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| Pellworm, den 05.02.2012 - 14:47 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||
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Heimathafen PellwormKüstenmotorschiffe zwischen Nord - und Ostsee Es ist Sonnabend, der 12. November 1977, und an der ganzen Nord? und Ostseeküste besteht die Gefahr einer schweren Sturmflut. Das Wasser soll 3 ½ bis 4 Meter über dem normalen Hochwasser ansteigen. Es weht Windstärke 9 bis 10, mit schweren Orkanböen. Gerade wird durch den NDR wieder einmal die Sturmflutwarnung wiederholt. Wir hören, dass der Wind von Süd? auf Nordwest drehen soll. ?Das gibt Anlaß zu Gesprächen zwischen dem Kpt. Hermann August Matthiesen und seinem Matrosen Hans. Es geht darum, daß die Leinen des Schiffes noch besser befestigt werden müssen, damit dem Schiff hier im Hafen kein Schaden zugefügt wird oder es von der Hafenkante abgetrieben wird. Und schon sind sie unterwegs zum Hafen, wie alle Schiffsführer an diesem Tag bemüht sind, ihre Schiffe wind? und wetterfest anzubinden. Kpt. Hermann A. Matthiesen, geb. am 25.2.48 auf Pellworm, Eigner des Schiffes Süderoog 1. mit einer Traglast von 200 Tonnen, ging nach seinem Schulabgang an Bord seines Vaters und fing dort als Schiffsjunge an. Nach dreijähriger Fahrtzeit machte er mit achtzehn seinen Matrosenbrief und ging für ein paar Monate auf einen 600 Tonnen Kümo "Hanseat". Das ungewohnte Fahren mit mehreren Mann Besatzung gefiel dem Matrosen aber nicht besonders. Daraufhin musterte er dort wieder ab und ging in die kleine Küstenfahrt zurück. Nach zwei Jahren auf dem M.S. Nordstrand 1., kam Hermann nach Pellworm zurück und fing hier auf den Fischkuttern an, insgesamt drei Jahre. 1972 machte Hermann A. sein Akü/Bkü Patent (Frachtfahrt, Fischerei), er ließ sich damit eine Möglichkeit offen, evtl. doch noch einmal mit dem Fischen anzufangen. Das erste Schiff, das er sich ansah, um sich selbständig zu machen, war dann auch ein Fischkutter. Aber dieser Plan zerschlug sich wieder, weil der Preis zu hoch war: 1973 aber bot sich die Gelegenheit, ein Frachtschiff zu kaufen, das vier Jahre in Krautsand stillgelegen hatte. Der Eigner dieses Schiffes war gestorben, und die Ehefrau hatte sich nun all die Jahre darum bemüht, dies Schiff zu verkaufen. Zum Kaufvertrag traf man sich in Husum, und es brauchte nicht viel Zeit, da übernahm Kpt. H.A. Matthiesen dies Schiff. Und nun war das eingetroffen, was wir eigentlich nie richtig wollten: als frischverheiratetes Ehepaar die meiste Zeit getrennt zu leben. Denn Ende Dezember 1970 wurde hier auf Pellworm die Ehe geschlossen. Die Ehefrau von Herman A., aus dem Rheinland kommend, Schiffe höchstens mal auf dem Rhein gesehen, wurde Frau eines Schiffsführers, fuhr die ersten zwei Jahre sogar ständig mit, auch noch, als beide Kinder geboren waren. Doch dann ging es einfach nicht mehr. Mit fünf Personen auf dem Schiff zu leben, ist doch auf die Dauer anstrengend. So ergab es sich also, dass Frau und Kinder auf Pellworm blieben und der Mann auf See seinen Unterhalt verdienen muss. Man dachte auch die erste Zeit daran aufs Festland zu ziehen, weil man dann leichter die Möglichkeit hat, auch mal seinen Mann von Hamburg oder so zum Wochenende abzuholen. Aber das scheiterte immer daran, dass wir doch beide sehr an Pellworm hängen. Ich weiß nicht, ob es die Ruhe ist, die von hier ausströmt oder ob es doch nur die Gewohnheit ist. Die erste Zeit der Schiffsfahrt war nicht leicht für Kpt. Hermann Matthiesen, erstens musste er sich zwischen den anderen Schiffsführern behaupten, was man als Neuling wohl überall muss. Dann kam dazu, das Hermann A. sehr viel Reparaturen und sehr viele Auflagen innerhalb von zwei Jahren ausführen musste für sein Schiff. Dann kam noch dazu, dass man eine neue "Bleibe" hier auf Pellworm brauchte, denn das Häuschen auf Moordamm wurde zu klein, und es hätte dringend Reparaturen benötigt, die wir nicht ausführen konnten weil es Hermann A. nicht gehörte. 1975 im Oktober konnte Kpt. Hermann Matthiesen das Haus von Thomas Andresen kaufen, alleine schon wegen Nähe des Hafens waren wir sehr darüber erfreut. Aber auch dabei hielt die Freude nicht lange an. Auch hier musste daran gearbeitet werden, und jedesmal, wenn die "Süderoog V' im Hafen liegt, geht es zu Hause weiter, da Kpt. Hermann Matthiesen auch dort immer noch viel zu tun hat, und er sich auch in allen Dingen, die handwerkliches Geschick erfordern, zu helfen weiß. Folgendes ist sicher noch interessant: was, bzw. welche Summe (Unkosten) ein Motorschiff von 200 Tonnen "SCHLUCKT", wenn es, durch Wind und Wetter bedingt, einen Monat im Hafen liegt und voll bei der SBG angemeldet ist. Ich glaube, dass einige sich da ganz falsche Vorstellungen machen. Es sind rund gerechnet 4000,?? DM. Reparaturen belaufen sich in die Tausende, Tanken wird immer teurer, obwohl es zollfrei ist. Ich nehme an, dass unsere Leser auch dies interessiert. "Denn es ist nicht alles Gold, was glänzt." Nun beginne ich mit dem letzten Frachtschiff, das von Pell worm aus fährt: "M.S. Anja V'. Schiffseigner ist Boy Peter sen, geb. am 7.9.1921 hier auf Pellworm. Er ging mit 16 Jahren in der Seefahrt an und wurde 1951 mit der "M.S. Gustav" (80 Tonnen) Traglast, selbstständig. Dieses Schiff wurde 1957 verlängert zu einer Traglast von 110 Tonnen. Es ist heute ja noch das Pellwormer Stückgutschiff, nur die Eigner haben gewechselt. 1967 erwarb Kpt. Boy Petersen ein größeres Schiff mit einer Traglast von 150 Tonnen. 1971 fing er dann nochmal wieder an, sich zu verändern und kaufte sich die jetzige "Anja V'. Für Kapitän Boy, der nun kein 200tonnen Schiff fährt, fallen mitunter dann viele Restpartien ab. In der Hoffnung, Ihnen, liebe Leser, einen kleinen Einblick in die Frachtfahrt gegeben zu haben, verbleibt mit dem Gedanken, dass unsere Schiffe auch weiterhin eine gute Fahrt haben, und nie Schiffbruch erleiden. K.M Der geschichtliche Teil über die Serie "Heimathafen Pellworm" wird nachgeholt im Laufe des Jahres 1978. >> zurück zum Inhaltsverzeichnis Inselzeitung Pellworm >>
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