Treten Sie zurück, Herr Bürgermeister!

Leserbrief von Klaus Lausch am 29.1.79 in den HN
Treten Sie zurück, Herr Bürgermeister!

Ich war einer von den etwa 400 „Eingeschlossenen“ während der Schneekatastrophe auf Pellworm. In dieser Zeit des „Zwangsurlaubes“ befaßte ich mich mit den Leserbriefen, die zu dem Thema Fähren, Bürgermeister, Amtsvorsteher und NPDG-Geschäftsführer geschrieben wurden.
Hatte Herr Knud Knudsen in seinem Leserbrief schon Beden-ken, daß die Demokratie auf Pellworm durch die Festsetzung des Amtsvorstehers, Herrn Alfred Dethlefsen, der ja auch in Personalunion Geschäftsführer der NPDG ist, demontiert werde, so zeigte der Leserbrief von Herrn Anton Knudsen die Praktiken des NPDG-Geschäftsführers auf – Behinderung des anderen Reeders auf Pellworm -, die man aus der Sicht des Geschäftsmannes Alfred Dethlefsen noch verstehen könnte. Diese Haltung vereinbart sich aber nicht mit dem Amt des Bürgermeisters und des Amtsvorstehers.
Jetzt habe ich aber von einem Tatbestand erfahren, der die Angelegenheit zu einem Skandal werden läßt. Auf der letzten Gemeindevertretersitzung hat der Bürgermei-ster von den Gemeindevertretern verlangt, daß sie ihm ein Schreiben unterzeichnen sollten, das beinhaltet, daß Herr Schilke, der Polizist auf Pellworm ist, die Insel verlassen sollte. Zur Erinnerung! Herr Schilke war es, der als FDP-Chef der Insel auf rechtliche Bedenken der Festsetzung des Amtsvorstehers hinwies. Die Gemeindevertreter erteilten dem Bürgermeister, obwohl dieser mit seinem Rücktritt gedroht hatte, eine Absage. Von dem Rücktritt wurde der Bürgermeister durch seinen Neffen, Herrn Stefan Frener, abgehalten. Der dann aber einen Leserbrief schrieb und Herrn Schilke vorwarf, er würde ständig die Unwahrheit sagen. Ich meine, wer so handelt wie es Herr Alfred Dethlefsen tut, der sollte nicht nur vom Rücktritt reden, er sollte zurücktreten.
Klaus Lausch Hohe Bleichen 10 2000 Hamburg 36

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