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Pellworm, den 29.07.2010 - 18:32 Uhr

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Die Jahreswende - aus "Studio Sicht" -

Buchstäblich in den Schnee gefallen sind viele Veranstaltungen, die das Studio über Weihnachten/Neujahr anbot. Die "besinnlich-heiteren Abende", in der letzten PIZ angekündigt, fanden nur zweimal statt, nein, dreimal, rechnet man das gelungene Weihnachtskonzert in der Alten Kirche dazu. Die statt gefundenen Veranstaltungen waren dafür aber auch ganz besonders "besinnlich-heiter". Daß es auf Pellworm möglich ist, innerhalb von drei Tagen zwei Klassische Gitarrenabende zu veranstalten, die gut besucht sind - das spricht entweder für das hohe Können der Gitarri-sten, oder aber für das Aufgeschlossen sein unserer Pellwor-mer und Gäste. Siche trifft beides zu. Das Gitarrenduo Norbert Dams und Tilmann Purrucker in der weihnachtlich ge-schmückten Alten Kirchezu erleben, war ein ganz besonderer Genuß. PIZ-Leser und Studio-Besucher kennen Norbert und Tilmann schon aus früheren Konzerten - wir, ersparen uns darum weitere lobende Kritiken! Nur ein Wort aus Laiensicht: das Konzert in der Alten Kirche war das absolut beste, was wir von euch gehört haben, Norbert und Tirmann! Es war wirklich "einsame Spitze"! Gelockerter ging es 2 Tage später beim "Gitarren-Workshop"-Abend im Studio zu. Draußen deutete sich das kommende Unwetter bereits mit Sturmböen an. Frierende Besucher strömten ins Studio, kuschelten sich in die Sofas und wurden langsam mit Punsch und Pharisäer wieder warm (das Studio hatte 1 Woche lang eine Konzession für derlei Alkoholika). Nachdem sich die letzten Fahrradfahrer durch den Sturm zum warmen Studio durchgekämpft hatten, begann der Abend mit etwas Verspätung. Die drei Gitarristen (Norbert, Tilmann und Bernard Hebb) machten sich den Zuschauern zunächst etwas vertraut, erzählten von sich, ihren Instrumenten und den Werken, die sie spielten. In dieser gelockerten Atmosphäre begann dann eine wirkliche musikalische Kostbarkeit: klassi-sche Werke, bearbeitet für drei Gitarren. Ein Gitarren-Triogibt es in der Musikszene sonst kaum, (n ur2 Trios existieren) somit boten Norbert, Tilmann und Bernard hier ausgereifte Pionier-arbeit. Nicht enden wollender Beifall veranlaßte die *Künstler zu improvisierten Zugaben, solo, im Duo oder Trio. Jazzimpro-visationen lösten sich ab mit Improvisationen bekannter Themen aus Pop und Klassik. Den Abschluß bildete auf Zuschauerwunsch das wohl schönste Trio - Stück des Abends: Händels "Sarabande". Einige gemütliche Stunden saß man noch beim Klönschnack zusammen, dann ging's durch Wind und Wetter wieder nach Haus. Da hatten es die fast 80 Studiobesucher des Abends vorher etwas besser: Sie konnten nach Pellworm-Tonbildschau und Klönschnack noch relativ unbehelligt nach Hause kommen. Glück hatten aber auch unsere3 Gitarristen und ihre Begleite-rinnen. Sie fuhren trotz Sturmwarnung und Schnee noch am 29. Dezember morgens mit der letzten Fähre zum Festland kamen - wenn auch erst spät abends - noch heil zu Hausean. Ana Fonell und Johannes Conen indessen, die am 29. Dezem-ber abends im Studio auftreten wollten, erreichten an diesem Abend nur noch Husum, nach erschöpfender Irrfahrt. Sie saßen während der ganzen nächsten Woche in einem Husumer Hotel fest - eine nicht nur bedauerliche, sondern auch für alle Beteiligte recht kostspielige Angelegenheit. Und obwohl das Studio am Abend des 29. fast schon völlig eingeschneit war, trafen ca. 20 Unentwegte doch noch zum Konzert hier ein -verschneit und natürlich mit ihren Autos in der nächsten Schneewehe festsitzend, enttäuscht, daß nun alle Mühen umsonst waren und kein Chansonabend stattfand. Für alle, die auf Ana und Johannes gewartet haben - beide haben versichert, trotz aller bösen Erfahrungen im Sommer noch einen Versuch zu starten, Pellworm zu erreichen! Nun, die fest-sitzenden Autos konnten im Laufe des Abends noch dank eines hilfsbereiten Treckerbesitzers, Ernst Clausen jun., aus den Schneewehen gezogen werden - das heißt, eines steht heute noch auf dem Studio-Hof - die Besitzer habenam6.Januarmit fast allen anderen Gästen per Hubschrauber die Insel verlassen. Ab 30. Dezember gab es dann zum Großen Norderkoog gar kein Durchkommen mehr. Die einzigen Studio-Besucher waren unsere unentwegten Kreativ-Urlauber, die über Weih-nachten hier einen "Mal-Urlaub" machten. Sie marschierten selbst am Silvesterabend durch Sturm/ Schneeböen über meterhohe Schneewehen durch eine nicht wiederzuerkennende Pellwormer Landschaft vom Hafen zum Studio, um hier Silvester zu feiern. Nun, und ab Neujahr dachte man gar nicht mehr an Veranstaltungen - da hieß es schaufeln, schaufeln, schaufeln. Eine denkwürdige Jahreswende!

G.S.



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