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Pellworm, den 19.03.2010 - 12:49 Uhr

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Heimathafen Pellworm

Küstenmotorschiffe zwischen Nord - und Ostsee

Nun werde ich Sie, liebe Leser, mit dem Frachtschiff "Ernte'* bekannt machen; der Eigner dieses Schiffes ist Hans Petersen auch "Hatie" genannt. Von ihm erfuhr ich, daß sein Vater mit einer der ersten war, die hier auf Pellworm mit der Frachtfahrt begonnen haben. Sein Vater Martin Petersen, gab. 15.4.1888 auf Pellworm, (weilt inzwischen nicht mehr unter uns), fuhr mit einem Segelschiff mit Hilfsantrieb und einer Traglast von 40 Tonnen zwischen Husum und Pellworm. Die Kaufleute bekamen so ihre Waren, die Händler Koks und Briketts und alles was sonst noch so anfiel, wurde mit der "Auguste" befördert. Somit wäre auch gleich der Name des Schiffes vorgestellt. Denn mit der "Auguste" und dem damaligen Dampfer "Pellworm" hat sich im Jahre 1930 am 25.5.
eine Kollision zugetragen. Zeitungsbericht

Hans Petersen, gab. am 12.3.1920 auf Pellworm, fing gleich als er die Schule beendet hatte, auf dem Schiff seines Vaters als Schiffsjunge an. Vom Leichtmatrosen zum Matrosen aufgestiegen, blieb er bei seinem Vater, bis dieser aufhörte. Und so ergab es sich dann, daß "Hatje" das Kapitänspatent erwarb und das Schiff seines Vaters übernahm. Selbstständig übernahm er 1950 die M.S. Christine, das inzwischen dritte Schiff des Vaters. Mit einer Traglast von 60 Tonnen, wurde das Schiff nun vom Husumer Schiffsmakler W.E.F. Schmid, befrachtet. Der Trend, sich zu verändern, machte auch vor der Schifffahrt nicht halt. Im Jahre 1957 kaufte Hatje sich ein Schiff das 110 Tonnen trug. Dies wurde 1963 wiederum für ein größeres verkauft, und mit dem M.S. "Orion" hatte man gleich die Möglichkeit, 50 Tonnen mehr an Fracht mitzunehmen. 1970 gab es die Möglichkeit, die "Orion" abzuwracken, d.h., der Schiffseigner bekommt für die "Schiffsaufgabe" eine sogenannte "Abwrackprämie", damit den Kapitänen ein evtl. Neukauf eines Schiffes erleichtert wird. Meistens nämlich bekommt man beim Verkauf dieser Art von Schiffen nicht mal die entstehenden Unkosten bezahlt.


Der neue und bis jetzt letzte Start begann dann mit der M.S. "Ernte" (Traglast 200 Tonnen) im Jahre 1971, zusammen mit seinem Sohn "Hansi". Diese Vater und Sohn Kombination, im täglichen Zusammensein und bei der Arbeit, ist, glaube ich, sehr selten. Denn viele Väter, die mit ihren Söhnen zusammenarbeiten oder gearbeitet haben, sind oft der Meinung, daß man besser mit Fremden auskäme als mit den eigenen Söhnen. Ich glaube aber, daß es an jedem einzelnen liegt. Gegenseitige Fairness, Rücksichtnahme und der Mut, sich über alles auszusprechen, zeigen doch, daß es auch anders geht.

Schiffsführern hier auf Pellworm Sorgen bereitet. Der Hafen ist vergrößert worden, doch für wen? Mit Ladung können unsere Schiffe nur noch an einer Stelle liegen die anderen Liegeplätze sind zugeschlickt. Selbst wenn die Schiffe im Heimathafen liegen, müssen die Kapitäne bei auflaufendem Wasser zum Hafen. Zu jeder Tages? und oft Nachtzeit, wird nachgesehen, ob sich das Schiff (beladen) nicht im Schlick festgesaugt hat. Da fragt man sich * oft im Stillen, ob den Verantwortlichen keine Schamröte ins Gesicht zieht beim Nachzählen des bezahlten Hafengeldes. Pellworm ist mit einer der teuersten Häfen an der Schleswig?Holsteinischen Küste und trotzdem wird nichts zur Verbesserung des Hafenbeckens getan. Dann kommt noch hinzu, daß man im Sommer sein eigener Hafenmeister ist, indem man eine Menge Zeit damit zubringt, die Yachten von unseren Liegeplätzen zu entfernen. Dies ist häufig mit viel Ärger verbunden.

Dies ist das Motorschiff "Ernte" mit Ladung auf der Elbe, vor ihm das Seebäderschiff "Wappen von Hamburg". Eine kurze Beschreibung des Schiffes. Von hinten angefangen sieht man das Rettungsboot, davor liegend auf dem Hinter deck die weiße Kapsel: die Rettungsinsel. Dann folgt der Radarmast, das Steuerhaus und dann erkennt man die Ladeluken, getrennt durch das Mitteldeck. Ganz vorne erkennt jeder den Mast und weiter unten ist die Kajüte des Matrosen, die weiße "Kappe" mit den Bullaugen darin. Das dunkle "Etwas" hinter dar ?Kajüte ist die Ankerwinde, die ab und zu gebraucht wird. Entweder wird geschlafen, wenn der Anker weg ist, oder das Schiff hat einen Schaden. Auch zum Abpassen der günstigeren Tide wird nicht immer ein Hafen angelaufen, sondern man geht draußen vor Anker. Fortsetzung folgt
K.M.



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