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Pellworm, den 04.09.2010 - 05:39 Uhr

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Date: 04.09.10
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2. Wie, glauben Sie, ist der Bevölkerungsschwund auf der Insel Pellworm aufzuhalten?

CDU

Den Bevölkerungsschwund auf Pellworm aufzuhalten ist keine Glaubensfrage, sondern Grund einer realistischen Betrachtungsweise. Diese scheint in einigen Fragen insoweit paradox, daß der Bevölkerungsrückgang in der Gemeinde auch in der guten Schulausbildung bis zur mittleren Reife hier am Ort zu suchen und zu finden ist. Begabte Schüler, und deren Anzahl liegt über dem Durchschnitt, bringen die Voraussetzungen zum Besuch weiterführender Schulen und absolvieren diese als Voraussetzung für den späteren Beruf. Für diese Berufe gibt es dann aber auf der Insel kein Unterkommen. Dieser Teil der nachwachsenden Generation ist dann für die Insel verloren, das aber ist, so bedauerlich dies für die Gemeinde ist, für das Gemeinwesen der menschlichen Gesellschaft als vorteilhaft zu sehen. Darum wird der Grund der Bevölkerungsverdünnung - nämlich die gute Ausbildung in unserer Schule von der CDU uneingeschränkt positiv bewertet, dies um so mehr, weil durch die Technisierung in allen Lebensabläufen auf Pellworm ohnehin weniger Arbeitsplätze angeboten werden.

Bedauerlich ist, daß nicht nur die Abwanderungen der jungen Bevölkerungsteile, sondern auch damit zusammenhängend die "natürliche Wanderung" für die Bevölkerungsverdünnung maßgeblich ist. Durch das Fehlen der jungen Generation ist die Geburtenzahl gering, durch die Oberalterung (30% der Bevölkerung sind Rentner und Altersgeldempfänger) ist die Strebeziffer entsprechend hoch, das Verhältnis 1 : 5!

Was zu machen ist? Um jeden Arbeits? und Ausbildungsplatz besorgt zu sein, alles zu versuchen und nichts zu unterlassen, einen weiteren Arbeitsplatz zusätzlich zu gewinnen. Darin haben wir in dem von der CDU gestellten Bürgermeister einen guten Mitstreiter:
So versuchte er, eine Muschelentsandungsanlage mit rund 20 Arbeitsplätzen, für die Pellworm hinsichtlich des Hafens und des Geländes eine gute Ausgangsposition bietet, für die Gemeinde anzuwerben. Dies scheiterte aber an der Frage des Abtransports des Fertigproduktes. Der Versuch, z.B. eine Thermometerfabrik mit 10 bis 15 Arbeitsplätzen für den Standort Pellworm zu gewinnen, scheiterte ebenfalls an der Verkehrsferne. Aussicht hat die Installation eines Großwindkraftwerks, dessen Montage die Gemeindevertretung im Prinzip ihre Zustimmung gegeben hat. Selbst wenn nach dem Bau dieses rund 4 Mio DM Objektes nur 2 ? 3 Arbeitskräfte an dieses gebunden werden, ist dies ein Erfolg. Die Frage, Arbeitskräfte im Fremdenverkehr zu binden, siehe Antwort unter Frage 3. Ganz sicher werden wir noch eine geraume Weile mit dem Bevölkerungsschwund zu leben haben.

SPD

Indem mehr und bessere Arbeits? und Verdienstmöglichkeiten geschaffen werden. Z.B. durch eine nachhaltige Förderung der Fremdenverkehrswirtschaft für "Hauptwohnungsinhaber". Um es vorweg zu sagen, nach unserer Kenntnis ist Bevölkerungsschwund und zunehmendes Durchschnittsalter der Bevölkerung ein Problem, mit dem fast alle Inseln zu kämpfen haben, und nicht einmal nur die deutschen Inseln.

WG

Wir sind aber der Meinung, daß hier gegengesteuert werden könnte, wenn es uns gelingt, die Erwerbschancen zu verbessern.und die Lebensqualität zu erhöhen. Zu begrüßen wäre hier z.B., wenn sich vor allem mehr junge Pellwormer dazu entschließen und in der Lage sehen würden, im Fremdenverkehr zu investieren. Nachdem im Bereich der öffentlichen Anlagen eine gute Vorleistung erbracht worden ist, sollte nun eine vermehrte Investition auf dem Sektor des gewerblichen und privaten Fremdenverkehrs folgen. Dieses würde auch im handwerklichen Bereich Arbeitsplätze sichern helfen. Wichtig ist auch, daß möglichst für jeden existenzfähigen landwirtschaftlichen Betrieb ein Nachfolger gefunden wird, denn jede Betriebsauflösung trägt auch hier zwangsläufig zum Bevölkerungsschwund bei. Notwendig wäre ferner ein größeres Angebot an Lehrplätzen, ggf. auch mittels staatlicher Unterstützung der Lehrherren bzw. unter Abhaltung des Berufsschulunterrichts in Blockform. zur Verbesserung der Lebensqualität würde sicherlich ganz wesentlich die Verbesserung der Verkehrsanbindung ans Festland beitragen, wie dies eben auch wichtig wäre für die Lehrverhältnisse.

FDP

Der Bevölkerungsschwund hat auf Pellworm nach meiner Oberzeugung verschiedene Ursachen. Es gibt nur wenige Arbeitszweige, somit stehen eine sehr begrenzte Anzahl von Arbeitsplätzen zur Verfügung. Daher ist es unerläßlich, neue Arbeitsplätze zu schaffen, sowie bestehende zu erhalten. Nur dann werden die Familien hier ' bleiben und diese Insel bevölkern. Das führt weiterhin auch zu einer Verjüngung in der Altersstruktur. Dazu käme, so meine ich, eine stärkere Geburtenquote. Ich halte den geplanten Sicherungsdamm Pellworm?Festland für das dringende Erfordernis unsrer Zeit. Durch die Dammverbindung können die Pellwormer zum Festland fahren und ihrer Arbeit nachgehen und abends wieder zu Hause sein. Die Familien jedoch verbleiben auf Pellworm und leben dort und geben den vorhandenen und neu zu gründenden Betrieben impulsierende Aufträge.



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