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Date: 07.02.12 Time: 05:52:29 User online: 6 Heute: 45 Gestern: 203 Gesamt: 832 |
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INSEL-ZEITUNG
Studio Pellworm
2251 PELLWORM
04844/687
Redaktionelle Mitarbeiter: Josie Bey
Alfred Dethlefsen
Jons Drawert
Erwin Fiera
Wilhelm Gohde
Philipp Goedeking
Sönje Hansen
Angelika Leners
Rolf Lohmeyer,
Johann E. Lucht
Thies Martensen jr.
Hauke Martensen
Friedrich Petersen,
Dr. Markus Petersen
Hellfried Schulze
Gerda Smorra
Henry Smorra
Bernd Thornsen
Johann Wilsterman
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Wir stellen vor
Magdalene Carstensen
Carla Hinrichs
Jeder auf Pellworm kennt den roten VW, der schnell und immer
im Einsatz ist, die Lenkerin des Wagens ist unsere Gemeindeschwester Magdalene.
Im Sommer, wenn die Zahl der Gäste die Pellwormer Einwohnerzahl übersteigt,
dann muss auch Tante Carla, unsere Hebamme, mit einspringen, auch sie
hat schon so manchen Krankentransport per Schiff mit. fahren müssen
Tante Carla, unsere Hebamme, ist am 15.4.11 in Kiel geboren.
Sie drückte bis zu ihrer Schulentlassung in Kiel die Schulbank, um
anschließend als Kinderdeern in Familien mit vielen Kindern ihren
Lebensunterhalt zu verdienen. Mit ihrem Arbeitgeber, der immer wieder
versetzt wurde, hatte sie das große Glück, auch andere Städte
Deutschlands kennen zu lernen, wie Königsberg, Breslau und Kassel.
Bis dann der Krieg ausbrach und sie nach Norddeutschland in ihre Geburtsstadt
Kiel zurückkehrte. Als Kindermädchen war sie nach Ansicht der
damaligen Regierung zu alt, und sie sollte in eine Munitionsfabrik. Da
ihr dieses sehr zuwider war, ist sie dem ganz geschickt aus dem Wege gegangen
und bewarb sich als Krankenpflegerin in einer Nervenklinik.
Der Krieg war zu Ende , und sie konnte endlich das erlernen, was sie immer
wollte, nämlich Hebamme. Die Finanzierung war gesichert durch jahrelanges
Arbeiten. Sie hatte soviel gespart, dass sie ihre Ausbildung bezahlen
konnte. Denn Sozialleistungen könnte man für die Berufsausbildung
nicht erwarten, und so musste sie doch fast 2 500,- DM für die Hebammenschule
bezahlen und das nach der Währungsreform. Es war bestimmt nicht einfach
für Sie. Nach dem Staatsexamen ging sie als freiberufliche Hebamme
nach Klausdorf an der Schwentine, wo sie vielen Babys das Licht der Welt
erblicken half.
Bis 1954 wirkte und arbeitete Sie zum Wohle der werdenden Mütter.
Eine heimtückische Krankheit (Kinderlähmung) warf sie auf das
Krankenlager, und sie musste jahrelang ihren schwer errungenen Beruf unterbrechen.
Sie brauchte viel Energie und Mut, mit dieser Krankheit fertig zu werden.
Endlich war es geschafft, und sie bewarb sich nach Helgoland. Aber dort
wollte man gern eine verheiratete Storchentante, so wurde Tante Carla
die Stelle in Pellworm angeboten.
Unternehmungslust beim Reisen hat auch unsere Gemeindeschwester Magdalene
bewiesen. Vor vier Jahren bekam sie eine Einladung zum Schwesternkongress
nach Mexiko, sie nahm die Einladung an und konnte sich einmal die Fußsohlen
im Sand verbrennen. In diesem Jahr wollte sie es genau wissen, wie groß
die Welt ist, wieder ging es zu einem Weit. kongress der Schwestern. Aber
diesmal war es Japan. im Juni ging die Reise Los, über Kuweit und
Bankog, weiter nach Indien ? Bombay, von dort dann weiter nach Japan und
schließlich wieder über die Kronkolonie Honkong und Thai. land
zurück nach Old Gerrnany.
Pellworm hat sie wieder, und sie wird weiterhin für das Wohl der
Kranken und alten Menschen sorgen, wie sie es seit 34 Jahren tut. Sie
erblickte das Licht der Weit am 2.12.1914 in Berklum, als Nr. 7 von neun
Geschwistern. Nach der Konfirmation fing sie in der Landwirtschaft an
zu arbeiten, tat alles, was sich bei einem Bauern anbot an Arbeit. Sie
pflügte sogar mit Pferden. Endlich war sie alt genug, um ihren Beruf
zu erlernen, denn auch zu der damaligen Zeit konnte eine Schwesternschülerin
erst mit 18 Jahren die Lehre beginnen. Sie bewarb sich in der Diakonissenanstalt
in Flensburg als Schwesternschülerin und wurde angenommen. Als sie
1943 nach Pellworm kam, gab es noch keine asphaltierte Straßen,
so c(durfte" sie mit dem Fahrrad kreuz und quer über die Insel
fahren. Es muss unendlich schwer für sie gewesen sein, bei Wind und
Wetter und Kleinwegen den Dienst zu versehen, zumal die Einwohnerzahl
während und gleich nach dem Krieg um 3 000 schwankte. Im alten Edlefsen
Hotel war auch noch ein Altersheim für evakuierte Hamburger alte
Menschen eingerichtet worden, und die galt es auch noch zu versorgen.
Ließ sich das Fahrrad nicht mehr bewegen, weil es voll Klei war,
zog sie es kräftig durch den Graben, und die Fahrt konnte weitergehen.
Heute ist es für sie doch einfacher geworden, wenn auch schwere Erlebnisse
bleiben. (cDie schönsten, aber doch die seelisch schwersten Stunden,
sind die, wenn ich einen Kran. kentransport mit dem Hubschrauber nach
Kiel ins Kranken. haus fliegen muß." Obgleich die Fliegerei
ein herrliches Erlebnis ist, ist der Flug des Krankentransportes für
mich doch eine große Belastung." Die Pellwormer Inselzeitung
wünscht Schwester Magdalene und Frau Hinrichs ein gesundes neues
Jahr und weiterhin viel Mut für ihre Aufgabe hier auf der Insel!
H.L.
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