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Pellworm, den 07.02.2012 - 05:52 Uhr

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Date: 07.02.12
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Wir stellen vor

Magdalene Carstensen
Carla Hinrichs

Jeder auf Pellworm kennt den roten VW, der schnell und immer im Einsatz ist, die Lenkerin des Wagens ist unsere Gemeindeschwester Magdalene. Im Sommer, wenn die Zahl der Gäste die Pellwormer Einwohnerzahl übersteigt, dann muss auch Tante Carla, unsere Hebamme, mit einspringen, auch sie hat schon so manchen Krankentransport per Schiff mit. fahren müssen

Tante Carla, unsere Hebamme, ist am 15.4.11 in Kiel geboren. Sie drückte bis zu ihrer Schulentlassung in Kiel die Schulbank, um anschließend als Kinderdeern in Familien mit vielen Kindern ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Mit ihrem Arbeitgeber, der immer wieder versetzt wurde, hatte sie das große Glück, auch andere Städte Deutschlands kennen zu lernen, wie Königsberg, Breslau und Kassel. Bis dann der Krieg ausbrach und sie nach Norddeutschland in ihre Geburtsstadt Kiel zurückkehrte. Als Kindermädchen war sie nach Ansicht der damaligen Regierung zu alt, und sie sollte in eine Munitionsfabrik. Da ihr dieses sehr zuwider war, ist sie dem ganz geschickt aus dem Wege gegangen und bewarb sich als Krankenpflegerin in einer Nervenklinik.
Der Krieg war zu Ende , und sie konnte endlich das erlernen, was sie immer wollte, nämlich Hebamme. Die Finanzierung war gesichert durch jahrelanges Arbeiten. Sie hatte soviel gespart, dass sie ihre Ausbildung bezahlen konnte. Denn Sozialleistungen könnte man für die Berufsausbildung nicht erwarten, und so musste sie doch fast 2 500,- DM für die Hebammenschule bezahlen und das nach der Währungsreform. Es war bestimmt nicht einfach für Sie. Nach dem Staatsexamen ging sie als freiberufliche Hebamme nach Klausdorf an der Schwentine, wo sie vielen Babys das Licht der Welt erblicken half.
Bis 1954 wirkte und arbeitete Sie zum Wohle der werdenden Mütter. Eine heimtückische Krankheit (Kinderlähmung) warf sie auf das Krankenlager, und sie musste jahrelang ihren schwer errungenen Beruf unterbrechen. Sie brauchte viel Energie und Mut, mit dieser Krankheit fertig zu werden. Endlich war es geschafft, und sie bewarb sich nach Helgoland. Aber dort wollte man gern eine verheiratete Storchentante, so wurde Tante Carla die Stelle in Pellworm angeboten.
Unternehmungslust beim Reisen hat auch unsere Gemeindeschwester Magdalene bewiesen. Vor vier Jahren bekam sie eine Einladung zum Schwesternkongress nach Mexiko, sie nahm die Einladung an und konnte sich einmal die Fußsohlen im Sand verbrennen. In diesem Jahr wollte sie es genau wissen, wie groß die Welt ist, wieder ging es zu einem Weit. kongress der Schwestern. Aber diesmal war es Japan. im Juni ging die Reise Los, über Kuweit und Bankog, weiter nach Indien ? Bombay, von dort dann weiter nach Japan und schließlich wieder über die Kronkolonie Honkong und Thai. land zurück nach Old Gerrnany.
Pellworm hat sie wieder, und sie wird weiterhin für das Wohl der Kranken und alten Menschen sorgen, wie sie es seit 34 Jahren tut. Sie erblickte das Licht der Weit am 2.12.1914 in Berklum, als Nr. 7 von neun Geschwistern. Nach der Konfirmation fing sie in der Landwirtschaft an zu arbeiten, tat alles, was sich bei einem Bauern anbot an Arbeit. Sie pflügte sogar mit Pferden. Endlich war sie alt genug, um ihren Beruf zu erlernen, denn auch zu der damaligen Zeit konnte eine Schwesternschülerin erst mit 18 Jahren die Lehre beginnen. Sie bewarb sich in der Diakonissenanstalt in Flensburg als Schwesternschülerin und wurde angenommen. Als sie 1943 nach Pellworm kam, gab es noch keine asphaltierte Straßen, so c(durfte" sie mit dem Fahrrad kreuz und quer über die Insel fahren. Es muss unendlich schwer für sie gewesen sein, bei Wind und Wetter und Kleinwegen den Dienst zu versehen, zumal die Einwohnerzahl während und gleich nach dem Krieg um 3 000 schwankte. Im alten Edlefsen Hotel war auch noch ein Altersheim für evakuierte Hamburger alte Menschen eingerichtet worden, und die galt es auch noch zu versorgen.
Ließ sich das Fahrrad nicht mehr bewegen, weil es voll Klei war, zog sie es kräftig durch den Graben, und die Fahrt konnte weitergehen. Heute ist es für sie doch einfacher geworden, wenn auch schwere Erlebnisse bleiben. (cDie schönsten, aber doch die seelisch schwersten Stunden, sind die, wenn ich einen Kran. kentransport mit dem Hubschrauber nach Kiel ins Kranken. haus fliegen muß." Obgleich die Fliegerei ein herrliches Erlebnis ist, ist der Flug des Krankentransportes für mich doch eine große Belastung." Die Pellwormer Inselzeitung wünscht Schwester Magdalene und Frau Hinrichs ein gesundes neues Jahr und weiterhin viel Mut für ihre Aufgabe hier auf der Insel!

H.L.


 



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