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Date: 29.07.10 Time: 18:36:48 User online: 5 Heute: 182 Gestern: 229 Gesamt: 8234 |
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INSEL-ZEITUNG
Studio Pellworm
2251 PELLWORM
04844/687
Redaktionelle Mitarbeiter: Josie Bey
Alfred Dethlefsen
Jons Drawert
Erwin Fiera
Wilhelm Gohde
Philipp Goedeking
Sönje Hansen
Angelika Leners
Rolf Lohmeyer,
Johann E. Lucht
Thies Martensen jr.
Hauke Martensen
Friedrich Petersen,
Dr. Markus Petersen
Hellfried Schulze
Gerda Smorra
Henry Smorra
Bernd Thornsen
Johann Wilsterman
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Hier haben Sie das Wort
Die von uns veröffentlichten Leserbriefe brauchen nicht
die Ansicht der Redaktion wiederzugeben. Anonyme Zuschriften können
grundsätzlich nicht berücksichtigt werden. Kürzun-gen behält
sich die Redaktion vor.
Leserbrief von Rolf Lohmeyer, Pellworm
Leserbrief als Stellungnahme zu einem Leserbrief von Herrn Letter in der
PIZ 12/78. Ich hoffe im Interesse des freien Wortes, daß dieses
nicht der erste Leserbrief ist, der von einem Redaktionsmitglied geschrieben
wird. Betroffen gemacht hat mich die Härte und Unsachlichkeit der
Dis-kussion, die sich um eine Formulierung der Pellwormer Kurdirek-tors
Herrn Wachsmuth aufgebaut hat. Er hatte über einen Kurgast gesagt:
"Wenn er ans Denken gekommen wäre.. .44 So sehr ich verstehen
kann, wenn einem Kurdirektor, nachdem er eine Saison lang mit Vorwürfen
und Meckereien eingedeckt wurde, einmal der Kragen platzt, so können
im Hinblick auf eine sinnhaft geführte Diskussion - und das ist meine
These - Argumente nur Argumente zur Sache sein. Der Leserbrief von Herrn
Letter in der Dezemberausgabe der PIZ, der in dem Rat gipfelt, Herrn Wachsmuth
als Kurgeschäftsführer zu entlassen, ist aber eine Argumentation
zur Person, besser gesagt eine Aggression gegen die Person von Herrn Wachsmuth
(und eine Familie). Für mich ist es ein Widerspruch in sich, wenn
wir Aggres-sion eskalierend mit Aggression bekämpfen wollen. Immerhin
geht kulturelles Bemühen seit ein paar tausend Jahren dahin, Aggression
in Richtung Altruismus zurückzunehmen.
Leserbrief von Herrn Schmidt
Das Gespräch der beiden Schwimmenden im Stehen
(Ein erdachtes Gespräch auf der Fahrt der Fähre zwischen PELLWORM
und NORDSTRAND)
PELLWORMER: "Na, geht's wieder heim?"
BESUCHER: ja, glücklicherweise! Das Wetter war ja grauenhaft dies
Jahr!"
P.:"Nun, damit muß man rechnen hier bei uns! Aber dennoch ,
Sie haben sich hoffentlich erholt bei uns auf der Insel! Die Luft ist
hier das, was einmalig ist, da mag es schneien, regnen oder die Sonne
scheinen!"
B.: "Na, wissen Sie, das klingt ja wenig menschenfreundlich. Ich
habe ja nichts gegen ein paar Regentage, vorausgesetzt, ich kann lange
genug auf der Insel bleiben. Aber was die einmalige Luft' angeht... Grundgütiger
Meeresgott! Mit dieser These kann man doch kaum noch einen Narren mit
ins Freie locken!-
P.:Aber, aber! Wir haben keine Industrie, keine sonstwiegear-teten Abgase
aus welchen Quellen auch immer. Die Schiffe und die Kutter, stören
die Sie?"
B.: ja, wenn's nur d i e wären! ... Nein, die stören weiß
Gott nicht! Ärgerlich sind die Kraftfahrzeuge aller Arten, die ihre
Besitzer wie wertvolle Juwelen überall hinschleppen müssen!
Ihr permanenter Gestank ärgert mich nur, weil man ja gerade im Urlaub
diesem spezi-fischen Gestank, der dazu noch hochgiftig ist, entrinnen
wollte."
P.:"Na, das ist doch heute überall so: Denken Sie an WESTER-LAND,
WYK auf FÖHR plus andere Nordseeinseln. Schließ-lich: NORDSTRAND
mit seinem Damm zum Festland und Brücke zu uns,.."
B.: "Nun reden wir aber von PELLWORM! Ich bin an einem Tag vom Hafen
zurück in mein Quarteier gelaufen, das in der Nähe der ,Neuen
Kirche' lag. Es überholten mich oder begegneten mir rund 40 (!) Kraftfahrzeuge
- ich ging also praktisch auf einer viel befah-renen Großstadtstraße
- ich hätte also durchaus daheim bleiben können!"
P.:"Oh, je! Wie wollen Sie das denn ändern? Die Motorisierung
ist ein Kind unserer Zeit, Millionen leben davon und dafür - wir
können doch den Zeiger der Weltenuhr nicht zurückdrehen!"
B.: "Es g e h t ja auch nicht darum, sich an die Zeiger der Weltenuhr
zu hängen. Es geht darum, wie einstens das Feuer zu b ä n d
i g e n, nicht sich versklaven zu lassen! So könnte man auf dieser
Insel sehr gut Gebote 'aussprechen: Keine Kraftfahrzeuge auf der Insel
bis auf wenige Ausnahmen!"
P. "Um des lieben Himmels willen! Das wäre der Ruin des Fremdenverkehrs
auf der Insel, dersich gerade erst entwickelt. Die Bevölkerung geht
ohnehin zurück! Wie sollen wir die Men-schen hier halten, wenn wir
ihnen die Erzeugnisse des Fort-schritts nehmen? Wie sollen wir dann vor
allem j u n g e Men-schen hier halten?"
B.:"Nun, es g i b t bereits Beispiele einer weitgehenden Beschränkung
von Diesel- und Bezinmotoren auf den friesischen Inseln. Ich denke dabei
an BORKUM und NORDERNEY,' auf denen schon in meiner Kinderzeit - in den
dreißiger Jahren -j e d e r Kfz- Betriebverboten oder zumindest
sehr stark eingeschränkt war. Selbstverständlich sollten lebenswichtige
Dienste wie Ärzte, Polizei, Feuerwehr und andere lebenswichtige und
gemeinschaftswichtige Dienste ausge-nommen sein! Die fahren ja auch nicht
zum Vergnügen herum! Aber warum r e i t e t eigentlich kein Polizist
mehr auf solcher Insel herum. Auch mit dem Rad könnte er fahren!
In meiner Heimatstadt patroul-lieren Reiterstaffeln in den Forstgebieten,
sind mit Funk ausgerüs-tet und nur die Diskussion darüber, sie
abzuschaffen, entfachte einen Sturm der Entrüstung."
P.: "Ich merke schon, Sie haben etwas gegen Autos!"
B.: Aber nein, ich hab' nur was dagegen, das die Menschheit einen so törichten
Gebrauch davon macht! Denn alles andere, außer den lebenswichtigen
Diensten, könnte sich, wenn nicht per Fahrrad oder Pferd, mit E 1
e k t r o f a h r z e u g e n, dann eben ein bissel langsamer, fortbewegen:
Die autolosen Touristen vom Hafen in die Quartiere. die Gepäck-,
Lebensmittel- und Warenbeförderung, kurz, man wüßte gleich
auf diesen a b g a s 1 o s e n, fast 1 a u t 1 o s e n Gefährten:
Nun bis du in PELLWOR M, einer Oase des Friedens, der Ruhe, der Sammlung..."
P.: "Wer soll denn das bezahlen?"
B.: "Das ist offenbar immer Eure erste Frage! Wo bleibt denn eigent-lich
Eure - meiner Meinung zu t e u e r e - K u r t a x e? Das kann doch nicht
alles zur Deckung des Badehaus-Defizits draufgehen! Und so gesehen, würde
wohl mancher (so-rist) Murrende sein Schärf-lein geben, wenn die
Finanzierung gemeinde-eigner Elektrofahr-zeuge auf der Insel der,reinen
Umwelt'diente."
P.: "Das hört sich ja alles sehr wunderbar an! Aber ich fürchte,
daß unser Gespräch im Stehen allenfalls, zumal wenn wir großes
Glück haben, mal irgendwie in der ,Saurengurkenzeit' in der PIZ erscheint
und vielleicht, wenn wir Glück haben ein zweites Mal, 'nen bißchen
Staub aufwirbelt - aber dann for-miert sich die Front der Blechärnen,
denn es geht ja an ihr, lieb-stes Kind.
B.: ja, eben:das liebste Kind! Aber es ist ja ,wenn man offenen Auges
über die Insel wandert, schon kein liebstes Kind' mehr! Es ist ein
Götze, der stinkt! Warum z. B., läßt man ganze Schwärme
von übel-riechenden Blechkolonnen quer über die Insel rollen,
um zum (fast einzigen) Versorgungsladen zu kommen? Warum wurde der VIVO-Laden
am Hafen, der die kleineren Lebensmittelgeschäfte absterben läßt,
ausgerechnet dort plaziert? So z w i n gt man doch dieTouristen zu aufwendigen
Versorgungsfahrten, denn es gibt am anderen Ende der Insel keine ähnlichen
Versorgungsquellen. Schon hier könnte man den interinsularen Verkehr
entzerren: Durch die Anlage von drei oder mehreren Filialien, die man
außerhalb der Saison, die ja weiß Gott nicht lang ist, schließen
könnte. Was hat man sich dabei eigentlich gedacht? Vermutlich nichts:
Man hat's dem Spiel der Kräfte überlassen und nennt das Ganze:,Freie
Marktwirtschaft'! Das hat jenes negative Ergebnis, das wir alle heute
sehen können! Da rasen denn ganze Familien in ihren Blechkisten über
Land, verpesten die Umwelt und suchen - meist verbiestert - (wie daheim)
nach einem Parkplatz, um schließlich mit laufendem Motor (Vater
im Auto, Mutter mit Kindern und leeren Einkaufstaschen in den Laden stür-zend)
v o r dem Supermarkt stehen zu bleiben. Das wird um so ärger, da
die Abfertigung an der Kasse extrem langsam ist. Bei dem Gebrauch von
Elektrokarren ergäbe sich eine fühlbare Ent-lastung dieser Lage.
Endlich stellte sich eine Rückentwicklung der menschlichen Solidarität
ein: Nachbarn, Landsleute und gemein-same Bewohner von Feriendomizilen
könnten gemeinsam oder für-einander einkaufen.
P.:"Puh, das war ja arg! Das ist ja eine programmatische Erklä-rung
zum Tourismus der Zukunft! Ob da die NORDSTRAN-DER oder HUSUMER mitmachen?
Sie müßten ja die parken-den Pkw aufnehmen! Aber noch ein Wort
zur Kurtaxe! Sie ist im allgemeinen nicht so hoch und erbringt nicht soviel,
wie immer angenommen. Zudem hat die Gemieinde- ohne ihre Elektrowagen,
Pferde und Fahrräder - genug Ausgaben!"
B: "Das kann ich mir vorstellen! Wenn in alleine an das Debakel mit
dem Schwimmbad denke! Doch das habe ich schon angeschnitten. Wurde denn
überhaupt, ob Inseltouristik oder Schwimmbad, jemals, eine Markwirtschaftliche
Analyse erstellt? Offenbar nicht! Daher die Pleite, solcher Einrichtungen,
die Parallelen zu Vorgängen in meiner Heimatstadt hat: Bauen auf
blauen Dunst hin, gehts in die Hose, - dann zahlt es die Gemeinde, - also
der Steuerzahler!
P: zu Ihrem Plan der abgasfreien Luft habe ich noch etwas hinzuzufügen!
Es gibt ja noch Leute die nicht die Luft verschmutzen. Der größte
der Teil der Landbefölkerung fährt ja noch mit dem Fahrrad.
B: Und die Jugendlichen, die knattern bereits per Hilfsmotor.....
P: "Sollen die Menschen denn nun alle per pedes latschen? Das ist
doch nun wirklich realitätsfremd."
B: "Nein, ich habe den Gesichtspunkt bereits angedeutet: Reitpferde
stünden der Insel nicht schlecht zu Gesicht und Zugpferde vor leichte
Karren, denn schließlich ist Pellworm eine Marschenbauern-Insel.
Ganz abgesehen von der Atraktion "PELLWORM DIE PFERDEINSEL"
dies ist auch unter den Gesichtspunkt des Baus des Tidefreien Hafens zu
sehen".
P: "Na da kommen doch noch mehr Touristen, sollen wir die gleich
durch ein Fahrverbot vergraulen?"
B. "Das ist eben eine >FRage der Gewöhnung, wie bei anderen
Inseln auch, die haben auch keine finazielen Verluste. Im Gegenteil: Dies
wäre ein MArkenzeichen der besonderen Art."
P: "Na sie lassen ja wenigstens einen guten Faden an uns." Aber....
B: "Solcher Fäden gibt es viele! Sehen Sie, ich könnte
ja nun heimfahren und sagen: Ich fahre nicht mehr auf diese Kuhinsel!
Sie bietet nichts und stinkt zudem noch wie bei uns an der Straßenkreutzung!
Stattdessen rede ich mit Ihnen, einen mir Wildfremden, über Inselprobleme.
Denn es tut mir wirklich leid, wenn Sie so ins tourischtische Dunkel tappen.
P: "Ich suche immerzu, während wir hier sprechen, den Grund,
sich so über die Insel zu erregen! Ist es Abneigung, Liebe, oder
was..."
B: "Wahrscheinlich mein Lieber, die Sehnsucht nach einem Paradies."
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Hans Heiden Bergedorf
Pellwormer hinter den Deichen, auch dort darf die Demokratie nicht weichen!
Weichen muß der Amtsvorsteher! Rücktritt für Alfred Dethlefsen
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Eva Hummel Geesthacht
Eine ausgezeichnete Zeitung: Sie haben bei Ihrem Bericht über die
"Pidder Lüng" nur eins vergessen, den Geschäftsführer,
Bürgermeister und Amtsvorsteher aufzufordern zurückzutreten!
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Martha Schmode Hamburg
Die beste PIZ die es je gab! Herrn Knudsen und Schilke eine eins, Herrn
Dethlefsen eine sechs, Rücktritt!
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v. Hummel Bramfeld
Aufgrund Ihrer Zeitung an uns Leser, zu Ihrer Aufmachung der PIZ Stellung
zu nehmen, ich möchte folgendes sagen:Machen Sie weiter so, bleiben
Sie weiter so. Das sogenannte heiße Eisenwird sich, so hoffe ich
und auch viele andere Gäste und Erholungssuchende, wieder abkühlen.
Es ist wohl Zufall, daß Sie das wunderbare Gedicht "Pidder
Lüng" gebrachrt haben. Warum liest Herr Dethlefsen die PIZ nicht?
Ist er schon zu alt? Ja dann würde ich Ihm den Rat geben, in Rente
zu gehen. Die Amtsgeschäfte sollten rujig in junge Hände gelegt
werden. Denn es war immer schon so, daß alles sich erneuern muss.
Auch die Insel braucht junge Menschen. Neue Ideen. Wir, die Ihre Insel
als heile Welt sehen wollen, möchten aber nicht die Zeit von 1935
zurück haben! Darum möchten wir der Pidder Lüng und ihren
Streitern immer gute Fahrt wünschen.
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Adam Kraft Bamberg
Ihre Zeitung hat eine gute Mischung von Aktualitäten und geschichtlichen
Dingen gefunden. Wenn ich ein Lob verteilen darf (eine Zeitung freut sich
doch immer über ein Lob), es ist glänzend gelungen. Mich bedrückt
beim lesen der Zeitung eine Frage, wie kann eine Amtsperson wie Herr Dethlefsen
so handeln? Gleichzeitig war ich glücklich, als ich las, daß
sie auch Männer wie Herrn Knudsen und Herrn Schilke auf der Insel
haben. Über den Leserbrief der SPD, deren Wähler ich bin, kann
ich nur betreten schweigen. Ein Bravo der Pellwormer FDP, die sich für
die Belange eines einzelnen Bürgers eingesetzt hat. Wenn ich den
Pellwormern einen Rat geben darf, danken sie es dieser Partei bei den
Landtagswahlen im April, ich würde wenn ich es könnte tun. Erschüttert
war ich über die Antwort des Herrn Dethlefsen auf den Leserbrief
des Herrn knudsen. Meine Reaktion: kopfschütteln, kopfschütteln.
Mir drängt sich die Frage auf, wie stark ist die Klebe an dem Stuhl
des Herrn dethlefsen?
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| Texte: |
| Falls Ihnen aufgefallen sein sollte, daß sich
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ich diese zu entschuldigen. Der Grund liegt in der Teils mangelnden Qualität
der vorhandenen PIZ Exemplare. Die Zeitungen wurden natürlich nicht
per Hand "neu" eingetippt, sondern via OCR Software eingescannt. |
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