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Date: 04.09.10 Time: 05:35:56 User online: 1 Heute: 54 Gestern: 226 Gesamt: 7029 |
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| Impressum Arbeitskreis
INSEL-ZEITUNG
Studio Pellworm
2251 PELLWORM
04844/687
Redaktionelle Mitarbeiter: Josie Bey
Alfred Dethlefsen
Jons Drawert
Erwin Fiera
Wilhelm Gohde
Philipp Goedeking
Sönje Hansen
Angelika Leners
Rolf Lohmeyer,
Johann E. Lucht
Thies Martensen jr.
Hauke Martensen
Friedrich Petersen,
Dr. Markus Petersen
Hellfried Schulze
Gerda Smorra
Henry Smorra
Bernd Thornsen
Johann Wilsterman
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Sturmfluten
über Pellworm
1756 Anfang Januar ging erneut eine schwere Sturmflut
über Pellworm hinweg. Im Ütermarker Koog war der Durchbruch
am schlimmsten. Der Durchbruch war "accurat so tief als der Schlick
auswendig." Der Schaden war "auswendig oben in dem Kamm und
Brust" eingetreten. .
1758 Aus einer Akte des Amtshauses geht hervor, daß Pellworm durch
eine erneute Flut erheblichen Deichschaden erlitten hat.
1761/62 MELFSEN berichtet an das Amtshaus, daß der Pellwormer Deich
im Winter 61/62 "viele schlimme Anstöße erlitten"
hat, denen aber sogleich mit den üblichen Vorkehrungen begegnet wurde.
Es wurde erheblich an den Deichen gearbeitet: "der niedrigste wurde
dem -Besten gleich gemacht.
1770 gingen mehrere schwere Sturmfluten über die Insel hin. Über
Einzelheiten liegen keine Berichte vor.
1782/83 Durch die Eisflut zu Beginn des Jahres wurden die Deiche derart
beschädigt, daß sich ihr Zustand durch die folgende Sommer
und Winterflut 1782/83 erheblich verschlechterte. Die große Flut
vom 7.IX.1783 zerstörte die im Sommer ausgeführten Aufbauarbeiten.
Eine weitere Sturmflut vom 15.X 1. 1783 richtete derartige Verwüstungen
an, daß die vorangegangenen Deichverbesserungen völlig weggerissen
wurden.
1787 Gemäß eines Berichtes von MUMSEN an das Amtshaus vom 14.VII.1787
hatten die Bewohner ihre Feldarbeiten zurückgestellt und dafür
ihre Deiche größtenteils vollendet, als die Sturmflut vom 11.
zum 12. Juli alles wieder wegriß.
1788 Am 25. Januar wurden die Pellwormer Deiche durch einen unerhörten,
plötzlichen Sturm angegriffen und "bis zur Überschwemmung
total ruiniert."
1789 Zwischen dem 4. und 10. Februar traten mehrere Eisfluten auf, die
den Seedeich schwer beschädigten. Einige Pellwormer scheinen völlig
kopflos geworden zu sein. So teilt der "lmmissionseinnehmer"
PETERSEN dem Amtmann mit, daß verschiedene Eingesessene, "selbst
solche, die weder Land noch Deich haben, von den zerbrochenen Deichspfählen,
ausgehobenen Brettern und herumtreibenden Deichstrümmern eigenmächtig
bargen und veruntreuend nach Hause schleppten, ja losgebrochenes Bollwerk
gewalttätig abbrachen, um so den Mangel an Feuerung zu ersetzen oder
ungerechten Gewinn zu suchen."
1791 Die Deiche waren soweit wiederhergestellt, daß sie den letzten
Winterstürmen widerstanden hatten. Die Deiche sind aber durch "eine
schnelle und unerhörte Wasserflut in der Nacht vom 21. zum 22. März
1791 in solch erbärmliche Verfassung gesetzt, "daß sich
die Bewohner" dem Meere preisgeben müssen!'
1792 In der Nacht vom 10. zum 11. Dezember brach wieder eine schwere Flut
über Pellworm herein. Der Chronist sagt: "Am folgenden Morgen
schien das Land in einen See verwandelt und jede Warft zu einer Insel
umgeschaffen. Noch immer hielt der Sturm an und die See stürzte unaufhörlich
über den zerbrochenen Deich hin. Diese Überstürze glichen
vollkommen einem großen Wasserfall, in dem hin und wieder die Überbleibsel
des Deichkamms wie Felsensteine hervorragten. Die überströmenden
Wellen waren unten schwarz von der abgespülten Erde und oben mit
einem weißen Rande von Schaum eingefaßt."
1793 "Am 2. März kam ein Sturm auf, der am folgenden Tage so
heftig wurde, daß er um 9 Uhr völlig dem Orkan vom Dezember
glich, wenn nicht ihn noch übertraf." Die See strömt "von
allen Seiten unaufhörlich über den Deich oder vielmehr die Deichtrümmer."
Der Sturm richtete großen Schaden an den Gebäuden an. Nachdem
die Wintersaat bereits vernichtet war, mußte auch mit dem Verlust
der Sommerernte gerechnet werden.
1809 Im Februar wurde Pellworm von einer schweren Eisflut betroffen. Am
18./19. Februar trat ein schwerer Südwestorkan gerade in dem entscheidenden
Augenblick ein, als die Eisfelder sich in ihre Teile auflösten, wodurch
der Deich fast überall seiner Winterbestickung beraubt wurde!
1813 Im Frühjahr 1813 trat eine Reihe von Sturmfluten ein, über
die SALCHOW berichtet. Bereits seit der Weihnachtswoche 1812 hatten heftige
Stürme getobt, ohne Schaden anzurichten. Die Lage verschlechterte
sich, als sich große Eismassen um die Insel legten. Vom 6, bis zum
24. Februar taute es. Ein SSW?Sturm setzte mit "beispielloser Kraft
und Hartnäckigkeit ein. Obwohl seit Wochen keine Ebbe beobachtet
wurde, hielt der Deich stand. Am 28. Februar kehrte der Sturm aus WNW
wieder mit einer Kraft, die auf Pellworm unbekannt war und vielleicht
der Manndränke vergleichbar war."
1821 1 Dezember, der Deich hält bei heftigem Sturm stand.
1824 Starke Novemberstürme können dem Deich nichts anhaben.
1825 Über die Flut von 1825 berichten mehrere Chronisten. Nach ihnen
ging am 3. Februar um 3 Uhr nachmittags "bei mäßigem Winde
die See sehr hoch und war über alle Maßen unruhig." Aber
aufgrund der guten Erfahrungen in den vergangenen Jahren waren die Pellwormer
auf eine Überschwemmung nicht vorbereitet. Mit der Winddrehung von
SW auf WNW stieg die Flut während der Nacht und erhob sich über
die ganze Insel. Die See "überstieg mit unglaublicher Schnelligkeit
den Deich." Den Bewohnern blieb "kaum soviel Zeit übrig,
Trinkwasser für Menschen, viel weniger fürs Vieh einzuholen."
Am anderen Morgen boten die Deiche einen betrübenden Anblick",
vor allem wegen der Erdverluste an der Binnenböschung. Unter den
vielen Deichbrüchen "waren 9 bis auf die halbe Deichsohle eingerissen."
Zwischen Alter Kirche und Tammwarft standen nur noch einige Bruchstücke.
Zwei junge Leute ertranken, als sie sich auf Flößen retten
wollten.
1831 Am 8. Januar tritt eine Sturmflut auf, die nur 2 Fuß unter
der von 1825 blieb. Lediglich in den Alten und in den Westernkoog strömte
Wasser. Der Rest der Insel wird nicht überschwemmt, aber die Deiche
werden "von Oben und Binnen" erheblich beschädigt. Es wird
weiter an den Deichen gearbeitet und die Sturmfluten vom 19.XII.1832 und
vom 27./28.1.1833 können ihm nichts anhaben.
1849 Vom 18. bis zum 27. Januar sind ununterbrochen Sturm und starker
Regenfall. Die Fluten werden zum Teil von starken Eisgängen begleitet,
"Die Deiche sind im Auftauen begriffen, so daß die aufgeweichten
Bestickungen dem tagelangen Angriffen von Eis und Wellen nicht zu widerstehen
vermochten." Die Schäden an den Deichen waren beträchtlich,
aber noch keineswegs derart, daß die Sicherheit des Landes bedroht
war. Im Jahre der großen Flut von 1825 wurde Pellworm also das letzte
Mal Überschwemmt, "inundirekt", wie HEINIREICH es seinerzeit
ausdrückte. Seither sind viele Stürme über Pellworm gegangen
und die See ist in schweren Fluten gegen die Deiche gebrandet. Aber unser
Deich, der immer weiter ausgebaut wurde und in den letzten Jahren weitere
Verstärkungen erhalten hat, konnte alle Angriffe überstehen,
selbst die schweren Fluten dieses Jahrhunderts, 1962 und 1976, die uns
noch in frischer Erinnerung sind. Wir hoffen alle, daß der Deich
auch weiterhin hält.
R. .L.
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