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| Pellworm, den 29.07.2010 - 18:37 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||
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Schiff in Not!Schiff in Not! Solange Schiffe fahren, muß es Rettungsboote geben, die auf den Ruf "Mayday" oder "Schiff in Not" auslaufen, ungeachtet der eigenen Gefahr! Die Männer in den Rettunqsbooten wagen immer wieder ihr Leben! Unsere Sache aber ist es, dafür zu sorgen, daß sie über geeignete Rettungsmittel ver-fügen, die ihnen selbst Sicherheit und ihrem Einsatz Aussicht auf Erfolg bieten. Samariter in Ölzeug kann man die Männer nennen, die in den 112 Jahren des Bestehens der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger bis Ende 1977 insgesamt 34.540 Menschen aus Seenot gerettet haben, davon 5.404 Ausländer. Die be-kanntesten Rettungskreuzer in der Nordsee seien hiermit nun kurz aufgezählt: von Nordstrand: Seenotrettungsboot "HINDENBURG", mit einer Stammbesatzung von 3 Mann; von Helgoland-. See-notkreuzer "ADOLF BERNPOHL" mit einer Stamm-besatzung von 6 Mann; von Amrum: Seenotkreuzer " RUHR-STAHL" mit einer Stammbesatzung von 4 Mann« Seeposition "Deutsche Bucht" Seenotkreu-zer "AERMANN-RITTER" mit einer Stammbesatzung von 10 Mann. Kontrollfahrten der Rettungsboote spielen eine besonders wichtige Rolle, denn sie ermögtichen es den Besatzungen, den Seeverkehr "vor Ort" zu beobachten und in kritischen Situatio-nen unmittelbar Rat und Hilfe anzubieten.Tatsächlich konnten im abgelaufenen Jahr auf diese Weise im Verlauf von insge-samt 1.102 Kontrollfahrten zahlreiche Seenotfälle sozusagen "im Keime" erstickt werden. Unser Rettungskreuzer, die "Hindenburg" macht unter anderem auch Krankentransporte von Pellworm nach Nord-strand z. B. wenn zu gegebener Zeit keine Fährverbindung besteht und ein dringender Fall vorliegt. Ich erinnere mich an einen Fall, der dieses Jahr im Sommer passierte. Es war Sonntagmorgen und ablaufend Wasser. Von unserem Arzt wurde bei einem jungen Mann "akute Blinddarm-entzündung" festgestellt! Tja, was tun, es fuhr keine Fähre und nun wurde die "Hinden-burg" gerufen, der Rettungskreuzer kam, konnte aber nicht ganz in den Hafen gelangen wegen Niedrigwasser, also wurde der dringend zu Operierende mit dem Schlauchboot zur "Hindenburg" gebracht und das auch nur unter Schwierig-keiten, da man wirklich im "Schlick" des Hafens Mühe hatte, wieder herauszukommen. Es ging aber alles glatt und der junge Mann kam dann auf dem schnellsten Weg ins Kranken-haus. Aber nun noch etwas für "Ängstliche", sollte es wirklich in ganz eiligen Fällen, nicht über den Wasserweg möglich sein schnellste Rettung zu erreichen, dann geht man in die"Luft". Denn dann wird der"Rettungshubschrauber" eingesetzt, und man fliegt in das nächst mögliche Krankenhaus. Also "Rettung" in jeder Situation! Nun ein dramatisches Beispiel: Quellennachweis Jahrbuch SBG Am 28. Oktober 1977 gegen 20 Uhr strandete im Lister Land-tief der Fischkutter "Seeschwalbe" und ging verloren. Der Unfall war darauf zurückzuführen, daß der Kutter bei zu starker Dünung durch ein Gebiet geführt wurde, in dem starke Bran-dung herrschte, wobei überkommende See die Luken Abdec-kung wegriß und u.a. den Maschinenraum füllte, so daß der Kutter manöverierunfähig wurde, da die Maschine ausfiel. Die Maßnahmen nachdem Unfall bedurften keinerErörterung. Die Rettungsmaßnahmen des Seenotrettungskreuzers "H.J. Krat-schke" verdienen Anerkennung. - Quellennachweis Jahr-buch BGzRS. Denn zur gleichen Zeit empfängt der Seenot-kreuzer über Ukw -"Mayday Fischkutter "Seeschwalbe". Die Männer versuchten vergeblich über Funk, die Position des Fischkutters auszumachen. Der Rettungskreuzer "H.J. Kratschke" nimmt daraufhin Kurs durch das Lister Tief zum Weststrand der Insel. An diesem Freitag hatte der steife Südwestwind ständig an Stärke zugenommen. Um 20 Uhr 15 steckte das Rettungsboot seine "Nase" in die offene See und die schwere Brandung stemmt sich, dem mit äußerster Kraft laufendem Schiff, entgegen. - Unterdessen - es ist 20 Uhr 35 - hat "H.J. Kratschke" die Außenbarre erreicht. Mit Suchscheinwerfern wurdeAusschau gehalten. Da, die Außenbarre, wildbewegt die Grundseen, und mitten-drin der Fischkutter! Im grellen Licht der Scheinwerfer sehen die Rettungsmänner 2 Personen, die sich an den Mast klam-mern. Unentwegt schlagen hohe Brecher über Deck und die Menschen auf dem Wrack. Während Stück für Stück des Fischkutters vonden Grundseen zerschlagen wird, kommen die Rettungsmänner bis auf Armlänge an das Wrack, und diese Sekunde gilt es zu nutzen. Mit festem Griff packen die Männer die Schiffbrüchigen und zerren sie an Bord des Rettungsbootes. Nur fünf Minuten währte derAnlauf, doch Rettern wie Gerettete zAich net sich die Anspannung dieser Augenblicke im Gesicht ab. Ein dritter Mann vom Fischkutter hatte versucht, schwimmend den Strand zu erreichen. Durch Einsatz eines Hubschraubers, wurde jedoch auch der dritte Mann geborgen, zwar ziemlich erschöpft aber sonst wohlbehalten. Wieder einmal Dank an die Lebensrettungsgesellschaft. So oder ähnlich sieht der Alltag (der zur Routine wird) mit der Gefahr aus. Immer noch sagen die Kapitäne der Rettungskreuzer, das vor allem bei den Yachten fehlende Kenntnis und Mangel an Erfah-rung vieleGefahrenheraufbeschwören,oderdieWattwande-rer, die einfach drauflos laufen, ohne sich bewußt zu werden, welchen Gefahren sie sich aussetzen. Deshalbnehmen sieden Ratschlag unserer Rettungsmannschaften ruhig an, solltensie sich nicht mit den Gezeiten auskennen, dann beauftragen sie lieber einen kundigen Wattführer, mit ihnen übers Watt zu laufen. Sollten sie also in Zukunft einem dieser Schiffchen begeg-nen oder gegenüberstehen, dann denken sie doch bitte daran, auch Groschen tragen zur Hilfe bei, da sich die Seenotret-tungsgesellschaft ganz alleine trägt. Hier auf Pellworm wurde durch die Leerung der Sammelschiffchen (durch einen ehrenamtlichen Mitarbeiter) dieses Jahr eine Spenden- und Bei-tragssumme von insgesamt 3.472,90 DM erzielt. Und, ob Binnenländer oder an der See lebenden Menschen, von Ihnen allen sollte diese Arbeit als anerkennend belohnt werden. Wer weiß? Vielleicht ist man selber irgendwann der Nächste, der diese Hilfe dringend benötigt. Vielleicht gerade jetzt zur Winterzeit sollte man all-gemein mal an alle Menschen denken, die nicht im Kreise ihrer Familie sein können, sondern für Menschen dasein müssen, die dringend Hilfe brauchen. K.M. >> zurück zum Inhaltsverzeichnis Inselzeitung Pellworm >> Es wurde noch kein Suchbegriff eingegeben.
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