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Pellworm, den 04.09.2010 - 05:35 Uhr

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Date: 04.09.10
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Sturmfluten über Pellworm

1756 Anfang Januar ging erneut eine schwere Sturmflut über Pellworm hinweg. Im Ütermarker Koog war der Durchbruch am schlimmsten. Der Durchbruch war "accurat so tief als der Schlick auswendig." Der Schaden war "auswendig oben in dem Kamm und Brust" eingetreten. .
1758 Aus einer Akte des Amtshauses geht hervor, daß Pellworm durch eine erneute Flut erheblichen Deichschaden erlitten hat.
1761/62 MELFSEN berichtet an das Amtshaus, daß der Pellwormer Deich im Winter 61/62 "viele schlimme Anstöße erlitten" hat, denen aber sogleich mit den üblichen Vorkehrungen begegnet wurde. Es wurde erheblich an den Deichen gearbeitet: "der niedrigste wurde dem -Besten gleich gemacht.
1770 gingen mehrere schwere Sturmfluten über die Insel hin. Über Einzelheiten liegen keine Berichte vor.
1782/83 Durch die Eisflut zu Beginn des Jahres wurden die Deiche derart beschädigt, daß sich ihr Zustand durch die folgende Sommer und Winterflut 1782/83 erheblich verschlechterte. Die große Flut vom 7.IX.1783 zerstörte die im Sommer ausgeführten Aufbauarbeiten. Eine weitere Sturmflut vom 15.X 1. 1783 richtete derartige Verwüstungen an, daß die vorangegangenen Deichverbesserungen völlig weggerissen wurden.
1787 Gemäß eines Berichtes von MUMSEN an das Amtshaus vom 14.VII.1787 hatten die Bewohner ihre Feldarbeiten zurückgestellt und dafür ihre Deiche größtenteils vollendet, als die Sturmflut vom 11. zum 12. Juli alles wieder wegriß.
1788 Am 25. Januar wurden die Pellwormer Deiche durch einen unerhörten, plötzlichen Sturm angegriffen und "bis zur Überschwemmung total ruiniert."
1789 Zwischen dem 4. und 10. Februar traten mehrere Eisfluten auf, die den Seedeich schwer beschädigten. Einige Pellwormer scheinen völlig kopflos geworden zu sein. So teilt der "lmmissionseinnehmer" PETERSEN dem Amtmann mit, daß verschiedene Eingesessene, "selbst solche, die weder Land noch Deich haben, von den zerbrochenen Deichspfählen, ausgehobenen Brettern und herumtreibenden Deichstrümmern eigenmächtig bargen und veruntreuend nach Hause schleppten, ja losgebrochenes Bollwerk gewalttätig abbrachen, um so den Mangel an Feuerung zu ersetzen oder ungerechten Gewinn zu suchen."
1791 Die Deiche waren soweit wiederhergestellt, daß sie den letzten Winterstürmen widerstanden hatten. Die Deiche sind aber durch "eine schnelle und unerhörte Wasserflut in der Nacht vom 21. zum 22. März 1791 in solch erbärmliche Verfassung gesetzt, "daß sich die Bewohner" dem Meere preisgeben müssen!'
1792 In der Nacht vom 10. zum 11. Dezember brach wieder eine schwere Flut über Pellworm herein. Der Chronist sagt: "Am folgenden Morgen schien das Land in einen See verwandelt und jede Warft zu einer Insel umgeschaffen. Noch immer hielt der Sturm an und die See stürzte unaufhörlich über den zerbrochenen Deich hin. Diese Überstürze glichen vollkommen einem großen Wasserfall, in dem hin und wieder die Überbleibsel des Deichkamms wie Felsensteine hervorragten. Die überströmenden Wellen waren unten schwarz von der abgespülten Erde und oben mit einem weißen Rande von Schaum eingefaßt."
1793 "Am 2. März kam ein Sturm auf, der am folgenden Tage so heftig wurde, daß er um 9 Uhr völlig dem Orkan vom Dezember glich, wenn nicht ihn noch übertraf." Die See strömt "von allen Seiten unaufhörlich über den Deich oder vielmehr die Deichtrümmer." Der Sturm richtete großen Schaden an den Gebäuden an. Nachdem die Wintersaat bereits vernichtet war, mußte auch mit dem Verlust der Sommerernte gerechnet werden.
1809 Im Februar wurde Pellworm von einer schweren Eisflut betroffen. Am 18./19. Februar trat ein schwerer Südwestorkan gerade in dem entscheidenden Augenblick ein, als die Eisfelder sich in ihre Teile auflösten, wodurch der Deich fast überall seiner Winterbestickung beraubt wurde!
1813 Im Frühjahr 1813 trat eine Reihe von Sturmfluten ein, über die SALCHOW berichtet. Bereits seit der Weihnachtswoche 1812 hatten heftige Stürme getobt, ohne Schaden anzurichten. Die Lage verschlechterte sich, als sich große Eismassen um die Insel legten. Vom 6, bis zum 24. Februar taute es. Ein SSW?Sturm setzte mit "beispielloser Kraft und Hartnäckigkeit ein. Obwohl seit Wochen keine Ebbe beobachtet wurde, hielt der Deich stand. Am 28. Februar kehrte der Sturm aus WNW wieder mit einer Kraft, die auf Pellworm unbekannt war und vielleicht der Manndränke vergleichbar war."
1821 1 Dezember, der Deich hält bei heftigem Sturm stand.
1824 Starke Novemberstürme können dem Deich nichts anhaben.
1825 Über die Flut von 1825 berichten mehrere Chronisten. Nach ihnen ging am 3. Februar um 3 Uhr nachmittags "bei mäßigem Winde die See sehr hoch und war über alle Maßen unruhig." Aber aufgrund der guten Erfahrungen in den vergangenen Jahren waren die Pellwormer auf eine Überschwemmung nicht vorbereitet. Mit der Winddrehung von SW auf WNW stieg die Flut während der Nacht und erhob sich über die ganze Insel. Die See "überstieg mit unglaublicher Schnelligkeit den Deich." Den Bewohnern blieb "kaum soviel Zeit übrig, Trinkwasser für Menschen, viel weniger fürs Vieh einzuholen." Am anderen Morgen boten die Deiche einen betrübenden Anblick", vor allem wegen der Erdverluste an der Binnenböschung. Unter den vielen Deichbrüchen "waren 9 bis auf die halbe Deichsohle eingerissen." Zwischen Alter Kirche und Tammwarft standen nur noch einige Bruchstücke. Zwei junge Leute ertranken, als sie sich auf Flößen retten wollten.
1831 Am 8. Januar tritt eine Sturmflut auf, die nur 2 Fuß unter der von 1825 blieb. Lediglich in den Alten und in den Westernkoog strömte Wasser. Der Rest der Insel wird nicht überschwemmt, aber die Deiche werden "von Oben und Binnen" erheblich beschädigt. Es wird weiter an den Deichen gearbeitet und die Sturmfluten vom 19.XII.1832 und vom 27./28.1.1833 können ihm nichts anhaben.
1849 Vom 18. bis zum 27. Januar sind ununterbrochen Sturm und starker Regenfall. Die Fluten werden zum Teil von starken Eisgängen begleitet, "Die Deiche sind im Auftauen begriffen, so daß die aufgeweichten Bestickungen dem tagelangen Angriffen von Eis und Wellen nicht zu widerstehen vermochten." Die Schäden an den Deichen waren beträchtlich, aber noch keineswegs derart, daß die Sicherheit des Landes bedroht war. Im Jahre der großen Flut von 1825 wurde Pellworm also das letzte Mal Überschwemmt, "inundirekt", wie HEINIREICH es seinerzeit ausdrückte. Seither sind viele Stürme über Pellworm gegangen und die See ist in schweren Fluten gegen die Deiche gebrandet. Aber unser Deich, der immer weiter ausgebaut wurde und in den letzten Jahren weitere Verstärkungen erhalten hat, konnte alle Angriffe überstehen, selbst die schweren Fluten dieses Jahrhunderts, 1962 und 1976, die uns noch in frischer Erinnerung sind. Wir hoffen alle, daß der Deich auch weiterhin hält.
R. .L.



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