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| Pellworm, den 17.03.2010 - 08:04 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||
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Wildwachsende Heilkräuter auf PellwormWermut Auf Pellworm findet man den Wermut an unbedeutenden Orten,
an Wegen und Zäunen und gelegentlich auf Feldern. Die Pflanze wird
bis zu einen Meter hoch, hat ästige, mit silbergrauem Haarfilz überzogene
Stengel und ebensolchen ein bis dreifach fliederspaltigen Blättern.
Der Wermut war ursprünglich in den Mittelmeerländern zu Hause
und ist im Laufe der Jahre nach Norden gewandert. Der Blütenstengel
trägt zahlreiche halbkugelige, nickende hellgelbe Blütenköpfchen
in reich verzweigten rispigen Blütenständen. Das Kraut hat einen
aromatisch bitteren Geschmack. Bereits im Altertum war der Wermut eine
der gebräuchlichsten Heilpflanzen. Im Mittelalter schreibt Hieronymus
Bock (1572): "Der Wermut ist ein bewert und berhümpt gewächs
/ beynahe zu allen presten des inwendigen und eußerlichen leibs
in alle weg zu geniessen / bekompt wol dem magen stillet schmertzen /
erwörmet den Leib / treibet aus allerhand gift und gallen / das wissen
die vollen brüder ? benimmet das grimmen / und Bauchwehe ... Wer
will seine tugend alle erzölen?" Der Wermut enthält verschiedene
Ester und organische Säuren; daneben ein noch nicht genau definiertes
blaues Öl (Azuien?), Thuion, Gerbstoffe sowie ein Harz. Der wichtigste
Bestandteil jedoch ist ein Bitterstoff, das Absinthin. Die heute genannten
Indikationen sind weitgehend die gleichen, die auch Hieronymus Bock schon
nannte: Appetitlosigkeit, Magenkrampf, Magenschwäche, Blähungen,
Säurebildung, Durchfall. Von übermäßigem Genuß
ist abzuraten, da der Bestandteil Thuion nicht ohne Nebenwirkungen ist.
Die Droge wird hergestellt, indem man die oberirdischen Pflanzenteile
wäscht, ein wenig welken läßt, auf einem Brett klein schneidet
und an luftigem Orte und öfterem Wenden trocknen läßt.
Man wendet den Wermut in Form des Aufgusses an, indem man die Menge, die
man mit drei Fingern greifen kann, mit einer Tasse heißen Wassers
übergießt und zehn Minuten ziehen läßt. Ein bis
zwei Tassen am Tag sind eine ausreichende Dosis. Man kann aber auch ein
oder zwei Wermutstengel mit Blättern und Blüten in eine Flasche
Korn stecken und vierzehn Tage ziehen lassen. Dann seihi man durch und
trinkt ein Gläschen eine Viertelstunde vor dem Essen. Man gewinnt
so einen hervorragenden Aperitif, der die Verdauung fördert. >> zurück zum Inhaltsverzeichnis Inselzeitung Pellworm >> Es wurde noch kein Suchbegriff eingegeben.
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