, diesen Mann habe er sich ins Gebet genommen, im "Lüütjen Krug", habe ihm mal die Meinung gesagt von wegen herum-uckeln auf See bei Windstärke 10, sich, seine Mannschaft und andere noch gefährden. Überhaupt seine Crew! Verlegen hätte der große Boß da herumgedruckst. Und Kappel schilderte noch einmal den Zustand der nackten Mädchen draußen auf Blecker Sand in Gischt und brüllender See!" Tja, so sind die Peilwormer. Oder? >> zurück zum Inhaltsverzeichnis Inselzeitung Pellworm >> Es wurde noch kein Suchbegriff eingegeben.
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