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Date: 05.02.12 Time: 15:51:35 User online: 9 Heute: 97 Gestern: 119 Gesamt: 499 |
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INSEL-ZEITUNG
Studio Pellworm
2251 PELLWORM
04844/687
Redaktionelle Mitarbeiter: Josie Bey
Alfred Dethlefsen
Jons Drawert
Erwin Fiera
Wilhelm Gohde
Philipp Goedeking
Sönje Hansen
Angelika Leners
Rolf Lohmeyer,
Johann E. Lucht
Thies Martensen jr.
Hauke Martensen
Friedrich Petersen,
Dr. Markus Petersen
Hellfried Schulze
Gerda Smorra
Henry Smorra
Bernd Thornsen
Johann Wilsterman
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Arbeitsplätze oder nicht?
Wie es meistens überall vor einer bevorstehenden
Wahl geschieht, hat auch Kiel ein großzügiges Programm für
die Ar-beitsplatzbeschaffung in Schleswig-Holstein und in der Hauptsache
für uns hier an der Westküste aufgestellt. Es wäre ja sehr
schön, wenn alle dafür Verantwortlichen in Stadt und Landes
unter dem Motto "Gleiches Recht für alle" durchführen
würden. Dies schein mi raber gar nicht der Fall zu sein, denn der
Herr Kreisverwaltungsdirektor Werner Hühne versucht gerade In diesen
Wochen, zum Teil schon bestehende, zum Teil noch zu besetzende Arbeitsplätze
aus der Welt zu schaffen. Wie schon in meinem Leserbrief von Anfang Januar
berichtet, hat sich Heinz von Holdt eine Personen- und Frachtfähre
für die Verbindung Pellworm-Nordstrand gekauft. Weil die Verkäufe-rin,
Frau Both, die jetzige "Pidder Lüng" noch als Nutzungs-schiff
verkaufen konnte, war sie In der Lage, sich auf einer deutschen Werft
eine neue Fähre mit Staatszuschüssen bauen zu lassen und dadurch
Arbeit zu schaffen. Genauso mußte nun Heinz von Holdt, weil die
neuen Bestimmungen der See-Berufsgenossenschaft und des Germanischen Lloyds
es ver-langten, Hunderte von Arbeitsstunden bei der Werft in Wischhafen
bezahlen.
Kam dieser Tribut, den Frau Both und Heinz von Holdt der deutschen Wirtschaft
leisteten, von der verkehrten Seite, Herr Hühne? Oder paßt
es nicht in Ihr Konzept, daß das frühere Argument, die Versorgung
der Insel sei nicht sichergestellt und deshalb der Ruf nach dem Staat
gerechtfertigt, nicht mehr stichhaltig ist? Sollte dem aber nicht so sein,
müßten Sie doch die "Pidder Lüng" als rettenden
Engel an Ihre christliche Brust genommen und in den Himmel gehoben haben,
anstatt die "Pidder Lüng" zu dem, von uns al Kinder so
sehr gefürchteten, Teufel schicken zu wollen. Wir haben den Streit
nicht angefangen und wollen ihn auch dar nicht.' Wenn wir aber zum Kampf
um unser Recht herausgefor-dert werden, treten wir ihn an, und zwar mit
allen Mitteln, die uns das Recht erlaubt. Wir stehen hier tatsächlich
vor der Frage: Für wie einschüchterungsbereit, für wie
ängstlich und für wie dumm halten Herr Hühne und seine
Freunde von der CDU, soweit sie sich mit ihm solidarisch erklären,
uns eigentlich?Jedenfalls werden wir nicht zulassen, daß
ein Landsmann von uns mit seinem, von vielen Pellwormern und Freunden
herbei- gewünschten, Unternehmen über die Klinge springen muß,
weil eine von unseren Groschen mit finanzierte Privatgesell-schaft das
Monopol wieder an sich reißen will, Ich verweise in diesem Zusammenhang
auf den sehr interes-santen und aufschlußreichen Leserbrief von
Herrn Mody, Hollingstedt, wo es sich um einen ähnlich gelagerten
Fall handelte (Muschelentsandungsanlage). Wir wollen keine Millionen Steuergelder
als Staatszuschuß für die neue Fähre der NPDG, die dann,
wie Herr Hühne v. Holdts Rechtsbeistand gegenüber andeutete,
in die roten Zahlen fahren könnte. Wenn wir aber als Kreisbürger
schon mal, ohne unser Wissen, nun Mitinhaber einer Fährgesellschaft
geworden sind, möchten wir auch restlos über deren Finanzlage
unterrichtet werden. Wir werden deshalb nicht Ruhe geben, bis wir nicht
nur die angeblich roten Zahlen, sondern die Zahlen in allen Schattierungen
von schwarz-weiß-rot, über grün und gelb vor uns in der
Sonne glitzern sehen.Die Pellwormer wissen, daß nach Einbeziehung
der "Pidder Lüng" in den Tideverkehr die Versorgung der
Insel ausrei-chend gesichert ist, zumal jede Fähre nach Vertiefung
von Hafen und Priel mindestens eine Tour mehr fahren kann. Bisher wurden
der "Pidder Lüng" und den Personen, die sich für sie
einsetzten, nur Steine In den Weg gelegt. Ja, unser Herr Delfs von der
Amtsverwaltung wollte von Holdt noch weis-machen, daß auch ein Rechtsanwalt
an den jetzigen Praktiken im Pellwormer Hafen nichts ändern kann.
Meine persönliche Meinung hierzu: Herr Delfs sollte sich zuerst bei
uns ein wenig umsehen und nicht nach so kurzer Zeit schon so tun als ob,
er weiß ja noch gar nicht, ob er überhaupt auf das richtige
Pferd gesetzt hat.Auch wenn Herr Delfs zehn, statt wie er angibt drei,
Semester Jura studiert hätte, würde er das Grundgesetz, das
jedem Bürger freie Berufsentfaltung garantiert, nicht ändern
können. Freuen Sie sich jedoch, Herr Delfs, über Ihre drei Semester,
Sie wissen gar nicht, wie schwer wir Insulaner es im Augenblick haben,
ohne Jurastudium auskommen zu müssen. Dieses kleine Territorium,
Pellworm und Husum, wo unser Recht schon wieder, oder noch immer, wie
es scheint, jenseits der Grenzen liegt, haben wir auf unserer Suche nach
diesem bis nach den Landtagswahlen ausgeklammert. Wir haben auch dahinter
noch ein schönes Stück Bundesrepublik. Freilich werden wir auch
in Kiel das hohe "C" überspringen müssen, weil unsere
Melodie von Recht und Freiheit auch dort Ohrensausen hervorruft. Letztlich
werden wir aber sicher in Bonn in Erfahrung bringen können, ob die
Fähranleger vor den Inseln Pellworm und Nordstrand wirklich ein Geschenk
des Bundes an die NPDG sind, wie einige zu glauben scheinen.
Anton Knudsen Tammensiel 2251 Pellworm
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