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Date: 29.07.10 Time: 18:28:06 User online: 6 Heute: 182 Gestern: 229 Gesamt: 8234 |
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INSEL-ZEITUNG
Studio Pellworm
2251 PELLWORM
04844/687
Redaktionelle Mitarbeiter: Josie Bey
Alfred Dethlefsen
Jons Drawert
Erwin Fiera
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Philipp Goedeking
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Angelika Leners
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Johann E. Lucht
Thies Martensen jr.
Hauke Martensen
Friedrich Petersen,
Dr. Markus Petersen
Hellfried Schulze
Gerda Smorra
Henry Smorra
Bernd Thornsen
Johann Wilsterman
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Gesichte des Ostersiels
von Willhelm Petersen, Pellworm
Durch familiäre Überlieferungen, vornehmlich
von Hans Peter-sen (1875-1965), versuche ich die Geschichte vom kleinsten
Koog auf Pellworm (Ostersielkoogs) zurückzuverfolgen. Das alte Ostersiel
hatte die Aufgabe, den Wester-Hunnen- und Süderkoog zu entwässern.
Der Sielzug verlief in Verlängerung des jetzigen Sielzuges, vor den
Wohnhäusern Maaß und Lucht "durch den Ostersielmitteldeich
vor dem Wohnhaus 107 (heute Beneke), in den damaligen Hafenpriel. Der
heutige Seedeich wurde 1798 vom Deichkommissar-Sievers gebaut. Der neue
Koog wurde nach ihm gleverskoog genannt. Dies ist auch die katasteramtliche
Bezeichnung. Erst in jüngerer Zeit sprechen wir vom, Ostersielkoog.
Die Raumpazelle, die an der Westseite des Kooges an den Gärten entlang
f ührt, diente vor der Bedeichung als Hafenbek-ken. Wenn man früher
auf den Königsdeich (Seedeich vom Hafen bis Ostersielmitteldeich)
stand, konnte man den dama-ligen Hafenpriel in Verlängerung der jetzigen
Raumparzelle als Graben in der Ostersielhallig bis zum heutigen Hafenpriel
verfolgen. Seit der Aufspülung vom Baggergut im Jahre 1946 ist die
Spurverdeckt. Anton Momme Petersen (1840Z1915) hat als junger Bauer die
alten Sturmpfähle, an denen die Schiffe angebunden wurden, aus der
damaligen Rethparzelle ausgra-ben lassen. Die Häuser am westlichen
Mitteldeich lagen vor der Eindei-chung am Außendeich. Auf dem südlichen
Schenkel des drei-eckförmigen Kooges, dem Ostersielmitteldeich, lag
der Oster-sielshof. Dieser Mitteldeich führte weit in das damalige
Vorland hinaus. Dieses Vorland war ein Rest der großen zerschlagenen
Insel Strand (1634). Es wurde im Laufe der Zeit von den Fluten abgebaut.
Noch während meines Großvaters Kindheit war das Watt in der
Ecke Seedeich- Junkershallig so tief, daß mein Urgroßvater
dort mit seinen Kindern gebadet und die Schiffe von H. Kölln und
D. Sellmer ganz in der Nähe des Steindeiches vor Anker liegen konnten.
Man sah dort bei Ebbe das Kulturland, wie bei Rungholt oder Buphever.
Die einzelnen Äcker und Wasserfurchen wären deutlich zu erkennen.
In der damaligen Badeecke befand sich ein Brunnen von 1-1,5m Durchmesser,
der aus Grassoden auf-gesetzt war. Bei der Sturmflut im Februar 1825 ist
der Königs-deich übeschwemmt worden. 2 Häusergollen zusammenge-stürzt
und das Ingut in der Südwestecke zusammengetrieben sein. Die flache
Warft hebt sich noch heute von der ebenen Oberfläche der Fennen in
der Nähe der alten Deichrampe ab. Am Ostersiel hat sich mit der Zeit
vieles verändert. Hans Petesen konnte sich noch gut an seine Kindheit
erinnern und wußte, wie es in den 80erJahren am Ostersiel ausgesehen
hat. Am ganzen Ostersielmitteldeich gab es keine Gärten. Auf der
südlichen Böschung standen kleine Hütten, die z. T. aus
Seetank ("Teek") gebaut waren. In den jetzigen Obstgärten
standen Strohdiemen. Vor dem Wohnhaus (alter Ostersielhof) standen sehr
hohe Weidenbäume. Der Obstgarten wurde in den 80er Jahren angelegt,
nachdem die Weiden beseitigt worden waren. An deren Stelle wurden Ulmen
gepflanzt. Die Nachbarn rechts und links folgten diesem Beispiel. Sie
pflanzten ebenfalls Ulmen vor ihren Häusern und legten Gärten
an. So entstand allmählich die schöne Allee. Chrischen Eck (Petersen)
säd ümmer: Winn twee junge'Lüd vun ene Enne no de anner
Enne op unse Stroot spazeern, kammt se as verleefte Poor weller rut. Seit
diesem Schnack heißt der Ostersielmitteldeich faßt nur noch
"Liebesallee". Literaturnachweis: Müller Fischer: Das Wasserwesen
an der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste.
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